Psychische Erkrankungen

Inadäquate Versorgung bei Depressionen

14. März 2011, 11:31
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    foto: gerd altmann / pixelio.de

    Rund ein Viertel der erwachsenen EU-Bevölkerung sind bzw. waren 2010 von zumindest einer psychischen Erkrankung betroffen.

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Die Häufigkeit psychischer Erkrankungen ist in Österreich im Steigen - Depressionen galten 2010 als zweitwichtigste Erkrankungsursache in der EU

Wien  - Wien ist derzeit anlässlich des Europäischen Psychiatriekongresses (12. bis 15. März) mit mehr als 4.000 Teilnehmern aus aller Welt das wissenschaftliche Zentrum dieses medizinischen Fachgebietes. Das Motto der Veranstaltung im Austria Center Vienna lautet: "Umsetzung von Wissenschaft in Patientenbetreuung" ("Translating Research into Care"). Doch Innovationen im Bereich der Therapie psychischer Erkrankungen finden in Zeiten der Einsparungen nicht immer ihren Weg zum Patienten, kritisierte aus diesem Anlass der Wiener Experte Siegfried Kasper in einer Aussendung.

Psychische Erkrankungen im Steigen

Österreich habe mit Julius Wagner-Jauregg, Sigmund Freud, Viktor Frankl, Alfred Adler und anderen historischen Persönlichkeiten große Errungenschaften im Bereich der Psychiatrie verzeichnet und somit wichtige Meilensteine in der Behandlung von psychisch kranken Menschen gelegt. "Umso bedauerlicher zeigt sich das Bild der inadäquaten Versorgung in Österreich in der Indikation, die im Vergleich zu allen anderen Erkrankungen die größte Neuerkrankungsrate aufweist und für enorme individuelle aber auch volkswirtschaftliche Konsequenzen verantwortlich ist", warnte Kasper, Vorstand der Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (MedUni Wien/AKH) und lokaler Organisator des Kongresses. Gemeint sei damit vor allem die Betreuung von Patienten mit Depressionen.

Die Häufigkeit psychischer Erkrankungen ist in Österreich - genau so wie in der EU - im Steigen begriffen. Rund 27 Prozent der erwachsenen EU-Bevölkerung sind bzw. waren 2010 von zumindest einer psychischen Erkrankung betroffen. Die Depression nehme unter den psychischen Erkrankungen eine besonders wichtige Rolle ein. Sie galt 2010 als zweitwichtigste Erkrankungsursache in der EU. "In Österreich leiden rund neun Prozent der Bevölkerung an Depressionen, und die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens mindestens ein Mal an einer Depression zu erkranken, liegt zwischen zwölf und 20 Prozent", so der Experte. Das psychische Gesundheitsniveau und das Wohlbefinden der Bevölkerung werde deshalb im "European Pact for Mental Health and Well-being" (2008) als Schlüsselfaktor für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg in der EU definiert.

Mangelnde Rückfallsprävention

Psychische Erkrankungen sind häufige und gut behandelbare Störungen. Heute steht ein breites Spektrum moderner Antidepressiva zur Verfügung, welches durch ein geringes Nebenwirkungsprofil und eine wesentlich erhöhte Therapiesicherheit gekennzeichnet ist. "Die Herausforderung in der Therapie der Depression, deren Ursachen multifaktoriell sind, belegen unzureichende Remissionsraten und eine ebensolche mangelnde Rückfallsprävention. Antidepressiva führen bei rund 70 Prozent der behandelten Personen zu einer deutlichen Besserung. Eine komplette Remission kann mit Antidepressiva in 35 bis 40 Prozent der Fälle erreicht werden. Diese Daten untermauern zweifelsfrei den Bedarf an neuen Therapiealternativen, auf die wir nicht verzichten können. Leider scheitert der Einsatz neuer Therapiealternativen häufig an fehlender oder eingeschränkter Erstattung durch die Krankenkasse", so Kasper.

Aufgrund des Altersspektrums der Betroffenen komme es bereits sehr früh zu gesundheitsökonomischen Problemstellungen wie Krankenstand und Berufsunfähigkeit. Die indirekten Kosten, wie z.B. Produktivitätsausfälle am Arbeitsplatz durch Langzeitkrankenstände und Frühpensionierungen, beeinträchtigten auch die Beitragszahlungen für die Sozialversicherungsträger und wären weit höher als die direkten Kosten einer adäquaten modernen Behandlung, hieß es in der Stellungnahme des Experten. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 53
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Hex Hex Kling Kling
03
20.3.2011, 20:07
Depressionen

Therapie hilft sicher nicht, aber bei 70,-- € die Stunde redet man sich das gern ein. Das ist die eigentliche Therapie. Der Rest ist meist esotherisches Geschwafel.

Tabletten helfen laut Untersuchungen (bitte selbst googeln) bei milderen Formen der Depressionen genauso gut wie Gummibärchen.

Und für das Geschreibe sind meine Depressionen verantwortlich, also nicht schimpfen!

Man in black1
00
22.3.2011, 11:12

Also eine Psychotherapie kann schon sehr gut helfen, bei den Medikamenten bin ich mir , obwohl (oder gerade, weil...) ich seit Jahren welche nehme, gar nicht sicher. Ich glaube, daß sie bei mir kaum Besserung bewirken und denke, daß durch Verschreibung von Tabletten höchstens Beruhigung eintritt. Die negativen Nebenwirkungen überwiegen bei weitem die positiven Effekte. Psychotherapie kann hingegen den Anstoß für Veränderungen im Leben des Depressiven geben, die eine Gesundung ermöglichen.

NickKnarrkarton
01
23.3.2011, 14:27

Ja genau - eine Psychotherapie mit endlosem Gegrübel hilft ganz sicher Menschen, deren Problem im endlosen Grübeln besteht. Das ist vermutlich das homeopathische Prinzip.
Streß kann man nicht wegreden und eine Depression ist nichts anderes als der stand by Modus des Körpers, wenn er zuviel Streß hatte. Da hilft kein Konfrontationstraining (wieder Streß) und keine Ursachengrübelei in der Kindheit.
Medikamente (SSRIs) heben senken nur die Reizschwelle für Streß bzw. zwangsaktivieren den Körper, der eigentlich Ruhe braucht. Also nur eine Verschiebung des Problems auf Zeit.

MundMs
412
14.3.2011, 22:07
Depressionen in der heutigen Zeit als Krankheit einer Person anzusehen ist merkwürdig

Meiner Ansicht nach ist in einer solchen Zeit in der wir leben (80% der Menschen unter der Armutsgrenze usw.) viel mehr der krank, der Tag für Tag höchst fröhlich über die Welt stapft.

Die Depression ist so bis zu einem gewissen Grad die authentische Weltwahrnehmung, die zulassen kann, was schrecklich ist und passiert und diese Dimensionen der Welt nicht krankhaft ausblenden muss, sich nicht dauernd ablenken will von all den Dingen die besser nicht passieren sollten. Dass diese Dinge zunehmen ist nicht den Depressiven anzurechnen.

Die Pathologisierung einer solchen Weltauffassung ist für unsere Gesellschaft paradigmatisch. Viel kränker finde ich hingegen das dauerende Leugnen, die Realitätsverweigerung von Unangenehmen.

Clemens Schwarz
10
19.3.2011, 23:00
sie haben vom philosohischen diskurs recht

im therapeutischen arbeiten sollten sie auf die person fokussieren. dem patienten ist damit nicht geholfen. es besteht eher die gefahr, dass man nichts dagegen tun kann. im sinne einer verstärkung des kontrollverlustes könnte damit die depression verstärkt werden.

jaws
00
18.3.2011, 13:42

Depression hat aber wirklich gar nichts damit zu tun, dass man das Übermaß an Ungerechtigkeit und Leid in dieser Welt wahrnimmt und (an)erkennt und darüber manchmal auch zu verzweifeln meint.

Das Gegenstück zur Depression ist auch keineswegs eine "rosarote Brille" und auch nicht "Tag für Tag höchst frühlich über die Welt zu stapfen".

Und sorry, aber ich kann es nicht mehr hören, wenn Menschen meinen, heutzutage wäre die Welt viel schlimmer als zu jedem anderen Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte. Denk mal ernsthaft darüber nach!

nomad13
01
16.3.2011, 10:24

Ach - ich will nicht wissen - wieviel davon physisch verursacht wurde. Ich denke - dass ist der propagaandistische 1er Schmäh - dass immer psychologisch auszulegen. Und wir haben nunmal viel Dreck in herkömmlicher Nahrung und in der Luft. (ich kenne zig wissenschaftliche Publikationen zwecks Pestiziden, Quecksilber, Vitaminmangel etc. etc.). Die Eskimos u. Eisbären werden a ned depressiv wegen der F-Krise sondern weil der ganze Dreck (z.B. das dreckige Dutzend(Dauergifte) sich vorwiegend in kalte Gebiete niederschlägt.

Und Ich selbst kann zwar über diese Krankheit nicht urteilen - bin mehr der Typ - der einem an die Gurrrgel springt (im übertragenen Sinne) - aber ich rate einfach mal a bisserl über den Tellerrand zu blicken.

NickKnarrkarton
01
23.3.2011, 14:36

Endlich einmal ein sinnvoller Ansatz:
Das Hauptproblem bei Depressionen ist Streß über einen längeren Zeitraum. Damit treten dann auch die physischen Probleme auf, die Sie beschreiben.
Während dann in der Psychotherapie über Übertragung, Kindheit und Konfrontation sinnlos geschwafelt wird, ändert sich an den physischen Grundproblemen genau gar nichts. Und die sind oft simpel: Richtiges Essen, richtiger Schlaf, Dauerstreß abstellen usw. - wer mit offenen Augen durch die Welt geht sieht längst, wo die Grundprobleme liegen.
In der PT wird dann meist über Jahre über Ursachen gegrübelt, die es gar nicht gibt und der einzige Effekt ist, daß die Leute förmlich süchtig gemacht werden, sich selbst zu zerlegen.

nomad13
00
24.3.2011, 00:33
Ein Tropfen (nur eine kleine Schicht hat das selbstständige Denken nicht eingestellt) im Ozean - die Masse folgt wie und je dem schnell vorgekauten.

Es hat sichfür Viele zu schnell entwickelt. Empfehle auf youtube"das Pharmakartell auf Frontal21"-direkte Pharmawerbung ist verboten aber was die Medien anbelangt wird einfach ein Professor dazwischengestellt.Auch gibt es mittlerweile bezahlte Schreiberlinge im Forum..:
http://derstandard.at/plink/129... 4/20448253
In den paar postings erkennen sie den Unterschied zu den Industrie gesponserten Studien

Weiters ist es viele nicht klar-dass das Pharmakartell mit dem ÖlKartell Hand in Hand geht inkl.Investmenthäusern

GS->BP->synthetic Genomics->NOVARTIS:
http://derstandard.at/plink/129... 4/20453522
Und selbst wenn BPdas Zeug nicht in den Ozean geschüttet hat-so ist es nicht bedenklich das der Genom Hero für das Kartell arbeitet?LOL

WeltenBrand
12
15.3.2011, 17:27

ich glaube, sie vermischen depression mit nachdenklichkeit.

nachdenklich zu sein ist vollkommen in ordnung und eine gesunde reaktion.

depressiv zu sein heisst aber, aus negativen gedanken nicht mehr rauszukommen, massive selbstzweifel zu haben und im schlimmsten fall keine kraft mehr zu haben, grundlegendste sachen zu erledigen.

ein nachdenklicher mensch kann freude empfinden, ein depressiver kann das meistens nicht mehr (oder nur phasenweise)

ich bin übrigens ihrer meinung, dass mit den krankhaften "alles is so super"-leuten irgendwas nicht stimmt...

-Oszillodrom-
13
15.3.2011, 16:31

Nein, da wird die KRANKHEIT Depression mit einer Lebenseinstellung verwechselt. Ich hatte früher schwere Depressionen, jetzt nach erfolgreicher Behandlung nicht mehr. Meine Lebenseinstellung ist die Gleiche geblieben udn ich hüpf auch nicht auf einmal fröhlich durch die Welt, aber ich bin fähig mein Zimmer zu verlassen.

strange23
01
15.3.2011, 08:51
passt wunderbar zu ihrem kommentar. ironischerweise stimmen die dort "vorhergesagten" negativen entwicklungen mmn zu 100% ein und sollten zu denken geben. anschauen lohnt sich.

http://www.youtube.com/watch?v=kaGnBNhE2xI

RS69
 
10
14.3.2011, 23:46

HAndlungsbedarf gibt es eben nur dann, wenn Sie's beeinträchtigt.

Wenn's durch einen Wahn glücklicher durch's Leben ziehen als sie das aufgrund der umstände "tun sollten", sind's nur zu beglückwünschen.

MundMs
03
15.3.2011, 00:02
Sie haben ja so Recht

Handlungsbedarf gibt es nur, wenn es einem Menschen in der ersten Welt beeinträchtigt, aber nur soweit, dass der Effekt des Unwohlseins nichtmehr auftritt.

Wenn derjenige, der einfach Dinge nicht wahrhaben will, durch sein Nicht-eingehen auf die verdrängten Probleme, die Probleme für andere Menschen zementiert und verstärkt, dann ist er einfach zu beglückwünschen???

RS69
 
00
15.3.2011, 00:23

Meine Aussage war eine Andere:
Es ist gleichgültig, ob der Poster recht hat, und die glücklichen die "Gestörten" sind, und die depressiven die "Normalen": Es macht keinen Sinn (und wäre unverantwortlich), jene mit ihrem Leben sowieso glücklich sind, Therapieren zu wollen.

Aber: Die eigenen PRobleme in Ihrem Umfeld lösen's in den seltensten Fällen dadurch, dass jmand anderen zu Therapie oder Coaching schicken. Wenn SIE mit Anderen diese beschriebenen PRobleme haben, wäre das Thema Co-Abhängigkeit schon zu diskutieren, undvielleicht macht es Sinn, mal bei sich selbst anzusetzen.

MundMs
28
14.3.2011, 22:18
und selbst die extremste Form der Depression

ist meiner Auffassung nach ein Ergebnis aus den unmenschlichen Arbeitsbedingungen, die unsere Gesellschaft strukturieren.

Bis diese Menschen bei einer solchen Form mal angelangen, haben sie, so glaube ich, viele Jahre Vereinsamung, wenig gesellschaftliche Zuwendung und ähnliches hinter sich, die deswegen so extrem ausgeprägt ist, weil der Egoismus immer mehr zu der einzig richtigen Lebensart erhöhrt wird. Aber genau diese Lebensart ist für ein Wesen, das so sehr auf Gesellschaft angewiesen ist, wie der Mensch, einfach nur pervers.

Aber selbst nach den jüngsten Berechnungen will man lieber die Ursachen verschärfen und der Wirkung noch mehr Geld opfern, um nicht über die imperiale Weltreligion des Egoismus nachdenken zu müssen.

A. Sieberer
23
15.3.2011, 07:53

Nicht die Arbeitsbedingungen sind großteils unmenschlich, sondern die Lebensgestaltung des Einzelnen.
Unmenschlich ist es nach einem langen Arbeitstag ins Fitnesscenter zu hetzen, nicht weil es ein Bedürfnis ist, sondern weil MAN das heute so macht.
Unmenschlich ist es, sich je nach Zustand auf der Waage, entweder die typische Milch-Mehl-Zucker Mast zuzuführen oder sich bei einseitigen Hungerkuren zu kasteien.
Unmenschlich ist es, am Wochenende, wenn Erholung angesagt wäre, Geld, das man eigentlich nicht hat, in die neuesten Modetrends anzulegen und diese dann in langen Nächten mit viel Alkohol auszuführen.
....

Und das alles nur, um festzustellen, dass es noch viele Schönere, Schlankere, Erfolgreichere.... gibt.

jodaflo
 
01
14.3.2011, 20:29
http://www.4shared.com/audio/dgs... ff=7637829

...cause nobody ever seems to care.

adequate versorgung bei (zugegeben milder) depression is geile mucke! a bissi green und ein sich alles von der seele reden können.

sonst helfen wohl wirklich nur tabletten und eine radikale wandlung der lebensgewohnheiten um mit sich selbst ins reine zu kommen bzw. mit sich selbst ins reine kommen.

oder tausend andere dinge, da gibts wohl kein allgemeingültiges rezept.

der pharmakram allein hilft sowieso nix

just my 2 cents

Steinbock1959
96
14.3.2011, 19:28

Nur ein toter Psychiater ist ein guter Psychiater.

RS69
 
03
14.3.2011, 23:46

idiotisch

Steinbock1959
01
14.3.2011, 23:37

Anhang: Das war einfach nur sarkastisch gemeint, weil ich schon genug schlimme Erfahrungen mit ihnen gemacht habe und bei den wohlmeindenden Psychiatern möchte ich mich dafür auch entschuldigen und die habe ich damit auch nicht gemeint.

sociovation
01
15.3.2011, 07:32
Kann ich irgendwie nachvollziehen

Allerdings gibt es auch welche, denen man ein ewiges Leben wünschen würde...

Man in black1
00
22.3.2011, 12:20

Na ja-ein ewiges Leben würde eh die Höchststrafe bedeuten !

jan janek
10
16.3.2011, 16:31
ich auch!

in geschlossenen Anstalten

Steinbock1959
01
15.3.2011, 09:01

Ob man jemand ein ewiges Leben wünschen soll, weiß ich nicht, aber eine solche kenne ich auch.

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