Lokal im 3. Bezirk

Gmoa-Keller, jetzt mit Keller

12. März 2011, 11:00
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    foto: gerhard wasserbauer

    Die Sue- Architekten verpassten dem Gmoa-Keller das, was man sich hier dem Namen nach seit jeher erwartet hätte.

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    foto: gerhard wasserbauer

Der ehrwürdige Gmoa-Keller bekam auf seine alten Tage tatsächlich noch einen Keller verpasst - und was für einen!

Seit elf Jahren ist das legendär schön angejahrte Wirtshaus am Heumarkt nun schon in Händen der Familie Laskowsky, die bereits mit ihrem Stammhaus (Gelbmann, Ottakringer Straße) bewiesen hat, dass sie die spezifisch wienerische Spielart der Gastlichkeit zuverlässig zu verwalten weiß. Das führt gegen Ende der Woche ziemlich regelmäßig dazu, dass der Gmoa-Keller trotz seiner zahlreichen und weitläufigen Gasträume so was von bummvoll ist, dass fürwitzige Nichtreservierer ihre ersten Seiterln im Windfang oder überhaupt auf der Gasse konsumieren dürfen.

Schon seit Ende Oktober gibt es deshalb dort, wo besonders brave Stammgäste zuvor auf eine kühle Boccia-Partie hinabsteigen konnten, einen weiteren Gastraum für gut 80 Personen: im Keller. Der sandige Boden wurde mit Holzlatten abgedeckt, das langgezogene Gewölbe geweißelt und mit einer ebenso diskret wie effektiv arbeitenden Lüftung versehen.

Anklänge an Wiener Wirtshaussituationen

Dass Wirt Sebastian Laskowsky der Versuchung widerstanden hat, bei der Gestaltung auf allzu offensichtliche Wirtshausseligkeit zu verzichten ist ihm hoch anzurechnen. Das Sue-Architektenteam baute stattdessen ein sehr zeitgemäßes Restaurant in den Keller, das mit der Schank (samt extracooler Moooi-Leuchte) auch ein paar Anklänge an Wiener Wirtshaussituationen schafft. Überhaupt sorgt die Beleuchtung (ganz besonders die aus der Wand ragenden Schirmleuchten) für tolle Atmosphäre, auch die Stühle, die Lamperie sowie der als Raumteiler einsetzbare Kenzo-Vorhang mit reduziertem, floralem Muster machen sich gut: Ein schöner Raum, der in einer westeuropäischen Großstadt (wo man zu solchen Zwecken bekanntlich schnell einmal im Keller landet) durchaus als fashionables Restaurant funktionieren könnte.

Die Küche ist auch bei Vollauslastung von beachtlicher Zuverlässigkeit: Die Rindsuppe eindeutig hausgemacht, der Heringsalat (in drei Varianten) zumindest weitgehend. Die seit den Zeiten der Nowak-Schwestern legendäre Leber wird routiniert und mit nicht zu wenig süßem Zwiebel und Majoran geröstet. Auch der gedünstete und ausgelöste Ochsenschlepp (Bild) wird weich und mollig geschmort. Dazu aber gibt es Krautfleckerl, bei denen die Flecken durch Farfalle ersetzt wurden. Vorsicht: Da können die Hüter der reinen Lehre ganz schön fuchsig werden! (Severin Corti/Der Standard/rondo/11/03/2011)

Gmoa-Keller
Am Heumarkt 25
1030 Wien
Tel.: 01/712 53 10
täglich 11-23 Uhr
VS EURO 2,90-6,80, HS EURO 7,10-22,60

Fotos: Gerhard Wasserbauer

Kommentar posten
10 Postings
queenofsoup
00
25.3.2011, 20:49

schön, dass der gmoakeller jetzt mehr platzangebot hat. hoffentlich bleibt er im übrigen so, wie er gehört, ich geh dort gern hin.
nur, bin ich die einzige, die bei der "moooi-leuchte" nur die assoziation moooi-liab hatte? musste kichern... tante google half weiter, nur was das mit "wiener wirtshaussituationen" zu tun... lassen wir das. herr corti fand's offenbar schick und empfiehlt, den gmoakeller auch für geschäftsessen heranzuziehen. aber, hihi, ich mein, kenzo-vorhang? lamperien (danke google)? ich komm ausm lachen nimmer raus...

Anton Neulinger
 
03
22.3.2011, 20:11
Gmoakeller hat an Sonn- und Feiertagen leider geschlossen

Sehr geehrter Herr Corti!

Ihrem Beitrag stimme ich - wie meist - inhaltlich zu. Ihre positive Kritik trifft zu. Insbesondere die Angaben zu den Gaumenfreuden und zur Atmosphäre sind wohl begründet und berechtigt.

Falsch ist jedoch die Angabe der Öffnungszeiten. Der Gmoakeller hat, wie auch der Website zu entnehmen ist, an Sonn- und Feiertagen geschlossen. Das ist zwar schade, aber verständlich und zur Aufrechterhaltung der hohen Qualität wohl erforderlich.

Ihren Fehler sollten Sie den Lesern mitteilen. Es wäre nicht gut, würde jemand vor verschlossener Tür stehen.

Mit besten Grüßen

Anton Neulinger

Saskia Fabian
 
20
18.3.2011, 08:06
und gibts die zwei furchtbaren arroganten alten damen noch, die die tschickbude gmoakeller führen?

ALANDER
02
18.3.2011, 18:52
ad) ---die zwei furchtbaren arroganten alten damen...

furchtbar war nur eine von ihnen, das aber wirklich - die andere hat immer in der kuchl geschlafen.

als pfeifenraucher warst du damals ein wirklich armer hund... , und arrogant war sie eigentlich nicht, als sie wortreich den gruenen tischschmuck entfernte, damit er von mir nicht angeblasen wird...

aber erheiternd war es allemal!

A.

Donald Kerabatsos
00
25.3.2011, 12:56

Sie war die einzige Wirtin, von der ich mich gern hab anblasen lassen.
Vergleichbar nur mit dem "Häuserl am Stoan"-Wirt und seinen genialen Abschasseleien.)

Hans Salmutter
21
18.3.2011, 08:27
nope,

die gibts schon lange nicht mehr; Tschickbude ist es auch nicht mehr, Eingangsbereich und die beiden ersten Räume sind Nichtraucher, im hinteren Teil darf geraucht werden (dort bekommt man immer noch kaum Luft), angeblich darf aber im neuen Keller auch geraucht werden.

DonSalvatore
 
01
15.3.2011, 14:37
Eine andere Gastro-Entwicklung: Russische Investoren: Spielautomaten statt Tagesmenü

Die Stammgäste des Café Rundfunk am Alsergrund bekommen die die Kälte der russischen Investorengruppe bereits zu spüren. Statt einem Abendmenü gibt es jetzt Würstel mit Senf. Das ist billiger. Für die neuen Eigentümer. Dafür soll das Geschäft in einem anderen Bereich ausgebaut werden. Mit Spielautomaten. Mehr unter: http://gesudere.at/blog/?p=3461

Sam Deer
 
23
13.3.2011, 05:44

Gut recherchiert :O(

Der Gelbmann ist in der Wilhelminenstraße in Ottakring.

Sam Deer
 
03
14.3.2011, 05:14

Nu was?

Gelbmann
16; Wilhelminenstraße 62

Ramba Zambas Sohn
10
23.3.2011, 05:34
Wollma a bissl ´Gratiswerbung´?

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