Neue "jagende" Zeckenart - Hohe Durchimpfungsrate in Österreich, aber Trend zur Vernachlässigung
Wien - in Österreich sind mittlerweile 17 Zeckenarten heimisch, es gibt aber
nur einige Arten, die für Menschen gefährlich sind. Neu ist dabei eine
"jagende" Zeckenart, die aus den südlichen Gebieten Europas zu uns kam.
"Die Braune Hundezecke, bevorzugt zwar den Hund, verschmäht aber auch
den Menschen nicht. Und sie sitzt nicht still und wartet, sondern jagt
tatsächlich nach dem Wirt", wie der Stellvertretende Leiter des
Institutes für Parasitologie an der Veterinärmedizinischen Universität
Wien, Georg Duscher weiß. Weitere überraschende Erkenntnisse: Zecken
können tagelang unter Wasser verbringen beziehungsweise überstehen auch
eine 40 Grad Wäsche und atmen in Ruhe nur ein bis zweimal pro Stunde -
durch zwei Atemöffnungen in der Nähe des vierten Beinpaares.
Übertragung von FSME
In Österreich gibt es kein Bundesland, das FSME-frei ist. Die Impfung ist der einzige Schutz gegen die die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), wie Experten bei einer Pressekonferenz zum Thema betonten. 2010 wurden in Österreich trotz hoher Durchimpfungsraten 63 Spitalsaufnahmen und ein Todesfall registriert.
FSME wird durch den Stich einer infizierten Zecke auf den Menschen übertragen. "In Endemie-Gebieten kann der Zeckenstich zu einer Infektion mit dem FSME-Virus führen. 30 bis 40 Prozent der Infizierten erkranken daran. Die Inkubationszeit schwankt zwischen wenigen Tagen und einem Monat", so der Innsbrucker Neurologe und Intensivmediziner Erich Schmutzhard. FSME ist eine ernste, akute Viruserkrankung, die bei 35 bis 60 Prozent der Patienten zu neurologischen Komplikationen führen kann. Ein bis zwei Prozent dieser Patienten sterben. "Es gibt", wie der Experte betonte, "keine kausale Therapie der FSME, daher wird ausschließlich symptomatisch behandelt. Wenn die FSME einmal ausgebrochen ist, könne man aus medizinischer Sicht nur relativ wenig dagegen tun.
Erkrankungsfälle zurückgegangen
Herwig Kollaritsch, Leiter des Institutes für spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin in Wien, erinnert aber daran, dass die Fälle von FSME trotz weiterer Verbreitung, stark zurückgegangen sind. Vor der Impfära, also vor 35 Jahren, gab es in Österreich noch über 700 FSME-Erkrankungen. Allein in den Jahren 2000 bis 2006 konnten durch die Impfung 2.800 FSME-Erkrankungen verhindert werden. Kollaritsch: "Die Durchimpfungsrate hat in Österreich im Vorjahr mit 85 Prozent einen Wert erreicht, der von keinem anderen FSME-endemischen Land erreicht wird. Die Impfungen würden aber zunehmend schlampiger gehandhabt. Fast jeder dritte Österreicher sei nicht ausreichend geschützt. (red, derStandard.at)
Zum Thema FSME
Rückgang bei FSME-Erkrankungen
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Impfkampagne der Österreichischen
Apothekerkammer
Der FSME-Impfstoff ist in allen Apotheken in Österreich seit
1. Jänner 2011 und noch bis 31. Juli 2011 um ein Drittel preisgesenkt.
Darüber hinaus gewähren fast alle
Krankenkassen einen ganzjährigen Kostenzuschuss, der direkt in der
Apotheke vom Aktionspreis abgezogen wird.
Für die
Grundimmunisierung lautet das Schema folgendermaßen: Die erste Impfung
möglichst noch vor der warmen Jahreszeit. Die zweite Impfung sollte
einen Monat danach erfolgen, die dritte Impfung ein Jahr darauf. Eine
Auffrischungsimpfung ist erst nach drei beziehungsweise fünf Jahren
notwendig.