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Mallorca ist das Revier von Air Berlin / Fly Niki. Täglich gehen Direktflüge von Wien (Flugzeit 2:15 Stunden) nach Palma ab etwa 310 Euro, hin und retour. An stark nachgefragten Flugtagen steigt der Preis auf bis zu 600 Euro. Radler können auch ihr eigenes - demontiertes - Fahrrad für einen kleinen Aufpreis als Gepäck mitnehmen. Vom Flughafengelände führt eine eigene Radspur zur Strandpromenade, auf der man direkt in das Stadtzentrum radeln kann. Der Flughafen Palma ist durch öffentliche Busse sowohl mit dem Stadtzentrum (Linie 1) als auch den Hotels am Playa de Palma (Linie 21) bis nach S'Arenal verbunden.

Mallorca hat tausende Unterkunftsmöglichkeiten, vom Fünfsternehotel über romantische Fincas bis zu einfachen Pensionen. Viele Viersternehotels sind auf Radfahrer eingestellt, mit eigenem Radkeller und Verleih. Das Hotel Marina Luz bei Palma bietet besonders im Winter hohen Komfort für günstige Tarife. In Alcúdia war das kleine Hotel Can Tem in der Altstadt besonders empfehlenswert, in Artà das von einem deutschen Paar geführte Hotel Casal d'Artà. In Campos, wo es kaum Hotels gibt, bietet sich das etwas eigentümliche Hotel Segles an.

Wer Radangebote auf Mallorca sucht, stößt rasch auf Max Hürzeler, die neben dem normalen Radverleih Servicepakete und ganze Radreisen anbieten und in der Saison mit zahlreichen Hotels zusammenarbeiten (www.bicycle-holidays.com).

Ein Sportrad für eine Woche kostet 70 Euro, ein Rennrad 95 Euro (Einsatz 10 Euro, den man bei gesäuberter Radrückgabe zurückerhält). Andere Anbieter finden sich im Internet. Ein empfehlenswerter Radführer ist "Mallorca" von Paul Bickelbacher und Alexandra Weiß (Bruckmann 2009, 15,37 Euro), die beste Karte "Mallorca Radwanderkarte" von Publicpress (5,09 Euro auf amazon.de).
Eheliche Kompromisse können manchmal zu verrückten Reisen führen. Sie sehnt sich im Winter nach Wärme und Sonne. Er will Ski fahren, wäre aber auch zu einem anderen Sport bereit. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist knapp, Flüge in die Tropen sind teuer. Also buchen sie den Flug nach Mallorca - zum amateurhaft-sportlichen Radfahren im ersehnten Frühlingswetter.
Die Baleareninsel ist eine der großen europäischen Winterdestinationen für Radfahrer, und dies für alle Leistungsstufen. Die landschaftlich ungemein reizvolle Serra de Tramontana an der Westküste fordert auch konditionsstarke Radler heraus, das Zentrum und der Osten der Insel sind hingegen eher flach - zumindest schaut es von oben so aus, wenn das Flugzeug sich dem Flughafen von Palma de Mallorca nähert.
Und weil die Insel klein genug ist und er immer schon gerne Kreise gezeichnet hat, schmiedet er den Plan, Mallorca in dieser Woche zu umrunden. Das ist der schweißtreibende Preis, den sie für etwas Sonne zahlen muss.
Mit Rucksack auf dem Rad
Nun bietet Mallorca eine gute Infrastruktur für Radfahrer: zahlreiche Radverleiher, verkehrsarme Nebenstraßen sowie Hotels und Pensionen, die ganz auf Radler eingestellt sind. Doch die Radsaison geht erst im März so richtig los, und bis dahin ist man ziemlich auf sich allein gestellt. Vor allem nimmt einem niemand den Gepäckstransport ab, weshalb wir auf vielen Etappen zum Rucksackschleppen gezwungen werden. Die Alternative, sich auf Tagesausflüge von Palma aus zu beschränken, hätte uns viele reizvolle Ecken Mallorcas verschlossen.
Beim Radverleih gibt es auch im Winter kein Problem. Zwar hat von den vielen Radanbietern nur der Schweizer Platzhirsch Max Huerzeler eine einzige Radstation in S'Arenal östlich der Hauptstadt Palma offen. Sein Angebot an Sporträdern ist allerdings so gut und günstig, dass man gar keine Wettbewerber benötigt.
Eine Unterkunft zu finden ist um diese Zeit hingegen nicht so einfach - nicht weil der Andrang so groß ist, sondern weil gerade die großen Strandhotels Winterpause machen. In der Nähe von Palma fanden wir für die ersten Nächte mit dem Marina Luz ein preisgünstiges und angenehmes Kettenhotel mit großem Radkeller.
Für die übrigen Stationen boten sich kleine Boutiquehotels inmitten der alten Ortschaften an, wo man viel mehr von Mallorcas Stimmung mitbekommt als in den großen Kästen am Strand. Vor allem die Übernachtungen im CanTem in Alcúdia und dem Casal d'Artà zählten zu den Höhepunkten der gesamten Reise.
Als wichtigstes Ausrüstungsstück erwiesen sich gute Karten. Denn bei aller Werbung, die Mallorca bei Radurlaubern macht, ist die Beschilderung oft erbärmlich. Vor allem die reißfeste Radwanderkarte von Publicpress und der Radführer von Bruckmann retteten uns oft vor Irr- und Umwegen.
Nach zwei Tagen Einfahren in der Gegend von Palma mit einigen schönen Bergstrecken zum Coll d'es Vent und nach Valdemossa (auf jeweils 400 Meter Seehöhe) ließen wir am dritten Tag etwas Gepäck im Hotel zurück, schulterten die Rucksäcke und schwangen uns für die erste Tagesetappe aufs Rad - quer über die Insel nach Alcúdia im Norden.
So schön die Landschaft und die Durchfahrten durch verschlafene Dörfer auch waren, so angenehm das frühlingshafte Wetter - ob diese 75 Kilometer als Genussradeln zählen, darüber gingen die Meinungen weit auseinander. Abseits der ebenen, aber verkehrsreichen Durchzugsstraßen, auf denen oft auch der Radstreifen fehlt, ist Mallorca nämlich heimtückisch hügelig.
Die Bewertung des nächsten Tages stand dafür außer Streit. Die Sechs-Stunden-Tour von Alcúdia über die Bucht von Pollença zum Cap de Formentor, der äußersten Nordostspitze Mallorcas, ist mit insgesamt tausend Höhenmetern zwar anstrengend, dafür aber umso schöner. Und weil es keinen anderen Weg als den zurück nach Alcúdia gab, konnten wir das Gepäck im Hotel lassen.
Die Radroute führt über einen Pass, am Strand vorbei durch Wälder und über eine langgezogene Bergstraße, die einmal durch einen unbeleuchteten Tunnel führt, bis zum Leuchtturm am Kap. Wir wurden dabei nur von wenigen Autos überholt - das dank der Jahreszeit, denn im Sommer wälzen sich tausende Busse und Pkws die enge Straße hinauf und lassen den Radlern nur noch wenig Platz. Überhaupt bietet Mallorca außerhalb der Saison das Gefühl einer verlassenen Filmkulisse, wo alles darauf wartet, dass die Urlauberhorden wieder einfallen. Doch diese Leere wirkt meist entspannend und niemals trist.
Schotterwege im Naturpark

Die Tour von Alcúdia nach Artà ganz im Osten führte zunächst parallel zu den Strandpromenaden zum Naturpark S'Albufera, auf dessen Schotterwegen wir Wildpferden ausweichen mussten. Der Rest der Strecke war mühsam - verkehrsreich, bergauf und mit Gegenwind. Dafür ist Artà mit seinem mittelalterlichen Kastell und seinen Kirchen besonders stimmungsvoll. Und der Abstecher über den Gebirgszug Serres de Llevant zum verlassenen Kloster Ermita de Betlem (18 Kilometer retour, 400 Höhenmeter) ist eine der prachtvollsten Strecken, die Mallorca überhaupt zu bieten hat.
Von Artà ging es am nächsten Tag bergab an die Ferienorte an der Ostküste und dann durch ein sanftes Hügelland Richtung Westen in den verschlafenen Ort Campos, wohin sich kaum Touristen verirren. Ein zwölf Kilometer langer Abstecher nach Süden durch eine Gegend übersät mit Mallorcas berühmten Windmühlen führt zum naturbelassenen Strand Es Trenc.
Der letzte Tag brachte uns über ein Felsplateau hoch über der Südküste zurück zu unserem Ausgangspunkt östlich von Palma. So ähnlich müssen sich Magellans Weltumsegler gefühlt haben, als sie 1522 wieder in Spanien eintrafen. Und dort, an der als "Ballermann 6" berüchtigten Strandpromenade, war plötzlich das andere Mallorca zu spüren, dem wir bis dahin entkommen waren.
Fazit: Ein für Rennradler ideales Terrain ist für reine Genussradler zu anstrengend und unübersichtlich und für Halbsportler eine Herausforderung - aber eine, die sich auszahlt. Und die Ehe hat übrigens auch gehalten. (Eric Frey/DER STANDARD/Printausgabe/5.3.2011)
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Und das liegt einfach daran, dass der einzelne Radfahrer (diese asketisch ausgezehrten Strichmanderln auf ihren superdünnen "Sportgeräten") Einzeln kaum zu sehen sind - und als Gruppe, auf den engen Landstrassen mit den hohen Seitenmauern, wie eine Mauer wirken die plötzlich da steht wenn man um die Ecke gefahren kommt.
Radfahrer, wie alle Gesundheitsfaschisten, sind unerträgliche Egoisten die ihre Mitmenschen vorsätzlich gefährden und bedrohen. (Dass sie dabei selbst in größeren Zahlen zu schaden kommen ist nur gut so!)
Der Erste der mir ins Auto kracht, auch wenn ich dann lt.StVO automatisch "schuld" bin, den zeige ich an. Musterprozess - damit der Schwachsinn aufhört eine öffentlichen Verkehrsfläche als Sportstätte zu missbrauchen.
Selten habe ich etwas dümmeres lesen dürfen. Sie gehören in den guglhupf.
Leider gibts dann noch genügend andere imbezile, die irgendwie einen führerschein erworben haben.
gute fahrt auch weiterhin, und möge Ihnen bei einer Ihrer nächsten ausfahrten ein güterzug reinfahren...
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