Steyr

Adoption scheiterte: Junger Mongole vor Abschiebung

9. März 2011, 14:55

23-Jähriger lebt seit sechs Jahren bei oberösterreichischer Familie

Steyr - Ein Bündnis und die Grünalternative Jugend Steyr machen mobil gegen die Abschiebung eines 23-jährigen Mongolen, der seit sechs Jahren bei einer oberösterreichischen Familie lebt. Eine Adoption sei am Recht seines Geburtslandes gescheitert. Am Freitag soll um 16.30 Uhr eine Demonstration am Steyrer Bahnhof beginnen, berichtete die Partei-Jugend in einer Presseaussendung am Mittwoch.

Nach einem negativen Asylbescheid in zweiter Instanz liege nun die letzte rechtliche Hoffnung beim Magistrat Steyr. Dort werde zurzeit ein Antrag auf humanitäres Bleiberecht geprüft. Auch die Grüne Menschenrechtssprecherin Landtagsabgeordnete Maria Buchmayr zeigte sich in einer Aussendung erschüttert. Der nächste Betroffene drohe nun "wegen der unmenschlichen Fremdengesetze aus seinem Umfeld gerissen zu werden".

Trennung "unvorstellbar"

Der 23-Jährige sei im Alter von 16 Jahren aus der Mongolei geflüchtet und zunächst ins Steyrer Flüchtlingsheim Maradonna gekommen. Bald darauf habe ihn seine künftige Familie aufgenommen. "Heute ist es für mich unvorstellbar getrennt von dieser Familie leben zu müssen", so der Asylwerber. In der Mongolei habe er seine leiblichen Eltern nie kennengelernt. "Wir demonstrieren für alle von Abschiebung Betroffenen und fordern einen generellen Abschiebestopp und ein generelles Bleiberecht für alle", sagte der Sprecher des Bündnisses. (APA)

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heinz strobl
 
00
das IPR ist übrigens nationales Recht

und kann daher sehr wohl geändert werden.
Vielleicht ist das sogar nötig, je öfter es zu Berührungen mit anderen Rechtskreisen kommt.
Das IPR versucht Kollisionen zu regeln und ich denke mir, dass die Wertigkeiten hin und wieder zu hinterfragen seien.
Es gibt als Grenze noch den "Ordre public",
Kann man da was machen ?
Anscheinend gibt es hier ein paar Rechtsexperten.
Bitte Info.

Sam Deer
 
03
18.3.2011, 05:54

Und warum interessiert ein österreichisches Adoptionsgericht ein mongolisches Gesetz, besonders da der junge Mann aus der Mongolei geflüchtet ist? Damit wäre jeder Diktatur Tür und Tor geöffnet, wenn sie ihre geflüchteten Staatsbürger wieder heimholen möchte.

bastie100
21
20.3.2011, 09:34
weil gem IPR eben auf diesen fall das materielle privatrecht der mongolei anzuwenden ist.

da Ö genauso wie die gesamte staatengemeinschaft die verpflichtung eingegangen ist, sich an die kollisionsnormen des IPR zu halten, sind dem gericht in diesem fall die hände gebunden.
hierbei geht es nicht um willkür, selbst wenn sie sich das nicht vorstellen können.

wiesengarten
12
24.3.2011, 01:10
nennen wir es halt "Recht muss Recht bleiben"

auch wenn das mongolische Adoptionsrecht keinen internationalen Normen entspricht.
Wie blöd und ungerecht das "Fremdenrecht" in Österreich ist, zeigt sich auch daran, dass der junge Mann 7 Jahre in Österreich eine Ausbildung erhielt, und trotzdem nicht hier bleiben darf.
Wem nützt es, wenn er abgeschoben wird?
Wem nützt es, wenn er hier bleiben darf und mit seiner Arbeitsleistung ein Vielfaches der in ihn gesetzten "Investitionen" einmal als Steuerleistung zurückzahlen wird?

pick dame
11
23.3.2011, 23:17

dann geben wir ihm eben vorher die staatsbürgerschaft, dann wird es wohl kein problem mehr mit den mongolen geben. aber so kreativ sind halt nicht alle beamtInnen.

Gusti Rentner
 
00
23.3.2011, 19:26
DAS WAR ABER IN DIESER KRASSEN FORM NICHT IMMER SO!

Zitronenbaum
48
14.3.2011, 08:29
Ah ja

"Wir demonstrieren für alle von Abschiebung Betroffenen und fordern einen generellen Abschiebestopp und ein generelles Bleiberecht für alle"
Ich frage mich wie viele Menschen, die legal zu uns gekommen sind - ohne irgendwie Asyl oder sonstwas zu "fordern"(!) - sich bei solchen Sprüchen unfair behandelt vorkommen. Denn die haben sich an alle Regeln gehalten und strengen sich tagtäglich an, ohne gleich nach Hilfe zu schreien.
Ich weiß ja nichts über den jungen Mann in dem Artikel, aber die meisten Leute wollen sich ja ein Aufenthaltsrecht erlügen und/oder ersitzen. Das finde ich unfair gegenüber Menschen, die tatsächlich Hilfe benötigen. /:

Susanne_B
04
16.3.2011, 11:43

Nun, ich hab ein paar Ungarn, die ich kenne, gefragt, was sie dazu sagen. Die waren ausnahmslos entsetzt. Liegt vielleicht daran, dass sie sich noch gut erinnern können, wie traumatisch ihre Flucht 1956 war.

Harry Y.
 
63
15.3.2011, 09:12
Ah ja.

1) "Die meisten....versuchen,....sich einen A.R. zu erschleichen" : woher haben Sie diese Information?

2) Und wenn Menschen versuchen, sich einen Aufenthaltsrecht zu erlügen oder zu ersitzen, dann handelt es sich sicher nicht um Menschen, die einen Aufenthaltsrecht benötigen??
Was eine Notlüge ist, wissen Sie doch sicher.

3) Normale Zuwanderer sind legal da, daher betrifft sie keine Abschiebung. (Dafür gibt es für sie immer strengere Regeln der Regierung.) Es wäre daher etwas merkwürdig, für sie einen Abschiebestopp und ein Bleiberecht zu fordern.

as ri
34
14.3.2011, 22:17
frage mich wie viele Menschen, die legal zu uns gekommen sind - ohne irgendwie Asyl oder sonstwas zu "fordern"(!) - sich bei solchen Sprüchen unfair behandelt vorkommen

keiner,
denn jeder dieser hat die Unbill des Fluchtgeschehens am eigenen Leibe miterlebt und ist daher zu egozentrischen und kleinbürgerlichem Gehabe nicht fähig.

Harry Y.
 
93
13.3.2011, 12:16
Mahlzeit.

Wieder ein erschütternder Fall.
Was ist mit der jungen Nigeranerin passiert, die vor ein paar Wochen abgeschoben wurde, Frau Ministerin?
Möchten Sie das überhaupt wissen?
Nein.

Ich_schpriche_Neuteutsch
13
12.3.2011, 12:21

Das Problem ist halt, dass Österreich bei gewöhnlichen ZuwandererInnen zu lasch und undeutsch ist, bei AsylwerberInnen aber zu faschistoid.

Seriöser Hütchenspieler
11
15.3.2011, 06:17

Zu faschistoid - na klar, bei einer der höchsten Anerkennungsraten in der EU:

http://derstandard.at/1259281426306/

Sieht eher so aus, als ob jeder der das Wort "Asyl" kennt ohnehin hierbleiben darf....

masterpiece
33
11.3.2011, 20:44
gibs mal was wirklich neues??? wen interessierts?

parapente
16
11.3.2011, 11:41
"Qualitätszeitung" und Zensur??

Wie passt das zusammen?

jeff5
01
11.3.2011, 21:05
wo gibts in ö. eine qualitätszeitung?

chat noir
210
10.3.2011, 18:15
einzig das mongolische Recht verhinderte die Adoption....

und schon wieder, man kann machen was man will, sind die grauslichen Österreicher schuld.

bastie100
10
20.3.2011, 09:46
schau mal in die kollisionsnormen zum IPR

dann wirst sehen, dass es absolut nichts mit wahlfreiheit des gerichts zu tun hat, welches gesetz auf einen solchen fall angewendet wird. keine ahnung von nichts, aber hauptsache das m**l weit aufreissen.

Norbert Dichand
415
10.3.2011, 17:14
Mei liab...

"Wir sind uns bewusst, dass wir nicht jede einzelne, hier stattfindende Abschiebung verhindern können. Da wir aber von einer Welt träumen die ohne Abschiebung, Grenzen und Rassismus auskommt..."

...dann träumts halt schön weiter. Wie unten schon geschrieben ist dieser Fall grenzwertig, aber es gibt genug andere wo es überhaupt keinen Grund gibt, geltendes Asylrecht nicht umzusetzen.

Ich frag mich immer wieviel Leute die von einer "Welt ohne Grenzen" träumen ins hiesige Sozialsystem einzahlen.

der feuerrote frederik
244
10.3.2011, 10:57
"Zensur"

Also ich halte die Moderation von Foren für eine Unumgänglichkeit. Dass irgendwelche Hass-Poster dann laut die "Zensur" beklagen liegt wohl in der Natur des Trolls.
Ich bin jedenfalls sehr froh, dass mir im Standard-Forum (im Gegensatz zu den Foren diverser Bundesländer-Postillen etc) das menschenverachtende Gepoltere der rechten Parteijugenden und des völkischen Medienmobs erspart bleiben.

In diesem Sinne: Hoch der Foromat!

Norbert Dichand
326
10.3.2011, 13:12
"Das menschenverachtende Gepoltere erspart"...

...Übersetzung: Sie freut es wenn andere Meinungen unterdrückt werden.

Jaja, wie oft zitiert: Der neue Faschismus wird nicht sagen "Ich bin der Faschismus". Er wird sagen "Ich bin der Anti-Faschismus".

Es werden regelmäßig Postings zensiert bzw. Stunden später veröffentlicht (also nicht mehr wirklich sichtbar bei vielen Themen) die keine Schimpfworte, keine Hetze und auch sonst keinen Verstoß gegen normale Forenregeln beinhalten.

jeff5
31
11.3.2011, 21:07
hr dichand ich bin ihr follower ab jetzt.

hätte nie gedacht, dass es hier auch gute postings gibt.

der feuerrote frederik
162
10.3.2011, 14:44
"faschistischer" Standard?

Zensur ist weder ein alleiniges noch ein konstituierendes Merkmal des Faschismus. Insofern halte ich ihren Anwurf für unseriös. Meine Postings kommen eigentlich immer durch und das es manchmal dauert stört mich nicht.

Und ja: ich freue mich, dass manche Meinungen hier nicht zu finden sind. Schließlich gibt es sowas wie eine Blattlinie und eine editorische Verantwortung.

Norbert Dichand
214
10.3.2011, 15:48
Mit dem Faschismus-Vergleich...

...habe ich Sie gemeint, nicht den Standard. Ihr Aussage von wegen "Erspart mir bitte die Meinung der anderen" (die SIE als "Parteijugend" und völkischer "Medienmob" bezeichnen) geht genau dahin das SIE Meinungen anders denkender gerne und ohne Probleme unterdrückt sehen wollen.

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