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Der "Frauentag" ist vorbei, die Viktimisierung von Frauen bleibt. Gerade in besonders diffizilen Fällen wie in der vom Profil aufgedeckten Affäre um den Salzburger Domprediger, der eine minderjährige Ministrantin missbraucht haben soll. Er bestreitet dies, gibt aber zu, mit der erwachsenen Frau ein langjähriges Verhältnis unterhalten zu haben.
Die von der Kirche eingerichtete und finanzierte "Opferkommission" unter Ex-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic hat der Frau jedenfalls geglaubt und ihr für das (juristisch verjährte) Unrecht eine nicht unbeachtliche Summe zugesprochen.
Nun kommt aber der Missbrauch nach dem Missbrauch: Der Chef der Salzburger Ombudsstelle für kirchliche Missbrauchsopfer, Prälat Hans Reißmeier, erklärte im ORF, er könne sich den Missbrauch nicht vorstellen. Denn hätte das Opfer sonst den Domprediger als Priester für die eigene Hochzeit und die Taufe der eigenen Kinder gewählt? Und: "Können Sie sich das vorstellen?"
Das muss nicht einmal Bösartigkeit sein bzw. der Versuch, eine falsche Aussage des Opfers zu insinuieren. Das kann genauso gut auch erbarmungswürdige Ahnungslosigkeit und Inkompetenz sein. Der Herr Prälat und Chef der Ombudsstelle (die nach kircheninterner Anweisung eher nicht mit Klerikern, sondern mit Laien, vor allem Psychologen besetzt sein sollte) hat offenbar die letzten 20 bis 30 Jahre sozialpsychologischer Erkenntnisse nicht zur Kenntnis genommen.
Begriffe wie Täter-Opfer-Beziehung, Verdrängung, Traumatisierung scheinen ihm nicht geläufig zu sein, schon gar nicht inhaltlich.
In der Vergewaltigungssituation sehen viele Frauen, und schon gar Minderjährige; die Unterwerfung als einzige Möglichkeit, das eigene psychische Überleben zu sichern. Man sehe sich die Autoritätsverhältnisse im konkreten Fall an: Ein geachteter Priester und eine Ministrantin, von zu Hause wahrscheinlich auf Akzeptanz der kirchlichen Autorität getrimmt. Die Fortsetzung (oder nach Aussage der Pfarrers - der Beginn) des Verhältnisses erklärt sich so aus dem Entstehen einer psychischen Abhängigkeit, vielleicht sogar dem Wunsch, dem Vorgang irgendetwas Positives abzugewinnen. Dass sie sich erst jetzt, Jahrzehnte später und nach einer schweren Erkrankung, gemeldet hat, macht sie nicht unglaubwürdiger, im Gegenteil.
Die Unfähigkeit des Ombuds-prälaten, eine solche psychische Dynamik zu begreifen (oder sich darüber zu informieren), unterhöhlt natürlich den Anspruch von Klerikern, "seelischen Beistand" zu leisten, eine beanspruchte Kernkompetenz der Kirche.
Davon abgesehen sind noch Fragen an die Erzdiözese Salzburg zu richten: Selbst wenn der Herr Domprediger keine Minderjährige vergewaltigt hat, so hat er doch zugegeben, und zwar in der Sonntagsmesse, lange ein Verhältnis mit einem Mitglied der Gemeinde unterhalten zu haben. "Wenn er jemanden verletzt habe", so tue ihm das leid. Ja, und? Darf er jetzt weiter Priester sein und weiter predigen? Was gedenkt Erzbischof Alois Kothgasser zu tun? Und wer in der Diözese wagt zu behaupten, dass das alles niemand gewusst hat? (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 9. März 2011)
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Erschreckende Wortmeldungen hier. Als ob ein Heer von Katholen-Verteidigern ausgeschwirrt wäre mit dem Auftrag, Herrn Rauscher anzupatzen. Man bemüht sich nicht einmal mehr, zu heucheln.
Machen Sie weiter, Herr Rauscher! Man darf sich von solchen Aktionen nicht einschüchtern lassen.
aber was ist das alles gegen die dauerlügner in div regierungen .
die uns heute zB erzählen der wirschafts gehst super - abfangjäger kaufen ist schlau weil duch kompensationsgeschäfte wir ein land zum Schlaraffenland, div. weiße weste typen rennen immer noch ohne Anklage rum, und ein halbes deutsches Volk weint um einen betrügenden und lügenden Ex Minister - weil er so schön ist und so gut reden kann.
Glaube das wären wohl wichtigere Punkte die ZEITNAH nach Aufarbeitung schreien
Und wenn Sie noch so sehr versuchen, durch Anpatzen anderer vom Thema abzulenken: Die Zeit wird schon reif für Umbrüche was die Privilegien der röm.kath. Kirche anlangt. Die Zeit ist reif für Konsequenzen in Sachen Verurteilung wegen Missbrauchsfällen. Die Zeit ist auch reif, dass Leute wie Schönborn zurücktreten von ihrem Amt. Es wurde ihnen etwas zu oft vorgeworfen, Hilfeschreie von Opfern ignoriert und Täter beschützt zu haben.
...sind in manchen fällen verschieden. die frau mag subjektiv schlimm gelitten haben, was aber nicht unbedingt den gleichen objektiven verhältnissen entspricht.
und noch etwas: der mann hat ein verhältnis zugegeben. das haben andere priester auch. in einem anderen fall hat eine suspendierung zu solidaritätskundgebungen geführt. was in diesem fall tatsächlich passiert ist, wissen wir nicht. ich meine, die konsequenzen für den "täter" müssen sich an den objektiv erwiesenen tatsachen orientieren, eine entschädigung für das opfer kann hingegen sehr wohl andere aspekte einbeziehen, etwa die subjektiven erlebnisse, die glaubhaft gemacht werden konnten.
Schon wieder so ein Post von einem Hobbypsychologen. Es ist wirklich erschreckend, wie selbstsicher Sie von Dingen schreiben, die sie OBJEKTIV gesehen nicht verstehen. Bitte unterlassen Sie es, Urteile über Menschen abzugeben, die Opfer von Missbrauchstätern sind.
zunächst ist die angelegenheit öffentlich gemacht worden. die anschuldigungen sind also allgemein bekannt, daher muss der beschuldigte wohl auch das recht haben, öffentlich stellung zu nehmen.
ob eine handlungsweise wie in diesem fall denkbar ist, mögen die experten beurteilen; aber ich gebe zu, dem ganz einfachen menschenverstand widerspricht sie. darf man solche zweifel äußern?
solange es keine beweise gibt, kann man evtl. sagen "es kann so gewesen sein". die wahl des taufprieseters mag denkbar sein, ein beweis ist sie natürlich nicht.
solange keine beweise für eine seite vorliegen (die unschuld lässt sich selten beweisen), muss sich wohl jeder sein eigenes bild machen. die interviews bieten evtl. anhaltspunkte.
So einfach ist die Sache nicht, weil die Missbrauchsvorwürfe an einen Verein gerichtet sind, der von sich behauptet, zu wissen, was Gott will, wo Gott wohnt, etc. Da sind Leute In Erziehungsstätten, in Beichtstühlen etc. am Werken, die bereits bei Kindern große Macht ausüben und uns "Schafe" traditionell zu Sündern stempeln und einschüchtern. Hier wird gefährlich mit Macht gespielt. Und diese Geistlichen berufen sich auf ihr eigenes Gesetz, auf das Kirchenrecht. Sie igeln sich ein und beschimpfen Missbrauchsopfer von vornherein als Lügner, Stalker, psychisch Kranke.
Es steht Ihnen ja zu, aufseiten der Geistlichen zu stehen, wurscht, wieviele Opfer es bewiesener Maßen gibt, wurscht, wieviele Opfer sich weiterhin melden, wurscht, ob die oberste Kirchenführung Täter beschützt und Opfer der psychischen Krankheit bezichtigt. Nehmen Sie diesen Verein ruhig in Schutz, der sich gottähnlich gebärdet und uns dummen Schafen die Welt erklären will.
vorstellen kann und nicht um den Prediger/Pfarrer oder sonst was der mit einer erwachsenen Frau ein von ihm zugegebenes Verhaeltniss hatte NACHDEM er eben diese als Kind miszbraucht hat.
DAS kann sich der Praelat nicht vorstellen und DARUEBER schreibt Rau.
Und da hat Rau recht, auch wenn sich einige Poster wirklich schwer tun gelesenes auch zu verstehen.
Naja... da gab es ja Seien Exzellenz Dr. Eder, der als Erzbischof von Salzburg einmal behauptete, dass Frauen, welche infolge einer Vergewaltigung geschwängert wurden, ohnehin mit Freude und sündhafter Lust daran beteiligt waren.
Auf intensieves Nachfragen meinte er, dies habe er aus einem anerkannten Fachbuch aus dem 18. Jahrhundert...
Schon interessant, diese Ansammlung von Ahnungslosigkeit in Salzburg. Es wäre übrigens interessant, was Bischof Dr. Küng dazu sagt, er hat ja immerhin Gynäkologie (!!!) studiert...
Wen eine Frau einen Mann eines Verbrechens beschuldigt, insbes. der Vergewaltigung, dann wird ihr geglaubt,ein gr. Fortschritt immerhin.
Mitunter können aber Naivität und Kritiklosigkeit zu Verfehlungen der Öffentlichkeit führen: In D hat man aufgedeckt, dass mind. ein DRITTEL aller angezeigten Vergewaltigungen frei erfunden waren! Das sollte uns vorsichtiger machen und davon abhalten, gleich auf den Salzburger Praelaten loszuschlagen: Ahnungslosigkeit und Inkompetenz könnten nämlich auch auf Seiten des Journalisten geortet werden.
1/3 aller Anschuldigungen war nicht frei erfunden, sondern es konnte entweder wegen Verjährung zu keinem Verfahren kommen oder bei einem Verfahren kein Beweis erbracht werden, der ja bei einer Handlung im stillen Kämmerlein meist schwer zu erbringen ist, ned woa.
Aber ich frage mich, warum Sie so erpicht sind, Opfer als Erfinder und Lügner darzustellen.
...dass Sie mit Ihrem Posting Recht haben, aber wenn dem so wäre, ist die Kirche daran selber schuld. Denn von der so oft geäußerten "Offenheit der Kirche" ist halt leider wenig zu sehen.
Viel öfter dagegen von "weltfremden" Statements - siehe obige Aussage,...
Warum stellen Sie trotz mehrfacher Aufforderung nicht richtig, dass es sich in diesem Fall nicht um den Dompfarrer handelt?
Um was geht es Ihnen eigentlich?
So sehr mir viele Ihrer Kolumnen ansprechen, so sehr ärgert mich hier Ihre journalistische Sorglosigkeit!
der Printausgabe berichtigt werden.
Hier kann ich inzwischen festhalten , dass ich (ohne Namen zu nennen) die Funktionen "Dompfarrer" und "Domprediger" verwechselt habe. Domprediger Peter Hofer hat in der Sonntagsmesse den Mißbrauch geleugnet und das Verhältnis (ab Volljährigkeit) zugegeben.
Dompfarrer Balthasar Sieberer hat mit der Affaire nichts zu tun. Ich entschuldige mich bei ihm für den Irrtum.
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