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Kein Wunder, dass der Kardinal jubelt. Die Kreuze, Symbole christlichen Glaubens, dürfen in Klassenzimmern und Kindergärten hängen bleiben, sie sind kein Verstoß gegen die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Ein Vater aus Niederösterreich ist mit seiner Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof gescheitert.
Die Argumentation der Höchstrichter ist eigenwillig: Einerseits betonieren sie das niederösterreichische Kindergartengesetz ein, das die Kreuz-Aufhängung mit dem „Beitrag zur religiösen und ethischen Bildung" begründet, die Kindergärten in Erwin-Pröll-Land zu leisten hätten. Andererseits beteuert der VfGH, dass der Staat damit keine Präferenz für eine bestimmte Religionsgemeinschaft zeige. Das kann man so sehen. Muss man aber nicht.
Das Erkenntnis sieht sehr wohl nach einer Bevorzugung des katholischen Glaubens gegenüber anderen Religionen aus. Wenn die Mehrheit in einer Klasse zumindest dem Taufschein nach katholisch ist, wird auch allen anderen das Kreuz vor die Nase gehängt - ob sie (oder ihre Eltern) nun Muslime, Buddhisten oder Atheisten sind.
Die Frage, ob manche Eltern nicht übertrieben auf ein kleines Kreuz im großen Klassenzimmer reagieren, beantwortete übrigens der Generalvikar der Erzdiözese Wien bei der Vorstellung des „Religionspädagogischen Bildungsrahmenplans": Für die religiöse Entwicklung, sagte er, seien „die ersten Jahre eines Menschen entscheidend". So ist es. (Petra Stuiber, DER STANDARD; Printausgabe, 17.3.2011)
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(= Austritt vonden Römern und Wechsel zu einem anderen in der Familie vorhanden gewesenen Bekenntnis).
Der EGMR hat in seinem Urteil zu Italien festgestellt, dass es keinen Beweis dafür gebe, dass ein Anbringen des Kruzifixes im Klassenzimmer einen Einfluss auf die SchülerInnen hat! Auch wenn der Herr Generalvikar das nicht gerne hören wird: den SchülerInnen wird's herzlich egal sein, ob da zwei Holzsplitter hängen oder nicht. Die haben (im Gegensatz zu ihren Eltern) echt etwas besseres zu tun als sich darüber Gedanken zu machen.
Religiöse Symbole gehören in die Privatschulen und Kindergärten der jeweiligen Religionsgemeinmchaften. Wer sein Kind damit konfrontieren will, der möge es bitte in eine derartige Einrichtung schicken. Alles andere ist eine Zwangsbeglückung und ein starkes Zeichen für die Nichtumsetzung des säkularen Prinzipes.
Endlich kann der Standard wieder seine Aversion gegen "Kerzlschlucker" ausleben.
Aber wehe, man deutet nur an, eventuell das Kopftuchtragen zu hinterfragen oder sich mit dem Islam (einer Religion, die im Unterschied zum Christentum noch keine Aufklärung durchgemacht hat) kritisch auseinanderzusetzen: Dann ist man gleich ein xenophober Bösmensch.
Übrigens: Der Islam ist nun ca. 1400 Jahre alt. Da durchlebte das Christentum gerade seine düsterste Zeit. Es bleibt zu hoffen, daß der Islam in der schnellen Mediengesellschaft diese Phase bald überwindet und auch in Saudiarabien Religionsfreiheit Wirklichkeit wird.
*
Das Wort "Kerzlschlucker" ist –was viele nicht wissen– ein von den Nazis erfundener Spottbegriff um die katholischen Pfarrer als schwul und vertrottelt zu diffamieren ("Schwarze Brut").
Die Römisch Katholische Kirche war ein erklärtes Feindbild der Nazis.
Nach den Juden wären die K. drangekommen, allerdings mit der Möglichkeit sich durch Austritt und besonders parteitreues Verhalten zu retten.
Feindbild? Kann sein. Aber die Nazis haben es sehr gut verstanden, den blinden Glauben der Katholiken zu nutzen. Ein Führer, der von Vorsehung spricht, macht natürlich Eindruck. Und recht freiwillig haben sie die Kirchenleute dem Diktator angedient. Waffen-, Soldaten- und sonstiges Segnungen bis zu religösen Sprüchen auf Gürtelschnallen, scheint alles willkommen gewesen zu sein.
Eben so, wie man es sich vorstellt. Religion als gute Erfindung, um die geistig Minderbemittelten zu führen.
Die Zusammenarbeit zwischen Nazis und Katholiken scheint recht gut funktioniert zu haben.
Ich fühle mich aber durch die Allgegenwärtigkeit von Kommerz-Symbolen viel mehr belästigt: Plakate, Werbejingles, Leute die mir an der Kreuzung schlechte Zeitungen und schlechten Kaffee aufzwingen wollen, Anrufe der Marktforschung... Da sind Kirchen ein Lärcherlsch.. dagegen!
Die Religiosität eines Menschen, auch nicht die "Kirchenmitgliedschaft" hängen von Kreuzen in Kindergärten, Klassen etc. ab, sonst wären wohl gesellschaftliche Werthaltungen, die Situation der katholischen Kirche in Österreich anders, sind doch schon viele Generationen damit groß geworden in diesem Land.
In Kindergärten und Schulen hängt Vieles, wo vorher nicht gefragt wird, ob ALLE dafür sind, bis hin zu Werbeplakaten von Firmen die ihr Geld - direkt oder indirekt - mit Kinderarbeit oder Umweltzerstörung verdienen.
Vermutlich geht es aber - wie so oft - gar nicht um das "Kindeswohl". Es ist einfach ein Machtkampf, es geht gegen die "Kirche".
Sie sollten zuerst das hier lesen:
http://derstandard.at/129782081... reit-Recht
Wenn die Mehrheit einer Klasse dafür ist, ein Kreuz aufzuhängen - soll man das denen dann verbieten? Ist Religionsverbot ein probates Mittel zum Schutz der Minderheiten? Oder sollte man statt dessen den Minderheiten ebenfalls erlauben, ein religiöses Symbol ihrer Wahl an die Wand zu hängen? Atheisten könnten dann ein Esgibtkeinengott-Plakat oder sowas aufhängen.
Die Kirche weiß schon, dass ihre einzige Chance, das Absinken in die Bedeutungslosigkeit hinauszuzögern ist, schon die Kinder zu indoktrinieren. Nicht umsonst sagte der Jesuit Franz Xavier "Gebt uns die Kinder bis zum siebten Lebensjahr, und sie bleiben in der Lehre des Katholizismus."
Und genau deshalb muss man dagegen ankämpfen.
Sie glauben an die seltsamsten Dinge! Das Christkind, Monster unter dem Bett, Drachen, Hexen, süsse kleine Vampire, sprechende Tiere usw.
All das was ihnen von Film, Fernsehen und Märchen serviert wird
Und eben auch Gott.
Erst später entwickeln sich mentale Fähigkeiten die ihnen ermöglichen das Reale vom Unrealen, Behaupteten zu trennen.
Aber nur weiter so. Auf diese Weise züchtet man die nächste Generation von Atheisten.
"Religionsverlust durch religiöse Erziehung" ist nicht nur ein Titel eines Buches von Ringel, dem großen Psychiater.
Er findet statt, auch in niederösterreichischen Kindergärten!
Etwas peinlich an diesem Artikel ist, dass hier christlich mit katholisch verwechselt wird.
Es geht um die Mehrheit christlicher Kinder und um ein christliches Symbol. (Somit hat natürlich der VfGH zweifelsfrei recht, dass nicht *eine einzige* Religionsgemeinschaft bevorzugt wird. Es werden alle christlichen Religionsgemeinschaften gegenüber den nicht-christlichen Religionsgemeinschaften bevorzugt)
glauben nicht alle Christen an die selben Figur aus der Kindheit, einer Phantasie, die sie als Erwachsene nicht ablegen wollen?
Eben. Alle irgendwie auf der gleichen geistigen Ebene. Egal, ob sie sich katholisch nennen, Freikirche oder irgendwie anders.
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