Opposition rief zu Protesttag auf - Dutzende Festnahmen
Baku/Istanbul - Sicherheitskräfte in dem autoritär regierten Kaukasusstaat Aserbaidschan haben Demonstrationen gegen das Regime von Staatschef Ilham Alijew verhindert und mindestens 15 Bürgerrechtler und Oppositionelle festgenommen. Die zumeist jungen Aktivisten hatten auf einer Facebook-Seite den 11. März zum "Großen Volkstag" erklärt und dabei offen gelassen, ob sie wirklich versuchen würden, auf die Straßen der Hauptstadt Baku zu gehen. Am 11. Februar war Ägyptens Präsident Hosni Mubarak zurückgetreten.
Kleine Gruppen von Studenten marschierten am Freitag unter "Freiheit" -Rufen auf der Nizami-Straße im Zentrum der Hauptstadt, vor der Medizinischen Hochschule und vor der U-Bahn-Station "28. Mai" . Sie wurden rasch von Polizisten in Zivil und in Uniform abgedrängt. Sechs Bürgerrechtler waren bereits im Vorfeld der Demonstrationen verhaftet worden. 2009 hatte die Justiz zwei Blogger nach einer inszenierten Schlägerei zu Haftstrafen verurteilt. Die Vertretung der EU-Kommission und die US-Botschaft äußerten ihre Sorge angesichts der neuen Verhaftungen.
Österreich hatte mit Blick auf die geplante Nabucco-Pipeline der OMV vom Kaspischen Meer nach Baumgarten im vergangenen Sommer eine Botschaft in Baku eröffnet. Die Lobbygruppe "Österreichisch-Aserbaidschanische Handelskammer" (Ataz) schrieb zuletzt einen Aufsatzwettbewerb an österreichischen Schulen zum Thema "Was weiß ich über Aserbaidschan?" aus. (mab/DER STANDARD, Printausgabe, 12.3.2011)