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Krebspatienten nehmen die Verschlechterung begleitender Symptome wie Auszehrung oder Schmerz häufig erst spät wahr, so dass auch die Therapie spät einsetzt und ihr Erfolg begrenzt bleibt. Abhilfe schaffen soll ein Online-Therapiebegleiter. Entwickelt wurde das Angebot vom Interdisziplinären Arbeitskreis Brandenburger Schmerztherapeuten und Palliativmediziner e.V. (IABSP) in der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) unter Federführung von Knud Gastmeier. Patienten können anhand einfacher Fragen ihre Daten online eingeben und in Form von Kurven ausdrucken.
Diese dienen sowohl der Selbstkontrolle, als auch als Argumentationsgrundlage beim Arzt. „So kann man mit der Behandlung von Symptomen früh beginnen, was den Erfolg ganz erheblich vergrößert und sogar Leben retten kann", erklärt Gastmeier. Der Therapiebegleiter wird am „Tag gegen Tumorschmerz" am 16. März ab 15 Uhr im Potsdamer Hotel Mercure vorgestellt.
Nur frühe Therapie verspricht Erfolg
Die Verschlechterung von Symptomen bei Krebs ist oft schleichend und wird vom Patienten nicht sofort bemerkt. Dabei ist ein früher Therapiebeginn äußerst wichtig für den Erfolg der Therapie und kann unter Umständen lebensrettend sein. Unbehandelter Schmerz zum Beispiel kann chronisch werden und sogar dann noch bestehen bleiben, wenn die Krebserkrankung überstanden ist. Besonders bedrohlich sind Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme: Viele Tumorpatienten sterben nicht am Krebs, sondern an der körperlichen Auszehrung. „Zur Therapie und Prophylaxe dieser Symptome stehen im niedergelassenen Bereich nur in der Frühphase, und auch hier nur sehr eingeschränkt, Therapieverfahren zur Verfügung. Im weiteren Krankheitsverlauf gibt es zur Therapie dieser lebensbedrohenden Symptome quasi nur Mittel im sogenannten „off-label-use" Bereich", erklärt Gastmeier. Diese werden dem betroffenen Patienten wegen immanenter Regressandrohungen und unsicherer Rechtslage oft vorenthalten.
Unterstützung auch für den Arzt
Wer regelmäßig seine Daten ins Online-System einträgt - Erinnerungen kommen per Mail - behält den Überblick und kann auch beim Arzt gezielt auf Symptomverschlechterungen hinweisen. Das entlastet auch den Arzt, weil sich das Arzt-Patienten Gespräch auf ein klares Ziel richtet, das sonst oft untergeht. Die frühzeitige Dokumentation unterstützt den Arzt auch in Therapieentscheidungen und bei der Nachweisführung von Erfolg und Misserfolg einer Therapie. Sie ist auch die Grundlage für eine durchsetzbare „off-label-use"-Therapie. Daraus ergibt sich u. U. auch ein vitales Interesse des Patienten, über solche Verlaufsdaten selbstbestimmt zu Verfügen. „Eine erfolgreiche und effektive Therapie kann nur eine Rechtzeitige sein, diese verlangt aber auch den gut informierten und eigenverantwortlichen Patienten", unterstreicht Gastmeier.
Für Datenschutz ist gesorgt
Auf die Dokumentation hat nur der Patient Zugriff. Personalisierte Daten sind nicht notwendig. Die Datensicherheit wird durch das Programm und die Serveraufstellung bei der KV Brandenburg garantiert. (red)
Ansprechpartner
Knud Gastmeier, E-Mail: Knud.Gastmeier@T-Online.de
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