Studienpräses Brigitte Kopp über die Dissertation von Johannes Hahn und die grundsätzliche Schwierigkeit der Auffindung von Plagiaten
Brigitte Kopp ist als Studienpräses an der Universität Wien auch für die Auffindung von Plagiaten zuständig. Im Video-Interview mit Hans Rauscher bespricht sie die umstrittene Dissertation von Johannes Hahn, die noch einmal geprüft werden soll, sollte sich durch den neuerlichen Check durch Stefan Weber ein Plagiatsvorwurf ergeben (derStandard.at berichtete). "Wenn der Doktorvater die Arbeit genehmigt", könne auch eine schlechte Arbeit als Dissertation durchgehen, meint Kopp zu Hahns Text. Bei einer Prüfung müsse auch festgestellt werden, dass die Arbeit mit Absicht plagiiert wurde. "Wenn Textpassagen zitiert sind, hat er diese nicht als sein geistiges Eigentum präsentiert." Dies habe auch eine Prüfung von Hahns Arbeit durch die Universität Zürich ergeben. Bei einer neuerlichen Prüfung müsse man auch bedenken, dass die Zitierweise 1987 eine andere war als heute.
Sie räumt im Gespräch jedoch grundsätzlich ein, dass man bei der Plagiatsprüfung an der Universität Wien "wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges erfasst". Ein Problem sieht Kopp bei Arbeiten, die noch nicht approbiert wurden. Hier gebe es in Österreich keine Möglichkeit der Sanktion, wie zum Beispiel den Ausschluss des jeweiligen Studierenden von der Uni. (rasch; derStandard.at, 8.3.2011)