Wegen Diffamierung eines Konkurrenten
Zum ersten Mal hat ein britischer Politiker wegen einer über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter verbreiteten Diffamierung Schadenersatz leisten müssen. Bei Lokalwahlen im walisischen Caerphilly hatte Colin Elsbury in einer Twitter-Botschaft über seinen Rivalen Eddie Talbot geschrieben, dieser habe von der Polizei "gewaltsam" aus dem Wahlbüro gebracht werden müssen, wie die Tageszeitung "The Times" am Samstag berichtete. Er musste später einräumen, sich in der Person geirrt zu haben und stimmte einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 3000 Pfund (3500 Euro) zu. Außerdem muss er im Zuge der gütlichen Einigung Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe von geschätzten 58.000 Euro zahlen.
Schadenersatz
Ein Gericht in Cardiff stimmte dem Vergleich am Freitag zu und besiegelte damit die erste Schadenersatzzahlung wegen eine Twitter-Nachricht in Großbritannien. Talbot sagte nach dem Beschluss, dies sei ein "klares Zeichen", dass die Menschen aufpassen müssten, was sie über soziale Netzwerke verbreiteten - "das kann sie teuer zu stehen kommen". In den USA hatte Sängerin Courtney Love vor einer Woche einer Zahlung von 430.000 Dollar (311.000 Euro) zugestimmt, um einen Diffamierungsprozess wegen einer Twitter-Nachricht zu vermeiden. Sie hatte eine Modedesignerin in einer Botschaft wüst beschimpft. (APA/AFP)