Goran Tomasevic fotografiert für Reuters aus dem Krisengebiet
Gaddafi-Truppen drängen Rebellen zurück - USA kappen Beziehungen zu Gaddafi - EU-Parlament fordert Anerkennung des Rebellenrats - Frankreich hat Rat bereits anerkannt - Niederländische Soldaten sollen freikommen
Ein kurzer Überblick über die aktuellen Ereignisse: Als erstes Land hat Frankreich den Nationalrat der Rebellen als Repräsentanten Libyens anerkannt. Die Rebellenregierung fordert erneut ein Flugverbot, lehnt aber Bodentruppen ab. Frankreich will der EU gezielte Luftangriffe vorschlagen.
23:05 Uhr: Gaddafi
will angeblich drei seit einigen Tagen in Libyen festgehaltene
niederländische Marineflieger freilassen. Es soll sich um zwei Männer
und eine Frau handeln. Sie hatten Ende Februar versucht, mit einem
Helikopter zwei niederländische Landsleute aus dem Raum des libyschen
Hafens Sirte (Surt) auszufliegen und waren dabei von Gaddafi-Truppen
gefangen genommen worden. Die Behörden in Tripolis sollten sie am
späten Donnerstagabend griechischen Offizieren übergeben.
Der Sprecher des griechischen Verteidigungsministeriums, Ilias
Vergitsis, sagte am Donnerstagabend: "Die
Maschine ist in Tripolis gelandet". Das Flugzeug vom Typ C-130
sollte in den frühen Morgenstunden des Freitag in Athen zurück sein.
An Bord sollen auch etwa 15 Griechen sein, die in Libyen arbeiteten.
Im griechischen Verteidigungsministerium hieß es, der
griechische
Außenstaatssekretär Dimitris Dollis habe bei einem Treffen mit dem
libyschen Vize-Außenminister Mohammed Taher Sijala am
Donnerstagvormittag in Athen auf die Freilassung gedrungen. Daraufhin
habe die libysche Führung in die Freilassung eingewilligt. Der
griechische Verteidigungsminister Evangelos Venizelos habe seine
Kollegen beim NATO-Treffen am Donnerstag in Brüssel im Voraus über
die Aktion informiert. Diese habe bis zu ihrer Vollendung
geheimbleiben sollen, sei aber von libyscher Seite bereits
angekündigt worden.
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22:54 Uhr: Ein Militäreinsatz in Libyen "muss als letztes Mittel
überlegt werden", hat Außenminister Michael Spindelegger (V) am
Donnerstagabend in der "Zeit im Bild 2" betont. Voraussetzung seien
ein UN-Mandat und die Befürwortung eines derartigen Einsatzes durch
regionale Organisationen. Der angekündigten Klage des früheren
Vizechefs des libyschen Staatsfonds "Libyen Investment Authority"
(LIA), Mustafa Zarti, gegen die Kontensperrung sieht der
Außenminister nach eigenen Worten "gelassen entgegen".
Ein möglicher Militäreinsatz in Libyen müsse laut Spindelegger
"auf breiter Basis" stehen. Die Libyer sollten nicht denken, der
Westen wolle bloß seine Öl-Quellen sichern. Eine Entscheidung über
einen Militäreinsatz beim EU-Gipfel am morgigen Freitag sei zu früh,
die Arabische Liga komme erst am Dienstag zu einer Sitzung zusammen.
Ohne die Zustimmung der Arabischen Liga sei es nicht möglich,
westliche Kampfjets zu senden.
"Wenn die UNO einen Beschluss fasst, ist das mit unserer
Neutralität vereinbar", sagte Spindelegger. Der Außenminister
begrüßte die Kontaktaufnahme mit der libyschen Opposition, jedoch sei
die Legitimation des libyschen Nationalrats noch zu klären.
Österreich habe keinen Kontakt zu libyschen Oppositionsgruppen und
sei auch gegenwärtig nicht in der Lage, in das Land zu reisen.
EU-Außenministerin Catherine Ashton pflege diese Kontakte.
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21:30 Uhr: Die Gegner Gaddafis geraten nach Einschätzung der US-Geheimdienste in die
Defensive. Die "Initiative" liege derzeit bei Gaddafis Truppen, sagte
der Chef des US-Geheimdiensts DIA, Ronald Burgess, am Donnerstag vor
einem Senatsausschuss in Washington. "Die Dynamik hat sich geändert,
es ist allerdings noch nicht klar, ob sie nun endgültig auf Gaddafis
Seite liegt." Nach Angaben des Geheimdienstchefs sind Gaddafis
Truppen mit russischen Waffen "robust ausgestattet".
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20:44 Uhr: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Skepsis der deutschen Regierung in Bezug auf den
Einsatz militärischer Mittel in Libyen betont. In einer Sitzung des
Europaausschusses des Bundestages sagte die Kanzlerin am
Donnerstagnachmittag, dass sie überrascht sei, "mit welcher
Schnelligkeit bestimmte Fragen ins Auge gefasst werden". "Herr
Gaddafi führt ohne Zweifel Krieg gegen die eigene Bevölkerung", sagte
die Kanzlerin. "Aber wir müssen sehr aufpassen, dass wir nichts
beginnen, was wir nicht zu Ende bringen können."
Eine Flugverbotszone könne schnell gefordert werden, sei aber
nicht so leicht umzusetzen, sagte Merkel. Erste Voraussetzung sei
eine Legitimierung möglicher Maßnahmen durch den UN-Sicherheitsrat.
Aber auch die Unterstützung der Arabischen Liga und der Afrikanischen
Union seien nötig. Überrascht zeigte sich Merkel auch darüber, dass
Frankreich den oppositionellen Nationalrat in Libyen anerkannt hat.
"Das ist keine völkerrechtliche Anerkennung", sagte die Kanzlerin. Es
gebe eine "Reihe von französischen Aktivitäten", "die erst sehr
kurzfristig bekanntgeworden sind".
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19:10 Uhr: Die
libysche Führung bereitet
nach den Worten von Gaddafis Sohn Saif eine
umfassende Militäraktion vor, um den Aufstand niederzuschlagen.
Sie werde nicht kapitulieren, auch wenn der
Westen eingreifen
sollte, sagte Saif al-Islam am Donnerstag der
Nachrichtenagentur
Reuters. Das libysche Regime bereitet
nach den Worten eines Sohns von Diktator Muammar al-Gaddafi eine
umfassende Militäraktion vor, um den Aufstand niederzuschlagen. Die
Führung werde nicht kapitulieren, auch wenn der Westen eingreifen
sollte, sagte Saif al-Islam am Donnerstag der Nachrichtenagentur
Reuters.
Auf die Frage, ob das Regime seine Militäraktionen verstärke,
sagte er: "Die Zeit ist jetzt abgelaufen ... Jetzt wird gehandelt ...
Wir gaben ihnen zwei Wochen (für Verhandlungen)." "Wir werden niemals
aufgeben, wir werden niemals kapitulieren", fügte er hinzu. "Das ist
unser Land. Wir kämpfen hier in Libyen."
"Wir kämpfen hier in Libyen, wir sterben hier in Libyen", sagte
Saif al-Islam, der sich häufig auf Englisch in internationalen Medien
äußert, am Donnerstag in einem Interview mit den britischen Sendern
Sky News und BBC TV.
Angesichts der Krisengespräche von NATO und EU über die Lage in
Libyen und die Möglichkeit zur Einrichtung einer Flugverbotszone
sagte Islam: "Das libysche Volk wird die NATO und die USA niemals
willkommen heißen. Libyen ist nicht das Stück eines Kuchens."
Zugleich kritisierte er den Schritt Frankreichs, das am Donnerstag
als erstes Land die libysche Opposition als rechtmäßige Vertretung
des Landes anerkannt hatte.
Die libysche Führung habe keine Angst vor ausländischen
Truppen,
sagte Saif al-Islam. Diese würden den Kampf verlieren. Bei einem
Treffen mit jungen Regierungsanhängern sagte er, der Sieg sei bereits
nahe. Seinen "Brüdern und Verwandten" im Osten des Landes, die um
Hilfe gebeten hätten, sage er: "Wir kommen."
Zugleich kündigte Saif al-Islam in den britischen Medien an,
dass
die drei Ende Februar in Libyen gefangen genommenen niederländischen
Soldaten freigelassen würden. Diese würden an maltesische und
griechische Beamte übergeben. Das Staatsfernsehen hatte zuvor
berichtet, die Soldaten, zu denen auch eine Frau zählt, seien illegal
nach Libyen eingereist und sollten an Griechenland und Malta
übergeben werden.
Unterdessen berichtete das libysche Staatsfernsehen, dass die
Ölstadt Ras Lanuf von Aufständischen "geleert" sei und sich die
Gaddafi-treuen Truppen auf dem Weg nach Bengasi, der
Oppositionshochburg, befänden. Die Truppen seien derzeit dabei, die
Ölstadt Brega weiter östlich zurückzugewinnen. Offizielle Berichte
über den Fall der Stadt Ras Lanuf waren jedoch laut den Rebellen
falsch. Bei Bombardierungen bei Ras Lanuf wurden nach Angaben einen
Krankenhausmitarbeiters in Brega am Donnerstag mindestens vier
Menschen getötet und 35 verletzt.
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18:40 Uhr: Die USA kappen vorerst ihren diplomatischen
Draht zum Regime Gaddafis. "Wir
suspendieren unsere bestehenden Beziehungen mit der libyschen
Botschaft" in Washington, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am
Donnerstag vor einem Ausschuss des US-Kongresses.
Zugleich machte sie deutlich, weiter den Kontakt zur libyschen
Opposition zu suchen. "Ich werde einige der Personen hier in den USA
treffen und wenn ich reise, um zu diskutieren, was die USA und andere
mehr tun können", sagte sie. Zugleich hatte das US-Außenamt
angekündigt, dass Clinton vom 15. bis zum 17. März nach Ägypten und
Tunesien reisen werde, wo die Präsidenten vom Volk gestürzt wurden.
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18:30 Uhr: Gaddafi
hat einem US-Pressebericht zufolge Bargeldreserven in Höhe von vielen
Milliarden Dollar angelegt, die ihn weitgehend immun gegen die
internationalen Finanzsanktionen machen könnten. Gaddafi habe
"wahrscheinlich Dutzende Milliarden Dollar in bar, zu denen er
innerhalb Libyens Zugang hat", zitierte die "New York Times" am
Donnerstag einen Vertreter der US-Geheimdienste. Das Geld sei bei der
libyschen Zentralbank und anderen Banken in Tripolis gelagert. Mit
dem Geld könne Gaddafi loyale Truppen, Söldner und politische
Unterstützer bezahlen.
Gaddafi habe die Barreserven offenbar nach 2004 angelegt, als
die
internationalen Sanktionen gegen sein Land gelockert wurden. Er habe
sich für den Fall vorbereiten wollen, dass neue Sanktionen gegen
Libyen verhängt werden. Zahlreiche Staaten - unter ihnen die USA und
Deutschland - hatten in den vergangenen Tagen nach UN- und
EU-Sanktionen libysches Vermögen auf Konten in ihrem Land
eingefroren.
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17:59 Uhr: NATO-Generalsekretär Anders Fogh
Rasmussen hat die Militärallianz aufgerufen, sich für den Fall eines
Einsatzes in der Libyen-Krise vorzubereiten. Voraussetzung sei jedoch
ein "klares Mandat" des UN-Sicherheitsrats, sagte Rasmussen bei
Beratungen der Verteidigungsminister der NATO-Länder über die Lage in
dem nordafrikanischen Land am Donnerstag in Brüssel. Als eine weitere
Voraussetzung für ein Einschreiten des Militärbündnisses bezeichnete
Rasmussen die Unterstützung der Länder der Region. Angesichts des
gewaltsamen Vorgehens der libyschen Führung gegen Regierungsgegner
mittels Luftangriffen wird über die Einrichtung einer Flugverbotszone
über Libyen diskutiert.
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17:51 Uhr: Auf einer Reise nach Nordafrika will
US-Außenministerin Hillary Clinton in der kommenden Woche auch mit
Vertretern der libyschen Opposition über die Lage in dem Land
beraten. "Wir gehen auf die Opposition innerhalb und außerhalb
Libyens zu", sagte Clinton am Donnerstag in einer Anhörung vor dem
US-Kongress in Washington. Bei ihren Gesprächen wolle sie sondieren,
"was die USA zusätzlich tun könnten".
Von Dienstag bis Donnerstag werde sie in Ägypten und Tunesien
sein
und auch mit Mitgliedern der dortigen Übergangsregierungen und
Vertretern der Zivilgesellschaft sprechen, kündigte die Ministerin
an. Sie wolle in Kairo und Tunis "die starke Unterstützung der
Regierung (Barack) Obama und des amerikanischen Volks übermitteln",
sagte sie weiter. "Wir wollen ein Partner sein bei der wichtigen
Aufgabe des Übergangs zu einer wirklichen Demokratie".
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17:42 Uhr:Die
Nato will angesichts der
Krise in Libyen mehr Kriegsschiffe ins Mittelmeer beordern. Für
eine Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land seien
zunächst weitere Planungen nötig, sagte Nato-Generalsekretär
Anders Fogh Rasmussen am Donnerstag in Brüssel nach einer Tagung
der Außenminister der Nato-Staaten. Rasmussen machte deutlich,
dies seien Vorbereitungen, sollte die
Nato den klaren Auftrag
der Vereinten Nationen für eine
Flugverbotszone bekommen.
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17:36 Uhr:Der
libysche Herrscher
Muammar Gaddafi richtet sich nach den Worten des
US-Spionagechefs James Clapper auf einen langen Kampf ein. Er
ducke sich ab und mache keine Anzeichen, dass er abtreten wolle,
sagte der Direktor der National Intelligence am Donnerstag bei
einer Senatsanhörung in Washington. Er gehe davon aus, dass man
es noch längere Zeit mit Gaddafi zu tun haben werde. Clapper
verwies zudem darauf, dass die libysche
Luftabwehr
die zweitgrößte in der Region ist. Das Land habe 31 große
Stellungen für Boden-Luft-Raketen. Außerdem verfügten die
Gaddafi-Truppen über viele tragbare Flugzeugabwehr-Raketen, die
infolge der Unruhen in die falschen Hände gelangen könnten.
Die Luftabwehr stellt ein ernstes
Problem bei der
Durchsetzung einer Flugverbotszone dar, wie sie im Westen
erwogen wird. Sie wäre eine permanente Bedrohung für
Kampfflugzeuge, die diese Zone
überwachen müssten. Die
tragbaren und von der Schulter
abzufeuernden
Luftabwehr-Raketen sind sehr einfach zu bedienen, leicht zu
verstecken und zu transportieren. Terroristen könnten sie
nutzen, um Passagierflugzeuge abzuschießen.
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17:05 Uhr: Widersprüchliche Angaben auch zur Situation in Ras Lanuf: Libysche Regierungstruppen haben
nach einem Bericht des Staatsfernsehens am Donnerstag alle
Rebellen aus der Stadt Ras Lanuf
vertrieben. Ein Sprecher der
Aufständischen dementierte dies aber umgehend.
Die Stadt war zuvor heftig bombardiert worden.
Augenzeugen
berichtete zudem, dass mindestens zwei Panzer auf dem Weg nach
Ras Lanuf seien. Ein Kämpfer der
Rebellen sagte der
Nachrichtenagentur Reuters, Regierungstruppen seien in die Stadt
eingedrungen, die Rebellen hätten sich
weiter nach Osten
zurückgezogen. Zwei andere Kämpfer erklärten aber, die Stadt sei
nicht in die Hände der Regierungstruppen gefallen.
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16:47 Uhr: Das libysche Staatsfernsehen meldet die Einnahme Bregas. Ein Reuters-Mitarbeiter in der westlibyschen Stadt kann dies nicht bestätigen: es seien keine Gaddafi-treuen Truppen zu sehen.
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16:15 Uhr: Ein paar Details zum Truppenaufmarsch: Die USA und andere NATO-Staaten haben starke Truppeneinheiten auf der
griechischen Insel Kreta zusammengezogen. Zudem werden im Mittelmeer
demonstrativ US-Kriegsschiffe bewegt. Neben den schon vor dem Aufstand in Libyen
im Mittelmeer operierenden Schiffen der 6. US-Flotte wurden weitere aus dem
Roten Meer dorthin beordert.
In den Stützpunkt Souda auf Kreta sind der
Hubschrauberträger "USS Kearsarge" mit 1.200 Besatzungsmitgliedern - darunter
fast 800 Marineinfanteristen - und das amphibische Landungsschiff "USS Ponce"
eingelaufen. Von Kreta aus können Schiffe binnen neun Stunden die libysche Küste
erreichen, Kampfjets brauchen etwa 20 Minuten.
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16:09 Uhr: Al Jazeera berichtet, dass sich die Aufständischen aus Ras Lanuf zurückziehen. "Wir sind besiegt. Sie beschießen uns mit Granaten, und wir laufen davon. Das bedeutet, dass sie Ras Lanuf einnehmen werden" wird ein Kämpfer namens Osama zitiert.
15.34 Uhr: "Reporter ohne Grenzen" zufolge sind zwei Reporter festgenommen worden. Guardian-Korrepondent Ghaith Abdul-Ahad und sein brasilianischer Kollege Andrei Netto waren in Westlibyen unterwegs. Ihre Kollegen berichten hier über die Ereignisse in Libyen.
14.40 Uhr: Sarkozy will EU gezielte Luftangriffe vorschlagen
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will der Europäischen Union gezielte
Luftangriffe auf libysche Ziele vorschlagen. Das verlautete am Donnerstag aus
Regierungskreisen in Paris. Sarkozy wollte seinen EU-Kollegen am Freitag einen
"umfassenden Plan" vorstellen, um auf die Lage in Libyen zu reagieren.
14.32 Uhr: Zarti will auch EU-Sanktionen rechtlich bekämpfen
Der Manager Mustafa Zarti will auch gegen die heute
beschlossene EU-Sanktion gegen ihn mit rechtlichen Mitteln vorgehen.
Wie sein Sprecher heute gegenüber der APA sagte, sei Zarti nur
aufgrund des Betreibens des österreichischen Außenministeriums auf
die EU-Sanktionsliste gegen Führungskräfte des libyschen Regimes von
Muammar al-Gaddafi gesetzt worden. Das österreichische
Außenministerium habe sich bei den Angaben über Zarti nur auf
"falsche Medienberichte" gestützt, so der Sprecher.
Gegen die Kontensperre in Österreich, die durch eine Verordnung
der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) vergangene Woche verhängt
worden war, geht Zarti bereits mit rechtlichen Mitteln vor. Seine
Anwälte haben beim Verfassungsgerichtshof Beschwerde eingelegt und
fordern die sofortige Aufhebung der Kontensperre.
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13.46 Uhr: EU-Parlament fordert Anerkennung von Übergangsrat
Das Europaparlament hat die
EU-Außenpolitikbeauftragte Catherine Ashton dazu aufgefordert, den
von Rebellen gebildeten nationalen Übergangsrat in Libyen offiziell
als Ansprechpartner der EU anzuerkennen. In einer von fast allem
politischen Gruppierungen unterstützten Resolution riefen die
Abgeordneten am Donnerstag außerdem die EU-Staaten dazu auf
"bereitzustehen" für ein UNO-Mandat zur Einrichtung einer
Flugverbotszone über Libyen.
"Die Regierungen in der EU müssen bereitstehen für eine
Entscheidung des UNO-Sicherheitsrates zu weiteren Maßnahmen,
einschließlich der Möglichkeit einer Flugverbotszone", heißt es in
der Entschließung. Dies müsse in Übereinstimmung mit einem UNO-Mandat
und in Koordinierung mit der Arabischen Liga und der Afrikanischen
Union erfolgen.
Ashton wird aufgefordert in Verbindungen mit Repräsentanten der im
nationalen Übergangsrat vertretenen Aufständischen in Libyen
einzutreten und "damit zu beginnen, diesen Prozess zu formalisieren".
An Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi richteten die Abgeordneten
die Aufforderung, unverzüglich zurückzutreten.
Die Resolution des Europaparlaments wurde mit 584 Stimmen
angenommen, 18 Abgeordnete votierten dagegen, teilte das EU-Parlament
mit. In der Debatte hatten sich nur die Vereinten Linken gegen die
Idee einer Flugverbotszone ausgesprochen.
***
13.38 Uhr: Auch Zarti auf EU-Sanktionsliste, Konten eingefroren
Die EU hat den Manager Mustafa Zarti auf die
Liste der Führungspersönlichkeiten um den libyschen Machthaber
Muammar al-Gaddafi gesetzt, die von Sanktionen gegen das libysche
Regime erfasst werden. Auch Zartis Konten werden damit gesperrt,
bestätigte der Sprecher des Außenministeriums, Peter
Launsky-Tieffenthal, am Donnerstag der APA. Die Oesterreichische
Nationalbank (OeNB) hatte bereits vergangene Woche mittels einer
Verordnung die Konten von Zarti eingefroren. Dieser hat dagegen
Rechtsmittel erhoben.
Zarti hat einen österreichischen Pass, der 2006 ausgestellt wurde
und bis 2016 gilt. Daher darf er sich weiter in der EU aufhalten.
Hingegen unterliegen die anderen 26 Personen, die als
Führungspersönlichkeiten rund um Gaddafi gelten, den
Reiserestriktionen. Zarti ist laut Medienberichten Sohn eines
Diplomaten, der bei der OPEC in Wien tätig war.
13.51 Uhr: Gaddafi-treue Einheiten vertreiben nach einem Bericht des
Staatsfernsehens die Rebellen vom Hafen und vom Flughafen der Stadt Es
Sider.
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13.35 Uhr: Großbritannien bezeichnet Rebellen-Nationalrat als "zulässige Gesprächspartner"
Ein Sprecher des britischen Außenministeriums sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass Großbritannien - im Gegensatz zu Frankreich - nur Staaten anerkenne, keine Regierungen. "Der Nationalrat der Rebellen ist aber ein zulässiger Gesprächspartner, mit dem wir eng zusammenarbeiten wollen. Wir haben klar gemacht, dass Gaddafi sofort gehen muss. Wir werden mit unseren internationalen Partnern eng zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Wir erwägen eine Reihe von Optionen und werden diese morgen mit Präsident Sarkozy und den anderen Partnern beim EU-Gipfel morgen besprechen."
***
13.28 Uhr: Gaddafi will Beziehungen zu Frankreich abbrechen
Libyen erwägt als Reaktion auf Anerkennung des
Rebellenrats durch Frankreich den Abbruch der diplomatischen
Beziehungen. Das erklärt das Außenministerium in Tripolis.
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13.15 Uhr: Drei BBC-Journalisten festgenommen und geschlagen
Ein Nachtrag von der Nacht auf heute: Drei Journalisten der britischen BBC
sind während ihrer Berichterstattung über die Ereignisse in Libyen
offenbar von Soldaten "festgenommen und geschlagen worden". Wie der
Sender am Mittwoch weiter mitteilte, wurden sie anschließend einer
Scheinhinrichtung ausgesetzt. "Sie schlugen mich mit einem Stock, sie
setzten ihre Armeestiefel und ihre Knie gegen mich ein", sagte einer
der drei freigelassenen arabischen Reporter, der Palästinenser Feras
Killani. Er und seine beiden Kollegen, der Brite Chris Cobb-Smith und
der Türke Goktay Koraltan, waren am Montag festgenommen und in eine
Kaserne gebracht worden.
Die BBC verurteilte das Vorgehen gegen ihre Journalisten und
forderte die libysche Regierung auf, eine freie Berichterstattung für
alle Medien zu gewährleisten. Im Übrigen werde der Sender weiter aus
Libyen berichten.
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12.57 Uhr: Starker Anstieg der zivilen Todesopfer
Die Zahl der zivilen Todesopfer in Libyen ist
deutlich angestiegen, wie Ärzte vor Ort nach Angaben des
Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) berichten. "Wir
müssen uns auf das Schlimmste gefasst machen", sagte IKRK-Präsident
Jakob Kellenberger am Donnerstag in Genf.
Bei den meisten Opfern handelt es sich demnach um Zivilpersonen.
Die Zivilbevölkerung trage "die Hauptlast der Gewalt", sagte
Kellenberger. Er appellierte an die Konfliktparteien, sich an
grundlegende Regeln zu halten. "Die betroffenen Parteien müssen
zwischen zivilen und militärischen Zielen unterscheiden", sagte
Kellenberger. Es sei verboten, Zivilpersonen anzugreifen und Terror
unter der Bevölkerung zu verbreiten. Auch dürften medizinische
Einrichtungen und deren Personal nicht angegriffen werden.
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12.47 Uhr: EU beschließt verschärfte Sanktionen
Die Europäische Union hat am Donnerstag die
verschärften Sanktionen gegen das Regime von Libyens Machthaber
Muammar al-Gaddafi offiziell abgesegnet. Die Sanktionen gegen fünf
weitere libysche Finanzorganisationen sowie die Ausweitung der
Einreise- und Vermögenssperren um eine weitere Person seien im
schriftlichen Verfahren beschlossen worden, teilte die ungarische
EU-Ratspräsidentschaft mit. Die Sanktionen treten offiziell am
morgigen Freitag in Kraft.
Die Vertreter der 27 EU-Regierungen einigten sich bereits am
Dienstag in Brüssel darauf, das Vermögen einer Reihe von libyschen
Finanzunternehmen einzufrieren. Nach Angaben von EU-Diplomaten gehört
auch der Staatsfonds "Libyan Investment Authority" (LIA), der in
mehreren EU-Staaten und in den USA an Firmen beteiligt ist, zu den
betroffenen Unternehmen. Der Staatsfonds hält unter anderem an der
italienischen Bank-Austria-Mutter UniCredit und an dem Fußballverein
Juventus Turin Anteile. Der Fonds soll ein Volumen von 70 Mrd.
US-Dollar (50 Mrd. Euro) haben.
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12.35 Uhr: Spindelegger für Gespräche mit Opposition
Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) hat sich
für Gespräche mit der libyschen Opposition ausgesprochen, ohne direkt
für deren Anerkennung als rechtmäßige Vertretung Libyens zu
plädieren. Es sei notwendig, dass die Rebellen und Freiheitskämpfer
gehört werden, sagte Spindelegger vor einem Sondertreffen der
EU-Außenminister am Donnerstag in Brüssel. Es müsse auch Klarheit
geben, wer für die nächste libysche Regierung die Verantwortung
tragen könne. "Gespräche sind sehr willkommen."
Spindelegger sagte, der EU-Gipfel am morgigen Freitag werde eine
klare Botschaft aussenden. Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi
hat "seine Legitimität verloren. Er kann nicht mehr als Vertreter für
Libyen angesehen werden". Dazu gebe es in der EU keine Gegenstimme.
Die Frage sei aber, wie der Übergang zu gestalten sei. "Es kann nicht
darum gehen, das Regime Gaddafi zu verlängern."
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12.32 Uhr: Ziel der EU: Abtritt Gaddafis und demokratische Reformen
Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Kreisen um die deutschen Regierung erfahren hat, ist das Ziel der EU der Abtritt Muammar al-Gaddafis, damit demokratische Reformen in Libyen stattfinden können.
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12.30 Uhr: Luftangriff auch auf Brega
Rebellen berichten über Luftangriffe auf die
östlich von Ras Lanuf gelegene Ölstadt Brega.
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12.14 Uhr: Westerwelle reagiert auf Anerkennung des Rebellenrates zurückhaltend
Der deutsche Außenminister Guido
Westerwelle hat zurückhaltend auf die Anerkennung des libyschen
Rebellenrates durch Frankreich reagiert. Vor einem solchen
Schritt der Bundesregierung müssten die Sondierungen der EU und
des Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen abgewartet werden,
sagte der FDP-Politiker am Donnerstag am Rande des Treffens der
EU-Außenminister in Brüssel. "Bevor man solche politischen
Schritte unternimmt, muss man natürlich auch erst einmal wissen,
mit wem man es zu tun hat." Im Auswärtigen Amt in Berlin hieß es ergänzend, man könne
eigentlich nur Staaten anerkennen. Es sei auch unklar, ob es
sich bei dem Nationalrat der Rebellen um Vertreter des gesamten
libyschen Volkes handele.
***
11.58 Uhr: Russland bezeichnet Einmischung von außen als "inakzeptabel"
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Internationale Gemeinschaft heute vor einer Einmischung in die Geschäfte Libyens und die anderer afrikanischen Staaten gewarnt. Ein militärisches Eingreifen wäre "inakzeptabel". Eine Diskussion über eine Flugverbotszone über Libyen wären "voreilig".
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11.37 Uhr: Frankreich schickt Botschafter nach Bengasi
Frankreich werde einen Botschafter nach Bengasi schicken, wo der Nationalrat seinen Sitz hat.
Auch selber werde man einen Gesandten der Rebellen empfangen, sagte
ein Vertreter des Amtes von Präsident Nicolas Sarkozy am Donnerstag.
Die Erklärung wurde nach einem Treffen Sarkozys mit Abgesandten des
Rebellenrates abgegeben. Benghazi im Osten Libyens ist das
Machtzentrum des Aufstandes gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi,
dessen Truppen den Westteil des Landes halten.
Frankreich gibt damit möglicherweise den Kurs für das Treffen der
Außenminister der 27 EU-Staaten und die NATO-Verteidigungsminister am
(heutigen) Donnerstag vor. In Brüssel will die EU Möglichkeiten
ausloten, um den Druck auf Gaddafi zu verstärken, den blutigen Kampf
gegen die Aufständischen zu beenden. Frankreich hat den Nationalrat
der Rebellen als erstes Land der Europäischen Union anerkannt.
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11.34 Uhr: Spanien nahm heimlich Kontakt zu Rebellen auf
Im Vorfeld des heutigen EU-Gipfels zu
Libyen hat Spanien als erstes Land der Europäischen Union heimlich
einen diplomatischen Vertreter nach Libyen geschickt, um direkte
Kontakte mit dem oppositionellen Nationalrat in Benghazi (Bengasi)
aufzunehmen. Wie am Donnerstag die spanische Zeitung "El Pais"
berichtete, traf sich Pablo Yuste, Leiter der spanischen Gesellschaft
für Internationale Entwicklungszusammenarbeit (AECID), bereits vor
wenigen Tagen mit Angehörigen des oppositionellen Nationalrates, um
eine politische Bewertung der Oppositionsvertreter zu machen sowie
eine mögliche politische und humanitäre Zusammenarbeit in der Zukunft
auszuloten.
Yuste begleitete "heimlich" eine humanitäre Hilfsgüterlieferung,
die von Kairo aus über den Landweg drei Tonnen Medikamente in die
Rebellenhochburg Benghazi brachte, um keine öffentliche
Aufmerksamkeit zu erregen. Bei den Gesprächen äußerten die
Gaddafi-Gegner den Wunsch, Madrid möge den oppositionellen
Nationalrat als alleinige legitime Regierung Libyens anerkennen.
Spanische Diplomaten versicherten allerdings verschiedenen spanischen
Zeitungen am Donnerstag, dass Spanien bei der politischen Anerkennung
des oppositionellen Nationalrates in Libyen nur im Verbund mit den 27
EU-Mitgliedsstaaten handeln werde.
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11.08 Uhr: Frankreich erkennt Rebellenrat an
Frankreich erkennt den Nationalrat der Rebellen
als einzigen legitimen Repräsentanten des libyschen Volkes an, wie vor einigen Minuten das Amt von Frankreichs Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy erklärte.
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10.30 Uhr: Ölstadt Ras Lanuf unter Beschuss
Regierungstreue Einheiten
haben am Donnerstag Aufständischen zufolge erneut die libysche
Ölstadt Ras Lanuf unter Beschuss genommen. Wie ein Augenzeuge berichtete, schlugen wenige Kilometer von der
Ölraffinerie und in der Nähe eines Gebäudes der Libyan Emirates Oil
Refining Company (LERCO) entfernt Bomben oder Raketen ein. Ein
Aufständischer erklärte, der Angriff sei vom Mittelmeer aus gekommen.
Auch ein Wohnhaus und der Parkplatz eines Krankenhauses seien von
einer Bombe getroffen worden. Nach ersten Informationen wurden sieben
Menschen verletzt.
Aufständische feuerten unterdessen Raketen auf Einheiten von
Machthaber Muammar Gaddafi ab, die von der See aus
Rebellenstellungen auch in anderen Teilen des Ostens von Libyen
ins Visier nahmen. Ein Aufständischer berichtete vom Beschuss
von Bin Dschawad, das in den vergangenen Tagen heftig umkämpft
war. Zuletzt hatten Gaddafi-Truppen in einer Gegenoffensive Bin
Dschawad von den Rebellen zurückerobert.
Alle Zeiten beziehen sich auf die Mitteleuropäische Zeitzone (MEZ). In Libyen ist es eine Stunde später als in Österreich.
Nicht alle Informationen in diesem Livebericht können aufgrund der
Lage in Libyen mit der gewohnten Gründlichkeit überprüft werden. Dies
gilt speziell für Informationen, die uns über Twitter, Facebook und
Augenzeugenberichten zugetragen wurden.
Rebellen nehmen Soldaten als Geiseln - NATO übernimmt Kommando zum Schutz des UNO-Flugverbots - VAE beteiligt sich an Libyen-Einsatz - Sarkozy droht arabischen Gewaltherrschern
Nato einigt sich doch noch auf Übernahme des Kommandos - AU will mit Regierung und Rebellen sprechen - Medwedew ruft Obama an - Rebellen: Zentrum von Misrata eingenommen - Franzosen schießen Kampfjet ab
USA erkennen Waffenstillstand nicht an - Erneut Luftangriffe in Tripolis - Gebäude in Gaddafis Residenz zerstört - Nato streitet über Einsatz - Arabische Liga kritisiert Angriffe
Auch lokaler Rebellenführer getötet - Rebellen nehmen Ras Lanuf ein, Regierung dementiert - Erneut heftige Gefechte um Ölhafen Brega - Interpol warnt vor Gaddafi-Familie
US-Präsident kündigt Luftbrücke an - Internationaler Strafgerichtshof ermittelt gegen Gaddafi - Rebellen lehnen Gespräche mit Gaddafi ab - EU-Sanktionen offiziell in Kraft
Gegenregierung in Bengasi gebildet - Saif Gaddafi: Regimegegner sind Terroristen - Kairos Al-Azhar-Universität ruft Regierungssoldaten zur Befehlsverweigerung auf - London, Berlin, Rom und Ankara verständigen sich auf Maßnahmen
Erneuter TV-Auftritt Gaddafis - Ban fordert vom UN-Sicherheitsrat Maßnahmen - UN-Vizebotschafter: Tausende Tote bei Protesten - 200 Söldner von Aufständischen getötet - NATO will nicht eingreifen, auch Flugverbot "zu früh" - USA und EU verhängen Sanktionen
Zehntausende vor Racheakten auf der Flucht - Gaddafi klammert sich an seine Macht - Ex-Justizminister: Gaddafi gab Befehl für Lockerbie-Anschlag - Mindestens 640 Tote - EU bereitet Sanktionen vor
"Habt ihr die Autoreifen angezündet?" "Ja klar, sehen sie doch" "Okay, dann stellen sie sich mal mit der Panzerfaust davor auf und tun so als ab sie schießen würden. Ja genau so. Danke. Hier ihre 100 Euro"
Der Trick des Psychopathen: Uns glauben machen, dass Böses von anderswo kommt .... dabei ist ER das "BÖSE"
Wer denkt:''Wie passt das Thema Psychopathie hier rein?'', der sollte folgendem Link folgen: http://quantumfuture.net/gn/ponero... rview.html Hier geht es um die Entstehung des Verlogenen und in Wahrheit oft äußerst Psychopathischen in der Politik und der Welt. Wenn auch nur ein Bruchteil von dem stimmen sollte (ich gehe davon aus, dass das meiste stimmt, wenn man sich die Menschheitsgeschichte und auch die aktuellen Geschehnisse anschaut), dann erklärt das ''Bushs'', ''Guttenbergs'', ''Gadaffis'' und noch vieles mehr.
die Seite ist bissl unseriös, aber die Politische Ponerologie ist sehr interessant.
Aber: Wenn etwas so einleuchtend klingt, warum hört man davon von niemandem anderen etwas?
Da hast du recht, so ganz seriös ist die Seite an sich natürlich nicht in allem,
in vielen Bereichen stellt sie eine ziemlich einseitige Sicht der Dinge dar.
Aber das Thema ''politische Ponerologie'', bzw. das Buch von Lobaczewski haben die Betreiber ja so reingestellt wie es ist. Ich hab das Buch gelesen (ist teilweise ein bißchen zäh zu lesen, viele Fachwörter, verschachtelte Sätze und Nachklapps, aber es lohnt sich) und es erklärt logische und nachvollziehbar viele Zusammenhänge. Schade ist, dass die statistische Untermauerung des Autorenteams verloren gegangen, bzw. vernichtet wurde (diese Leute haben die Thematik ja noch zu Sowjetzeiten in Polen bearbeitet), so bleiben die Thesen natürlich angreifbar und man kann sie leicht in die Ecke von wirren Verschwörungstheoretikern stecken.
Also eines ist völlig klar, was immer auch dort passiert: Eine Teilnahme Österreichs an einem Militäreinsatz ist mit der Neutralität absolut unvereinbar, Hr. Spindelegger.
Jetzt kommen plötzlich alle Gaddafi-Fans aus ihren Löchern gekrochen
Wie ein Heer von Ratten rennen sie nun ihrem geliebten Diktatur nach und wettern gegen Imperialismus, Al-Kaida-Rebellen und gewaltätige Demonstranten, die Staatseigentum gestohlen hätten und damit einen Bürgerkrieg angezettelt hätten.
Dass die Demonstrationen zu Beginn vollkommen gewaltfrei waren, wird dann einfach mal unter den Teppich gekehrt.
Ist das etwa ein ähnliches Verhalten, wie die Leugnung von Massakern im Balkan-Krieg und die Verteidigung von Milosevich? Als eigentlich sehr weit links stehender, ist mir diese Feind-des-Feines ist mein Freund-Haltung nach wie vor zutiefst suspekt; aber vielen ist im Namen des Anti-Imperialismus wohl jeder Verbündete recht - ob Gaddafi, Milosevic.
Die USA (und Israel) zögern da einstweilen noch etwas...
... offenbar nicht ganz überzeugt, ob ein eventuelles Nachfolge-Regime wirklich in ihrem Interesse wäre..
...oder ob sie in Zukunft mit Gaddafi nicht doch besser dran wären!
...vor allem, was Kontinuität und Berechenbarkeit betrifft!
Eigentlich neigen sie ja doch sehr dazu, einzugreifen, wenn sie dabei ihre wirtschaftlichen Einflusssphären erweitern können.
Sarkozy erkennt den Nationalrat der Rebellen als einzigen legitimen Repräsentanten des libyschen Volkes an, und die Welt erkennt Carla Bruni als einzige legitime Repräsentantin der französischen Frauen an.
(Ich weiß BLÖDSINN, aber ich konnte nicht anders!)
Link zu Wikipedia: da ja hier fleissig die offizielle libysche Propaganda gepostet wird: es hätte nie Schüsse auf Demonstrationen gegeben und man dürfe ja in Libyen friedlich demonstrieren.
Die Situation ist eben eskaliert, weil am 17.2. in den friedlichen Demos von Gaddafis Leuten hineingschossen wurde!
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