Schweiz gab 1,2 Milliarden Euro Diktatorengeld zurück

11. März 2011, 17:49

Bisher weltweit höchste Summe - Konten von Ben Ali, Mubarak und Gaddafi gesperrt

Zürich/Wien - Nach dem Sturz der Machthaber in Ägypten und Tunesien und den blutigen Unruhen in Libyen durchforsten Schweizer Banken gerade wieder ihre Konten und Depots nach kriminellem Geld aus diesen Ländern. Zugleich müssen sie sich gegen den Vorwurf verteidigen, sie würden trotz strenger Gesetze immer noch leichtfertig mit Autokraten, Diktatoren und zweifelhaften Herrschern Geschäfte machen.

Eines kann sich die Schweiz zumindest zugutehalten: In den letzten 15 Jahren wurden nach einer Zählung des schweizerischen Außenministeriums 1,7 Milliarden Dollar (1,2 Mrd. Euro) beschlagnahmter Diktatorengelder an die jeweiligen Herkunftsländer zurückgegeben. Das sei mehr als in jedem anderen Land, schreiben Schweizer Medien.

Diktatorengelder haben in der Schweiz eine lange Geschichte. Mobuto Sese Seko aus Zaire, Jean-Claude Duvalier aus Haiti, Ferdinand Marcos aus den Philippinen und Sani Abacha aus Nigeria sind Namen, die auch die Schweiz in den vergangenen Jahren beschäftigt haben. Zuletzt sperrte auch die Regierung in Bern per Notverordnung Vermögen, die dem gestürzten Hosni Mubarak aus Ägypten, Zine El Abidine Ben Ali aus Tunesien und dem libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi oder deren Umfeld zugerechnet werden. Sie alle haben - angezogen vom Schweizer Bankgeheimnis, stabilen politischen Verhältnissen und einem festen Franken - Geld in der Schweiz gebunkert.

Regierung wird ungeduldig

Der Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey wird das langsam zu viel. "Der Bundesrat wird mit den Banken bald ein Gespräch führen müssen, um zu sehen, wo es Handlungsbedarf gibt" , sagte Calmy-Rey der NZZ am Sonntag.

Wie viel Geld die arabischen Potentaten in der Schweiz versteckt haben, ist offiziell nicht bekannt. Mehrere Dutzend Millionen sollen es nach ersten Angaben der Regierung aber schon sein, die Mubarak und Ben Ali in der Schweiz liegen haben. Einer Statistik der Schweizerischen Nationalbank zufolge lagen Ende 2009 rund 3,6 Mrd. Franken (2,8 Mrd. Euro) aus Ägypten bei Schweizer Banken. Das wären, wenn Berichte arabischer Zeitungen zutreffen, rund zehn Prozent des Vermögens, das der Mubarak-Clan im Laufe der Jahre beiseitegeschafft haben soll. Auf Konten von Libyern befanden sich knapp 820 Mio. Franken (635 Mio. Euro).

Eigentlich dürfte dieses Geld gar nicht in der Schweiz liegen. Die Eidgenossenschaft rühmt sich, seit Ende der 1990er-Jahre eines der schärfsten Geldwäschegesetze der Welt zu haben. Doch in der Praxis sei es nicht so einfach, sogenanntes Potentatengeld zu identifizieren, behaupten die Banken. Geld aus einem Land, mit dem westliche Länder freundschaftliche Beziehungen unterhalten, könne nicht einfach von vornherein als kriminell eingestuft werden. (APA, Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 12.3.2011)

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20 Postings
EU.Knecht
00
20.3.2011, 11:35
Wir Lagern

auch noch gut 30 milliarden hinterzogene Steurguthaben von der Republik Ösistan.

Grund: Vertrauensverlust in Währung u.Staat

Wann holt das der Staat ösistan ab ?

die Schweizer Bevölkerung würde das sehr begrüssen.

endserfdom
00
19.3.2011, 18:13
Bilderberg-Meeting 2011 in der Schweiz

Wir wissen schon seit über zwei Monaten, das Meeting der Bilderberg-Group 2011 wird in der Schweiz stattfinden, wir wussten nur nicht wo. Es gibt gewisse Hinweise, die Bilderberger werden sich vom 9. bis 12. Juni in St. Moritz treffen. Das berichtet jedenfalls Jim Tucker in seiner neuesten Veröffentlichung, der die Bilderberger schon seit Jahrzehnten beobachtet, obwohl er auf eine definitive Bestätigung noch wartet.

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/03/b... z1H4BkhRe7

Pierre d´Aubusson
00
17.3.2011, 13:02
Stimmte die Überschrift, wäre richtig, was sie zu suggerieren versucht,

ich zöge sofort mein Geld aus der Schweiz ab, hätte ich welches. Denn da steht nicht mehr und nicht weniger, als daß die Schweiz Gelder an nicht verfügungsberechtigte auszahlt. Und ich verfügte über mein Geld schon gerne selbst.
Hat derjenige, der nunmehr über das Geld verfügt, jedoch einen gültigen Rechtstitel, dann ist sowas wiederum nix besonderes, ja es wäre zu vermelden, wenn die Schweiz nicht so handelte......

Pessimist-Realist
 
00
15.3.2011, 22:10

Und wiviel Doktatorengeld haben die noch?
Ein Tropfen auf dem heißen Stein ...

KdN
01
14.3.2011, 10:02
Und Österreich

„Allein in Österreich hätten der Diktator und sein Clan rund 30 Mrd. Dollar veranlagt, schätzt der Insider.“

Wie wäre es mal, wenn man vor der eigenen Türe kehrt?

PS. "Eine kleine, publikumswirksame Geste" wäre da schon viel!

kurt haenel
 
41
11.3.2011, 20:22

wenn die Schweiz das ganze kriminelle Geld zurückgibt und auch das, das sie seinerzeit von den Juden bekommen hat, dann wird sie arm sein ....

Fernsicht
12
11.3.2011, 23:59
Antwort II

3. Der Reichtum der Schweiz beruht primär auf dem Fleiss und dem Erfindungsgeist seiner Bewohner. Der Anteil der Finanzindustrie (Banken, Versicherungen, etc.) beträgt gerade einmal 10 % des BSP. Selbst ohne Finanzindustrie würde das Land wohl nicht verarmen.
4. Es ist erstaunlich, wie sehr die Österreicher die Schweiz immer wieder kritisieren hinsichtlich des Umgangs des Landes mit jüdischen Menschen. Gewiss hat die Schweiz diesbezüglich Fehler gemacht in der Vergangenheit - aber weitaus weniger Fehler, als die meisten andern europäsichen Staaten. Und gerade den Österreichern mit ihrer (zuweilen sehr antisemitischen) Geschichte (Beispiel: Wien um 1900, Hitler-Zeit) steht es nicht zu, der Schweiz diesbezügliche Vorwürfe zu machen.

Kakanien lebt!
32
12.3.2011, 11:32

ich will den schweizern ihren fleiss gar nicht absprechen, aber der reichtum stammt AUCH aus deren geschäften mit diktatoren und aus ihrer abschottung. während sich die eu solidarisch zeigt mit ihren ärmeren mitgliedsstaaten, schotten sich die egoistischen schweizer ab. die schweiz will sich überall nur die rosinen rauspicken!

crypticro
00

Rosinen rauspicken kann man das auch nennen. Ich nenne es eher kluge Aussenpolitik. Jedes Land hat seine eigene Interessen. Wenn ein Land wie Oesterreich keinen Wert auf seine eigenen Interessen legt, dann passieren halt so Sachen wir vor 70 Jahren....

Pierre d´Aubusson
01
17.3.2011, 13:05

Da Neid is a Hund....
Außerdem dürften Sie das in Österreich veranlagte Diktatoren-, Mafia- etc. -Geld sehr selektiv ausblenden.....

Promille Prolet
00
14.3.2011, 10:07
jaja der westen und die diktatoren. nichts als scheinheilig ist das.

der westen ist zwar wie immer an allem schuld (es gilt die schuldvermutung), aber in wahrheit hat die ganze welt von ost nach west und retour, von amerika über europa, indien und china bis japan gute geschäfte mit mubarak, gadhafi und co. gemacht. jahrzehntelang. öl halt.

europa hat gleichzeitig dabei ständig versucht, einen dialog über human rights etc. zu führen. all die leute in ägypten und ausserhalb, die das jetzt dem "westen" vorwerfen, hätte ich sehen wollen, wenn der "westen" vor 20 jahren entschieden hätte, mubarak gewaltsam von der macht zu entfernen, weil er ein diktator war. besonders was die grünen bobos dazu gesagt hätten. brauch ja nur zurückzudenken, was sie damals alles gesagt haben, als der westen kuwait befreite.

Old Surehand
00
21.3.2011, 22:02
Wenn i könnte

mega GRÜN!

Pierre d´Aubusson
10
17.3.2011, 13:12
Ach ja, als der Westen Kuwait befreite...

Das war doch jener Staat, dessen Parlament kurz vorher beschlossen hatte, daß das Land Theil des Irak sein. Und dann gabs über 10 Jahre kein Parlament, jetzt gibts zwar eines, aber es verdient diesen Namen nicht....
Hauptsach, Kuweid ist frei...

Fernsicht
13
11.3.2011, 23:32
Antwort I

1. Die Schweiz als Staat hat nie Geld von Juden an sich genommen, dies im Gegensatz zu Deutschland und Österreich, wo jüdische Vermögen arisiert wurden. Und im Gegensatz zu andern (auch) europäischen Staaten, sind in der Schweiz - gesetzesbedingt - auch keine herrenlosen bzw. schlafenden Vermögen nach einer gewissen Zeit an den Staat gegangen.
2. Die auf den Schweizer Banken deponierten jüdischen Vermögen haben sich die Geldinstitute nicht angeeignet. Sie haben diese Vermögenswerte im Auftrag und im Namen der auch jüdischen Kunden bzw. deren Erben verwaltet. Dabei haben die Banken nie einen Unterschied gemacht zwischen jüdischem und nicht-jüdischem Vermögen - die Religion ist bei der Kontoeröffnung in der Schweiz gänzlich irrelevant.

krokokater
 
00
14.3.2011, 17:10
Dazu sage ich nur:

Lesen Sie "Die Schweiz, das Gold und die Toten" und "Die Schweiz wäscht weisser" von Jean Ziegler.

Erst durch den Druck der Clinton Administration haben sich die Schweizer Finanzgurus bewegt und den Erben nachrichtenloser Vermögen überhaupt eine Chance gegeben, an das ihnen zustehende Geld zu kommen. Die Selbstkritik der Schweizer Presse ist diesbezüglich ähnlich schwach ausgeprägt wie die Österreichische.

libero80
10
19.3.2011, 13:32
Gaddaffi's best friend

Ach ja, unser guter Jean... der letzte Gaddaffi Fan der Schweiz.

Vielleicht schreibt er ja auch mal ein Buch "Ich, Muammar, und die Toten"

re flexion
00
12.3.2011, 10:29
A geh

ad 1) Hier steht zwar Schweiz aber gemeint sind die Schweizer Banken. Die haben ja - mit den dahinterliegenden Bankgesetzen - ja nichts mit der Schweiz oder deren Bürgern zu tun, oder?

ad 2) Und die deponierten Werte haben sich die Banken nie angeeignet? Dann schauns einmal nach unter vernichtete Akten bzw. das Umfeld zum Fall Christoph Meili.

http://www.schweizergeschichte.ch/index.php... Weltkrieg/

http://israswiss.net/israswiss... b5f0f.html

Sodern
00
12.3.2011, 02:51

Ich denke, dass sich die schweizer Banken in solchen Fällen immer den Löwenanteil unter den Nagel reissen. Nach dem Motto, wo kein Kläger, da kein Richter. Denke kaum, dass ein gestürtzer Despot sein illegales, verstecktes Geld bei irgendeinem Gericht einfodern wird. Das wissen auch die Schweizer.

libero80
00
19.3.2011, 13:33

Denken ist nicht wissen.

Thyristor
00
11.3.2011, 22:52

Weshalb es nicht schaden kann, eine kleine, publikumswirksame Geste zu machen.

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