Das Problem des Siedewassers

15. März 2011, 18:09

Fukushima verwendet eine ältere und riskantere Technik

Wien - Unter den 212 Kernkraftwerken, die bisher weltweit in Betrieb gingen, gibt es verschiedene Reaktortypen. In Fukushima I sind Siedewasserreaktoren im Einsatz, die - im Gegensatz zu den Druckwasserreaktoren - direkt von dem im Reaktordruckbehälter erzeugten Wasserdampf betrieben werden.

Das hat Nachteile: Zum einen wird durch Korrosion an den Brennstäben, durch Kontamination des Kühlwassers und andere Faktoren die Radioaktivität auf weitere Teile des Reaktors ausgedehnt. Andererseits ist dieser bei einem Versagen der Kühlung schlechter zu kontrollieren - was leichter zum Schmelzen der Brennstäbe führen kann.

In Fukushima scheint zumindest der Sicherheitsbehälter für längere Zeit das Austreten von radioaktiven Stoffen verhindert zu haben. Er ist nach der verschweißten Brennstabhülle und dem Reaktordruckbehälter die dritte Barriere, die das Entweichen von gefährlichem Nuklearmaterial nach außen verhindern soll.

Die älteren, in Deutschland errichteten Siedewasserreaktoren sind denen in Japan nicht unähnlich und stehen deshalb besonders in der Kritik. Die hat aber noch einen weiteren Grund: Im Gegensatz zu Fukushima und den meisten anderen Atommeilern besteht deren Containment nicht aus Beton, sondern aus leicht schmelzendem Stahl. (DER STANDARD-Printausgabe, 16.3.2011)

STJ911.org
00
16.3.2011, 18:48
Da ja angeblich alle Systeme in einem AKW redundant sind: Was genau ist die Redundanz-Absicherung für ein Wasserzufuhrproblem in der im Reaktor 4 eingetretenen Situation?

-
>> "Im Kernkraftwerk Fukushima 1 kann das
>> Aufbewahrungsbecken für die verbrauchten
>> Brennstäbe im Reaktor 4 nicht mehr mit Wasser
>> gefüllt werden. Eine weitere Eskalation der
>> Situation drohe."
http://derstandard.at/1297820399687

Kapitalismus Luege
00
16.3.2011, 20:38
Absicherung?

in jedem Reaktor lagern abgebrannte Elemente unter den Dächern. Insgesamt 600.000 Brennstäbe.

In einem extra Sammelbecken bei Reaktor 4 sind wahrscheinlich die seitlichen Sichtfenster sofort geborsten.

Reaktor 3 verbrennt noch dazu MOX, das Plutonium ist hoch giftig.

übrigens:
die General-Electrics Konstruktionsingenieure des Max-1 Typs sind schon vor 35 Jahren zurückgetreten, da sie das massive Sicherheitsrisiko nicht mehr mittragen konnten.

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