Stärkstes Beben in der Geschichte Japans

11. März 2011, 09:41
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Atomarer Notfall in zweitem Kraftwerk - Behörden veranlassen Evakuierung auch bei Akw Fukushima 2 - Radioaktivität dürfte in die Umwelt gelangt sein

Ein massives Erdbeben der Stärke 8,9 hat in Japan schwere Schäden angerichtet und eine Flutwelle ausgelöst. Der Tsunami schwemmte Häuser und Land weg. Das Beben hatte sich am Freitag gegen 14.45 Uhr Ortszeit (6.45 Uhr MEZ) ereignet. Die schweren Nachbeben dauern weiter an. derStandard.at hat live berichtet. Die aktuellste Sammelmeldung gibt's hier. Eine Zusammenfassung der Ereignisse vom Freitag finden Sie hier.

2:35 Uhr: Wir unterbrechen jetzt den Live-Ticker für ein paar Stunden und melden uns in aller Früh zurück - mit dem Verweis auf folgende Artikel:

Nachtmeldung: Angst vor einer Atomkatastrophe wächst

Atomexperte: "Ohne Kühlung schmilzt der Kern"

Augenzeugenbericht: Als ob uns die Erde abschütteln wollte

Hintergrund: Japaner üben regelmäßig für den Ernstfall

Ansichtssache: Das Ausmaß der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe

Gute Nacht!

1:52 Uhr: Evakuierung auch um AKW Fukushima 2 angeordnet

Nach dem Ausfall der Kühlanlage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 2 haben die Behörden am Samstag auch dort Evakuierungen angeordnet. Die Bewohner in einem Umkreis von drei Kilometern müssen ihre Häuser verlassen. Zuvor waren bereits in einem Radius von zehn Kilometern um das Atomkraftwerk Fukushima 1 die Bewohner in Sicherheit gebracht worden. Nach dem Ausfall der Kühlanlagen in Folge des schweren Erdbebens drohen in den Atommeilern Kernschmelzen.

1:41 Uhr: Risikoforscher Roman Lahodynsky: Radioaktivität dürfte in die Umwelt gelangt sein

Lahodynsky wertete den massiven Anstieg der Radioaktivität im AKW Fukushima 1 als Beleg dafür, dass bereits Radioaktivität in die Umwelt gelangt sei. Die extrem erhöhten Werte im Inneren des AKW seien nämlich durch angesaugte Atemluft zustande gekommen, sagte der Forscher in der "ZiB24" des ORF-Fernsehens. Sollte es nicht gelingen, den Reaktorkern mit Kühlwasser bedeckt zu halten, drohe "in sechs bis sieben Stunden" eine Kernschmelze. Ein solches Ereignis wäre vergleichbar mit dem Reaktorunfall von Tschernobyl, doch mit möglicherweise viel schwereren Auswirkungen. Das AKW liegt nämlich nur rund 250 Kilometer von der Millionenmetropole Tokio entfernt.

In der Turbinenhalle einer anderen Atomanlage in der Präfektur Miyagi im Nordosten der Hauptinsel Honshu war wegen des Bebens ein Feuer ausgebrochen, es konnte jedoch gelöscht werden. Elf der 55 Reaktoren Japans hatten sich wegen des Bebens automatisch abgeschaltet. Das Beben der Stärke 8,9 auf der Richter-Skala war das stärkste jemals gemessene in Japan, wo sich jährlich tausende Beben ereignen. Am Samstag ereigneten sich zahlreiche Nachbeben, mehr als acht Millionen Haushalte waren ohne Strom. Die Zahl der Toten dürfte auf mehr als 1000 steigen. Durch eine gewaltige Flutwelle (Tsunami) wurde etwa die Stadt Rikuzentakata mit etwa 25.000 Einwohnern fast vollständig zerstört.

1:01 Uhr: Notfall zwölf Kilometer von Reaktor Fukushima 1 entfernt

Auch für das japanische Atomkraftwerk Fukushima 2 ist der atomare Notfall ausgerufen worden. Das Kühlsystem in den drei Reaktoren des Akw sei ausgefallen, berichtete die Agentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco.

Fukushima 2 befindet sich zwölf Kilometer von Fukushima 1 entfernt, wo im Kontrollraum eines Reaktors eine tausendfach gegenüber dem Normalwert erhöhte Radioaktivität gemessen wurde. Die beiden Atomkraftwerke befinden sich rund 250 Kilometer nördlich von Tokio in der vom Beben besonders betroffenen Region. Experten befürchteten innerhalb weniger Stunden eine Kernschmelze, die zu einer unkontrollierten Kettenreaktion und zum Austritt von Radioaktivität ähnlich wie beim Super-GAU von Tschernobyl im Jahr 1986 führen könne.

0:53 Uhr: Notfall in weiterem Reaktor in Japan

0:12 Uhr: USA lieferten keine Kühlungsmittel für Nuklearrektor - Hillary Clinton vermeldete zu voreilig

Das US-Militär versorgte ein vom Erdbeben betroffenes japansiches Atomkraftwerk nicht mit Kühlungsmitteln, wurde von offizieller Stelle erklärt. Außenministerin Hillary Clinton hat vor einigen Stunden gesagt, dass die Air Force "Güter" geliefert hätte: "eine wirklich wichtige Kühlflüssigkeit".

Ein US-Beamter erklärte, dass Clinton gesagt worden sei, Japan habe um das Material angefragt und die USA hätten einer Lieferung zugestimmt - und dass die Operation bereits im Gange sei.

Allerdings hatte Japan keine Unterstützung der USA angefordert, aber darüber dürfte Clinton nicht informiert worden sein, bevor sie ihr öffentliches Statement abgab. "Wir verstehen, dass die japanische Regierung die Situation selbst handhaben wollte", sagte ein anderer US-Offizieller, der anonym bleiben wollte.

23:25 Uhr: Möglicherweise Radioaktivität ausgetreten

Es könne sein, dass in Fukushima Radioaktivität auch aus der Anlage ausgetreten sei, schrieb die Agentur Kyodo am Samstag (Ortszeit), nachdem sie unter Berufung auf die nationale Atomsicherheitsbehörde vom Anstieg der Radioaktivität innerhalb des Reaktors auf das 1000-Fache des normalen Werts berichtete hatte.

Premierminister Naoto Kan weitete den Evakuierungsbereich aus. Er forderte die Menschen in einem Radius von zehn Kilometern um das Kraftwerk auf, sich in Sicherheit zu bringen.

23:05 Uhr: Kyodo: Radioaktivität in Akw tausendfach erhöht

In dem vom schweren Erdbeben in Japan betroffenen Atomkraftwerk Fukushima Nr. 1 ist einem Medienbericht zufolge ein Grad an Radioaktivität gemessen worden, der eintausend Mal über dem Normalwert liegt. Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete am Samstag (Ortszeit), eine Sicherheitskommission habe dies im Kontrollraum Nr. 1 des Akw Fukushima Nr. 1 gemessen.

23:01 Uhr: Das stärkste Erdbeben in der Region seit 1.200 Jahren

Das sagt ein Experte des Geologischen Instituts der USA. Laut David Applegate brach die Erdkruste durch das Beben der Stärke 8,9 auf 240 Kilometer Länge und 80 Kilometer Breite auseinander.

Der Erdstoß dürfte nach Meinung Applegates damit der schwerste in der Geschichte Japans gewesen sein. Wissenschaftern zufolge ist das Beben auch das fünftstärkste weltweit, das jemals gemessen wurde. In Japan begann die Erdbebenmessung vor 140 Jahren.

22:54 Uhr: Chile erhöht Tsunami-Warnstufe für Osterinseln und Festland

Für die Küste Chiles und die nahe gelegenen Osterinseln wurde die Tsunami-Warnstufe erhöht. Die Regierung will auch Gegenden evakuieren, die von einer Flut erreicht werden könnten. In Chile hatten vor etwas mehr als einem Jahr ein Beben der Stärke 8.8 und in weiterer Folge Tsunamis mehr als 500 Menschenleben gefordert.

22:43 Uhr: Stadt im Nordosten von Feuer und Flut betroffen

In der Stadt Kesennuma mit 74,000 Einwohnern sind großflächige Brände ausgebrochen und ein Drittel der Stadt steht unter Wasser, berichtet die Nachrichtenagentur Jiji am Samstag (Ortszeit). Ob es sich um die Folgen von Nachbeben, die Stärken bis über 6 erreichten, handelt, ist wahrscheinlich.

22:28 Uhr: Druck in japanischem Atomkraftwerk Fukushima steigt weiter

Im japanischen Fukushima wächst die Angst vor einem atomaren Zwischenfall: Als Folge des verheerenden Erdbebens in Japan steigt der Druck in einem Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi, weil die Kühlung der Brennstäbe ausgefallen war. Das teilte das japanische Handelsministerium am Samstag (Ortszeit) mit. Dadurch droht im schlimmsten Fall eine Kernschmelze. Der Druck könnte das 2,1-fache dessen überstiegen haben, wofür das Turbinengebäude ausgelegt ist. Zuvor war die Überlastung mit einem Wert von 1,5 angegeben worden.

Die Betreiberfirma Tepco erwägt, den Druck abzulassen, weiß aber nicht, wie stark die radioaktive Strahlung im Inneren ist.

22:13 Uhr  Tsunami-Schäden in Kalifornien

Der nordkalifornische Ort Crescent City wurde von über zwei Meter hohen Wellen getroffen. "Über 30 Boote im Hafen wurden beschädigt, Anlegestellen sind zu Bruch gegangen", sagte Joe Young von der lokalen Katastrophenbehörde. Mehr als 4.000 Einwohner seien in der Nacht in Sicherheit gebracht worden. Nach einem Beben 1964 waren in Crescent City elf Menschen in einer Flutwelle ums Leben gekommen.

Auch im Hafen von Santa Cruz südlich von San Francisco, gingen zahlreiche Boote zu Bruch. Die Flutwellen drückten Jachten in die Holzstege, Boote wurden losgerissen und trieben führerlos im Hafenbecken.

Tausende Schaulustige ignorierten Warnungen der Behörden und schauten sich das Naturspektakel entlang der Küste an. An einem Strand in Nordkalifornien wurden drei Männer von einer Welle ins Meer gerissen, berichtete der Radiosender KCBS. Zwei konnten sich an Land retten, einer wurde zunächst vermisst.

21:55 Uhr: Mehr als acht Millionen in Japan Haushalte ohne Strom

Die erste Nacht nach dem schwersten Erdbeben in der Geschichte Japans haben Millionen Menschen in völliger Dunkelheit verbracht. Mehr als acht Millionen Haushalte hatten weder Strom noch Telefon, in Hunderttausenden weiteren fielen auch Gas und Wasser aus, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag (Ortszeit). "Es ist stockdunkel in unserem Viertel", sagte Makiko Tazaki in der Stadt Sendai im Nordosten der Hauptinsel Honshu, die besonders stark von dem auf das Beben folgenden Tsunami betroffen war.

"Wir haben keinen Strom oder sauberes Wasser. Wir haben keine  Heizung, es ist kalt", sagte die Mutter eines elfjährigen Sohns. Während des scheinbar minutenlangen Bebens habe sie sich an einer Säule festgehalten. "Ich wusste sofort, dass es kein Beben war, wie ich es kannte." In Sendai wurden mindestens 1200 Häuser zerstört. 200 bis 300 Leichen wurden an den Strand der Stadt mit einer Million Einwohner geschwemmt. In der Nacht erschütterten weitere Nachbeben die Region.

In der Hauptstadt Tokio saßen rund eine Million Pendler fest, nachdem die U-Bahn wegen des Bebens ihren Betrieb eingestellt hatte. Da die Menschen nicht nach Hause zurückkehren konnten, deckten sie sich in den Geschäften mit Essen und Trinken ein. Die Hotels waren rasch ausgebucht, auf den Straßen stand der Verkehr still. Die Behörden riefen die Menschen auf, in der Nähe ihrer Büros zu bleiben und nicht zu versuchen, zu Fuß nach Hause zu gelangen. Zudem forderten sie Geschäfte und Cafés auf, den Menschen Trinkwasser zu geben.

20:48 Uhr: Evakuierungen in Chile und Ecuador wegen Tsunami

In Chile wurden etwa 4.500 Bewohner der wegen ihrer Steinfiguren weltberühmten Osterinsel auf den Flughafen der Insel gebracht. Dort seien die Menschen in Sicherheit, "da das Gelände 47 Meter über dem Meeresspiegel liegt", sagte der Minister für öffentliche Bauten, Hernan de Solminihac. Zunächst richtete die Flutwelle auf ihrem fast 16.000 Kilometer weiten Weg Richtung Südamerika keine größeren Schäden an.

Es werde mit einer Flutwelle von maximal zwei Metern Höhe gerechnet, die die 3.500 Kilometer westlich vom Festland liegende Osterinsel kurz vor 22.00 Uhr MEZ treffen werde, betonte de Solminihac. Auch in Ecuador mussten tausende Menschen aus küstennahen Regionen ihre Häuser verlassen und wurden weiter landeinwärts in Notunterkünfte gebracht.

Auf den zu Ecuador gehörenden Galapagos-Inseln mit ihrer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt wurde ebenfalls Tsunami-Alarm ausgelöst. Menschen und viele der Tiere, darunter auch die Riesenschildkröten, wurden in höhere Regionen gebracht. Alle touristischen Aktivitäten wurden eingestellt. Kleinere Schiffe durften nicht mehr auslaufen, größere wurden aufgefordert, sich Richtung hoher See von der Küste zu entfernen.

20:17 Uhr: Erneut starkes Beben

Nach den schweren Erdstößen vor der Ostküste Japans hat nun ein Beben der Stärke 6.6 die Provinz Nagano im Nordwesten erschüttert, berichtet die TV-Station NHK. Eine Warnung vor Tsunami gaben die Behörden aber nicht aus. Die Region liegt weit von der Gegend entfernt, die am Vortag von einem Erdbeben der Stärke 8,9 heimgesucht worden war.

19:50 Uhr: Radioaktivität könnte durch Druckablassen in Umwelt gelangen

Nachdem die Kühlung der Brennstäbe in Fukushima Daiichi ausgefallen ist droht im schlimmsten Fall eine Kernschmelze, so Reuters. Der Druck überstieg nach Angaben der Atomsicherheitsbehörde das 1,5fache dessen, wofür das Turbinengebäude ausgelegt ist. Die Betreiberfirma Tepco erwäge, den Druck abzulassen, wisse aber nicht, wie stark die radioaktive Strahlung im Inneren sei. Der japanische Kabinettschef Yukio Edano sagte, durch Ablassen des Drucks könne Radioaktivität in geringem Umfang in die Umwelt gelangen. In einem Umkreis von drei Kilometern um das AKW seien alle Bewohner in Sicherheit gebracht worden. Die US-Luftwaffe schickte nach Angaben von Außenministerin Hillary Clinton Kühlmittel.

19:34 Uhr: Druck in AKW steigt

In einem Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi steige der Druck, meldet NTV und beruft sich auf die Nachrichtenagentur Kyodo und die Betreiberfirma Tepco. Demzufolge solle im Turbinenhaus des Kraftwerks die Strahlung steigen. NTV: "Tepco versuche, den Druck zu verringern, so die Agentur Jiji. Dabei könnte auch Strahlung nach außen gelangen, berichtet die Wirtschaftszeitung 'Nikkei'".

19:20 Uhr: 20 Österreicher in betroffener Region wohlauf

Etwa 40 Österreicher dürften sich laut Außenminister Michael Spindelegger während der Katastrophe in der Erdbebenregion in Japan aufgehalten haben. "Von 20 Personen wissen wir, dass sie wohl auf sind und keine Hilfe benötigen. Wir haben keinen Hinweis auf jemanden, der zu Schaden gekommen ist", sagte Spindelegger am Freitagabend. "Es gibt niemanden, der sagt, er möchte sofort nach Hause gebracht werden." Zu den übrigen Österreichern habe man noch keinen Kontakt aufnehmen können.

Der Grund dafür sei die äußerst schwierige Kommunikationssituation, erklärte Spindelegger. Zunächst habe man nur einen geringen Teil der gesuchten Österreicher erreicht, da sich der Großteil während des Bebens zur Mittagszeit im Büro aufgehalten habe und über die privaten Telefonkontakte nicht erreichbar gewesen sei. Man hoffe bis Samstag alle Österreicher in der Erdbebenregion kontaktieren zu können. Insgesamt leben in Japan 470 Auslandsösterreicher.

19:14 Uhr: USA schicken Flugzeugträger, erklärt Obama

Um die Hilfsmaßnahmen nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami zu unterstützen, werden Flugzeugträger eingesetzt. Obama hatte am Vormittag mit dem japanischen Regierungschef Naoto Kan telefoniert. Erneut sprach der US-Präsident dem japanischen Volk sein Beileid aus und nannte Japan einen der "stärksten und engsten" Verbündeten der USA. Zur Tsunami-Gefahr für die US-Westküste sagte Obama, bisher gebe es keine Berichte über irgendwelche größeren Schäden, "aber wir nehmen das sehr ernst".

18:55 Uhr: Augenzeugenbericht aus Tokio

DER STANDARD-Reporter Martin Kölling aus der japanischen Hauptstadt: Als ob uns die Erde abschütteln wollte

18:42 Uhr: Nachrichtenagentur: 330 bestätigte Todesopfer

Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, steigt die Zahl der Opfer von Minute zu Minute. Bisher gebe es laut Polizei mehr als 330 bestätigte Todesopfer. Mehr als 530 Menschen würden noch vermisst, 630 Menschen seien verletzt worden. Wahrscheinlich werde die Zahl der Opfer auf mehr als 1000 steigen.

18:26 Uhr: Update zur Situation in den Atomkraftwerken

Die Gefahr einer Kernschmelze bestehe weiterhin - mehr dazu hier.

17: 58 Uhr: Tsunami-Wellen treffen auf US-Westküste

Die ersten Wellen trafen an der Stränden des Bundesstaates Oregon ein, berichtete der Radiosender KCBS. Für die gesamte Westküste war eine Tsunami-Warnung ausgerufen worden. Die Behörden warnten vor bis zu zwei Meter hohen Wellen.

Einwohner in besonders gefährdeten Küstenabschnitten wurden aufgerufen, in höher gelegenen Regionen Schutz zu suchen. Die Behörden warnten, die möglichen Gefahren nicht zu unterschätzen. Einige Küstenstraßen und Häfen wurden vorsichtshalber gesperrt.

Der vom Erdbeben ausgelöste Tsunami hatte bereits zuvor die zu den USA gehörenden Hawaii-Inseln erreicht. So wurden nach Angaben des Senders CNN im Norden von Maui fast zwei Meter hohe Fluten gemessen. Weil es noch dunkel war, herrschte zunächst Unklarheit über das Ausmaß der Schäden.

17:50 Uhr: Bundespräsident Fischer schrieb an japanischen Kaiser

Bundespräsident Heinz Fischer drückte in einem Schreiben gegenüber dem Kaiser von Japan seine Betroffenheit über das verheerende Erdbeben aus. Wörtlich heißt es in dem Schreiben, dass "das menschliche Leid, das durch diese Naturkatastrophe verursacht wurde, unbeschreiblich ist".

"Die enormen volkswirtschaftlichen Schäden sind wohl noch nicht abschätzbar. Ich möchte daher Ihnen, Majestät, meine tief empfundene und solidarische Anteilnahme und das Mitgefühl des ganzen österreichischen Volkes zum Ausdruck bringen", schrieb der Bundespräsident an Kaiser Akihito. "Mit großer Dankbarkeit denke ich an Ihre Gastfreundschaft und die guten Gespräche mit Ihnen und Ihrer Majestät, der Kaiserin, bei meinem Besuch Ende September/Anfang Oktober 2009", heißt es in dem Schreiben abschließend.

17:32 Uhr: Opferzahlen aus Japan

Mehr als 300 Tote und 500 Vermisste in Japan nach Beben und Tsunami, vermeldet der TV-Sender NHK.

17:23 Uhr: News aus Hawaii

An der Küste Mauis erreichten die Wellen eine Höhe von zwei Metern. Experten warnten, dass die Wellen noch höher werden könnten. Allerdings rechne man nicht damit, dass sie auf Hawaii größere Schäden anrichten.

Wie BBC berichtet, waren die bisherigen Wellen auf der Insel Oahu maximal 85 Zentimeter hoch. Die Behörden warnen aber weiter davor, dass noch für weitere Stunden Überflutungsgefahr besteht und die evakuierten Bereiche nicht betreten werden dürfen.

Im Badeort Waikiki bahnten sich die Wellen ihren weg über eine Schutzmauer und stoppten noch vor den Luxushotels. Auch an der US-Westküste, wo der Tsunami um etwa 17.30 Uhr (MEZ) erwartet wird, wurden Evakuierungen angeordnet.

17.01 Uhr: Österreichische Wissenschafterin zu Situation in Japan

"Es ist ziemlich chaotisch", beschrieb die Japanologin Angela Kramer von der Universität Wien die Berichte, die seit dem verheerenden Erdbeben im japanischen Fernsehen zu sehen sind. "Bitte flüchten Sie! Gehen Sie nicht in die Nähe des Meeres!" ertönt es im Minutentakt, dazwischen werden Bilder von wackelnden Häusern und schwimmenden Autos gezeigt. Die Todesopfer werden inklusive Alter und Herkunft einzeln aufgezählt. "Die Leute wissen nicht, was sie tun sollen", so Kramers Eindruck beim Fernsehen.

In d Tokio haben die Menschen Angst vor weiteren Erdstößen. "Da sind die Straßen und frei stehenden Plätze voller Menschen. Sie werden gewarnt, nicht zu Fuß nach Hause zu gehen, da Nachbeben die sie umgebenden Gebäude zum Einsturz bringen könnten", erzählte Kramer. "Die Japaner sind in solchen Situation sehr diszipliniert und warten in Reih und Glied." Auch in Tokio gebe es laut dem japanischen TV-Sender NHK Schäden, so zeigte das Fernsehen zum Beispiel ein eingestürztes Supermarkt-Dach. Es fahre keine U-Bahn, kein Bus oder Zug - gar nichts.

Das Fernsehen bietet laut der Wissenschafterin in der Katastrophensituation eine wichtige Orientierung für die betroffene Bevölkerung. Die Sender berichten live über die Katastrophe und geben Warnungen weiter. "Die Japaner haben ständig den Fernseher eingeschaltet, weil das so zur Gesellschaft gehört", erklärte Kramer, die sechs Jahre in Japan gelebt hat. Über mögliche nukleare Zwischenfälle gebe sich die Behörde zurückhaltend. Kramer: "In solchen Situation ist man sehr vorsichtig.

16:51 Uhr: Weitere starke Nachbeben

Zwei Nachbeben der Stärke 5,1 haben die Ostküste Japans erschüttert, meldet die Wissenschaftsplattform USGS.

16.40 Uhr: Auch die New York Times hat eine Ansichtssache

16.39 Uhr: Metro will Supermärkte in Tokyo am Samstag wieder öffnen

Bei dem schweren Erdbeben in Japan sind auch Großmärkte des Handelsriesen Metro im Raum Tokio in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach ersten Erkenntnissen handele es sich aber nur um kleinere Schäden, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Konzerns. Metro hoffe, die neun Filialen am Samstag wieder öffnen zu können. Die rund 1000 Mitarbeiter in Japan seien nicht zu Schaden gekommen.

16.35 Uhr: Erste deutsche Helfer des THW unterwegs nach Japan

Die deutsche Bundesregierung schickt erste Helfer nach Japan. Vier Experten des Technischen Hilfswerks (THW) seien bereits unterwegs nach Tokio, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Die Fachleute sollten die Arbeit der Botschaft unterstützen sowie Möglichkeiten für den Einsatz in Japan prüfen. In Deutschland seien Mannschaften des THW für den Einsatz in Japan mobilisiert worden. Sie stünden sofort bereit, falls die japanische Regierung um Hilfe bitten sollte, erklärte das Auswärtige Amt.

Auch private Hilfsorganisationen wie das Bündnis "Aktion Deutschland hilft" bereiteten sich in Deutschland auf die Reise ins Erdbebengebiet vor. Am Samstag werde in einer Telefonkonferenz über Möglichkeiten der Hilfe beraten, teilte die Dachorganisation mit.

16.32 Uhr: Atomkraftwerk Fukushima Daiichi bald wieder in Normalbetrieb

Laut der Agentur Jiji soll das Atomkraftwerk, dessen Kühlsystem nach dem Beben defekt ist, bald wieder ohne Probleme laufen.

16.27 Uhr: Warnung für San Francisco

Vertreter der Stadtregierung warnen via Medien vor Tsunami an der Küste von San Francisco. Die Bevölkerung soll sich nicht mehr in der Nähe der Küste aufhalten.

16:25 Uhr: Nachbeben sollen noch tagelang vorkommen

Experte spricht auf BBC. Die Nachbeben sollen aber nicht mehr die Zerstörungskraft aufweisen, wie das Hauptbeben.

16.12 Uhr: 900 Rettungskräfte in den Norden Japans gesendet

Die BBC berichtet, dass der japanische Premierminister Rettungstrupps in die betroffenen Regionen geschickt hat.

16.00 Uhr: Feuer im Stahlwerk Kashima

von Sumitomo Metal Industries, meldet die Agentur Jiji.

15.56 Uhr: Weitere fünf Nachbeben an Japans Ostküste

Fünf starke Nachbeben (5.5 nach Richter) wurden an der japanischen Ostküste gemessen. Das zeigen Daten des US Geological Survey.

15.53 Uhr: AUA-Maschine Wien-Tokio gestartet 

Bei der AUA (Austrian) ist der wegen der stundenlangen Sperre des Flughafens von Tokio verzögerte Flug der Linienmaschine ab Wien am Nachmittag gestartet. Nachdem der Tokioter Airport wieder geöffnet wurde, hob die Maschine um 15.46 Uhr ab.

Aus Tokio befand sich gerade eine AUA-Maschine auf dem Weg zurück nach Wien. Das Flugzeug wurde planmäßig für 16.10 Uhr in Wien-Schwechat erwartet. Großes Glück hatten die rund 200 Insassen des Fliegers: Die Maschine war um 12.25 Uhr Ortszeit in Tokio gestartet, also kurz vor dem verheerenden Erdbeben.

15.52 Uhr: Ein Feuer setzte großes Hafengebiet in Japan in Brand

Aus einer Militärmaschine wurde ein großes Feuer nach dem Erdbeben gefilmt, das ein gesamtes Hafengebiet in Brand steckte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Häuser und andere Gebäude stehen in der Stadt Kesennuma, nahe Sendai, in Flammen. In der Stadt wohnen 74.000 Menschen.

15.43 Uhr: Experten: AKW Fukushima nur noch Batterie gekühlt

Nach dem Erdbeben in Japan läuft das Notkühlsystem des Atomkraftwerks Fukushima nach japanischen Informationen nur noch im Batteriebetrieb. Die Akkus lieferten nur noch Energie für wenige Stunden, erklärte die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln unter Verweis auf japanische Angaben. "Im allerschlimmsten Fall droht dann eine Kernschmelze", sagte GRS-Sprecher Sven Dokter. Was genau passieren könne, sei aber aufgrund der unklaren Lage noch nicht zu beurteilen.

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    Eine Siedlung in der Stadt Soma in der Präfektur Fukushima im Norden Japans am Samstagfrüh (Ortszeit). In dieser Gegend stehen auch die beiden Atomkraftwerke.

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    karte: earthquake.usgs.gov
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    Das Hauptbeben fand direkt vor der Küste Japans statt.

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    Zahlreiche Brände brachen nach dem Erdbeben in Japan aus.

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    Autos und Häuser wurden von der Flut weggespült.

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    Eine zehn Meter hohe Flutwelle traf auf Japans Küste.

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