Mit nationalem Netzwerk zur Weltspitze bei Software-Prüfung

15. März 2011, 11:35
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Im neuen Nationalen Forschungsnetzwerk für "Rigorous Systems Engineering" kooperieren fünf Einrichtungen

Der US-Computerwissenschafter Edmund Clarke ist sich sicher: Mit der von ihm mitentwickelten Software-Prüfmethode des Modell-Checking hätte der Chip-Hersteller Intel Mitte der 1990er Jahre den Fehler im damals aktuellen Pentium-Chip im Vorhinein entdecken können, der dem Unternehmen Kosten in Höhe von bis zu 500 Mio. Dollar beschert hat. Nun bescheinigt der Träger des Turing-Preises, der höchsten Auszeichnung in der Informatik, Österreich, in die Liga "der führenden Länder von Hard- und Software-Verifikation" vorgestoßen zu sein. Ein neues "Nationales Forschungsnetzwerk" in diesem Bereich wurde Montagabend in Wien präsentiert.

"ARiSE"

Bereits im Vorjahr haben sich Informatiker mehrerer österreichischer Universitäten und Forschungseinrichtungen, die alle auf dem boomenden Gebiet desarbeiten, in der Plattform "ARiSE" (Austrian Rigorous Systems Engineering) zusammengeschlossen, um stärker zu kooperieren. Nun fördert der Wissenschaftsfonds FWF diesen Zusammenschluss als Nationales Forschungsnetzwerk für vier Jahre mit insgesamt 3,75 Mio. Euro, eine Verlängerung um weitere vier Jahre ist möglich. Dem Netzwerk gehören neun Forscher der TU Graz und Wien, der Universitäten Linz und Salzburg sowie des Institute of Science and Technology (IST) Austria in Maria Gugging (NÖ) an. Mit den Fördermitteln sollen 21 Stellen für Dissertanten und Postdocs geschaffen werden.

"Programmieren soll keine Kunst, sondern Wissenschaft werden"

Die Wissenschafter verfolgen das Ziel, mit Hilfe mathematischer Methoden bessere Software ohne Fehler zu entwickeln. Nicht wie derzeit erst nach Fertigstellung einer Software soll diese durch Erfahrung und Erprobung geprüft werden, sondern Prüfprogramme sollen schon während der Programmierung die Software auf Fehler untersuchen. "Programmieren soll keine Kunst, sondern Wissenschaft werden", so der Sprecher des Netzwerks, Roderick Bloem, von der Technischen Universität (TU) Graz am Montag Abend bei einem Pressegespräch in Wien.

Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) bezeichnete diese Vernetzung als "unerlässlich, um kritische Masse zu bilden und um international sichtbar zu werden". Sie biete zudem einen Anreiz für Top-Wissenschafter, nach Österreich zu kommen bzw. in Österreich zu bleiben. Montag und Dienstag fand am IST Austria die Auftaktveranstaltung für das neue Nationale Forschungsnetzwerk statt. (APA)

 

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