Fukushima verwendet eine ältere und riskantere Technik
Wien - Unter den 212 Kernkraftwerken, die bisher weltweit in Betrieb gingen, gibt es verschiedene Reaktortypen. In Fukushima I sind Siedewasserreaktoren im Einsatz, die - im Gegensatz zu den Druckwasserreaktoren - direkt von dem im Reaktordruckbehälter erzeugten Wasserdampf betrieben werden.
Das hat Nachteile: Zum einen wird durch Korrosion an den Brennstäben, durch Kontamination des Kühlwassers und andere Faktoren die Radioaktivität auf weitere Teile des Reaktors ausgedehnt. Andererseits ist dieser bei einem Versagen der Kühlung schlechter zu kontrollieren - was leichter zum Schmelzen der Brennstäbe führen kann.
In Fukushima scheint zumindest der Sicherheitsbehälter für längere Zeit das Austreten von radioaktiven Stoffen verhindert zu haben. Er ist nach der verschweißten Brennstabhülle und dem Reaktordruckbehälter die dritte Barriere, die das Entweichen von gefährlichem Nuklearmaterial nach außen verhindern soll.
Die älteren, in Deutschland errichteten Siedewasserreaktoren sind denen in Japan nicht unähnlich und stehen deshalb besonders in der Kritik. Die hat aber noch einen weiteren Grund: Im Gegensatz zu Fukushima und den meisten anderen Atommeilern besteht deren Containment nicht aus Beton, sondern aus leicht schmelzendem Stahl. (DER STANDARD-Printausgabe, 16.3.2011)