STANDARD-Überblick

Österreichs Nachbarn debattieren ihre Atompolitik

16. März 2011, 20:14

Als Folge der Atomkatastrophe in Japan hat EU-Energiekommissar Günther Oettinger einen Sondergipfel einberufen. Gleichzeitig wird Deutschland die AKW-Laufzeitverlängerung in den nächsten drei Monaten aussetzen, auch die Schweiz denkt nach. In anderen Ländern setzt man weiter auf die Kernenergie.

Ein STANDARD-Überblick über die Atomdebatte in den österreichischen Nachbarstaaten zum Durchklicken - entweder Sie verwenden die Navigation links oder sie klicken sich der Reihe nach unten durch. (STANDARD-Printausgabe, 15.03.2011)

Die Kühltürme des AKW im slowakischen Mochovce.

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25 Postings
critical mind
00
einfache Logik reicht

Man muss gar nicht grün angehaucht sein, um gegen AKWs zu sein - einmal ganz abgesehen von Fukushima, sondern generell. Solange es keine gesicherte Endlagerung der Brennstäbe gibt - und ich bezweifle, dass es sie trotz aller jahrzehntelangen Bemühungen je geben wird -, schaffen wir Risiko um Risiko. Wir sind den technikfanatischen & geldgierigen Zauberlehrlingen als Normalbürger ausgeliefert, sogar hierzulande. Ich sorge mich um die Zukunft meiner Kinder und Enkel.

Vorstadtmama
 
00
17.3.2011, 20:08
Atomkraft hat mit modernem Wohlstand nichts zu tun.

Sie ist ein Irrweg aus einer Zeit, in der man geglaubt hat, die Menschheit besiedle morgen schon den Mond und den Mars (50er Jahre). Der einzige Weg ist das ehestmögliche Abschalten bestehender Kraftwerke. Wer jetzt noch Neue aufstellt, dem sollte man die Zurechnungsfähigkeit aberkennen. Glauben die Atomkraftfans, sie können Erdbeben verhindern? Auch in sogenannten Nichterdbebengebieten kann die Erde jederzeit wackeln. Sogar in Wien gab es zur Jahrhundertwende ein mittleres Erdbeben mit starken Schäden (da gibt es Fotos). Sichere Atomkraft hat es nie gegeben und wird es nie geben.

Alexander Patjomkin
00
17.3.2011, 14:10
Atomrisiko ist auch ein Preis für den Wohlstand..

Naive Geister glauben, dass es möglich ist Wohlstand zu haben und gleichzeiteig keine Risioko, keine Kinderarbeit, keine Ausbeutung, keine Ungerechtigkeit usw. usw.. irgendwo auf der Welt.
Der Wohlstand hat seinen Preis.
Hoffen kann man nur, dass der wissenschaftliche und technische Fortschritt zwischen Wohlstand und Risiko (bzw. negativen Auswirkungen) ein besseres Bilanz möglich macht.

Vorstadtmama
 
01
17.3.2011, 19:57
..die Atomkraftrisiken sind aber viel zu hoch...

Ein Unfall in einem Atomkraftwerk kann ein großes Gebiet für Jahrhunderte unbewohnbar machen. Das ist nicht nur eine soziale Ungerechtigkeit wie die Kinderarbeit, die man im Bedarfsfall korregieren kann, sobald die finanzielle Möglichkeit dazu besteht. Regierungen wie Tschechien, die sich von der Atomlobby abhängig gemacht haben, werden vor dem finanziellen Ruin stehen, wenn sie den Schrott endlich abschalten (hoffentlich noch vor dem Ernstfall). An der Atomkraft ist übrigens nichts "modern". Sie ist eine Kopfgeburt aus den wissenschaftsgläubigen 50erJahren die mit dem "Klimawahn" (CO2 ist im Gegensatz zu atomarer Strahlung für den Menschen ungefährlich) neue Nahrung bekommen hat. Wer Atom-Aktien hat, sollte so schnell wie möglich verkaufen

critical mind
00
Stimmt.

Die Menschen rund um Fukushima haben alles verloren - nicht nur Heim und Existenz, auch Verwandte und Freunde. Das muss man sich einmal konkret vorstellen. Ich fahre wie üblich ins Büro und darf oder kann danach nicht mehr zurück und weiß nicht, wie es meiner Familie geht. Der absolute HORROR

Adolf Ogi
01
15.3.2011, 10:20
Bild 1

eigentlich sollte Landwirtschaft rund um ein Kernkraftwerk mindestens in einem Radius von 5 km, besser 10, verboten sein.

Lilith Boessse
 
02
15.3.2011, 10:03
schlimm ist, dass der unfall in japan erst wirklich tragische ausmaße annehemen muss,

damit ein umdenken passiert.

wenn's nicht gar so tragisch wird, werden uns die politiker ein, zwei jahre zeit geben uns von dem schock zu erholen, und dann offiziell wieder gleich weiter machen

(inoffiziell gehts natürlich die ganze zeit weiter, und niemand wird daran denken, die ae-lobby nicht zu bedienen!)

Vorstadtmama
 
00
17.3.2011, 20:02
...die Atomlobby hat viel Geld und Einfluß...

Staaten wie Frankreich und Tschechien wären mit einem Schlag pleite, wenn sie den Atom-Schrott morgen abschalten müßten. Dass diese Technologie nie vom Menschen beherrschbar sein wird, liegt aber auf der Hand. Es wird so lange Unfälle geben, bis das letzte Kernkraftwerk geschlossen ist. Unsere Nachkommen werden aber mit dem Atommüll leben müssen.

rasenmähermann
20
15.3.2011, 00:48

In diesem Kontext kann man eigentlich nur für KKWs in Österreich sein. Weil wenn in den Nachbarländern etwas passiert haben wie sowieso genauso den Scherben auf. Wenn die eigenen KKWs in die Luft fliegen ist man zumindest selber daran schuld.

Maxengine
01
14.3.2011, 23:03
Die Debatte geht in etwas so: "Schei** auf Österreich"

Mochovce wird sogar noch ausgebaut, schließlich sollen die Österreicher speziell die Wiener bei den schönen Störfällen ja auch was davon haben....

Schön in Grenznähe bauen, da kommt Freude auf.

rorschach
11
15.3.2011, 12:47
ihre erregung in ehren aber wieso fallen den erregten immer

die atomkraftwerke bei unseren östlichen nachbarn ein? das 30 jährige Isar 1 in Deutschland hat nie soviel erregung verursacht ..... auch das die Schweiz vorhat neue atomreaktoren zu bauen stört scheinbar weniger ....

jetzt mal abgesehen davon das die Länder rund um Österreich eigenständige Nationalstaaten sind die wie andere Länder auch auf Atomenergie setzen - und Österreicht wird ja ebenfalls mit dieser versorgt, sowie auch Österreich bei Euratom mit dabei ist und damit europäische Atomreaktoren mitfinaziert

was mir mehr unverständich ist, ist warum österreich seine atomkraftfrei position nicht nutzt und sich zu einem "erneuerbarer energie prototypland" mausert - mit entsprechender investition in forschung & ausbau

Paolo64
00
17.3.2011, 07:37
wieso an der österreichischen Grenze?

Sollen sie doch im Landesinneren bauen. Ich kenne schon ihre Gegenargumenation... verschonen Sie mich

la ardilla diablo
04
14.3.2011, 22:56
...und Mochozce

hat nicht mal ein Containment. Jedem sollte mittlerweile klar sein, dass die Katastrophe bei den japanischen Atommeilern nur wegen der Containments auch nur annähernd beherrschbar ist.

Didi Xyz
00
14.3.2011, 21:31

Widerspruch bei Schweiz:
Anzahl aktiver Atomreaktoren: 5
Zudem kündigte [..] eine Sicherheitsüberprüfung bei den vier AKWs an.

4 oder 5 ... so genau ist das ja eh nicht :)

Smoothies? Obst gehört gebrannt
00
15.3.2011, 12:16

Vier Kraftwerke, davon drei mit je einem Reaktor und eines (Beznau) mit zwei.

So ähnlich wie in Fukushima: Zwei Kraftwerke, zehn Reaktoren.

sir osis of liver
 
00
15.3.2011, 16:23

und ziemlich alt sinds auch, die schweizer reaktoren!

Der Seppl
 
02
14.3.2011, 19:58

Am besten schalten wir Zwentendorf mal ein, damit wir auch mal mitreden können.

Mehr Mehr und Mehr
10
15.3.2011, 16:21

So viel Atomstrom, wie Zwentendorf produzieren kann, schwirrt eh durch unsere Leitungen. Also können wir auch gleich ehrlich sein!

STiAT
14
14.3.2011, 19:41

Österreich sollte auch die eigene Atompolitik überdenken, und den Strom aus Atomkraftwerken nicht mehr abnehmen ....

vis comica
31
14.3.2011, 19:46

na klar - man kann ja genau sagen woher Strom kommt, sobald er erst einmal im Netz ist

Nick Knattertoni
21
14.3.2011, 22:06

ja, kann man.
an strategisch notwenigen stellen sind so called stromzähler angebracht.
und kein erzeuger gibt seinen strom her, ohne dass er dafür bezahlt wird.

Schweinsbratenfan
11
14.3.2011, 20:23

Wieder mal die übliche Verschleierungstaktik.

Natürlich sieht man den Elektronen nicht an, wer sie in Bewegung gesetzt hat. Aber genau wie ich bei meinem Stromanbieter kann auch ein Großabnehmer entscheiden, wem er die Euro in den Rachen wirft. Endlich klar soweit?

Ich bin klug
00
14.3.2011, 21:31
Nein- nichts ist klar!

Wenn Ö aus CZ "umweltfreundlichen" Strom importiert und der tschechische Atomstrom im Inland bleibt und nach Polen geht, ist das Resultat genau dasselbe wie wenn Ö Atomstrom importiert und der übrige Strom nach Prag oder Krakau geliefert würde.

Letztlich erhöht jeder Import aus CZ den Strompreis in CZ und macht somit Kernenergie profitabel, ganz egal wohin im Detail die Reise geht.

Nur wenn immer mehr Regionen energieautark werden und der Einspeistarif für AKWs effektiv sinkt, wird sich etwas ändern.

STiAT
00
15.3.2011, 12:59

Wo kein Abnehmer da kein Produzent. Ich sagte nur "auch" Österreich, heißt nicht, dass unsere Nachbarn nicht nachdenken sollen.

el gonYo
01
14.3.2011, 19:35

Absolut nachvollziehbar, daß Mappus jetzt so kurz vor der BW-Wahl zurückrudert. Will ihm nicht direkt unterstellen, daß er Atomlobbyist ist, aber zumindest scheint er ein großer Fan von Atomenergie gewesen zu sein und wahrscheinlich, wenn sich die Wogen geglättet haben, auch wieder werden ...

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