E10: Fahren oder essen?

11. März 2011, 16:55
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    foto: apa

    Biosprit bleibt ein fragwürdiges Produkt.

Das Problem beim E10 ist, dass er weniger Energie enthält. Noch problematischer aber ist, dass ihn viele Automodelle nicht vertragen

In Deutschland geht es rund. Dort hat die schlecht vorbereitete Einführung einer neuen Kraftstoffsorte zur Totalverweigerung beim Publikum geführt. Kein Wunder, versucht die Mineralölindustrie doch immer wieder, uns dazu zu animieren, unser Auto mit irgendwelchen Spezialsorten zu verwöhnen, die im Wesentlichen nur eines bringen: höhere Kosten. Siehe eine Sorte, die man Winterdiesel nennt, obwohl ohnehin jeder im Winter verkaufte Diesel ein Winterdiesel ist.

Diesmal geht es aber um mehr. Der boykottierte Kraftstoff heißt E10 und ist ein Benzin, dem zehn Prozent Biosprit (Alkohol) beigemischt sind (rund fünf Prozent beim normalen Benzin). Dieser neue Sprit wird zwar billiger angeboten, er hat aber zwei Nachteile: Er enthält weniger Energie, was zu einem höheren Verbrauch führt - und, noch kritischer: Sehr viele Automodelle vertragen ihn nicht, weil der hohe Alkoholanteil Leitungen angreift, die dafür nicht konzipiert sind. Lauter technische Probleme, die sich bei entsprechender Aufklärung der Konsumenten aber lösen ließen.

Das politische Motiv hinter dem höheren Alkoholanteil ist, die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern und die Landwirtschaft in die Energieproduktion einzubinden, um sie wirtschaftlich breiter aufzustellen. Tatsache ist auch, dass Österreichs einzige Biospritfabrik der Agrana in Pischelsdorf durch den deutschen Vorstoß nun volle Auftragsbücher hat. Ethisch gesehen bleibt Biosprit ein äußerst fragwürdiges Produkt, da es überwiegend aus hochwertigem Getreide hergestellt wird. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/11.03.2011)

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Posting 1 bis 25 von 32
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ron4
00
23.3.2011, 16:18
sprit aus cellulose abfällen gibt es auch..

..wird seit einigen jahren von dynamotive energy systems, kanada, hergestellt. dieses "biooil" wird aus holzresten, stroh, schilf... sozusagen aus allem mit genug celluloseanteil, hergestellt, ist ein heizöl/ diesel ersatz und kann auch als benzinersatz umgewandelt werden.
die herstellung (pyrolyse) ist relativ einfach und wesentlich effizienter als andere verfahren.
und v.a. nicht aus potentiellen lebensmitteln!
obwohl sich diese firma auch regierungen präsentierte, dürften anscheinend nicht mal grüne kreise diese technologie kennen. frag' mich warum?
mir gefiele die idee aus 1t zigarettenstummeln einige fässer heizöl oder diesel zu gewinnen.

DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
00
23.3.2011, 16:04
langweilig

Wann kommen die Fragen:

- Faire Bedingungen für Ureinwohner in Explorationsgebieten oder billiges Öl zur Verschwendung durch unsere SUVs?

- Anfüttern von undemokratischen Regimen zur Beschaffung billigen Öls oder heimische Energiegewinnung - sofern das reicht -ansonsten mehr Steuern auf Benzin und Diesel um das 3l Auto und 3l Haus wirtschaftlich zu machen

- Erdbeben und Umweltverschmutzung durch hydraulic fracturing bei der Gewinnung von Erdgas oder Energie Sparen durch niedrigere Raumtemperaturen?

Die Fokussierung der Medien auf Biofuel-Kritik ist für die Ölfirmen eine richtige Wohltat. Da könen sie die ganzen unsauberen Geschichten rund um fossile Energieträger leichter kaschieren. Schüssel und Schröder helfen dabei.

rk73
02
16.3.2011, 16:20
schwachsinn

der e10 sprit ist einfach nur unnötig!! die ackerflächen könnte man für den eigentlichen zweck verwenden und zwar um lebensmittel zu produzieren und nicht sprit. fraglich ist auch neben dem schaden den man sich am motor einhandelt auch wieviel energie (sprit) die produktion des ethanol verschwendet wird. warscheinlich unterm strich ein verlust für die umwelt.
hoffentlich wollen unsere politiker nicht diesen blödsinn übernehmen denn das rapsöl im diesel war ja schon die erste hirnidee

leser 4712
00
13.3.2011, 15:57
in österreich

wird doch auch schon sei geraumer zeit rapsöl beigemischt. preismäßig wurde benzin dadurch nicht billiger, der km-bedarf hat sich jedoch erhöht.

hr. pröll freut sich über die (versteckt erfolgte preiserhöhung und) gestiegenen mineralölsteuereinnahmen.

Stachel
05
13.3.2011, 13:40
Mein Auto, mein Auto !!

Das ist doch eine schwachsinnige Diskussion.
Für die Welt ist es völlig egal ob eines unserer geliebten Autos kaputt geht.
Nicht egal ist der flächendeckende Anbau von "Spritpflanzen" weltweit in riesigen Monokulturen mit unglaublich hohen Subventionen. Immer mehr für uns überlebenswichtige Wälder werden dafür gerodet und die "Spritgrossbauern" verdienen sich krank. Die kleineren Bauern, die Nahrungsmittel produzieren werden mit Gewalt enteignet um den Multis den grösstmöglichen Profit zu ermöglichen. Es kommt der Tag, an dem wir unsere Autos essen müssen. Mahlzeit !!
Aber man hat sicher bei "Frisch gekocht" schon entsprechende Rezepte parat - wie etwa gekochter Kühlergrill an Reifenchutney mit gegrillten Bremsscheiben. Den jetzt schon hung

Parkschwein
00
14.3.2011, 11:17

dass du und 2 andere deinen polemischen schwachsinn gut findets das ist das eigentliche problem.

Mariothereal
00
12.3.2011, 21:30
diese motzerei erinnert mich stark an dies:

"It is not the critic who counts: not the man who points out how the strong man stumbles or where the doer of deeds could have done better. The credit belongs to the man who is actually in the arena, whose face is marred by dust and sweat and blood, who strives valiantly, who errs and comes up short again and again, because there is no effort without error or shortcoming, but who knows the great enthusiasms, the great devotions, who spends himself for a worthy cause; who, at the best, knows, in the end, the triumph of high achievement, and who, at the worst, if he fails, at least he fails while daring greatly, so that his place shall never be with those cold and timid souls who knew neither victory nor defeat." t. roosevelt

gasland the movie
00
13.3.2011, 11:13
naja

damals gabs noch nicht so viele anwälte, die einen in den ruin klagen konnten, weil man mit den eigenen muskeln die acker bewirtschaftete.

siehe "food inc".

über die heutigen zeiten würde auch roosevelt nur verzweifelt mit den schultern zucken.

pretty1
23
12.3.2011, 17:54
"Ethisch gesehen bleibt Biosprit ein äußerst fragwürdiges Produkt" : na, ihr lieben Grüne,welches Wendehals-Argument habt ihr jetzt ??

A ndreas Bogeschdorfer
01
14.3.2011, 09:53
Sie haben offensichtlich keinen blassen Schimmer.

die Grünen sind schon seit langem Kritiker von Biosprit.

Dies allerdings zu unrecht. Denn nur weil mangelhaft informierter Redakteur dem Biosprit die Sinnhaftigkeit per se abspricht, heißt das nicht, dass dies so stimmt.

Richtig ist, dass die Beimischung katastrophale Folgen hat. Weil große Mengen genutzt werden (wer soll denn beimischen, wenn nicht die Ölindustrie in den Raffinierien?) werden eben Regenwälder abgeholzt und für einseitige Rohstoffverwendung entschieden.

Das Problem sind die Quoten und die Struktur.

Regionale Selbstversorgung auf den verfügbaren Flächen und Reinkraftstoffnutzung (Öl statt Biodiesel) lassen andere Energie- Umwelt und Verteilungsbilanzen zu.

per sonne
03
13.3.2011, 12:09
Die Argumente der Grünen zum Thema Biosprit

lassen sich nachlesen, indem man auf http://www.gruene.at/ geht und dort in das Suchfeld "Biosprit" eingibt.

Zu Ihrer Unterstützung hier ein paar Resultate:

"Biosprit E10 Ende 2012 in Österreich - gefährliche Drohung Umwelt" http://www.gruene.at/skandale/... sen/71203/

"Lebensmittelkrise - Grüne fordern Stopp der Biosprit-Beimischung" http://www.gruene.at/landwirts... sen/29491/

"Pröll muss „Agrosprit-Irrweg“ beenden" http://www.gruene.at/landwirts... sen/28591/

gasland the movie
00
12.3.2011, 18:30

fleisch ist genauso fragwürdig.

kommen wir an einem punkt an, an dem wir mehr fleischesser haben als fleisch, werden ein paar menschen hungern müssen.

ab sofort nur mehr vegetarisch!

Cynicism
00
12.3.2011, 18:32

Im Zweifel müssen sich die Fleischesser dann halt gegenseitig anknabbern.

M L3
01
13.3.2011, 17:06
Nein, da essen wir dann lieber Vegatarier

Die leben ja angeblich gesünder. :-)

Herzerzog Johann
00
13.3.2011, 14:13

Im Zweifel knabbere ich aber die Körndlesser an.

Don schlau on
02
12.3.2011, 12:29
Reste und Überschüsse in Biosprit umwandeln

aber keine fixe Quote vorgeben.

Wenn es nur 3% sind sind es halt nur 3%, Importe aus undurchsichtenen Quellen sind mehr als nur Kontraproduktiv

A ndreas Bogeschdorfer
00
14.3.2011, 13:26

Endlich einmal ein Statement das über den Tellerrand des strikten "Njet" genauso blickt wie über jenen der sinnlosen Mengenvorgaben.

Roma eterna.
13
12.3.2011, 10:17
Es verdienen halt manche mit der Global-Warming-Panikmache

unfassbar viel. Besonders raffiniert ist da neuerdings die Landwirtschaft (die man bei uns sinnigerweise gleich im selben Ressort betreut wie die Umwelt): Das zeigt etwa derzeit gerade das E-10-Benzin in Deutschland, das weder technisch noch ökologisch noch ökonomisch einen Sinn macht. Das offenbar Autos ruiniert. An dem aber die Landwirtschaft blendend verdient. Und das die Lebensmittelpreise steil in die Höhe treibt. Um das zu kompensieren, wird dann wahrscheinlich wieder ein Oberpopulist wie schon einmal Werner Faymann auf Verlangen des Boulevards neue Schulden machen und sie an seine Wähler ausschütten.

johnny
00
12.3.2011, 12:49

und der pröll grinst im hintergrund hämisch und hilft dabei.

Entropix
00
11.3.2011, 20:39
auf jeden Fall

thermodynamischer Nonsens ;-)

A ndreas Bogeschdorfer
03
11.3.2011, 19:30
Totalverweigerung beim Publikum

Schöner läßt sich der charakter unserer energieversorgung nicht beschreiben. Wir sind Publikum, Zuseher, die hinnehmen müssen, was Politik und Großkonzerne uns vorsetzen.

Es ist Zeit für die Beschleunigung der Energiewende, die uns von Zusehern zu Teilnehmern macht.

Das gilt auch beim aktuellen Thema: Biosprit nicht durch Beimischung global organisieren, sondern kleinräumig, den natürlichen Potentialen angepaßt, als eine von zahlreichen Alternativen.

Das heißt Reinbiokraftstoffe, einmal Anpassung der Motoren an den Treibstoff (Pflanzenöl wegen besserer Energiebilan) anstatt die Treibstoffe laufend und energieaufwendig den Motoren anzupassen. Das Potential ergibt sich so von selbst, anstatt durch Quoten erzwungen zu werden.

gasland the movie
02
11.3.2011, 18:21

nichtessbare nährstoffgenügsame biospritpflanzen während der brach-phase auf fruchtwechselfeldern anbauen. löst gleich mehrere probleme. das weniger an feldern sollte durch mehr ertrag pro feld ausgeglichen werden.

dazu brauchts aber eine quote für nichtessbaren biosprit.

Club-der-dichten-Toten
00
13.3.2011, 11:50
nichtessbare nährstoffgenügsame biospritpflanzen

Die da wären?

A ndreas Bogeschdorfer
00
14.3.2011, 13:31
Eine ganze Menge.

Miscanthus, Hanf, verschieden ölhaltige Schmetterlingsblütler die zugleich Gründüngungspflanzen sind, Leindotter dessen Ölertrag über dem des Raps liegt, der in Mischkultur mit Getreide gehalten werden kann und keinen zusätzlichen Dünger braucht.

Auch Raps ist als Ölkultur nicht per se schlecht, weil er ohnehin als Futtermittel im Einsatz ist, das Öl dann quasi Reststoffverwertung.

Auch Ölpalmen sind nicht automatisch negativ zu bewerten. Erst wenn es um Großmengen für globale Märkte geht wie bei der Beimischung zwangsläufig, führt dies zu Großplantagen. Ölpalmen als integrales Element der Landwirtschaft (Agroforesting) für die regionale Selbstversorgung machen z.B. sehr wohl Sinn.

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