Dilemma für die fünfte US-Flotte

15. März 2011, 18:41
  • Spatenstich: US- und bahrainische Regierungsvertreter bei der Eröffnung der Großbaustelle in Manana. Bis 2015 soll die US-Basis um 580 Millionen Dollar ausgebaut werden.
    foto: ap/dapd/hasan jamali

    Spatenstich: US- und bahrainische Regierungsvertreter bei der Eröffnung der Großbaustelle in Manana. Bis 2015 soll die US-Basis um 580 Millionen Dollar ausgebaut werden.

In Manama, der Hauptstadt Bahrains, ist die 5. Flotte der US-Navy stationiert: Damit liegt das Hauptquartier der 5th Fleet seit Montag in einem Land, in dem eine Demokratiebewegung mithilfe von anderen regionalen US-Verbündeten niedergeschlagen wird.

Das ist einerseits peinlich für die USA, die sich anderswo in der arabischen Welt als Schutzherren der Oppositionsproteste gerieren - andererseits ist der Stützpunkt in Manama angesichts der Spannungen mit dem Iran strategisch so wichtig, dass er auf ersten Blick unverzichtbar scheint. Und wohin sollte die 5th Fleet auch sonst gehen, wenn die GCC-Staaten, die Staaten der Golfkooperationsrats (außer Bahrain sind das Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Saudi-Arabien und Oman), als Gesamtheit in die "Hilfeleistung" für die Regierung in Bahrain involviert sind?

In Manama sind etwa 3000 US-Soldaten stationiert. Die 5. Flotte selbst umfasst heute dreißig Kriegsschiffe mit 30.000 Matrosen, die im Persischen Golf, im Arabischen und im Roten Meer präsent sind. "Navcent", die Zentrale in Bahrain, ist auch zuständig für die beiden amerikanischen Flugzeugträger "Carl Vinson" und "Enterprise", die momentan im Golf sind. Während der Irak-Kriege waren sie fünf. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 16.3.2011)

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... andererseits erwägt der Oberdoppelmoralist Obama

willkürlich angeeignete libysche Staatsgelder "Revolutionären" zu schenken - freilich nicht in Bahrein, sondern in Libyen.

Der Iran bekommt was er will

Die Amis koennen sich theoretisch heraushalten. Am Ende bieten sie den Siegern viel Geld fuer die weitere Stationierung.

Auf der anderen Seite hat die USA schon vorgezeigt wie man es macht: man entferne die Sunni Regierung (wie von Iran gefordert) und ersetze sie mit einer schiitischen Regierung unter US Militaerschutz (wie vom Iran gefordert). Das hat im Irak gut funktioniert (aus der Sicht des Irans) und soll nun in SA, Bahrein, Libyen auch funktionieren.

Also bitte USA: wenn der Iran dieses doch schon so kraeftig fordert, dann muesst ihr tun was der Iran will: nieder mit Gaddafi, nieder mit all den anderen "Despoten", speziell auch die Schergen im "befreiten" Kuwait. Auch dort muss eine Iran-gefaellige Loesung gefunden werden!

Auf den Punkt gebracht: Heuchelei

Wenn eigene Interessen angetastet werden (auch wenn diese allein darin bestehen, als Damocles-Schwert über einen "Feind" in der Nähe stationiert zu sein) oder wenn "Freunde" und Öllieferanten sich auf das Niveau des Iran begeben und die eigenen Bürger abschlachten... tja, dann schweigt man. Sanktionen auch nur ansprechen, aber geh! Des wird schon alles seinen "richtigen" Weg gehen!

welches land handelt gegen die eigenen interessen???

es wird zeit den unterschied zwischen amerikanischer innen- und aussenpolitik zu bemerken.

gegen die eigenen interessen handelt nur irre und ein grossteil der oevp-waehler...

Ist ja kein Problem...

...dann soll man aber auch dazu stehen und dementsprechend auftreten. Und nicht mit dem Argument: "Schaut's euch an, was die geisteskranken Mullahs da gegen ihr eigenes Volk anstellen" während man bei seinen Haberern achselzuckend wegschaut, die um keinen Deut besser sind. Es wäre wenigstens ehrlich und keine Heuchelei mehr, wenn man statt dessen damit argumentiert, "weil wir unsere Interessen in Form von Öl etc verteidigen wollen, und da ist es uns wurscht wie schrecklich, menschrechtsfeindlich whatever es bei unseren Freunden zugeht" :-)

seh ich eh genauso! aber aussenministerin clinton hat gestern ja die demonstranten unterstuetzt.
ich glaub die usa wissen einfach noch nicht wie sie agieren sollen....da sieht mal wieder dass die usa keinen masterplan haben ;-)

die USA haben meines wissens nicht eingegriffen, somit ist mir der sinn des artikels nicht ganz klar.

auch nicht klar ist mir, woher frau Harrer zu der überzeugung kommt, dort würde eine demokratiebewegung demonstrieren. was man da so sieht und hört, geht's nur darum, welche der beiden religion-fundi-fraktionen mehr zu sagen hat.

vielleicht kann der standard so nett sein und Ihnen den job von frau harrer geben. sie scheinen ja bestens zu wissen wo es lang geht...

eben weil keiner so recht weiß, welchen hintergrund die demonstranten quer durch die arabische welt haben, find ich es absurd zu glauben, alle wären edle demokraten.

"..wohin sollte die 5th Fleet auch sonst gehen?"

Sehr geehrte Frau Harrer, ich denke die dort stationierten Soldatinnen und Soldaten würden gerne nach Hause gehen. Das wäre mein Vorschlag: die 5.Flotte möge in die USA abziehen.

Haben Sie eine Ahnung...

...wer zu Hause bleiben will geht hier in den USA nicht zur NAVY sondern zur Coast Guard.

Wer zur NAVY geht weiss, dass er die meiste Zeit in Uebersee verbringen wird und will das auch!

Wäre die 5. Flotte nicht in Bahrain, wäre Taiwan heute Teil von China und der Iran würde sich überhaupt nichts mehr scheißen.

Die US-Marine-Soldat/innen wissen, dass sie viel in Übersee stationiert werden. Die werden primär ihren Job machen wollen. Wenn sie einen bequemeren Job haben wollen würden, würden sie nicht zur Navy gehen.

@nuku..

stimmt die US-Soldaten wissen, dass sie weltweit im Einsatz für das Vaterland sind weil die USA ja ständig beschützt werden müssen, weil neben Gott und den anderen Verbündeten muss man natürlich noch überall Stützpunkte haben sonst könnte der Iran Washington gefährlich werden... LOOOOOL... wers glaubt..

aha. und welches land stellt, wie gerade beim tsunami, binnen stunden flugzeugtraeger, hubschrauber, suchmannschaften und andere helfer zur verfuegung?

wenn die japaner auf unser bundesheer warten muessten waeren sie noch aermer dran...

wer hat im bosnien eingegriffen?

es ist leicht ueber die amerikanischen truppen zu jammern, sich aber im ernstfall hinter ihnen zu verstecken.

ist doch einfach

Truppen bereit zu stellen wenn die bereits im Land sind, nicht oder? In Österreich können wir auch eine US-Basis eröffnen und wir werden auch immer sicher sein, warum tun wir es nicht?
Gott sei Dank gibt es die USA sonst wüssten wir alle nicht was wir tun sollen.. oder WAS? In Bosnien eingegriffen? Wann denn? Zuerst wurde ganz Ex-YU mit Waffen beliefert von Amis und Co. und dann kamen sie zur Hilfe??? Was für ein Kommentar echt, hatte Hand und Fuss..

Man mag zu den USA stehen wie man will,

doch im Gegensatz zu Europa, haben sie wenigstens einen Standpunkt. Dass einzige, was wir zusammenbringen, ist uns darüber zu gerieren, dass die USA sich einmischen (wollen), während wir Angst haben, tätig zu werden. Doch schon Pilatus hat es nix genutzt, nur zuzuschauen und die unschuldigen Hände in den Schoß zu legen während andere sich gegenseitig umbringen/die Drecksarbeit machen.

Ja, Sie haben Recht. Der Standpunkt der USA

lautet:

a) unser Interesse steht über allem in der Welt, daher
b) haben wir immer Recht und
c) wer das nicht so sieht, ist unser Feind und gehört zur Achse des Bösen

der unter schied ist nicht trauen sondern pure arroganz - zu glauben das gute zu representieren.

hierzu

eine portion westlicher (usa-ischer) objektivität und gleichberechtigung aller bürger ergo "demokratie" ;)
http://orf.at/#/stories/2047930/

Komisch aber hier wird immer gegen das Heer gewetert und jede Anschaffung von Gerät (Eurofighter, Panzer, etc.) wird kritisiert.

Jetzt wo Europäische Staaten nicht die Mittel haben ausserorts effektiv einzugreifen heist es sie tuun nichts.

Also wollen wir die möglichkeit haben einzugreifen? Wenn Ja, dann brauchen die EU Staaten die mittel dies zu tun - das kostet aber Geld, dann können wir uns darauf einstellen das der Wehretat der EU Länder sich vervielfachen wird.

Noch interessanter:

Ausgerechnet die neutralen Österreicher regen sich hier auf dass die EU nix unternimmt. Auf gut deutsch, man beschwert sich dass man nicht dabei zusehen darf wie Soldaten anderer EU Länder ihren Arsch hinhalten. Sehr solidarisch. Weil eine EU Armee wollen ma ja auch nicht.

Die Regierung der USA...

... vertritt in erster Linie die Interessen der US- Amerikaner.

Klar dass sich dies in Österreich komisch anhört wenn die eigene Regierung für ihre Bürger eintritt.

Die Regierung der USA...

... vertritt LEIDER in erster Linie nur die Interessen der US - Öl - und Rüstungsindustrie.

Stimmt ja gar nicht.
Die Regierung der USA vertritt in erster Linie die Interessen eines kleinen Kreises von Personen.

Die Regierung der USA frägt die Bevölkerung bei wichtigen Themen einfach nicht.

Oder glauben Sie tatsächlich, das eine Mehrheit der US Bürger dafür gewesen wäre, die Demokatie in Chile oder Nikaragua auszuhebeln?

Du bist ein Vollkoffer, ...

mehr fällt mir zu diesem posting nicht ein.

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