Wien

Grüne wollen Wohnbau-"Handbremse" lösen

14. März 2011, 19:13

Wohnbausprecher Chorherr möchte Neubau von Wohnungen beschleunigen

Wien - Die Wiener Grünen setzen zwar prinzipiell aufs Radfahren, wenn es aber darum geht, dass der Koalitionspartner SPÖ aus ihrer Sicht ein bisschen Tempo zulegen sollte, muss auch einmal das Auto als Metapher herhalten. Man wolle die "verständliche Handbremse" , die der zuständige Stadtrat Michael Ludwig beim Wohnbau angezogen hat, lösen, sagt der grüne Wohnbausprecher Christoph Chorherr. "Und gleichzeitig aufs Gaspedal steigen" , ergänzt Klubchef David Ellensohn.

Der Grund für Ludwigs Sparsamkeit: Sein Budget wurde um 70 Millionen Euro gekürzt und beträgt nun 530 Millionen Euro. In den Jahren zuvor wurden im Jahr rund 8500 Wohnungen errichtet, heuer sollen es laut Ludwig trotz Sparmaßnahmen 5000 sein. Wie der Standard vor kurzem berichtete, könnten es allerdings nur 2000 Wohneinheiten sein.

Mehr Mut gefordert

In jedem Fall viel zu wenig, findet Chorherr. Die Mittel der Wohnbauförderung seien längerfristig gebunden. "Natürlich kann man nicht zaubern, aber man braucht ein bisschen mehr Mut für das, was kurzfristig möglich ist." Klar sei, dass es nicht innerhalb des Budgets möglich sei. Chorherrs Modell: Wenn Genossenschaften und Wohnbauträger, die derzeit genügend Eigenkapital hätten, mit Banken kooperieren würden, die den derzeit günstigen Zinssatz auch längerfristig garantieren und die Stadt Gründe zur Verfügung stellt, müsste es möglich sein, ausreichend neue Wohnungen zu bauen - zu Bedingungen des sozialen Wohnbaus.

Denn der Zuzug nach Wien halte an - die Stadt bewege sich auf die zwei Millionen Einwohner zu. Deshalb sei die Zahl der leerstehenden Wohnungen auf ein Drittel gesunken. "Verknappung bedeutet Verteuerung, und was wir nicht wollen sind Münchner Verhältnisse, wo die Leute in die Umlandgemeinden ziehen, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können." Das würde Wien beim Finanzausgleich außerdem 2500 Euro pro Kopf kosten.

Es müsse jegliche Möglichkeit ergriffen werden, den Stand der vergangenen Jahre wieder zu erreichen, heißt es dazu aus dem Büro von Ludwig. Dazu gebe es bereits mehrere Ansätze - der grüne Vorschlag alleine sei noch nicht Lösung des Problems.

"Alle Bauvorhaben, die wir 2011 nicht beauftragen, werden 2014 fehlen" , sagt Chorherr. "Rot-Grün wäre gut beraten, wenn es ein Jahr vor der nächsten Wahl nicht stark erhöhte Mieten gibt, weil die Wohnungen knapp sind." (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD-Printausgabe, 15.3.2011)

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Harry Y.
 
00
16.3.2011, 13:05
Good greenies:

zum Glück muß man wenigstens den Grünen nicht auf die Finger schauen.

ulenspygel
00
15.3.2011, 23:07
Was einem so auffällt beim Verlust des Finanzausgleichs...

Es gibt Betriebe, die einfach in den Speckgürtel auslagern, weil die Magistratsbürokratie z.B. für ein Geschäft im Siebten für das dritte (nur temporär) wirtschaftlich notwendige Firmenfahrzeug kein Parkpickerl mehr bewilligte (Anstreicherfirma, die öfters mal auch einen LKW fürs Gerüst brauchte).

Da Stand die Kiste halt im 16ten. Und musste extra geholt werden.

Konsequenz: Von Guntramsdorf aus ist man ziemlich schnell in vielen Teilen von Wien und erspart sich administrativen Ärger, Parkpickerl und unnötige Wegzeiten.

Der Blinde mit dem Seehund
01
15.3.2011, 21:45
Solange ein P.Pilz, welcher € 8.000.- im Monat verdient,

in einer Gemeindebauwohnung zum Sozialtarif wohnt, sollten sich Die Grünen nicht zum Sozialen Wiener Wohnbauprojekt äussern.
Eine Möglichkeit wäre, wenn Bewohner von Gemeindebauwohnungen mehr als die erlaubte Höchstgrenze verdienen, Ihnen die Wohnung zu marküblichen Preisen zu vermieten. Hätten beide was davon. Der P. Pilz keine üble Nachrede, die Gemeinde Wien einen höheren Ertrag.

Harry Y.
 
00
16.3.2011, 12:59
Quelle bitte danke

Mirstetta Toni
00
17.3.2011, 11:10

http://derstandard.at/129337043... lz?seite=2

bitte der herr. sonst noch wünsche. wollens auch wissen wo der xandi vdb wohnt?

Norbert Dichand
00
15.3.2011, 17:02
Ein Zehntel vom Budget wurde gestrichen...

..plötzlich gehen sich statt 8000 nur mehr 5000 oder noch weniger Wohnungen pro Jahr aus?

Häh?

cannery row
00
15.3.2011, 14:10
aber..

wo ist das event zu dieser ankündigung?

thomas 2
71
15.3.2011, 12:31
in Wien stehen 80.000 Wohnungen leer!

die Grünen sollen lieber mal schauen wie der Gesetzgeber dies lösen kann

Benjamin Klein
00
15.3.2011, 14:56
wem gehören diese 80.000 Wohnungen ??

den privaten Hausherrn, als Treibmittel für höhere Mieten
oder der Gemeinde Wien .... ?
oder den Wohnbaugenossenschaften (im Würgegriff der politischen Parteien)

Briefmarkenkleber
00
15.3.2011, 14:30

Netter Spin weg vom Thema.

Susanne_B
00
15.3.2011, 13:53

Stellen Sie sich vor, ich habe auch eine Wohnung, die seit mehr als einem halben JAhr leer steht. Die muss nämlich erst renoviert werden.
Was soll der Gesetzgeber Ihres Erachtens jetzt tun? Mich enteignen?

rae spiegel
 
01
15.3.2011, 17:06
(finanziell) beim renovieren helfen, und wenn das nicht klappt enteignen...

Der dicke Michl
21
15.3.2011, 14:58

In Holland wurde das bereits einmal gemacht und es war eine gute Idee. Hat den Spekulanten eine Stange Geld gekostet. Man kann auch über mit über die Zeit steigende Leerstandsabgaben beschleunigend einwirken.

Ruskij
00
15.3.2011, 15:48

Nichts einfacher, als die Wohnung als Nebenwohnsitz zu melden. Oder sind Sie der Meinung, dass man den auch nicht haben darf?

Susanne_B
04
15.3.2011, 15:10

Wenn schon hat es DIE Spekulanten Geld gekostet.

Es geht Sie im Übrigen nichts an, wann ich mit der Renovierung meiner Wohnung beginne. Wenn die Planung mehrere Monate in Anspruch nimmt, weil ich ordentliche plane und die ausführenden Unternehmen sorgfältig auswähle, ist das alleine meine Angelegenheit.

Da es im übrigen keine Verpflichtung gibt, wohnungen zu bewohnen, ist eine Leerstandsabgabe ein Unding. BEvor Sie jetzt noch mit armen Familien, die Wohnungen suchen, kommen, darf ich Ihnen versichern, dass in der Preisklasse, in der ich aktuell miete und in der meine EIgentumswohnung vermietet würde, ausreichend WOhnungen am MArkt sind. Viele können sich die nur nicht leisten.

ulenspygel
00
15.3.2011, 20:27

Ein anderer Aspekt: Wenn ein Substandardhaus traktweise renoviert wird, kommt das allemal günstiger, als ein Herumgepfusche. Wenn es z.B. pro Stockwerk dutzende Abflussleitungen gibt, wo keiner weiss, wo sie verlaufen, ist bei Wasserschaden regelmässig die Hölle los. Sammelfallrohr durch alle Stockwerke kostet auf lange Sicht einen Bruchteil der permanenten Reparaturkosten, und Betriebssicherheit ist gewährleistet.

Nur: wenn eine Hofratswitwe im ersten Stock sich mit ihrem Anwalt gegen eine Sanierung sträubt, ist das zwar ihr gutes Mietrecht, das Rohr wird eben nicht ihre Wohnung umschiffen, sondern Geduld ist angesagt. Irgendwann wird kondoliert und paar Wohnungen sind wieder wie neu.

Hab als Student in so einer Hütte gelebt....

Der dicke Michl
00
15.3.2011, 17:06

Sie widersprechen sich selbst, aber das scheint eine Neigugn von Frauen zu sein: "...darf ich Ihnen versichern, dass in der Preisklasse, in der ich aktuell miete und in der meine EIgentumswohnung vermietet würde, ausreichend WOhnungen am MArkt sind. Viele können sich die nur nicht leisten...."

Wenn ausreichend Wohnungen am Markt wären, dann würde auch der Preis sinken. Es sind aber nicht ausreichend Wohnungen am Markt und daher sinkt der Preis nicht - oder bleibt zumindest stabil. Das bedeutet bei stagnierenden Einkommen, dass sich viele die Wohnungen nicht mehr leisten können. Das sind einfache Marktmechanismen, das versteht nicht jeder.

Chocoholic
02
15.3.2011, 18:24
Wohin soll der preis denn noch sinken?

Die meisten sind um 2 euro pro m2 vermietet, und das bei einem Kaufpreis von mindestens 1200-2000 und mehr. MRG macht es unmöglich, die meisten Vermieter tun sich das nicht mehr an, wegen 120 Euro die ganze Wirtschaft und Zores mit dem Mietern, bei den Gesetzen gibt man ja seone Wohnung quasi kostenlos aus der Hand, von "Spekulation" kann hier überhaupt nicht die Rede sein. natürlich werden dann nur mehr die Neubauwohnungen vermiete, weil es dort eben keine hirnrissige Beschränkung gibt.

Der dicke Michl
00
16.3.2011, 11:07

Als Mieter einer Wohnung, wo ich über 10€/m2 zahle kann ich ihnen sagen, dass nicht "die meisten" Wohnungen um "2€/m2" vermietet sind. Und bin auf Ihrer Seite - das muss aufhören, denn es belastet ja auch all die Mieter, die heute mieten wollen und letztlich die Belastung für die Schnorrerpartie mittragen müssen. Ich als Mieter hab kein Verständtnis für Billigmieter in meinem Zinshaus. Denn ich will ja auch, dass das Haus ordentlich erhalten wird und der Vermieter nicht pleite geht.

e.kronberg
00
15.3.2011, 17:57
Ich glaube Sie verwechseln Sozialwohnungen mit Eigentumswohnungen.

Ich habe selber eine Eigentumswohnung die ich lieber leer stehen lasse als vermiete.... aus verschiedenen Gründen.

Der dicke Michl
00
16.3.2011, 11:08

Passt eh. Lassen sie sie leerstehen. Das dümmste Investment überhaupt - eine Wohnung besitzen und leerstehen zu lassen. Oder ist es ein spekulatives Investment? Setzen Sie auf Wertsteigerung durch Spekulation?

So oder so finde ich es immer wieder lustig, dass hier viele auf die bösen Spekulanten schimpfen, und meist selbst welche sind.

xxx...yyy...
00
15.3.2011, 17:13
sie sind chefökonom der fpö? oder gar der kpö?

ihr vwl-I wissen ist leider nicht praxistauglich...

ihrer genialen logik zufolge gibt es nicht ausreichend villen und seegrundstücke am wörthersee am markt, gell?

Ruskij
03
15.3.2011, 13:04

Es wird immer Wohnungen geben, die leer stehen, weil gerade ein Mieterwechsel stattfindet. Es soll auch jedem Wohnungseigentümer gestattet sein, seine Wohnung unbewohnt zu lassen.

Der dicke Michl
60
15.3.2011, 14:59

Sicher. Es sollte auch dem Gesetzgeber gestattet sein, dann eine Leerstandabgabe einzuführen. Privat ist schön und gut, aber wenn damit die Innenstädte zu Friedhöfen werden, ist das schon ziemlich kontraproduktiv.

ulenspygel
01
15.3.2011, 22:47
Was ist Leerstand?

Der nichtvorhandene Meldezettel etwa?
Ein Rechtsanwalt wohnt selbst auf TOP21, hat seine Kanzlei auf TOP22, Die Sekretärin betreut die Klienten Auf TOP23 und das Archiv ist auf TOP24.

Lauter Altbau-Kleinwohnungen im Stock.

Da wirds eng mit Leerstand...

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