Masturbation hilft bei Restless-Legs-Syndrom

1. April 2011, 17:20
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Sao Paolo - Die Liste der gesundheitsfördernden Wirkung von Selbstbefriedigung ist um einen Eintrag länger: Masturbieren hilft nicht nur gegen Heuschnupfen und beugt dem Prostatakrebs vor. Es lindert bei einigen Betroffenen auch das Restless-Legs-Syndrom (RLS, Syndrom der ruhelosen Beine), wie brasilianische Forscher in der Zeitschrift "Sleep Medicine" (Bd. 12, S. 422) berichten. Schuld daran könnte die Ausschüttung von Dopamin beim Orgasmus sein. Geschlechtsverkehr würde im Übrigen auch helfen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 2./3. 4. 2011)

Abstract
Sleep Medicine: "Sexual intercourse and masturbation: Potential relief factors for restless legs syndrome?"


Lachse, die am weitesten wandern, sind am fittesten

Washington - Dass viel Bewegung gut für das Herz ist, gilt auch für Rotlachse. Forscher untersuchten im kanadischen Fraser River 100 genetisch verschiedene Populationen, die unterschiedlich weite Wege zurückzulegen hatten (zwischen 100 und 1100 km): Das Ergebnis (in Science): Die Weitwanderer hatten das fitteste Herz und waren am robustesten gegenüber Temperaturschwankungen. (tasch)

Hungrige Taufliegen können besser riechen

San Diego - Wenn Taufliegen länger nichts zu fressen kriegen, dann erhöht sich ihre Empfänglichkeit für Gerüche, berichten Forscher der kalifornischen Uni San Diego im Fachblatt Cell. Vor allem aber haben sie die molekularen und neuronalen Grundlagen dieser Sensibilität entdeckt. Und das wiederum könnte dabei helfen, auch den menschlichen Appetit zu schwächen oder (bei alten Menschen) zu stärken. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 01.04.2011)


Wie die Kühe: Nasenaffen sind Wiederkäuer

Zürich - Forscher der Universität Zürich haben Nasenaffen beobachtet, die geschluckte Nahrung wieder hochwürgen, kauen und dann erneut schlucken. Sie vermuten im britischen Fachblatt "Biology Letters" der Royal Society, dass die veganen Affen dadurch mehr Nahrung aufnehmen können. 

Farbstoff verlängert Wurmleben um die Hälfte

London - Erstaunliche Entdeckung von US-Neurologen: Wie sie in "Nature" berichten, verlängert der Farbstoff Basic Yellow 1, der zur Alzheimer-Diagnose verwendet wird, die Lebensdauer von Nematoden um 50 Prozent. (DER STANDARD, Printausgabe, 31. 3. 2011)


Attraktive Vogelmänner sind sichtbar geschickter

Vogel-Weibchen wählen ihre Partner nicht rein nach dem Aussehen, sondern indirekt auch nach ihrer Geschicklichkeit aus - die sich freilich wieder im Aussehen niederschlägt, wie spanische Forscher aus ihren Versuchen mit Erlenzeisig-Männchen schließen. Wie die Ornithologen in den Biology Letters der britischen Royal Society schreiben, haben geschicktere Männchen einen längeren gelben Streifen auf den Flügeln. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 29.03.2011)


Cortisol und Therapie helfen gegen Höhenangst

Washington - Ein internationales Forscherteam konnte experimentell bestätigen, dass Verhaltenstherapien gegen Höhenangst Betroffenen besser helfen, wenn diesen zusätzlich Cortisol verabreicht wird. Die Forscher begründen ihre Entdeckung im Fachblatt PNAS damit, dass Cortisol Lernmechanismen so verändere, dass Menschen, die unter Angstvorstellungen leiden, die früher "gelernten" Gefühle weniger stark abrufen würden. (tasch)

Wie man auf glatten Flächen sicher geht

Washington - Der nächste Winter kommt bestimmt. Und wer dann Stürze auf Eis oder anderen glatten Flächen verhindert will, sollte am besten schnell und mit festen Schritten gehen, wie US-Biologen im Journal of Experimental Biology (Bd. 214, S. 1369) nach Experimenten mit Perlhühnern herausfanden. Die gehen nämlich ganz ähnlich wie Menschen. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. März 2011)


Fossil von Pflanzenfresser mit Säbelzähnen gefunden

Washington - Es ist ein bizarres Urvieh, das Forscher in Brasilien ausgegraben haben und entsprechend Tiarajudens eccentricus tauften. Das Besondere an dem 250 Millionen Jahre alten Fossil, das im Fachjournal "Science" (Bd. 331, S. 1603) vorgestellt wird: Es war zwar ein Pflanzenfresser, besaß aber 12 cm lange Säbelzähne, die vermutlich zur Abschreckung dienten.

Illustration: Juan Cisneros

Abstract
Science: "Dental Occlusion in a 260-Million-Year-Old Therapsid with Saber Canines from the Permian of Brazil"

Sandlaufkäferlarven sind akrobatische Luftikusse

San Francisco - Auch heute lebende Tiere legen ein mitunter erstaunliches Verhalten an den Tag. Die nicht sonderlich schnell krabbelnden Larven des Sandlaufkäfers rollen sich bei Feindkontakt ein, strecken sich rasch, katapultieren sich so in die Luft und wirbeln dann wieder eingerollt in Windrichtung davon, wie Biologen im frei zugänglichen Fachblatt "PLoS One" berichten und mit Videos dokumentieren.

Chinesen können schneller schauen als Briten

San Francisco - Es gibt eine besondere Art von Augenbewegungen, sogenannte Expresssakkaden, die eine Art Reflex auf sich schnell veränderte Bilder sind. Forscher berichten nun im Fachblatt "Experimental Brain Research" (Bd. 210, S. 117), dass die Fähigkeit dazu bei Chinesen (rund ein Drittel der Testpersonen) sehr viel weiter verbreitet sei als bei Briten. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 26./27. 3. 2011)


Verhaltenstherapie könnte gegen Tourette helfen

Nottingham - Knapp ein Prozent aller Kinder sind vom Tourette-Syndrom betroffen, das zwanghafte Ticks nach sich zieht. Wie britische Forscher im Fachblatt Current Biology schreiben, kommt es dabei zu einer "Reorganisation" im Gehirn, die auch zu einer besseren motorischen Kontrolle (als Gegenmaßnahme) führt. Hier können neue spezielle Verhaltenstherapien bei Kindern erfolgreich ansetzen, so die Forscher. (tasch)

Kratzen ist ähnlich ansteckend wie Gähnen

London - Dass Gähnen ansteckend ist, ist wissenschaftlich erwiesen. Nun konnten US-Forscher im British Journal of Dermatology zeigen, dass im das Gehirn Juckreize ausgelöst oder vorhandene verstärk) werden, wenn man jemand anderen beim Kratzen beobachtet. Vor allem Patienten mit Hauterkrankungen lassen sich von anderen mitreißen. (tasch)

Rat will 192 Millionen mehr für die Forschung

Wien - Die kürzlich verabschiedeten Forschungsstrategie hat zum Ziel, die Forschungsquote bis 2020 um einen Prozentpunkt auf 3,76 Prozent zu steigern. Wie eine am Donnerstag bei der Sitzung des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) präsentierte Modellrechnung zeigt, müssten dafür die öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung um jährlich 192 Millionen Euro steigen, die privaten Ausgaben um 373 Millionen. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 25.03.2011)


Wie Schmerz und Geruch zusammenhängen

London/Homburg - Menschen mit angeborener Anosmie fehlt jedes Empfinden für Geruch. Nun haben Forscher um Frank Zufall von der Universität Saarland in Homburg den genetischen Defekt aufgespürt, der bei Menschen und Mäusen dahintersteckt: Wie sie in "Nature" (online) berichten, geht es um Mutationen eines Gens namens SCN9A. Diese Veränderung des Gens verhindert auch das Empfinden von Schmerzen, indem es einen bestimmten Natriumkanal außer Kraft setzt, der zur Weiterleitung von Information in den Nerven dient. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 24. 3. 2011)

Abstract
Nature: "Loss-of-function mutations in sodium channel Nav1.7 cause anosmia"


US-Forscher entwickeln superflott ladende Akkus

London - Es klingt wie der Traum jedes Benützers moderner Kommunikationstechnologien: Ein leerer Handy-Akku zum Beispiel wird binnen Sekunden wieder aufgeladen. US-Forscher stellen im Fachblatt Nature Nanotechnology solche Akkus vor, deren Trick im wesentlichen darin besteht, die Oberfläche der Kathoden nanotechnologisch extrem zu vergrößern, was das Laden bis zu hundertfach beschleunigt.

Der Sommer 2010 war der heißeste seit 500 Jahren

London - Zumindest in Europa war der Sommer 2010 heißer als jeder andere im letzten halben Jahrtausend, wie Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Science (online) rekonstruieren. Allein für Russland werden 55.000 Hitzetote geschätzt.

Lawinen in Kanada sind tödlicher als in der Schweiz

Toronto - In der Schweiz dauert es zwar länger, ehe Lawinenopfer ausgegraben sind. Dennoch sind die Überlebensraten in der Schweiz besser, da der kanadische Schnee vor allem in den Küstengebirgen schneller zum Tod durch Ersticken führt, wie Experten im Canadian Medical Association Journal schreiben. Lawinenopfer sollte man dort innerhalb von zehn Minuten bergen. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. März 2011)


Wohlstand hängt auch von klügsten fünf Prozent ab

Chemnitz - Was sind die Gründe dafür, dass manche Länder reicher sind als andere? Heiner Rindermann von der TU Chemnitz und James Thompson vom University College in London vergleichen 90 Staaten auf Zusammenhänge zwischen der Intelligenz der Bevölkerung und ihrem Wohlstand. Wie sie im Fachblatt "Psychological Science" berichten, bringt ein Punkt mehr beim durchschnittlichen IQ der Bevölkerung ein um 229 Dollar höheres Bruttoinlandsprodukt (BIP). Jeder zusätzliche IQ-Punkt bei den intelligentesten fünf Prozent erhöht das BNP gar um 468 Dollar. 

Forscher finden Frosch mit Frostschutzhaut

Dunedin - Der Ewings Laubfrosch ist ein kälteresistentes Kerlchen. Neuseeländische Forscher entdeckten nun, dass die in Südaustralien und Neuseeland lebenden Tiere Temperaturen unter null Grad Celsius wegstecken und sogar zu 47,5 Prozent gefrorene Körperflüssigkeit überleben können, wie sie im "Journal of Comparative Physiology B" schreiben. Das liegt daran, dass die Frösche ein Frostschutzmittel bilden. Wenn das nichts mehr hilft, stellt die Haut ein Eiskernbildungsmittel bereit, das zur kontrollierten Kristallbildung in den Zellen führt und so Schäden gering hält. Das Mittel kann auch aus dem Boden aufgenommen werden. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 19./20. 3. 2011)

Abstract
Journal of Comparative Physiology B: "Skin ice nucleators and glycerol in the freezing-tolerant frog Litoria ewingii"


Fortschritt im Kampf gegen Noroviren

Washington - US-amerikanische Wissenschafter bauten in das Erbgut eines für den Menschen ungefährlichen Virus ein Gen des Durchfallerregers ein, so dass es für das Immunsystem aussah wie ein Norovirus. Bei Mäusen hat sich der Ansatz bereits bewährt, wie die Forscher im Journal of Virology berichten. (tasch)

Philosophicum Lech sucht 2011 das Glück

Wien - Das vom Philosophen Konrad Paul Liessmann geleitete Philosophicum Lech wird heuer unter dem Titel "Die Jagd nach dem Glück. Perspektiven und Grenzen guten Lebens" stehen. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 18.03.2011)


November-Babys haben höhere Lebenserwartung

Greifswald - Woran es liegt, können auch die Entdecker des Phänomens nicht genau sagen, die sechs Millionen Herz-Kreislauf-Todesfälle in ganz Deutschland zwischen 1992 und 2007 auswerteten. Faktum laut der im "Journal of the American College of Cardiology" veröffentlichten Studie ist jedenfalls, dass weibliche Babys, die im November geboren wurden, im Durchschnitt 7,3 Monate länger als Frauen, die im Mai zur Welt kamen. Und bei Männern ist der Unterschied sogar noch größer: Männer mit Geburtstag im November werden über 11,7 Monate älter, als sein im Mai geborener Altersgenossen. (tasch)

Kleine Fortschritte durch Gentherapie bei Parkinson

London - US-Forscher schleusten in einer experimentellen klinischen Studie vor sechs Monaten 16 Erkrankten ein Gen direkt in das Gehirn ein. Innerhalb von sechs Monaten habe sich die Beweglichkeit der Probanden um rund 23 Prozent verbessert, schreiben die Mediziner im Fachjournal "Lancet Neurology". Bei 21 Patienten, denen der Eingriff nur vorgetäuscht wurde, lag die Verbesserung bei 12,7 Prozent. (DER STANDARD, Printausgabe, 17. 3. 2011)


Arbeitsame, vorsichtige Menschen leben länger

Faulenzen und stets heiter optimistisch zu sein trägt nicht unbedingt dazu bei, länger zu leben. Bei einer Langzeitstudie der Riverside University in Kalifornien mit 1500 Teilnehmern, die 1921 zehn Jahre alt waren, zeigte sich vielmehr, dass vorsichtige Menschen, die noch dazu arbeitsam waren, mit der höchsten Lebenserwartung rechnen können. (tasch)

Gesamter Nachlass von Albert Einstein geht online

Der 1955 in Princeton gestorbene Physiker Albert Einstein hat seinen schriftlichen Nachlass der Hebräischen Universität in Jerusalem vermacht. Nun soll das gesamte Einstein-Archiv digitalisiert und ins Internet gestellt werden, was dank einer Spende der Londoner Polonsky-Stiftung in Höhe einer halben Million Dollar möglich wird. (APA, red)

600.000-Euro-Preis für Historiker Jürgen Kocka

Der deutsche Historiker Jürgen Kocka erhält den mit umgerechnet 600.000 Euro dotierten Holberg-Preis der norwegischen Universität Bergen. Kocka sei ein herausragender Historiker, der mit der Verbindung von Geschichts- und Sozialwissenschaften einen Paradigmenwechsel in Gang gesetzt habe, so die Jury. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 16.03.2011)


Hunde halten ihre Besitzer auf Trab und damit fit

Washington - Hundehalter sind körperlich aktiver als Menschen ohne Hund. Das liegt aber nicht nur daran, dass sie mit ihren Vierbeinern regelmäßig Gassi gehen müssen. Laut einer umfangreichen Analyse im Journal of Physical Activity and Health nehmen ihre körperlichen Aktivitäten auch unabhängig vom Ausführen der Hunde zu. (tasch)

Chinesen und Indern droht Mangel an Frauen 

Toronto - Durch die selektive Abtreibung von Mädchen wird es in 20 Jahren in weiten Teilen Chinas und Indiens zwischen zehn bis 20 Prozent mehr Männer als Frauen geben. Die im Canadian Medical Association Journal veröffentlichte Studie warnt auch vor den sozialen Folgen, weil ein Teil der Bevölkerung durch den Frauenmangel nicht heiraten und keine Kinder haben kann. (APA, red)

"Synchronisierte" Trader machen am meisten Geld 

Washington - Das geschäftige Treiben an großen Börsen erweckt mitunter den Anschein von Bienenschwärmen oder Ameisenhäufen. Nun fanden Forscher im Fachblatt PNAS eine weitere Insektenanalogie: Wenn sich Börsenhändler bei Transaktionswellen einklinken - ähnlich wie Zikaden beim Zirpen -, sind sie besonders erfolgreich. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15. März 2011)

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