Mehr Anwesenheit in der Schule

Neuerfindung der Lehrer

9. März 2011, 18:48

Die neue Lehrerausbildung und das neue Dienst- und Besoldungsrecht sind eine große Chance für eine notwendige Zäsur

Sie sind der wichtigste Faktor in der Schule. Wenn sie gut sind, sind sie Ermutigerinnen fürs Leben. Welteneröffner. Pflasteraufkleber für die Kleinen. Vorbilder. Wegweiser durch die Pubertät. Die "Weisen", die wissen und weitergeben. Wenn sie schlecht sind, sind sie eine Katastrophe, die weit über die Schulzeit hinausstrahlt und Schülergenerationen auffrisst: Lehrerinnen und Lehrer.

Sie müssen im Zentrum aller Reformen stehen. Die neue Lehrerausbildung und das neue Dienst- und Besoldungsrecht sind eine große Chance für eine notwendige Zäsur. Denn es geht um nicht weniger als die Neuerfindung eines Berufsbildes, das mit den Anforderungen einer veränderten Gesellschaft an die Schule wieder Schritt halten muss.

ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon hat mit seinem Vorstoß für eine höhere Anwesenheitszeit der Lehrerinnen und Lehrer in der Schule ins Zentrum der Schulreformdebatte gezielt: Schule ist mehr als Unterricht. Schule ist der einzige verbindliche Ort, an dem alle Kinder zumindest bis 15 erreichbar sind für pädagogische Interventionen.

Das setzt Lehrer voraus, die ansprechbar sind - in der Schule. Nicht nur als Wissensvermittler, nicht nur 50 Minuten und dann der Nächste. Das setzt Schulen voraus, die nicht so dysfunktional organisiert und ausgestattet sind, dass sie fast automatisch zur bloßen Unterrichtsabarbeitsstation mutieren. Auch Lehrerinnen und Lehrer sollten ihren Job nicht mit nach Hause nehmen müssen. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 10.3.2011)

Kommentar posten
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Dr_Olaf
 
01
30.3.2011, 20:45
ZENTRUM der Debatte?

Also meiner bescheidenen Meinung nach geht diese Diskussion um die Lehreranwesenheit vollkommen an allen _tatsächlichen_ Problemen der österreichischen Bidungslandschaft vorbei!

_Wo_ die Lehrer ihre Arbeit verrichten, ist doch vollkommen egal! Hauptsache sie machen sie, und sie machen sie gewissenhaft, engagiert und qualitätvoll! Welche Qualitätssteigerung geht aus einer Unsummen verschlingenden Verlegung des Lehrerarbeitsplatzes hervor?

Der Einzige, der von einer höheren Lehreranwesenheit profitiert, ist der Krone- und Heute-Leser, welcher dann beruhigt seinem zermürbendem 40- Stunden Job nachgehen kann, ohne den Anblick ertragen zu müssen, dass Jemand anderes früher als er nach Hause geht.

D/E
00
25.3.2011, 19:50
Als einer der vielen schlechten Lehrer

bin ich gerne bereit, meine Anwesenheit in der Schule deutlich reduzieren zu lassen.

Ich kann mich meinen Schülern nicht zumuten.

johann steiner
02
13.3.2011, 19:15
Gleichstellung

Dann wird man die Lehrer an den Gymnasien, die derzeit wesentlich weniger verdienen als die anderen A- Beamten des öffentlichen Dienstes in diese Gehaltsschemen übernehmen müssen und ihnen in der Schule Arbeitsplätze geben müssen, wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld? Selbst wenn die Gewerkschaft nachgibt, das kippt alles am Arbeitnehmerschutz der EU, Arbeitsplätze wie in der Privatwirtschaft an den Schulen, gibt es weit und breit nicht. Ich bin kein Lehrer, und möchte es um diese Gehälter auch nicht sein.

Toshio
05
11.3.2011, 16:36
Eigentliches Ziel: billigere Schule!

Ich werde bei der ganzen Diskussion das Gefühl nicht los, dass es nicht um die Steigerung der Unterrichtsqualität geht, sondern um die Senkung der Kosten, verkleidet in schöne Worte.
Die Lehrer sind mehr in der Schule, halten also mehr Unterricht (was sollen sie sonst machen?) fürs gleiche Geld. Unterm Strich wird das Schulsystem billiger. Aber besser?

Die guten Lehrer sind im aktuellen System am Limit und arbeiten gut und gern >40h und sollen nun dafür abgestraft werden? Die schlechten Lehrer werden nicht besser wenn man sie zwingt länger bei den ungeliebten Schülern zu sein, garantiert das Gegenteil.

Also gehts nur darum es billiger zu machen! Dann soll man es aber auch so nennen!

Dr_Olaf
 
00
30.3.2011, 20:47
danke,

DAS ist nämlich das Zentrum der ganzen Debatte.

Irene Varga
00
11.3.2011, 10:09
Ich muss es wiederholen, weil’s so ein wunderbares Bild ist

Lehrer/Innen als ‚Ermutigerinnen fürs Leben, Weltenöffner, Pflasteraufkleber für die Kleinen, Vorbilder, Wegweiser durch die Pubertät - Weise, die wissen und weitergeben’! Genau das sind gute Lehrer/innen und es gibt unzählige, die mit viel Liebe und Engagement für die Kinder da sind - und selbst ihren Beruf als Bereicherung erleben können! Als Erwachsene vergessen wir sie unser Leben lang nicht, sie haben uns Türen und Fenster in die Welt geöffnet, uns zu mehr Selbstbewusstsein und Verantwortlichkeit verholfen! Es liegt an der Politk, dafür zu sorgen, dass Pädagog/innen zeitgemäße Rahmenbedingungen vorfinden, die einem toleranten und weltoffenen Menschenbild im 21. Jahrhundert entsprechen (beginnend bei der Pädagogen-Ausbildung). Denn dami

orangenpresse
 
00
10.3.2011, 23:57
wenns ned so traurig wär....

Also von welchen LehrerInnen sprechen wir jetzt?
Volksschule? Hauptschule?Polytechnikum? Sondrpädagogischen Anstalten?Gymnasium? Berufsschule? Hak?Hasch? Htl? Tgm? Tourismusfachschulen? usw
Schule eben, eh klar. Alles gleich ka Unterschied.
Hallo ihr Superkenner der Materie. wie hoch ist denn nun die Lehrverpflichtung in den einzelnen Schultypen? oder in den Fachgruppen? Leistungsdifferenzierter Unterricht? Förderunterricht? Begleitlehrer? Sonderpädagogische Förderungen?
Ich brech jedesmal nieder wenn ich die vollkommen unreflektierten Vorstellungen von Schule und Lehrkräften lesen darf. So stellt sich der kleine Maxi die große Schulwelt vor.
Täglich Zeitung lesen macht mich nicht zum Redakteur, und eine Blindarm OP nicht zum Chirurgen

Der groBe Mann
03
10.3.2011, 17:15
Den Artikel zu schreiben hat geschätzt 5min gedauert.

und was hat die Autorin gestern die restlichen 7 Stunden 55min arbeitszeit gemacht? Recherchiert?

locken
00
10.3.2011, 16:12
Zeiterfassungsgeräte in den Schulen einführen,wie in der Privatwirtschaft !

johann steiner
00
13.3.2011, 19:11

Das sollten sie vor allem sonst im öffentlichen Dienst, beim Lehrer fällt es auf wenn er nicht zum Unterricht erscheint, und viele erscheinen auch in der Privatwirtschaft nicht und lassen andere stechen

orangenpresse
 
00
10.3.2011, 23:41
brauchts nicht...wozu auch?

lehrerInnen leben nach der schulglocke.
zeit für einen kaffee zwischendurch oder eine pinkelpause kennen wir nicht, telefonieren geht auch ned, mails in der unterrrichtszeit anschaun is auch unmöglich, a zigarettenpause so und so nicht und a netter plausch mit kollegen maximal nach dem unterricht.
ich möcht gern wissen wie sie sich schule vorstellen?

Ausgeflippter Lodenfreak
02
10.3.2011, 15:28

Täglich grüßt das Murmeltier. Jedes Jahr die gleiche Debatte. Am Ende blockieren die Lehrer und ihre Gewerkschaft jede Veränderung und es bleibt alles beim Alten.
Begleitet wird das ganze hier im Standard von einer Diskussion, wo die einen pauschal sagen alle Lehrer sind faul, weltfremd und unbeweglich. Die anderen (die Lehrer) sind dafür extrem selbstmitleidig und besserwisserisch und tun so als ob alle Kinder Monster wären.
Vorhersehbar und langweilig.

everyday is like sunday
00
10.3.2011, 18:44

d'accord.

Cpt. Bligh
01
10.3.2011, 16:37
hihi,

wenigstens "pauschalieren" sie nicht..

Irma la Douce
02
10.3.2011, 15:40
Hauptsache Ihnen geht 's gut.

Doktor Leid
02
10.3.2011, 14:34
Kann mir bitte mal jemand erläutern, warum in Ägypten und Tunesien die Menschen

jetzt ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen dürfen, LehrerInnenvertreterInnen aber bei einem neuen Dienstrecht -- und das hat ja Vertragscharakter -- nicht mit verhandeln sollen?

Ich hab ja leider bloß Mathematik studiert, nicht Recht.

kleinohr hase
00
16.4.2011, 11:08
...und geographie?!

sepp, bist du das?

96%
27
10.3.2011, 13:43

verstehe, vormittags lehren, nachmittags die elternrolle übernehmen. und demnächst in den ferien mit den kids in den urlaub fahren.
zum arzt gehen, eine geeignete lehrstelle finden etc. erwähne ich nicht mehr, alles schon erlebt.
ich bringe den kindern gerne was bei, vati oder mutti müsst ihr aber schon selber sein.

eko
84
10.3.2011, 14:00

Offenbar den lehrberuf aus der falschen Motivation - viel Tagesfreizeit, lange Ferien - ergriffen.
Genau diese Lehrer dürfen nicht länger auf unsere Kinder losgelassen werden.
Für alles ist wer anderer zuständig, ohne (zusätzliches) Geld tu ich grundsätzlich nichts, ...

franz fröhlich
01
10.3.2011, 17:41
Warum soll er ein schlechter Lehrer sein,

nur weil er nicht beim SOS Kinderdorf arbeiten will?

Moist von Lipwig
00
10.3.2011, 16:35

arme kinder, wenn sie denn welche haben.

drwestbahn
03
10.3.2011, 15:39
Haben Sie schon mal Ihrem Installateur gesagt, dass er jetzt nach der Montage des Waschbeckens gleich auch noch ohne Aufpreis das Klo sanieren soll?

Antwort: Ohne (zusätzliches) Geld tu ich grundsätzlich nichts, ...

96%
07
10.3.2011, 14:06

verstehe, überfordertes elternteil. klar will man da sein kinder abschieben.

Irma la Douce
02
10.3.2011, 12:02
Es geht nicht um hehre Ideale, es geht ganz einfach ums Geld. Deswegen

wird ja auch ohne die Betroffenen verhandelt.

Sepp Lerchenmüller
23
10.3.2011, 13:22

Ich gehe einfach einmal davon aus, dass Sie Lehrerin sind.

Die Betroffenen bekommen ja eh ihr Gehalt für 40 Wochenstunden. Jetzt dreht es sich lediglich darum, dass die Betroffenen diese bezahlte Zeit auch zur Verfügung stehen. Warum also die Betroffenen fragen?

Wenn du einen Sumpf trockenlegen willst, darfst du nicht die Frösche fragen.

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