Initiative

Wien setzt beim Wohnbau auf private Partner

15. März 2011, 16:46

Stadtregierung stellt 500 Millionen Euro für günstige Zinskonditionen zur Verfügung, dadurch sollen 7.500 "leistbare" Wohnungen entstehen

Wien - Im Wiener Wohnbauressort ist, wie mehrfach berichtet, für das heurige Jahr der Sparstift angesetzt und damit auch die Wohnbauförderung zusammengestrichen worden. Um Rückgänge bei geförderten Neubauten zu kompensieren, setzt die Stadt nun auf private Partner. Ihnen werden - bei Erfüllung bestimmter Auflagen - Geldmittel zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt. Dadurch könnten bis zu 7.500 neue "leistbare" Wohnungen entstehen, so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Dienstag. Ein Schwerpunkt soll auch auf dem Stadtentwicklungsgebiet Aspern liegen.

"Ergänzung" zum geförderten Wohnbau

Ludwig sprach von einer "ergänzenden Schiene" zum geförderten Wohnbau. Dieser werde jedoch nicht ersetzt. Für die Offensive stellt die Stadt maximal 500 Mio. Euro zur Verfügung, die sie selbst zu niedrigen Zinsen aufnimmt und die die Bauträger zurückzahlen müssen. "Wir nutzen die große Bonität der Stadt und geben diese günstigen Konditionen weiter", erläuterte Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ). Interessierte Konsortien können sich demnächst im Rahmen eines für 14 Tage angelegten Calls bewerben. Ludwig hofft, dass sich bis Ende 2012 bereits ein Großteil der Projekte in Bau befinden wird.

Um an das Geld zu kommen, müssen allerdings gewisse Kriterien erfüllt werden. So dürfen die privaten Partner Mieten bzw. Eigenmittelbeträge nur bis zu einer festgelegten Obergrenze verlangen. Dafür gibt es zwei Varianten. Bei Möglichkeit A betragen die Nettomiete höchstens 6,10 Euro pro Quadratmeter und der Finanzierungsbeitrag des Mieters 150 Euro pro Quadratmeter. Bei Option B fällt die Nettomiete mit maximal 4,75 Euro niedriger aus, allerdings belaufen sich die nötigen Eigenmittel auf 500 Euro pro Quadratmeter.

Die Vermieter sind verpflichtet, diese Konditionen allen Bewohnern zu garantieren, die in den ersten zehn Jahren nach Fertigstellung der Anlage einen Mietvertrag abschließen. Dadurch werde sichergestellt, dass die Mietpreise nur geringfügig über jenen des geförderten Wohnbaus und deutlich unter jenen des freien Marktes lägen, so Ludwig. Außerdem muss die Hälfte der neuen Wohneinheiten direkt über die Stadt - genauer: das Wohnservice Wien - vergeben werden.

Schwerpunkt Aspern

Was die Standorte für die angestrebten Neubauten betrifft, will die Stadt unter anderem einen Schwerpunkt auf Aspern legen. Dort hatte es zuletzt geheißen, dass sich der Wohnbau im größten Stadtentwicklungsgebiet mitunter nach hinten verschiebt. Dieser Verzögerung soll durch die angekündigte Offensive nun ebenfalls entgegengewirkt werden, erläuterte der Stadtrat. Brauner erhofft sich Investitionen von bis zu 1,25 Mrd. Euro bzw. bis zu 8.000 neue Arbeitsplätze.

Der grüne Koalitionspartner, der erst am Montag im STANDARD ein derartiges Vorgehen gefordert hatte, begrüßte die Offensive. "Diese Initiative kurbelt auf eine kreative Weise den Wohnbau an, wobei das derzeit günstige Zinsniveau ausgenützt wird", freute sich Gemeinderat Christoph Chorherr in einer Aussendung. Die rot-grüne Regierung habe damit erstmals gezeigt, dass auch mit geringeren öffentlichen Mitteln ökologisches Bauen ermöglicht werden könne, er verwies zudem auf ökologische Auflagen für die Konsortien. 

VP sieht "Ende des geförderten Wohnbaus"

Ob das grüne Vorsprechen die Stimmung innerhalb der rot-grünen Koalition getrübt habe? Brauner, Ludwig und Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) quittierten diese Frage am Dienstag vor Journalisten mit einem demonstrativen Lächeln. Dass die Idee für die kreative Finanzierung von den Grünen gekommen sei, "ist jetzt wurscht" , sagte Häupl. "Aber die Umsetzung", betonte Wohnbaustadtrat Ludwig, "obliegt schon noch den Sozialdemokraten."

VP-Wohnbausprecher Nobert Walter wertet die Initiative als "Schritt in die richtige Richtung" , befürchtet aber "das Ende des geförderten Wohnbaus in der bisherigen Form" .

Auch für FP-Wohnbausprecherin Henriette Frank versucht Ludwig gerade, "den sozialen Wiener Gemeindebau nicht nur an Private abzugeben, sondern durch das enorme Preisniveau nur mehr begüterten Menschen Zugang zu Wohnraum zu verschaffen".

Gemeinnützige erfreut

Als "wichtige Maßnahme zur rechten Zeit" wertete hingegen der Obmann des Dachverbandes der gemeinnützigen Bauvereinigungen, Karl Wurm, die Initiative. Und betonte: "Die Stadt Wien wird - so wie im geförderten Wohnbau - in den Gemeinnützigen Partner finden, welche diese Wohnbauoffensive tatkräftig unterstützen." Mit den Mitteln von der Stadt, dem Eigenkapital der Gemeinnützigen, aufgrund einer hohen Bonität der Gemeinnützigen günstigen Kapitalmarktdarlehen sowie den Finanzierungsbeiträgen der zukünftigen Mieter sollte ein Finanzierungsmix herauskommen, "der die anvisierte Nettomiete von 4,75 respektive 6,10 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche möglich macht. Voraussetzung dafür sind natürlich insgesamt stabile Zinskonditionen", so Wurm.

Der GBV-Obmann hofft nun, dass von der Stadt Wien, wie angekündigt, die erforderlichen Grundstücke zur Verfügung gestellt und die Bauverfahren zügig abgewickelt werden: "Wenn das passt und zusammen mit unseren organisatorischen und technischen Kapazitäten sollten in den nächsten zwei Jahren die Projekte im Rahmen dieser neuen Wohnbau-Offensive umsetzbar sein."  (APA/red)

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Posting 1 bis 25 von 76
1 2 3
Träume sind Schäume..
00
16.3.2011, 20:26
Höchstpreise für Mieten

Klingt ziemlich uninteressant.
Hat man schon alles gehabt.

Was wenn das Stadtviertel intereressanter wird und mehr junge Leute reindrängen?
Mieten lassen sich als Reaktion nicht erhöhen.

Bei der Wohnungssuche muss ergo der Nachmitter dem Vormitter zum Auszug "überreden".
Mittels dem klassisch verdeckten Kuvert sammt riesigen Summen Geld unterm Tisch überreicht.
Um an die nachgefragte Wohnung ranzukommen.

Im logischeren System steigen die Mietpreise mit der Nachfrage nach der Wohnung an einer bestimmten Lage.

Wenn sie es nicht tun.
Wird zwar der 1 Mieter profitieren.
Der 2 Mieter sich aber blutig zahlen um die Wohnung vom 1 abzulösen.

Derjenige, dem die Wohnung eigentlich gehört (Vermieter), geht bei dem ganzen dabei leer aus ;)

Briefmarkenkleber
00
29.3.2011, 11:08

So ein Unsinn.

Karl Bergerle
00
16.3.2011, 16:26
7.500 neue "leistbare" Wohnungen

d.i. eine Miete von 0,77€/m2 - diese privaten Investoren möchte ich gerne sehen!

Toto Wien
02
16.3.2011, 16:42
wir reden von mieten, 0,77 Euro pro m2 wäre schenken

Chocoholic
00
16.3.2011, 20:29
Lesen Sie sich das MRG durch, Altbaumieten.... Und dennoch wird behauptet,

Selbst diese Mieten wären nicht leistbar ... Und die Vermieter Abzocker !

Charles Duchemin
00
16.3.2011, 17:06
Also ich zahle für 85m² 450 Euro...

zugegebenermaßen auch nicht in wien.

Karl Bergerle
00
16.3.2011, 16:56
aber solche Mieten gibt es wirklich!

Erasmus von Mises
02
16.3.2011, 11:42
Korruption olé

wenn die Stadt Wien baut, freuen sich Freunde und innen!

Briefmarkenkleber
00
29.3.2011, 11:09

ber die Stadt Wien baut seit den 1990ern nicht mehr. Die einzigen, die das kritiesieren, sind die FPÖler.

Erasmus von Mises
00
29.3.2011, 23:52
Bauherr

ist sie immer noch, ob jetzt sie selbst oder "ihre Freunde" bauen ist im Endeffekt egal.

01052004
13
16.3.2011, 09:58
und wieder eine lustige möglichkeit

dem ausschreibungszwang zu entgehen...

ich werde mir nie verzeihen, die grünen auf der wiener landesliste gewählt zu haben...eine idee blöder als die nächste, dafür brave handlanger der roten...

Briefmarkenkleber
00
29.3.2011, 11:10

Vertrottelt ist - und so sieht die Realität aus - dass für jeden Furz, in dem Geld der Stadt Wien steckt ein Bauträgerwettbewerb mit Architektenwettbewerb ausgeschrieben wird.

(Name der Redaktion bekannt)
00
26.3.2011, 12:36

Typisch Österreicher. Er wählt nicht der Ideologie wegen sondern aus purem Eigennutz. Die Partei, die dem Pöbel am meisten verspricht wird gewählt. Traurige Gschicht fürs Bergvolk.

linuxforeverlinux
30
16.3.2011, 11:33

ich habs schon lange aufgegeben die grünen zu wählen.
seit die glawischnig und ihre krampfenden zicken das sagen haben ist diese partei nicht mehr wählbar!
in regelmässigen abständen gibts xenophobe meldungen gegen österreicher von ihnen, dann ständige und absichtliche falschmeldungen bzgl dem gehaltsverdienst von frauen, usw usf.
diese partei ist genauso wie die övp, fpö, bzö etc unwählbar geworden!

Zentner
00
16.3.2011, 18:24

Geh bitte. Wer glaubt Euch denn ihr hättet je die Grünen gewählt. Rechts-revolutionäre KamposterInnen seid ihr. Und wenn doch: Passt zusammen, so ein Weltbild und zu blöd zu sein um zu merken, dass ihr die vollkommen falsche Partei wählt. lol , das muss man mal hinbekommen.

chg4711
03
16.3.2011, 04:38
Hat sich schon im Prater bewährt.

Haben jetzt einige wunderschöne Pappmache Gebäuder, mancher Euro floß in die richtigen Taschen, und überhaupt: So haben wir's schon immer gemacht !

Elisabeth68
33
15.3.2011, 22:28
"günstige Zinsniveau"

Der Chorherr hat offenbar leicht Lachen wenn er vom "günstigen Zinsniveau" spricht! Der Mann hat ja keine Ahnung, was Leute in Wien verdienen und was die Mieten kosten. Ein Blick aus der Friedenszinswohnung mit einem Stadtratgehalt bringt so eine verzerrte Optik! Vielen zahlen 50 % und mehr ihres Gehaltes für Wohnraum - vor 25 Jahren waren es 20 % so schauts aus. Die Grünen spüren nun, das Zuzug kostet, kostet und kostet (Schule, Medizin, Wohnraum)! Das funktioniert ja nur mit Beihilfen, Beihilfen und Beihilfen bis die Stadt pleite ist. Danke tolle Strategie auf begrenztem Raum!

Karl Bergerle
00
16.3.2011, 16:30
vor 25 Jahren waren es 20 %

vor 25 Jahren gab es nur Friedenszins - 20% fürs Wohnen gaben nur solche aus, die eine 200 m2-Wohnung hatten und die Räume 3,5 - 4 m hoch sind.

violavioletta
 
01
17.3.2011, 09:35
ich kann ihnen aber sagen ..

was vor 25 jahren anders war, ausser dass die mieten günstiger waren, das sei jetzt mal außer acht gelassen....vor 25 jahren gabs keine 6MM kaution, man musste eine wohnung nicht über einen makler mieten und befristete hauptmietverträge waren so selten wie blaue elefanten...das sind sehr wohl fakten die sich extrem geändert haben. wenn man das glück hat seit 30 jahren in einer whng mit unbefr. mietvertrag zu wohnen ja super, aber wehe denen die gerade suchen...

violavioletta
 
10
16.3.2011, 17:55
friedenszins..

waren immer schon ausnahmen, der großteil hatte gemeindewhng in wien oder eine genossenschaftswhng wenn beide eltern arbeiten gingen, oder so wie wir (alleinerzieherin mit kind) zimmer küche (ev. kabinett) und klo am gang und dusche in der küche wenn man glück hatte...ich habe die 70er erlebt im westen wiens also werde ich es wohl wissen :-)

Karl Bergerle
00
17.3.2011, 11:12
friedenszins.. waren immer schon ausnahmen,

ich weiß zwar nicht wie jung Sie sind, aber die meisten Wiener wohnten in Privathäusern. Es gibt in Wien wesentlich mehr Privat- als Gemeindewohnungen. Erst nach WW2 hatte die Gemeinde Wien vermehrt zu bauen begonnen.
und was den Friedenszins betrifft, es gibt noch sehr viele Wohnungen mit diesen 'hohen' Mieten, ich kann gerne mit Ihnen einen Spaziergang durch Wien machen, ich kenne diese Häuser nur am Äußeren.

Wörtherseefähre Potemkin
00
26.3.2011, 13:20
Friedenszins...

... gibt es wirklich nicht mehr. Bitte informieren sie sich.

Karl Bergerle
00
26.3.2011, 17:20
ich brauch mich nicht zu informieren

in meinem Haus leben 70% Mieter mit 'Friedenszins-Mieten', nur nennt sich heute diese Miete 'Kategoriemiete'.
schauen Sie auf die HP der Gemeinde Wien, dort können Sie die schreckhaft hohen Mieten von max. € 3,08 schwarz auf weiß sehen.
Die Gemeinde Wien wird doch auf ihrer HP keine Lügen verbreiten!

violavioletta
 
00
22.3.2011, 12:36
ich rede..

NICHT von 70jährigen sondern von personen zw. 20 und 50 die heutzutage eine leistbare NORMALE whng suchen und keine finden. friedenzins ist eine schwindende minderheit. da gibts andere probleme am immobiliensektor als die paar alten wohnungen wo die uromi dem urenkel die whng weitervermacht...billige gemeindewohnungen wurden doch auch immer weitergegeben, von der omi zum enkel,da hat sich nie wer aufgeregt. da hat man einfach die enkel in der whng angemeldet und gewartet bis die omi stirbt...finde ich auch nicht ok.

Karl Bergerle
10
23.3.2011, 19:33
naja, wenn 40% eine schwindende Minderheit ist

weil soviele Mietverträge haben noch den 'Friedenszins'.

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