Drei Viertel für Sozialjahr, zwei Drittel zur Absolvierung bereit
Wien - Die Einführung eines Berufsheeres und das freiwillige Sozialjahr statt des Zivildienstes stoßen bei der Jugend auf große Zustimmung. Das geht aus einer am Freitag vorgestellten, repräsentativen Jugendstudie der Jugendforschungsagentur "tfactory" hervor. Insgesamt haben 60,9 Prozent der Befragten in der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen ein Berufsheer befürwortet, nur rund ein Viertel (25,9 Prozent) ist dagegen.
Noch größer ist die Zustimmung zu dem von der SPÖ propagierten freiwilligen Sozialjahr als Ersatz für den Zivildienst. Drei Viertel (75,9 Prozent) der Jugendlichen befürworten dessen Einführung. Nur rund ein Fünftel der Befragten ist dagegen. 68,2 Prozent können sich vorstellen, auch selbst ein freiwilliges Sozialjahr mit einer monatlichen Entschädigung von 1.200 Euro zu absolvieren. Unter den Mädchen ist die Bereitschaft dazu mit 76,4 Prozent größer als bei den Burschen (60 Prozent). Überdurchschnittlich ist auch die Bereitschaft zur Absolvierung des Sozialjahres unter den Jugendlichen mit Migrationshintergrund (76,5 Prozent).
22,5 Prozent der Jugendlichen können sich Dienst im Berufsheer vorstellen
Knapp ein Viertel der Jugendlichen (22,5 Prozent) könnte sich vorstellen, gegen eine angemessene Bezahlung in einem Berufsheer auch selbst mitzumachen: 30,7 Prozent der jungen Männer und 14,3 Prozent der jungen Frauen. Mit zunehmendem Alter schwindet allerdings die Bereitschaft dazu: Ist es bei den 16- bis 19-jährigen noch ein Drittel der Befragten, so schrumpft der Anteil bei den 25- bis 30-jährigen auf 13,6 Prozent. Hier könnten die Erfahrungen junger Präsenzdiener mit dem Bundesheer eine Rolle spielen, mutmaßen die Studienautoren. Auffällig ist auch das Bildungsgefälle in jener Gruppe, für die der Soldatenberuf eine ernsthafte Option ist. Während 41 Prozent der Nicht-Maturanten das Bundesheer als Berufsoption sehen, sind es unter den Höhergebildeten lediglich 12,9 Prozent. Überdurchschnittlich ist das Interesse an einem Berufsheer bei junge Menschen mit Migrationshintergrund (35,8 Prozent). (APA)