Buchtipp für Fahrradhasser

"Es ist Krieg da draußen", lautet der erste Satz in Annette Zochs "Neben der Spur - das Fahrradhasserbuch"

"Das Fahrrad hat einen entscheidenden Konstruktionsnachteil: Es ist kein Auto." Sätze wie diesen hört man heute viel zu selten: Der Lippenbekenntnis-Zeitgeist geht eben in Richtung "pro Bike" - heute, da traut sich kein Rad-Hasser, Tacheles zu reden. Zumindest in Österreich. Schade eigentlich: Schließlich gilt "kenne deinen Feind" nirgendwo so sehr, wie im Alltag. Also auch im Straßenverkehr.

Zum Glück ist in Deutschland Streitkultur weniger batzweich. "Es ist Krieg da draußen", lautet daher der erste Satz in Annette Zochs "Neben der Spur - das Fahrradhasserbuch" (Sanssouci). Und obwohl bis zuletzt nicht klar wird, ob die Autorin ernst meint, wenn sie sagt, die Tour de France sei "zwei Wochen lang eine Art TV-Bildschirmschoner", oder dass Radfahren "mit Verkehrsregeln so wenig kompatibel ist, wie Schweinebraten und Schokosauce", ist die kleine Rad-Hass-Fibel aufschlussreich. Wann sonst bekommt man schon alle Argumente des "Gegners" gebündelt vorgesetzt?

Zochs Radsündenauflistung ("Ampel-Autismus" bis "Fußgänger Super-G") klingt vertraut. Ihre Typologie ("Tugendradler", "Tigerenten-Fahrradmädchen", "Radl-Rentner") ebenso. Manches ("Plädoyer für Pedalsteuer") wirkt gewollt, anderes ist interessant: Die CO2- oder Wasserbilanz bei der Radherstellung oder die Liste der radtypischen Wehwehchen etwa. Und manchmal hat sie einfach nur recht - etwa beim Wettern gegen Dinge wie die Rad-Garage: "Man könnte es auch schlicht und einfach ,Plastikplane' nennen - dann kann man dafür aber nicht mehr 14,95 € verlangen." (Thomas Rottenberg/DER STANDARD/Automobil/11.03.2011)

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