Im eigenen Land gut ausgebildet, in Wien erneut geprüft

10. März 2011, 17:57

Kindergartenpädagoginnen aus EU-Ländern könnten nach Arbeitsmarktöffnung Personalmangel mindern

Wien - Als Jana T. vor zehn Jahren nach Wien kam, hatte sie daheim in Tschechien eine vierjährige Berufsbildende Schule für Sozialpädagogik mit Matura abgeschlossen und bereits einige Jahre in einem Hort in Prag gearbeitet. "Mit meiner Ausbildung konnte ich in Tschechien mit Kindern von Null bis 18 Jahren als Erzieherin arbeiten", erzählt T., die mittlerweile einen Kindergarten leitet.

In Österreich wurde ihr Sozialpädagogik-Abschluss allerdings weder für den Kindergarten noch für den Hort anerkannt. Jana T. begann damals zwar in einem Kindergarten zu arbeiten, musste aber die Ausbildung drei Jahre lang berufsbegleitend nachholen.

Laut dem Dachverband der Kindergartenpädagoginnen fehlen in Wien derzeit 600 Kindergartenpädagoginnen. Nach der Öffnung des Arbeitsmarktes ab 1. Mai 2011 können auch Pädagoginnen aus Tschechien, Ungarn, Polen, der Slowakei oder aus den baltischen Staaten ohne Arbeitsbewilligung in Österreich arbeiten.

Bei Einrichtungen des Vereins "Kinder in Wien" sind seit zwei Jahren Mitarbeiterinnen aus neuen EU-Ländern beschäftigt, wie Geschäftsführerin Monika Riha erzählt. Da Pädagoginnen gesucht werden, seien die Arbeitsbewilligungen kein Problem gewesen.

Die Stadt Wien setzt auf fünfsemestrige Ausbildungsmodule für Quereinsteiger, um den Personalmangel auszugleichen. Den Absolventinnen dieser Kurse soll auch weiterhin der Vorrang gegeben werden, heißt es im Büro von Stadtrat Christian Oxonitsch (SP). Wenn Pädagoginnen aus EU-Staaten die Voraussetzungen erfüllen, spreche aber nichts dagegen - dies müsse aber in jeden Fall individuell entschieden werden. Laut der zuständigen MA 11 gab es im Vorjahr 108 Anträge von EU-Bürgerinnen auf Anerkennung ihrer Ausbildung, in 80 Fällen wurde das Ansuchen positiv erledigt.

Um den Mangel in den Griff zu bekommen, spreche nichts dagegen, Kindergartenpädagoginnen aus den neuen EU-Mitgliedstaaten anzuwerben, da diese vielfach auf akademischem Niveau ausgebildet werden, sagt die VP-Chefin Christine Marek. "Grundvoraussetzung sind allerdings einwandfreie Deutschkenntnisse." (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD; Printausgabe, 11.3.2011)

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15 Postings
eva tretter
00
20.7.2011, 21:15
ausbildung

sorry, in der CZ existiert genau eine pädagogische "mittlere" schule - hier BAKIP
Fr. Jana hat leider keine pädag. studium, die für KIGA orientiert ist, deswegen hat sie alles nachholen muessen.
also bitte nicht zwei unterschiedliche sachen zusammen mischen....

La Balance
00
19.3.2011, 09:55

Anstatt den Beruf wieder attraktiv zu machen, mehr Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen, Angleichungn an die Lehrer,... schleußt man billiges Personal ein, um ja nicht nach den Gründen dieser Miserie suchen zu müssen! Österreich hat immer schon eine Vogelstraußpolitik betrieben!!!!

Thomas Felder1
01
16.3.2011, 19:13
Die Stadt Wien setzt auf fünfsemestrige Ausbildungsmodule für Quereinsteiger

auf Kolleg-Diplom Niveau, das muss hier auch dazu gesagt werden.

angelvoices
00
11.3.2011, 14:20
falsche Überschrift

es müsste heißen " wie sich die Zeiten ändern"
die Bevölkerungsstruktur ändert sich, dadurch auch die Anforderungen und womöglich auch das Dienstrecht und die Bezahlung...

Ederplan
00
16.3.2011, 21:52
vor 10 Jahren.........

kamen um 64 000 Kinder mehr auf die Welt,müsste doch bedeuten,das Personal sollte reichen.
Versteh die ganze Aufregung nicht.Wir haben einen Tiefststand,also ein Minus von 16,3% an Volksschülern.
Und die 25 Kinder in einer Klasse waren die Folge davon.Uns Normalbürger wird aber was anderes vorgegaukelt.

absurdistanerin
00
17.3.2011, 00:07
re: vor 10 jahren....

...hätte es genug personal gegeben, um etwas an den rahmenbedingungen zu ändern, wurden aber ob dieses wunsches quasi ausgelacht, obwohl z.b. skandinavische modelle schon ein gutes vorbild lieferten.
in den letzten jahren hat NÖ ordentlich an kindergartenplätzen aufgestockt, viele kolleginnen sind raus gegangen, weil die bedingungen besser sind zum arbeiten.
nachdem sich umspricht, unter welchen bedingungen wir vernünftige bildungs- und erziehungsarbeit leisten sollen (zu viele kinder für zu wenig personal,die anforderungen von seiten der regierung sind gestiegen, die kinder werden immer schwieriger,...) wollen immer weniger diesen beruf ergreifen und somit konnten viele frei gewordene stellen nicht nachbesetzt werden.

Inchen2000
13
11.3.2011, 13:49
QUANTITÄT

In Wien setzt man leider auf Quantität statt Qualität.

Hauptsache alle Eltern haben einen Platz. Die werden schon nicht mitbekommen, dass im Moment aufgrund von Personalmangel ihre Kinder nicht gut betreut werden können.

Thomas Felder1
00
16.3.2011, 19:12

im Gegenteil, Wien ist das einzige Bundesland wo in diesem Bereich Qualität herrscht

didi111
41
11.3.2011, 13:43
Also wirklich...

Müssen die Kindergartentante wirklich akademisch ausgebildet werden?

Das ist doch echt kindisch!!

Sollte dieses Denken in unserer Gesellschaft mehr Raum bekommen, dann freue ich mich schon auf die akademisch gebildete Regalsachbearbeiterin beim Billa.

absurdistanerin
00
17.3.2011, 00:16

genau deshalb: http://www.wien.gv.at/bildung/k... gsplan.pdf

weil wir die zukunft unseres landes in den händen haben, sprich kinder, die von zu hause oft weder erziehung und grenzen, noch bildung kennen, kinder, die erhöhten förderbedarf aufweisen. weil unser anforderungsprofil reicht von pädagogin, psychologin, familientherapeutin, über managerin, diätologin, krankenpflegerin bis hin zu einer stabilen bezugsperson, die den kindern jenes rüstwerkzeug mitgeben, um ihren weg in der schule und im leben möglichst leicht zu schaffen. DARUM!

MissCrown
03
11.3.2011, 12:13

das gehalt ist auch von bundesland zu bundesland verschieden. in wien wird im vergleich zwischen bgld, nö und w am wenigsten bezahlt; deswegen wechseln auch viele in kindergärten, die um wien herum, im nö speckgürtel liegen.
anstatt ordentlich zu entlohnen wurde gegen den personalmangel dieser schnellkurs ins leben gerufen was meiner meinung nach am problem langfristig gesehen vorbeigeht.

Thomas Felder1
02
16.3.2011, 19:12

es gibt keinen schnellsiedekurs

Christian Mathias Sand
 
00
11.3.2011, 12:04

Ähnliches gilt auch für Lehrerinnen und Lehrer, wo Stadtschulrat und Landesschulräte teilweise völlig konträr zu EU-Recht Anerkennungen verweigern, trotz kompatiblem ausländischen Studium, jahrelanger Berufserfahrung und exzellenten Deutschkenntnissen. Lieber stellt man Studierende im 3. Semester ein.

(Ja, ich weiß, man könnte einen Bescheid verlangen und Rechtsmittel einlegen, aber das ist ein bisserl viel verlangt.)

Adolf Ogi
33
11.3.2011, 03:14
naja

bei dem Gehalt, das man in Österreich in diesem Beruf kriegt, würden sowieso nur InteressentInnen aus unseren östlichen Nachbarländern kommen. Und wer die Schulen und Kindergärten dort kennt, weiß, dass dort noch ein anderer Wind weht. Da herrschen noch Erziehungsmethoden, die bei uns längst abgeschafft sind. So eine Nostrifizierungsprüfung kann also ein guter Anlass sein, sich mit hiesigen pädagogischen Methoden überhaupt erst einmal auseinander zu setzen.

Wladimir Burdajewicz
 
11
12.3.2011, 09:46
Da herrschen noch Erziehungsmethoden, die bei uns längst abgeschafft sind.

Und welche sind das ?. (DIE METHODEN). Ein Schwachsinn.

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