Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 645x473Mehr Fotos von der Reise zeigt diese Ansichtssache.
"„Don Don", "Nimm, Nimm" fordert mich Tashi auf und stellt mir eine Schüssel Tsampa und eine Schale Buttertee hin. Tsampa (Tibetisches Grundnahrungsmittel aus Getreide, Anm. d. Red.), geröstete Gerste und Buttertee, Schwarztee mit Salz und jeder Menge Yakbutter sind die wichtigste Lebensgrundlage der Menschen in Ladakh. Zu Gast bei einheimischen Familien bekomme ich das oft mehrer Tage hindurch zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Nachtmahl. Ich befinde mich in Zangla, einem abgelegenen Dorf in Zanskar im Südwesten von Ladakh im Haus von Tashi. Ich hatte Tashi als Pferdeführer für eine Trekkingtour angeheuert und wurde von ihm eingeladen, im Anschluss an die Tour einige Tage bei ihm zu Hause mit ihm und seiner Familie zu verbringen.
Tradition und Moderne
Bei Tashi im Dorf angekommen, werde ich seiner Familie und seinen Nachbarn vorgestellt. Wir gehen von Haus zu Haus, überall werde ich herein gebeten und bekomme natürlich Buttertee serviert. Wie in allen traditionellen Gesellschaften haben die Familie und die Dorfgemeinschaft einen enorm hohen Stellenwert. Die Leute wissen, sie können die harte, körperliche Arbeit auf den Feldern nur bewältigen, wenn sie zusammen helfen. Auch als Fremder habe ich das Gefühl mich jederzeit auf die Hilfsbereitschaft und die Gastfreundschaft der Einheimischen verlassen zu können und fühle mich dadurch sehr geborgen.
Immer mehr junge Leute in Ladakh geben aber das traditionelle Leben in den Dörfern auf und ziehen nach Leh, der Hauptstadt von Ladakh, um dort ein modernes Leben nach westlichem Vorbild zu führen. Für sie ist es unvorstellbar, wie viel Geld wir im Westen haben. Wir haben Maschinen, die uns die Feldarbeit abnehmen und brauchen dadurch eigentlich nicht zu arbeiten. Die eigene Kultur erscheint demgegenüber oft rückständig. Manchmal genieren sie sich sogar für ihr traditionelles Leben. Vor allem in den besser erschlossenen Gebieten rund um Leh hält daher auch immer mehr die westliche Einheitskultur Einzug. Natürlich ist Kultur etwas Lebendiges und Wandel ist nicht grundsätzlich schlecht. Mich macht es aber betroffen, wenn einfach alles, was aus dem Westen kommt, unreflektiert übernommen wird, ohne sich bewusst zu machen, dass das Leben im Westen auch erhebliche Nachteile mit sich bringt. Wir haben zwar Autos und Handys, aber kennen oft nicht einmal die Namen unserer Nachbarn.
Trekkingabenteur während der Flutkatastrophe
Nach einigen Tagen bei Tashi und seiner Familie, in denen ich viel darüber gelernt habe, was im Leben wirklich wichtig ist, mache ich mich auf die Suche nach ortskundigen Trägern für meine nächste Trekkingtour. Es soll auf einer sehr anspruchsvollen, kaum begangenen Route von Zanskar über einen vergletscherten Pass nach Lahaul gehen. Normalerweise regnet es in Ladakh kaum. In diesem Jahr kam der Monsun aber über den Himalyahauptkamm nach Ladakh. Auf unserer Tour regnet es wiederholt in Strömen und es ist ungemütlich kalt. Ich ahne zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts von der großen Flutkatastrophe, zu der es dadurch in Pakistan und Ladakh gekommen ist, von den Murenabgängen in vielen Teilen Ladakhs und der Springflut in Leh mit 400 Toten.
Die Flüsse, die wir auf unserer Tour überqueren müssen, führen alle Hochwasser. Das Wasser geht uns bis zu den Hüften und immer besteht die Gefahr mitgerissen zu werden. Kurz vor Erreichen der ersten Ortschaft gibt es allerdings keine Möglichkeit mehr einigermaßen sicher über den Fluss zu kommen. Wir wissen auch nicht, ob es noch retour geht. Vermutlich sind die Flüsse in die andere Richtung inzwischen auch nicht mehr passierbar. Wir sitzen fest. Und unsere mitgetragenen Essensvorräte gehen zu Neige. Ratlosigkeit mache sich breit. Was nun? Aber kein Grund zur Sorge. In Ladakh findet man immer jemanden, der einem weiterhilft.
Notlösung Hirn
Gaddhihirten, halbnomadische Schafs und Ziegenhirten, die den Sommer über mit ihren Tieren auf den Hochweiden unterhalb des Gletschers leben, geben uns zu essen. Als wir sie in ihrer Steinbehausung aufsuchen, sind sie gerade dabei eine geschlachtete Ziege zu zerlegen und wir bekommen das Hirn. Es schmeckt so grauslich. Aber in dieser Situation kann ich es mir natürlich nicht leisten heikel zu sein. Nach einigen Tagen bessert sich das Wetter. Der Wasserstand des Flusses geht etwas zurück und die Hirten meinen, es sollte nun möglich sein, den Fluss zu überqueren. Als ich die Stelle sehe, die sie uns zeigen,habe ic so meine Zweifel. Aber irgendwie schaffen wir es mit ihrer Hilfe dann doch.
In der ersten Ortschaft in dem Tal angekommen - eigentlich sind es nur drei Häuser am Ende der Straße - werden wir von einem Bauern mit seinem Traktor in den 30 Kilometer entfernten Hauptort mitgenommen. Von dort wollen wir eigentlich mit dem Bus wieder zurück nach Leh fahren. Als wir dem Bauern das erzählten, schaute er uns aber erstaunt an: "Das geht nicht. Wisst ihr denn nicht, was passiert ist?" So erfahren wir von der Flutkatastrophe in Leh. Die Straße nach Leh ist an mehreren Stellen unterbrochen und es gibt keine zuverlässigen Informationen über die Versorgungssituation und die hygienische Situation in Leh.
Es dauert noch über ein Monat bis ich wieder zurück komme. Ich unternehme in der Zwischenzeit mehrere Trekking- und Bergtouren in der Changtang Hochebene im Osten von Ladakh unmittelbar an der tibetischen Grenze und kann von dort dann über eine Umfahrungsstraße zurück nach Leh fahren. Einige Vororte sind völlig verwüstet. Das touristische Zentrum ist aber weitgehend intakt und mein Guesthouse, in dem ich einen Teil meiner Ausrüstung gelagert habe, steht noch. Fast alle Hotels, Restaurants und Souvenirgeschäfte haben bereits geschlossen, da kaum mehr Touristen in der Stadt sind. Ich finde aber ein Cafe, das noch den letzten Tag offen hat. Dort gib es einen Schokoladekuchen und nachdem ich auf meinen Trekkingtouren ein Monat von Buttertee und Tsampa gelebt habe, ist das der beste Schokoladekuchen der Welt.
Vortrag "Ladakh - Reiseabenteuer in Klein Tibet"
Ort: Pfarrsaal, Kagraner Anger 26, 1220 Wien
Eintritt: freie Spende
Reservierung unter: harald.schaffer@gmx.at oder 0680/24 777 38
Mehr Fotos von der Reise zeigt diese Ansichtssache.
Mumbai hieß bis bis 1996 noch Bombay. Herbert Schauer war dort und hat Bilder einer Sightseeingtour durch Indiens Tor zur Welt mitgebracht
Franz Roitner hat den Oman besucht und Bilder aus einem Land mit gebracht, das reich an Kultur, Geschichte und faszinierenden Landschaften ist
Eindrucksvoll sind Armeniens Kirchen und Gebirgslandschaften. Der weithin sichtbare Ararat liegt allerdings in der Türkei. Ludwig Pullirsch war dort
Familie Baach hat Ikaria bereits 2009 besucht. Ein großes Unwetter und die Krise haben Spuren hinterlassen und doch hat sich kaum etwas verändert
Markus Schauta hat "eine der größten geografischen Merkwürdigkeiten der Erde" besucht und schildert seine Eindrücke vom Toten Meer
Die Rückkehr auf ihr geliebtes Ikaria hat Familie Baach in einer Ansichtssache festgehalten, die einmal um die Insel führt
Bangladesch ist fast noch ein weißer Fleck auf der touristischen Landkarte. Leser Herbert Schauer schildert in einer Ansichtssache seine Erfahrungen
Im "Schottland des Ostens" verbringen die Großstädter den Sommer. Herbert Schauer hat den Bundesstaat Meghalaya im Osten Indiens besucht
Leserin Sabine Maschler hat Kambodscha besucht und ihre Eindrücke mit der Kamera festgehalten. Hier gibt's die Fotos zum Durchklicken
Gerald Henzinger war in Hinterstoder mit den Schneeschuhen unterwegs. Zum Glück hatte er auch die Kamera im Gepäck. Hier gibt's die Fotos
Fußgängerstaus sind in Hongkong normal. Auch in Vietnam spielt sich ein Großteil des täglichen Lebens auf der Straße ab. Leser Martin Ristl war dort
Kämpfende Hähne, hängende Gräber und ein Begräbnis mit 800 Trauergästen haben Shoura und Thomas Zehetner in dieser Ansichtssache dokumentiert
Arabella Schoots war in Marokko und hat dort Marrakesch, Essaouira und Agadir besucht. In ihrem Fotobericht erzählt sie von ihren Eindrücken
Leser Henzinger ist spontan mit dem Fahrrad von Klagenfurt bis nach Kirchdorf geradelt und fand den spätsommerlichen Kitsch unerträglich
Leserin Petra Zelenka hat Ägypten besucht und dabei einen fotografischen Blick auf die Vielfalt der Wüstenlandschaften geworfen. Eine Ansichtssache
Tadschikistan ist ein Paradies für Trekkingwanderungen. Leser Georg Schantl war dort und hat Bilder von überwältigenden Landschaften mitgebracht
Unser Leser Peter Brosch war in Costa Rica mit der Kamera unterwegs und zeigt den Reichtum von Fauna und Flora in dieser Ansichtssache
Wenn der Weg das Ziel ist, gilt der Straße alle Aufmerksamkeit. Bei Christopher Glanzl wurde sie Hauptmotiv auf einer Motorrad-Tour ums Schwarze Meer
User Vit Kocourek war mit seiner Kamera in New York und hat Bilder mitgebracht, die die Stadt aus einer spannenden Perspektive zeigen
Marie Lercher und Alex Glechner haben ein Land besucht, das bis heute viel von seiner Ursprünglichkeit bewahrt hat und Fotos mitgebracht
Leserin Anita Lerchbaumer hat ihre persönliche Trauminsel entdeckt: Socotra im Jemen. Flora und Fauna haben es ihr angetan, Luxus sucht sie nicht
Leserin Barbara Mayr hat ihre Reise nach Neuseeland anhand von Fotos dokumentiert. Hier gibt's ihre Erlebnisse und Eindrücke zum Durchklicken
Diese LeserReise widmet sich den vielfältigen Facetten Frankreichs - Von Kirchen und Klöster bis hin zur royalen Toilette
Leser Anderl Steiner hat sich einen Traum erfüllt: Downhill vom Toubkal auf dem Mountainbike. Das Abenteuer hat er dokumentiert. Eine Ansichtssache
Daniel Dutkowski radelte 3016 Kilometer von Wien nach Istanbul
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.