Facebook-Aufruf zu neuem Palästinenseraufstand

10. März 2011, 16:32
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52.000 Benutzern "gefällt" die Seite mit dem programmatischen Titel "Die dritte Intifada"

Palästinenser haben erstmals über das soziale Netzwerk Facebook und den Mikroblogging-Dienst Twitter zu einem neuen Aufstand gegen Israel aufgerufen. Mehr als 52.000 Facebook-Mitglieder haben auf der Seite "Die dritte Intifada" bereits "Like" (Gefällt mir) geklickt. Unter einer geballten Faust in den Farben der Palästinenserflagge heißt es: "Palästina wird befreit und wir werden es befreien."

Auf der Seite werden die Einwohner der umliegenden arabischen Staaten dazu aufgerufen, am 15. Mai in Richtung Palästina zu marschieren und es zu befreien. An diesem sogenannten Nakba-Tag erinnern die Palästinenser an Flucht und Vertreibung nach der israelischen Staatsgründung 1948.

Nach den Aufständen in Tunesien, Ägypten und Libyen sei es nun auch an der Zeit für einen Aufstand in Palästina, heißt es auf der Facebook-Seite weiter. Bis Mai wollen die Initiatoren mit dem Aufruf über Facebook und Twitter Millionen Menschen erreichen. Am Ende der Seite steht eine Warnung in englischer Sprache: "Wenn Facebook diese Seite blockiert, werden alle Muslime Facebook für immer boykottieren!"

Rückblick

Der erste Palästinenseraufstand Intifada begann 1987. Dabei wurden nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation B'tselem rund 1400 Palästinenser und rund 270 Israelis getötet. Seit Beginn der zweiten Intifada im Jahr 2000 und bis zum Gaza-Krieg zur Jahreswende 2008/2009 kamen laut B'tselem knapp 4800 Palästinenser ums Leben. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums wurden in den Jahren 2000 bis 2007 bei 140 palästinensischen Selbstmordanschlägen 542 Menschen getötet.

Die Palästinenserführung in Ramallah setzt auf gewaltlosen Widerstand gegen Israel und strebt eine umfassende Friedensregelung an. Die Behörde von Präsident Mahmoud Abbas hofft, dass die internationale Gemeinschaft bis September einen unabhängigen palästinensischen Staat anerkennt. Doch in den Palästinensergebieten herrscht angesichts des seit Jahren stockenden Friedensprozesses mit Israel große Frustration. (APA)

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