Die Krise hatte massive Auswirkungen auf den Tourismus in Ägypten. Tourismusminister Munir Fakhry Abdel Nur will Vorjahreszahlen erreichen
Ägypten will die wegen der politischen Unruhen erlittenen Einbrüche im Tourismusgeschäft bis Jahresende komplett aufholen. "Trotz der starken Rückgänge zu Jahresbeginn wollen wir die gleichen Besucherzahlen wie 2010 schaffen", sagte der neue Tourismusminister Munir Fakhry Abdel Nur auf der weltgrößten Reisemesse ITB in Berlin. "Es normalisiert sich schneller, als wir zu hoffen wagten." Die Auslastung der Hotels steige bereits wieder. Auch der Flugverkehr nehme wieder zu. "Wir haben in den vergangenen Tagen den Beginn der Erholung gesehen", sagte Nur.
Wegen der politischen Unruhen, die zum Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak führten, haben viele Touristen einen Bogen um Ägypten gemacht. "Im Februar kam praktisch kein Tourist zu uns", sagte der Minister. Im Normalfall halten sich jeden Monat bis zu 1,2 Millionen Gäste im Land auf. Im März dürften es nur etwa halb so viele sein wie gewöhnlich.
"Ägypten hat durch die friedliche Revolution viel an internationalem Ansehen gewonnen", sagte Nur. "Das wird uns helfen, den Verlust rasch wieder aufzuholen." Ägypten setzt dabei auf neue Besucher aus aufstrebenden Schwellenländern in Asien und Lateinamerika wie China und Brasilien.
2010 kamen 14,2 Millionen ausländische Gäste nach Ägypten - fast jeder Zehnte davon aus Deutschland. Bis 2025 soll die Zahl der Touristen auf bis zu 25 Millionen erhöht werden. Das Wohl und Wehe des Landes hängt in großem Maße vom Tourismus ab, der mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von rund zwölf Prozent zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen gehört. Etwa jeder achte Ägypter arbeitet in dieser Branche.
Bei Deutschlands drittgrößtem Reiseveranstalter Rewe Touristik liegen die Sommer-Buchungen für Ägypten derzeit um 28 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Tendenz gehe aber wieder nach oben. "Die Aufholjagd beginnt", sagte Rewe-Manager Sören Hartmann. "Wir haben wieder positive Buchungseingänge." (Reuters)