Beruf und Bett

Arbeit bestimmt den Schlaf

9. März 2011, 18:02

Arbeitslose leiden um 40 Prozent öfter an Einschlafproblemen

London/Innsbruck - Arbeitslose leiden um 40 Prozent öfter an Einschlafproblemen als Arbeitstätige. Angestellte und Selbstständige schlafen hingegen gut, ebenso auch Verheiratete und Personen mit höherem Bildungsabschluss. Das zeigt "Understanding Society", eine Längsschnittstudie unter 14.000 englischen Haushalten. "Sozial gut gestellte Menschen sind auch deshalb gesünder, da sie besser schlafen", so die Innsbrucker Schlafmedizinerin Birgit Högl.

Die Forscher verglichen die Schlafdauer und -qualität der Untersuchten mit ihrer Arbeitssituation. Kurzschlaf unter sechs Stunden kommt besonders häufig (zwölf Prozent) bei denen vor, die mehr als 48 Wochenstunden arbeiten. Noch höher (14 Prozent) ist die Rate bei den im Job Unzufriedenen, während es bei Zufriedenen nur acht Prozent sind. In den Luxus von mehr als acht Stunden kommen hingegen 14 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit, acht Prozent von denen in Vollzeit und nur sechs Prozent der Manager.

Die Arbeitssituation beeinflusst jedoch auch die Durchschlaf-Fähigkeit und die Einschlafdauer. Stress und lange Arbeitszeiten verschlechtern laut den Forschern die Schlafqualität deutlich; jeder Zehnte greift mindestens dreimal pro Woche zu Schlafmitteln. Menschen mit Routinetätigkeiten im Job schlafen deutlich schlechter, selbes gilt auch bei ausbleibender Zufriedenheit sowie bei gesundheitlichen Problemen aller Art.

Sorge statt schlafen

Sozial Benachteiligte arbeiten oft unter Bedingungen, die schlecht für den Schlaf sind, erklärt die Neurologin Högl, Vorstandsmitglied der Österreichischen Schlafmediziner. "Wer täglich pendelt oder mehrere Jobs zugleich macht, findet schon deshalb weniger Schlafenszeit. Speziell Frauen kürzen zudem ihr Zeitbudget meist beim Schlaf, wenn sie mit Familie und Beruf doppelt belastet sind". Ebenso arbeiten weniger Ausgebildete häufiger in Schichtbetrieb und erreichen in Folge tagsüber nur mäßige Schlafqualität und -dauer.

Bei Arbeitslosigkeit sind die Auswirkungen auf den Schlaf oft noch drastischer. "Finanzielle Sorgen oder die Angst um den Job lassen viele schlecht einschlafen oder sie lassen nachts aufwachen und keinen Schlaf mehr finden. Erschwerend kommt dazu, dass man bei einer Entlassung auch das soziale Gefüge des Arbeitsplatzes verliert", so die Expertin. Auch bei einer Depression, die bei Arbeitslosen gehäuft auftritt, sind Schlafprobleme gang und gäbe. (pte)

Anton J. Helmreich
01
10.3.2011, 14:55

der partner ist diesbezüglich auch nicht ganz unwichtig - im positiven wie im negativen *g*

Schnick
41
10.3.2011, 00:22
Natürlich könnte es schon sein,

dass man zu 40% schlechter einschlafen kann, wenn man erst spät aufgestanden ist und auch sonst nichts den ganzen Tag gemacht hat, was mit Arbeit zu tun hat ...
Dazu braucht man nicht London und Innsbruck bemühen.

mis
00
11.3.2011, 14:34

vielleicht versuchen sie es mal mit etwas kritischerem selbst denken oder gar mit mitgefühl, statt nur manipulierte hetzpropaganda gegen sozial benachteiligte gruppen nachzublubbern?
ihre copy-undpaste-gedanken könnte ihnen nämlich sonst selbst auf den kopf fallen.

Anton J. Helmreich
01
10.3.2011, 14:54

da habens irgendwas falsch verstanden

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