Ersatz für Tierversuche bei Hautreizungstests, Produkt- und Arzneimittel-Entwicklung
Wien - Eine künstliche Haut hat das in Linz ansässige Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen (zet) und der Verein "Tierschutz macht Schule" in Wien vorgestellt. Dazu werden Zellen der menschlichen Haut, die etwa aus Operationen
stammen, verwendet und vermehrt. Das künstliche Hautmodell kann u.a. für Hautreizungstests eingesetzt werden und damit rund 12.000 Tierversuche pro Jahr ersparen. Nach Angaben von zet-Chef Klaus Schröder ist das Kunsthaut-Modell seit 2010 weltweit durch die OECD anerkannt und muss verpflichtend bei Hautreizungstests in Europa eingesetzt werden. Aus rund zwei Quadratzentimetern Haut kann man etwa 5.000 Tests fertigen.
Hautreizungen austesten
Das Modell kann überall dort eingesetzt werden, wo man wissen möchte, ob eine Substanz die Haut äußerlich reizt. Die Kunsthaut kann auch einen Sonnenbrand bekommen, also etwa für die Entwicklung von Sonnencremes eingesetzt werden. Es gebe auch Forschergruppen, die die Kunsthaut mit Herpes-Viren oder Akne-Keimen infizieren und die Wirkung von Arzneistoffen testen, so Schröder. Ab 2013 dürfen laut EU-Kosmetikverordnung keine Tierversuche für kosmetische Inhaltsstoffe mehr gemacht werden. (APA/red)