Sorge um minderjährige Facebook-User

14. März 2011, 07:55

Eltern unterstützen Kinder oft bei "digitaler Ausweisfälschung" - Experten kritisieren zu frühe Teilnahme an sozialen Netzwerken

Für populäre Social-Networks wie Facebook oder MySpace gilt ein Mindestalter von dreizehn Jahren - für minderjährige Nutzer ist das jedoch nur eine kleine Hürde, die zwischen ihnen und der digitalen Öffentlichkeit steht. Viele Eltern würden diese Ambitionen ihrer Kinder sogar unterstützen, berichtet die New York Times. Sie wollen, dass ihr Nachwuchs schon frühzeitig an der digitalen Welt teilhaben kann. Das sei jedoch ein Fehler, kritisieren Experten.

Die Kinder würden einer Umgebung ausgesetzt, für die sie noch nicht bereit seien - inklusive realer Gefahren, wie unangemessene Inhalte, Kontakt zu Fremden und Cyber-Bullying. "Es sind nicht nur die Kinder, die ihr wahres Alter leugnen, sondern in den meisten Fällen die Eltern, die ihnen beibringen, dabei zu lügen", so Danah Boyd, Social-Media-Forscherin bei Microsoft.

Weitgehend machtlos

In Anbetracht der Bemühungen, Eltern enger in die Online-Aktivitäten ihrer Kidner einzubinden, sei das kontraproduktiv. Sowohl der Gesetzgeber als auch die Unternehmen sind jedoch weitgehend machtlos, selbst wenn Websites sich bemühen, minderjährige Nutzer herauszufiltern. "Wir stecken den Kopf nicht in den Sand", so Joe Sullivan, Chief Security Officer bei Facebook. Die Aufgabe das wahre Alter über das Internet festzustellen sei jedoch schwierig bis unmöglich.

Die Gefahren für die minderjährigen Nutzer sind gleichzeitig sehr real. So hätte in den USA ein elfjähriger Bub auf Facebook die Freundschaftsanfrage einer Klassenkollegin akzeptiert - tatsächlich handelte es sich jedoch um einen gefälschten Account, berichtet Hemanshu Nigam, ehemaliger Sicherheitsexperte bei MySpace. Am Ende landeten Bilder des Jungen inklusiver anzüglicher Kommentare auf einer Sex-Website. "Für einen Elfjährigen, der lediglich Kontakt zu seinen Freunden haben wollte, kann das ein Alptraum werden, so Nigam. (pte)

macindd
03
14.3.2011, 09:07
"Lügen" ist im Internet sowieso ein Gebot.

Wenn Kindern beigebracht wird, sich auf Websites mit nicht realen Angaben anzumelden, ist das ein Fortschritt. Die, die das nicht tun, bekommen später wegen irgendwelcher Sauf-Fotos auf Facebook nur einen McJob.

Übrigens beherrschen ja auch Kinder schon die verbale Kommunikation. Vielleicht sollte man es mal damit versuchen und so dafür sorgen, dass sie nicht zu naiv mit dem Netz umgehen? Die Alternative ist nämlich der große Zensor, der meint, besser über "unangemessene Inhalte" Bescheid zu wissen als alle anderen zusammen. Dann braucht man natürlich auch eine "Great Firewall" wie in China.

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01
14.3.2011, 13:18

wenn selbst gestandene akademiker tausende euros in nigeria versenken, kommen mir die zweifel, ob verbales vermitteln ausreicht.

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