In Apotheken wird vermehrt nach Jodtabletten gefragt - Kammer rät vor Einnahme ausdrücklich ab
Wien - Aus Angst vor Auswirkungen des Reaktorunfalls in Japan ist die Nachfrage nach Jodtabletten in Österreichs Apotheken seit dem Wochenende rasant gestiegen. "Bereits seit Samstag fragen die Leute danach", sagte Pharmazeutin Silvia Fechter. Die österreichische Apothekerkammer hat aufgerufen, keine Kaliumjodidtabletten abzugeben. "Dazu besteht derzeit kein Anlass", so Vizepräsident Leopold Schmudermaier. Gesundheitliche Auswirkungen seien für
Österreich aufgrund der großen Distanz zu Japan nicht zu
erwarten, erklärte auch der Strahlenschutzexperten Peter Hofer vom
österreichischen Lebensministerium im derStandard.at-Chat (> zur Nachlese).
Prophylaktische Einnahme nicht möglich
"Es ist verstärktes Interesse danach da, auch das Bedürfnis nach Information ist gestiegen", sagte Schmudermaier. Prophylaktisch sei eine Einnahme von Jodpräparaten nicht möglich. Im besten Fall nützt sie nichts, im schlimmsten Fall kann sie zu Schädigungen der Schilddrüse führen, betonte er. Eine unmittelbare Nebenwirkung könne eine Überfunktion der Schilddrüse sein, die zu Herzrasen bis zu einer echten Gefährdung der Gesundheit führen kann.
In Apotheken werden seit Jahren Tabletten für den Ernstfall gelagert. Dabei werden die Chargen laufend von der AGES auf ihre Haltbarkeit überprüft. Die Pharmazeuten wurden aktuell dazu aufgerufen, derzeit keine Tabletten abzugeben. Das Gesundheitsministerium müsse sich laut Apothekerkammer-Vizepräsident nun damit befassen, ob man sich bevorraten solle oder nicht. "Eine Einnahme wird aber ausdrücklich abgelehnt", so Schmudermaier. "Wir sind Gott sei Dank weit weg und es besteht keine Gefährdung." (APA/red)