Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate


Frank J. Schnitzler (69) betrieb mit großer Begeisterung jahrzehntelang exquisite Parfümerien in Deutschland, derzeit arbeitet er als Berater für die Parfümindustrie. Gemeinsam mit Bodo Kubartz veröffentlichte er kürzlich "Das große Buch vom Parfum".

"Ein gutes Parfum ist ein Kunstwerk", sagt Frank J. Schnitzler, der mehr als 35 Jahre exquisite Parfümerien in Deutschland führte und derzeit diverse Parfummarken berät. Der Autor des kürzlich erschienenen Nachschlagewerkes "Das große Buch vom Parfum" gibt im Gespräch mit derStandard.at Tipps zu Parfumkauf und -lagerung, an welchen Körperstellen ein Duft am besten aufgetragen wird und erklärt, warum sich Parfums mit großen Namen schmücken.
****
Ein Duft ist soviel mehr als ein Duft: Er weckt Erinnerungen an bestimmte Personen, Lebenssituationen und Gefühle, er verwandelt in eine andere Person, drückt das derzeitige Lebensgefühl aus, beeinflusst die Stimmung und betont die Persönlichkeit. Und noch viel mehr: "Parfum ist das Tüpfchen auf dem i, um die Persönlichkeit zu unterstreichen oder sich gute Laune zu machen. Menschen, die sich beispielsweise kein Dior-Kleid oder keine -Tasche leisten können, aber ein kleines Fläschchen Dior-Parfum haben das Gefühl: 'Ich gehöre dazu'. Die psychologische Wirkung ist ein Hauptgrund, warum die Parfums sich häufig mit großen Namen schmücken", so Schnitzler.
Parfum kaufen
Lust und Neugier auf ein bestimmtes Parfum werden vorwiegend über die Werbung geweckt, der olfaktorische Test bringt dann oft die Enttäuschung: Markenname und Flakon vermittelten ein Bild, das nicht so recht in die Nase passen will. Der Parfumkauf sollte deshalb gut überlegt werden - eine gute Beratung kann dabei Gold wert sein. Denn nur weil eine Kundin in einem sportlichen Outfit eine Parfümerie betritt, heißt das nicht automatisch, dass sie einen frischen, sportlichen Duft bevorzugt."Der Charakter eines Menschen und das wahre Motiv des Duftkaufs lässt sich durch bestimmte Fragen erkunden. Leider wird das heute nur mehr selten gemacht", bedauert Schnitzler.
Ist das Motiv geklärt, werden Parfums auf Papierstreifen getestet. Erst wenn ein Duft in die nähere Auswahl kommt, wird er auf der Haut erprobt. Dort entfalten sich dann die Duftnuancen vollkommen, bei den meisten Parfums bereits binnen einer halben Minute.
Mit dem Vorurteil, dass potenzielle KäuferInnen nach drei Proben ohnehin nichts mehr riechen würden, räumt Schnitzler auf: "Sie können ohne Bedenken bis zu zwanzig Düfte riechen. Die Nase ist unglaublich darauf sensibilisiert, man muss sie natürlich zwischendurch neutralisieren." Das Riechen an Kakao- und Kaffeebohnen oder ein kurzer Ausflug vor die Tür, um frische Luft zu schnappen, sorgen für frische Energie beim Testen.
Hinters Ohr und in die Haare
Nach dem erfolgreichen Duftkauf, geht es ans Ausprobieren. Nur: Wohin damit? "Geeignete Stellen, um Parfum aufzutragen sind die Pulsstellen an Händen und Hals, die Kniekehlen, hinter dem Ohr und ganz besonders die Haare. "Da Haare aus Keratin bestehen, halten sich dort Düfte besonders lange", empfiehlt der Experte. An Körperstellen, wo die Blutgefäße dicht an der Hautoberfläche verlaufen - wie Pulsstellen und Kniekehlen - ist die Haut wärmer, was die Intensität des Dufts steigert. "Ich bin auch ein großer Fan davon, Parfum in die Kleidung zu sprühen, vorausgesetzt, man kann sie wie im Falle einer Jacke oder eines Blazers aufschlagen. Der Duft passt gut ins Futter und entwickelt sich mit der Körperwärme wunderbar." Parfum sollte nach dem Auftragen an den Innenseiten der Handgelenke übrigens nicht stark verrieben werden - das verändert die Duftqualität.
Wie intensiv der aufgetragene Duft sein soll, hängt von der jeweiligen Tageszeit ab. "Tags über sollten immer leichte Düfte wie Eau de Toilettes verwendet werden, abends etwas intensivere wie Eau de Parfums", empfiehlt Schnitzler. Während ein Eau de Cologne einen niedrigen Duftölanteil von rund 3 bis 5 Prozent aufweist, enthält ein Eau de Toilette rund 6 bis 9 Prozent und ein Eau de Parfum 8 bis 15 Prozent. Die höchste Konzentration an aromatischen Ölen beinhaltet reines Parfum mit einem Anteil von 15 bis 30 Prozent.
Raffiniert und markant
Auch Hautfarbe und Säureschutzmantel der Haut spielen in punkto Duftwahl eine Rolle. "Ein dunkelhäutiger Mensch kann viel stärkere Düfte tragen, weil diese sich besser entwickeln. Die hellere Haut braucht weniger starke Düfte", so Schnitzler. Dass sich ein Parfum auf der Haut jeder Person anders entwickle, stimmt dagegen nur bedingt. Dies sei lediglich bei Düften der Fall, die einen hohen Anteil an Natursubstanzen aufweisen. Ein synthetisch hergestellter Duftstoff entfaltet sich bei den meisten Menschen gleich - es sei denn der Säureschutzmantel der Haut ist gestört, was bei sehr fettiger oder sehr trockener Haut der Fall ist.
Ob jemand Jahrzehnte bei einem Parfum bleibt oder es regelmäßig wechselt, ist Geschmackssache. "Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch eine bestimmte Richtung hat - so wie ich die Richtung frisch und hell habe, so gibt es für jeden Menschen bestimmte Düfte, die besser zu ihm passen. Man soll so lange bei seinem Parfum bleiben, so lange man glücklich ist." Zukunftsforscher prognostizieren übrigens das Ende von Unisex-Düften und stellen einen Trend in Richtung Individualismus fest. Alleine in Deutschland sind mehr als 1.200 Düfte auf dem Markt - viele davon ähneln einander. Deshalb sind Parfums mit markantem Charakter, eigenständig und raffiniert, stark im Kommen und werden bei KundInnen immer beliebter - etwa Oud-Düfte, deren Duftstoff aus Baum-Harz gewonnen wird.
Kühl und trocken lagern
Um sich an Düften so lange wie möglich erfreuen zu können, muss die Lagerung stimmen. "Wenn der Duft verschlossen ist, in einem Schrank gelagert wird und auch noch eine Kartonage rundherum hat, dann hält er ein paar Jahre", erklärt Schnitzler. Ein warmes Badezimmer und direkte Sonneneinstrahlung sind hingegen Gift für den Duft. Trocken, kühl und dunkel sind demnach ideale Lagerungsbedingungen. "Verändert sich ein Duft, sodass man ihn nicht mehr so gerne mag, gibt es nur mehr eines: Ab ins Badewasser damit! Düfte bestehen aus ätherischen Ölen und mit der Verdünnung von Badewasser merkt man keinen Unterschied mehr - zudem können Parfums auf diese Art noch besser aufgebraucht werden. (Ursula Schersch, derStandard.at, 29.03.2011)
Sonnenschutz ist keine Kür - Vor allem den über 40-Jährigen fällt es schwer, sich konsequent einzuschmieren - Karin Pollack über Lichtschutz in Cremen
Für Körperbehaarung vom Kopf abwärts geht der Trend ganz klar in Richtung Tabula rasa. Das war nicht immer so
Wer denkt, dass die Waschgewohnheiten nur eine persönliche Entscheidung sind, irrt. Über Sauberkeitsriten, Dusch- und Badegewohnheiten
Bis das erste Parfum des Modeduos Wendy&Jim in Serie ging, hat es etwas gedauert - Das Ergebnis ist dafür umso stimmiger, findet Anne Feldkamp
Weg mit Dreck und Schweiß: Duschen soll nicht nur sauber machen, sondern auch tägliche Freude sein. Die Genusskomponente kommt aus der Natur. Ein Überblick über neue Produkte, die bestenfalls ökologisch sind
Eine Geschichte über Engpässe, Notimporte aus französischen Drogeriemärkten und Lösungsmittel
Kosmetikhersteller sind dieses Frühjahr unisono auf eine Farbe gekommen: Blau - Vor allem rund um die Augen schillert es von Kobalt- bis Azurblau
Nach einem langen Winter und viel trockener Heizungsluft braucht die Haut Wirkstoffe - Karin Pollack hat sich einen Überblick über Weichzeichner verschafft
Wer schwitzt, soll es geruchlos machen. Dafür wurden Deodorants erfunden. Wer, wie, wann und warum? Ein olfaktorischer Überblick aus der Gerücheküche
Bunter Lack allein reicht nicht mehr, Fingernägel präsentieren sich nun abwechslungsreich im Krokolook, mit Kaviar-, Samt- oder 3D-Effekt
Richtiges Rasieren ist eine Kunst, die man lernen kann - Aber um das zu verstehen, müssten viele Männer erst einmal erkennen, dass Rasieren eine Kunst ist
Brandneu ist Kosmetik für Kontrollfreaks. Die französische Kosmetikmarke Ioma will, dass man die Wirkung einer Creme nicht nur fühlen, sondern permanent messen kann
Wie die Schneeglöckchen kommen jeden Frühling die Figurprobleme an die Oberfläche - An der vordersten Leidensfront: Cellulite
Lässt sich riechen eigentlich lernen? Ja, behauptet man an der ISIPCA vor den Toren vor Paris - Martina Meister war für uns vor Ort
Zur professionellen Haarentfernung zählt auch die Aufklärung über Kosten und Nebenwirkungen - Der VKI ortet mangelhafte Beratung
So riecht der Frühling: Vom Maiglöckchen bis zur Pfingstrose - das sind die Zutaten der Frühlingsdüfte
Es gibt wieder einmal eine richtige Innovation in der Kosmetikwelt - BB-Cremen boomen - Was sie können und für wen sie gut sein sollen, hat Karin Pollack herausgefunden
Wer lacht, zieht Falten - Ab dem 30. Lebensjahr bleiben sie um die Augen erhalten und wollen mit entsprechenden Cremen bekämpft werden - Die Devise: weiterlachen
Da bleiben keine Lippenstiftwünsche offen: Zarte und knallige Farben für den Frühling
Sandalen, Peep-Toes oder Flip-Flops: niemals ohne gepflegte Füße - Der Star der Pediküre heißt Bastien Gonzalez
Neue Maßermittlung für die Bekleidungsindustrie ergab "Ausladung" der weiblichen Körperformen in den letzten zwanzig Jahren
wobei, immer in die haare ist auch nicht gut. es stimmt zwar, dass es dort am besten hält, aber die meisten pafums beinhalten alkohol und das kann die haare austrocknen, wenn man es zu oft und intensiv in die haare sprüht. hin und wieder ist okay. ansonsten gibt es auch spezielle haarparfums ohne alkohol.
auf den schläfen kann man parfum auch gut platzieren.
dort befinden sich talgdrüsen und vertragen sich nicht so richtig mit parfume, es mieft mit der zeit. man soll dort wo puls spürbar ist auftragen, am besten aber ins haar srühen. alkoholfreie düfte kann man nach dem duschen auf den nassen körper sprühen, sozusagen als erfirschung.
Danke für diese sehr qualifizierte Aussage!
es gibt ja immer noch das Vorurteil, dass "schwarze" bzw dunkelhäutigere Menschen "stinken" und wenige wissen, dass viele asiaten nach schweißattacken nicht riechen. ist alles biologisch erklärbar und abbaubar!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.