Szenen zweier Medienhochzeiten

8. März 2011, 18:27
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    foto: reuters

    Onlinechefinnen, die mit "alten" Medien kooperieren: Tina Brown (links) präsentiert das Wochenmagazin "Newsweek" nach Relaunch. Arianna Huffington schickt ihre "Huffington Post" nach dem Zusammenschluss mit AOL in eine rauere Zukunft.

AOL kündigt Personalabbau an, Blogger streiken: Die Fusion mit dem Webportal "Huffington Post" gestaltet sich schwierig - Entsprechend ruhiger verläuft die Zusammenführung von Print und Online bei "Newsweek"

Washington - Es sollte die Medienhochzeit des Jahres werden. Vor einem Monat übernahm der Internetriese AOL das Nachrichtenportal "Huffington Post". AOL zahlte 225 Millionen Euro. Die Fusion ist bereits abgeschlossen, die Ehe - das zeigt sich schon jetzt - dürfte zumindest vorerst alles andere als reibungslos verlaufen.

Zuerst kündigte der neue Eigentümer Kündigungen an. "Das ist unvermeidlich, man muss es nur mit Rücksicht tun", sagte AOL-Konzernchef Tim Armstrong. Gleichzeitig wurden sechs neue Journalisten angeheuert, darunter Jon Ward, Bürochef von Rupert Murdochs kostenpflichtiger Onlinezeitung "The Daily".

Blogger fordern Bezahlschema

Gar nicht einverstanden mit dem Vorgehen von "Huffington Post"-Chefin Arianna Huffington sind Blogger des Portals. Sie belieferten das Portal bisher gratis und fordern ein fixes Bezahlschema für alle schreibenden Mitarbeiter und ein Ende der Vermischung von Werbung und redaktionellen Inhalten. Huffington, jetzt Chefin der neuen Mediengruppe bei AOL, drückte unmissverständlich aus, was sie davon hält: Bloggen sei gleich hoch zu werten wie der Besuch einer Talkshow. Es gebe eine Menge anderer Blogger, die sofort einspringen würden: "Macht weiter, streikt", rief sie per Konferenz zu. Niemand werde es bemerken.

Eine zumindest nach außen hin sanfte Zusammenführung von Print und Online ist "Newsweek" geglückt. 2010 kaufte US-Multimillionär Sidney Harman (92) das defizitäre Wochenmagazin. Sein Partner Barry Diller führte das Onlineportal "The Daily Beast" mit "Newsweek" zusammen. Inhaltlich findet eine enge Verknüpfung mit der Internetplattform statt.

150 Frauen auf dem Cover

Chefredakteurin von "The Daily Beast" ist die 57-jährige Britin Tina Brown. Sie übernahm nach "New Yorker", "Tatler", "Vanity Fair" auch die Chefredaktion von "Newsweek", das "dringend modernisiert", werden musste, wie sie sagt. Montag erschien das Magazin zum ersten Mal nach dem Relaunch.

Vom Cover lächelt eine staatstragend wirkende Hillary Clinton. Das Innere bringt zum 100. Frauentag "150 Frauen, die die Welt erschüttern". Stärkeres Papier, mehr Fotos und Grafiken, die Themen reichen von Politik bis Mode: Eine ähnliche Behandlung ließ sie bereits dem New Yorker zukommen. Damit sei man "nahe am Zeitgeist", sagt Brown. Ein erster Schritt, denn: "Newsweek wird eine Zeit brauchen, um sich zu erneuern", kündigt sie an. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 9.3.2011)

Kommentar posten
10 Postings
Some Clarity
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23.3.2011, 12:11
Alice Schwarzer hat recht: schafft diesen Tag doch bitte ab!

Es muss jeden Tag Frauentag sein!
Was für eine Heuchelei, sich einen Tag auszusuchen und auf heile Welt zu tun. Was für eine Heuchelei, in einer Ausgabe eines Magazins 150 Frauen zusammen zu sammeln, anstatt sie in jeder einzelnen Ausgabe gebührend zu erwähnen. Was für eine Heuchelei, ausgerechnet eine Hillary Clinton aufs Titelblatt zu packen! Ihre abenteuerliche Lüge im Wahlkampf, sie sei unter Sniper-Feuer in Ex-Jugoslawien gewesen, ist uns allen noch in Erinnerung! Dabei hat sich der Horror-Trip dann als nettes Kaffeekränzchen herausgestellt. In drei Worten: Lä-cher-lich! Solche Frauen will ich NICHT am Cover! Da ist mir sogar eine Pamela Anderson lieber, die wenigstens Charity macht aber dafür keine Kriege führt!

politisch verfolgt
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politik und mode

ja, das scheint der zeitgeist zu sein. nicht "was sagt frau clinton" sondern "was trägt frau clinton, während sie etwas sagt" ist die dringendste frage, die heute bewegt.

xxx...yyy...
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tja, da haben einige den fehler gemacht

frau huffington für so etwas wie die mutter teresa des journalismus zu halten, dabei musste jedem klar sein was sie ist: eine geschäftsfrau, die nicht zum spass ein paar mille ihres privatvermögens in eine solche seite investiert.

selber schuld, wenn man gratis arbeitet. aus dieser gasse kommt man eben nicht mehr raus...

Q.E.D.
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spannende Frage ist,

womit die huffington post ihr geld macht: news oder blogs. habe hier einen antwortversuch gefunden:
http://fivethirtyeight.blogs.nytimes.com/2011/02/1... ton&st=cse

xxx...yyy...
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werbung

Q.E.D.
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uups,

hab ich da einen schritt zu schnell für Sie geschrieben? gemeint war traffic --> werbung --> geld

xxx...yyy...
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keine sorge

ich habe ihr einfaches posting schon verstanden.

sehr erhellend ist der von ihnen verlinkte artikel halt auch nicht, da huffpo ja keine detaillierten angaben macht, außer dass sie 30 mio usd einnehmen (durch werbung). - dafür über 300 mio hinzublättern ist schon auch eine demonstration betriebswirtschaftlicher blauäugigkeit, aber gut.

die berechnungen die in diesem artikel angestellt werden, stehen auch nicht gerade auf einer soliden basis...

Q.E.D.
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ich kann mir

schon vorstellen, dass die korrelation postings zu clicks so falsch nicht ist..
obs wahr ist wird sich eh bald herausstellen, weil sich viele blogger vertschüssen werden, die geglaubt hatten dass das ein unschuldiges schülerzeitungsprojekt und kein geschäft ist.
interessant ist auch, dass huffington schon mehrmals plagiatsvorwürfen ausgesetzt war - solche fähigkeiten könnten ihr bei der huffington post auch geholfen haben...

xxx...yyy...
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das mit den plagiaten höre ich das erste mal

interessant.

ich glaube was ihr bei huffpo geholfen hat, war dass sie anfangs auf's richtige pferd gesetzt hat (anti-bush) und viele ihrer spezies aus beverly hills, dc und manhattan mitgezogen haben.

ich bin jedenfalls wirklich gespannt wie aol den kaufpreis wieder einspielen will :-)

das täntchen wieder
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ja, die medienkonzentration. und sowieso: die ware nachricht/info: http://is.gs/amc

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