"Staaten für Sicherheit verantwortlich"

12. März 2011, 22:14
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    foto: apa/epa/hochmuth

    Der IAEO-Chef Yukiya Amano stammt aus Japan. Er habe die Vorfälle mit großer Traurigkeit verfolgt, sagte er am
    Samstag. Die  Sicherheits-vorkehrungen seien großteils effektiv gewesen.

Die IAEO in Wien soll helfen, die zivile Nuklearenergie zu verbreiten

Sie unterstützt ihre Mitglieder beim Aufbau eines Atomprogramms - bei Unfällen muss sie auf Informationen aus den Staaten zurückgreifen.

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Der aus Japan stammende Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde, Yukiya Amano, wandte sich über Youtube an die Öffentlichkeit. Als das "Weltzentrum für nukleare Zusamenarbeit" habe die IAEO den japanischen Behörden ihre Unterstützung angeboten, erklärte Amano am späten Samstagabend in seiner Video-Botschaft. "Japan hat viele Atomkraftwerke, und die meisten davon sind entweder nicht betroffen oder haben sich sicher abgeschaltet. Das zeigt die Effektivität der Sicherheitsmaßnahmen." Über Fukushima Daiichi gebe es jedoch weiter Besorgnis.

Als Organisation für die Förderung von ziviler Nuklearenergie gilt die IAEO, die in der Wiener Uno-City ihren Sitz hat, als oberstes Kompetenzzentrum in diesem Bereich. Der Andrang auf die Website der Behörde war am Samstag teilweise so groß, dass die Seite zusammenbrach und die Pressestelle auf Facebook ausweichen musste.

Doch nähere Informationen konnte auch die IAEOden Samstag über nicht bieten: Die Mitteilung, dass die japanische Behörde für Nuklearsicherheit sie über die Explosion informiert habe, veröffentlichte die Organisation um 13.40 Uhr. Der Vorfall habe sich 7.30 Uhr MEZ ereignet, mehr Details gebe es derzeit nicht. Die japanischen Behörden bereiteten sich darauf vor, Jod an die Bewohner der Gegend zu verteilen. Das soll gegen Schilddrüsenkrebs helfen, wenn man radioaktiver Strahlung ausgesetzt war. Mehr gab es nicht, den ganzen Tag über. Erst am Abend, zwölf Stunden nach der Explosion, führte Amano die Situation vor Ort aus.

Der Grund: Die IAEO hat ein Krisenzentrum, das Incident and Emergency Centre, das aus rund 20 Experten besteht. Doch bei der Bewertung der Lage ist die Behörde auf die Informationen aus Japan angewiesen. Welche Vorfälle wie rasch, wie umfangreich und wie regelmäßig berichtet werden müssen, ist nach IAEO-Angaben nicht festgelegt.

Ein Warnsystem für Atomunfälle existiert nicht. Inspektionen, um die Sicherheit von Atomkraftwerken in den Mitgliedsstaaten zu überprüfen, gibt es nicht. "Nukleare Sicherheit liegt in der Verantwortung der Staaten" , sagte IAEO-Sprecher Greg Webb dem Standard. Anders etwa als bei den Inspektionen im Rahmen des Safeguards Abkommens, die unter anderem sicherstellen sollen, dass kein Nuklearmaterial für militärische Zwecke verwendet wird.

In Sachen Sicherheit von AKWs kann die IAEO zwar aktiv werden: sie kann Sicherheitssysteme prüfen, Notfallpläne begutachten, Messungen vornehmen, Empfehlungen abgeben oder auch Gesundheitsrisiken evaluieren - allerdings auf Einladung des Staates.

Der Unfall in Japan könnte sich jedoch auch auf anderer Ebene auf die Arbeit der IAEO auswirken. "Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass wir am Beginn einer neuen Ära stehen" , hatte Generaldirektor Amano noch im September 2010 in seiner jährlichen Rede an die Versammlung der Mitgliedstaaten gesagt - und damit eine Ära der zivilen Atomenergie gemeint.

Boom der Atomenergie

Angesichts der starken Abhängigkeit von Öl und Gas sowie den Problemen des Klimawandels haten sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr Staaten an die IAEO gewandt sich über ein ziviles Atomprogramm informiert. Das Interesse war mit über 60 Ländern so groß, dass die IAEO neue Mitarbeiter einstellte. Bis 2030, schätzte Amano, würde es zehn bis 25 neue Atomstaaten geben. Kritiker der Kernenergie hatten vor deren Gefahren gewarnt und den Staaten vorgeworfen, im Umgang damit zu blauäugig zu sein. (DER STANDARD, Printausgabe, 13.3.2011)

Wissen: Die Skala der Nuklearunfälle

Die Internationale Atomenergiebehörde hat den Vorfall im japanischen Reaktor Fukushima mit 4 auf ihrer Ines-Skala bewertet. Das liegt derzeit deutlich unter dem Tschernobyl-Unglück, das mit 7 eingestuft wurde - und auch noch unter dem Zwischenfall von 1979 auf Three Mile Island (5) in den USA.

Ines steht für International Nuclear Event Scale. Die Stufen reichen von 0 bis 7 und wurden Anfang der 90er-Jahre erstmals angewendet. Bei der Einstufung werden drei Aspekte berücksichtigt: Radiologische Auswirkungen außerhalb der Anlage, innerhalb der Anlage und Beeinträchtigungen der Sicherheitsvorkehrungen.

Ines 0 heißt: "keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung" . Als Störung wertet die Skala Ines 1, als Störfall die Stufen 2 und 3.

Zwischen 4 und 6 wird von einem Unfall gesprochen. Bei 4 ist die Rede von geringen Freisetzungen von Strahlung, aber auch von tödlichen Strahlen für das Reaktorpersonal. Bei 6 ist der volle Einsatz des Katastrophenschutzes erforderlich.

Ines 7 gilt als katastrophaler Unfall und wurde bislang nur bei Tschernobyl verhängt. Kritisiert wird gerade von Atomkraftgegnern, dass Zwischenfälle erst spät überhaupt auf der Skala über 0 auftauchen.

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20 Postings
wo-man
00
15.3.2011, 00:33
wer kontrolliert eigentlich die IAEO?

hlg
00
15.3.2011, 14:04
die internationale finanzindustrie natürlich.

nächste frage...

Wasser
00
14.3.2011, 23:09
Das Land des "entweder und oder"

1) Anti-Atompolitik österr. Politiker
2) IAEO in Wien
(Ziel der UN-Behörde: Verbreitung der AKW-Nutzung)
3) Atomstromhandel österr. Energieversorger nimmt zu
4) Förderung von Wärmedämmung und alternativ-
Energien = vernachlässigbar
5) Kyoto-Ziel: massiv verfehlt !
6) Aber das Umweltmusterland Europas sein wollen....

Ja geht`s noch ????

Arthur Harald Lambauer
 
00
13.3.2011, 18:47
Convention on Early Notification of a Nuclear Accident

Die oben aufgestellte Behauptung, es gebe keine völkerrechtliche Regelung, wecher Unfall wann und wie zu melden sei, ist falsch.

Näheres unter:

http://ahlambauer.wordpress.com/2011/03/1... -accident/

klartext3
01
13.3.2011, 18:13
switch OFF now!

Herr Amano,
nachdem Ihre gesamte Familie und Freunde sich umgehend in - derzeit extrem günstig zu erstehenden - neuen Wohnsitzen in Fukushima eingefunden haben möchte ich nochmal in aller Ruhe mir Ihnen über Ihre Einschätzung zu folgenden Punkten unterhalten:
* Die effektivität der Sicherheitsmaßnahmen von AKWs
* Soll (zivile) Nuklearnutzung weiter verbreitet werden
Das Thema Endlagerung würde ich dann gerne im Kindergarten Ihrer Enkel besprechen.
Noch was: Weder "Gesicht behalten" noch "Harakiri" schafft in diesem Fall die Langzeitfolgen der Strahlung aus der Welt!
Rund 13% der weltweiten Stromproduktion erfolgt nuklear. 13 ersetzbare und notfalls verzichtbare %!
switch OFF now!

Erwin Brandstetter
02
13.3.2011, 17:53
Zynismus im Angesicht der Katastrophe.

"Die Sicherheits-vorkehrungen seien großteils effektiv gewesen."

Das ist etwa wie ein Kondom, das großteils dicht ist.

märchenonkel
00
13.3.2011, 16:30
Wusstet ihr, dass Terry Tratchet Pressesprecher in einem AKW war, bevor er Autor von Fantasybüchern wurde?

lachender Dritter
00
13.3.2011, 13:08
"Staaten für Sicherheit verantwortlich"

sagt uns eine gut bezahlte Atom-Energie-AUFSICHTSbehörde

OK

Gänzlich unerheblich ist,
02
13.3.2011, 12:03
dasss die IAEA der Atomlobbyist ist.

Gute Vorschläge von dieser Seite also entbehrlich sind.

badlwand
01
13.3.2011, 12:01
jene 2 akws, welche von der katastroph

betroffen sind, haben versagt.

die restlichen akws stehen ja ganz woanders.

ergo:
die sicherheit der akws hat zu 100% versagt.
jede andere behauptung ist lächerlich.

hlg
00
13.3.2011, 17:20
sie haben den sinn einer risikoanalyse nicht begriffen...

wenn etwas selten eintritt, dann kann man es ruhig in kauf nehmen...

da unterscheidet sich bankraub kaum von kraftwerksbau...

;-)

unbequem
05
13.3.2011, 07:46
Informationspolitik der IAEO ein Skandal

Wenn das die Behörde ist die weltweit für die Überwachung von "Atomkraftwerken" sein soll, die selbst null Infos bekommt und Weitergeben kann ..wo alle Mitarbeiter selbst ihr Wissen nur aus dem Fernsehen erhalten...dann kann man diese Behörde der UNO getrost wegen Unnnötikeit auflösen!
Und das Selbstverständnis ist Irrsinn. Denn selbsverständlich ist die IAEO auch für die Sicherheit in den Mitgliedsstaaten mitverantwortlich!

Vesthofen
00
13.3.2011, 16:27

Wenn man Ihren Gedanken weiterspinnt kann man die UNO in all ihren Teilbereichen auflösen, denn sie ist von den Informationen ihrer Mitgliedsstaaten abhängig.

leser 4712
01
13.3.2011, 11:49
richtig

abputzen, wegschauen und schönreden....

eine frechheit alleine schon ist die aussage zur effektivität der sicherheitsmaßnahmen.

Stefan Pfeiffer1988
00
13.3.2011, 10:42
sooo ganz richtig ist das nicht...

ein Bekannter hat mit der EU und zum jetztigen Zeitpunkt auch mit der IAEO zu tun, da er bei Katastropheneinsätzen herangezogen wird und da laufen schon mehr Dinge im Hintergrund als wir erahnen. Zum Teil verstehe ich die Regierungen da sie keine Panik verbreiten wollen, zum anderen ist es natürlich unverantwortlich den Menschen falsche Informationen zukommen zu lassen die extrem wichtig wären. Der schmale Grad der Politik....

leser 4712
00
13.3.2011, 11:52
wie in tschernobyl

... nur ka' panik

helm over
11
13.3.2011, 10:31
Überwachung

Bei Lesevermögen deinerseits gepaart mit der Fähigkeit Gelesenes zu verstehen solltest du feststellen dass die IAEA nicht der Überwachung der Atomkraftwerke dient sondern der Nichtweiterverbreitung von Spaltmaterial. Bei Nichtverständnis löse dich bitte selbst wegen Unnötigkeit auf. Schwefelsäure gibts auf Rezept.

A ndreas Bogeschdorfer
00
13.3.2011, 17:16
Wie viele völlig unqualifierte Leute reden hier immer noch mit?

Die Aufgabe der IAEA besteht aus zwei Kernaufträgen:

1) Nichtverbreitung von Atomwaffen

2) Verbreitung, Beratung und Kontrolle ziviler Kernkraft.

Beide Aufträge stehen im klaren Widerspruch zueinander. Am Beispiel Iran sieht man das überdeutlich.

unbequem
00
13.3.2011, 16:41
Sie haben es nicht verstanden...

Ich erwarte von der IAEO dass sie die Welt informiert wieviel Spaltbares Material im Reaktor ist wiehoch die Strahlenmesswerte sind und ob Gefahr besteht oder nicht! Diese Information schuldet diese Behörde der Welt und den Menschen. ! Was kontrolliert die IAEO denn wenn sie diese Daten nicht parat hat und wie will sie was kontrollieren wenn sie ihre Infos aus dem Fernsehen beziehen muß!
Wenn die so agieren dann frag ich mich wie die überhaupt ernsthaft was kontrolieren können daher meine Kritik!

leser 4712
00
13.3.2011, 11:52
daher auch die bezeichnung iaea?

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