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Kein Baum nirgends: Mehr Grün im Zentrum, wie hier am Domplatz,



www.straf.it
Während der - jährlich in der dritten Aprilwoche stattfindenden - internationalen Möbelmesse erstrahlt jede Ecke in Mailand in einem neuen Design. In den Schaufenstern in der Innenstadt werden Innovationen gezeigt, aber auch in den neuen Designvierteln im Südwesten der Stadt bei der Via Tortona oder aber rund um den Garibaldi-Bahnhof. Ganz zu schweigen vom Design-Tempel, dem Möbelgeschäft Driade in der Via Manzoni. In der Mailänder Triennale entstand zudem ein neues Designermuseum.
Auch die Designerhotels Nhow Hotel und Straf sind Aushängeschilder für Mailand. Der Stardesigner Matteo Thun hat im neuen Designviertel um die Via Tortona einen alten Industriekomplex in ein neues Kreativhotel umgebaut. Fans des Minimalismus und Kreative fühlen sich auch im Straf Hotel nahe des Doms mit seinem puristischen Stil wohl.
Kein Wunder, dass es in der Design-Metropole Mailand gleich fünf international anerkannte Design-Hochschulen gibt: die Domus-Akademie - fortgeschrittene Schule des Designs, das Istituto Europeo di Design, das Istituto Marangoni (Modefachschule), das Politecnico Di Milano - Facoltà Del Design und die Designfachschule SPD, Scuola Politecnica Design. Jetzt soll Mailand, die geheime Hauptstadt, die luftverschmutzte Finanz- und Wirtschafts- und kreative Designmetropole in eine Stadt der Gemüsegärten verwandelt werden.
Denn zur Weltausstellung Expo 2015 will sich Mailand als "grüne Stadt" profilieren. Nicht mehr Piazza Affrai, wie die Börse hier heißt, sondern urbane Landwirtschaft mit den neuen Gemüsegärten sollen zum Symbol der Stadt avancieren.
Derzeit ist Mailand alles andere als eine grüne Stadt. Das war aber nicht immer so. Während der lombardischen Renaissance, zur Zeit des Allgemeingenies Leonardo da Vinci und des Architekten Bramante, entstand in Mailand eine Vielzahl von Palästen, deren Schönheit in den Innengärten lag. Im Ospedale Maggiore sind diese Innenhöfe ebenso wie im Palazzo Borromeo d'Adda (Via Manzoni 39), in der Statale, der Mailänder Universität oder aber in der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie zu bewundern.
Die Tradition der "Innenhöfe" hat sich in Mailand auch in den letzten Jahrhunderten, in den Barock- und Jugendstilpalästen fortgesetzt. Im Corso Venezia und in der Via Magenta, zwei exklusiven Wohnstraßen, stößt man bei den grauen Palästen auf zauberhafte Innenhöfe. Fai (Fondo Ambiente Italiano) organisiert periodisch Führungen durch die schönsten Innenhöfe der Stadt (www.fondoambiente.it).
Mailand will sich künftig also als "grüne" Stadt profilieren. Das bestehende Grün soll vernetzt und 90.000 Bäume sollen am Stadtrand gepflanzt werden. Das ist das Honorar, welches Stardirigent Claudio Abbado forderte, um nach jahrzehntelanger Abwesenheit wieder an der Mailänder Scala zu dirigieren. Ursprünglich wollte der Mailänder Dirigent für sein Comeback die Bäume im Stadtkern pflanzen lassen.
Widerstand gegen zu viel Grün am Dom- oder Börsenplatz kam auch von Bürgermeisterin Letizia Moratti. Schließlich kostet ein Baum im Zentrum bis zu 10.000 Euro, an der Peripherie nur die Hälfte. (Thesy Kness-Bastaroli/DER STANDARD/Printausgabe/12.03.2011)
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