Verschärfte EU-Sanktionen: Auch Staatsfonds LIA betroffen - Kämpfe in Al-Zawiya und Bin Jawad
derStandard.at berichtete auch am Dienstag wieder live über die Ereignisse in dem nordafrikanischen Land. Die Nachlese:
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19:56 Uhr: Wir beenden für heute unsere Berichterstattung im Liveticker.
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19:39 Uhr: Das Welternährungsprogramm (WFP) brachte nach eigenen Angaben die
erste UN-Ernährungshilfe in Form von 70 Tonnen nährstoffreicher
Fruchtriegel nach Libyen. Drei Tage nach ihrem Ablegen in Tunesien
trafen am Dienstag drei Schiffe der deutschen Bundesmarine mit mehr
als 400 Flüchtlingen an Bord in Ägypten ein. Die 412 aus Libyen
geflohenen Ägypter seien nach Alexandria gebracht worden, teilte das
deutsche Verteidigungsministerium mit.
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19:12 Uhr: Aus Zawiya gibt es neue Augenzeugenberichte. "Die Panzer schießen überall auf uns", berichtete ein
Augenzeuge im Kurzmitteilungsdienst Twitter. "Sie verschonen kein
Haus, keine Moschee, keine Schule." Die Gaddafi-Truppen sollen mit Artillerie und Panzern - etwa 50 Stück - angegriffen haben. Zawiya war aber bereits am vergangenen Wochenende heftig
umkämpft. Die Regimetruppen waren mehrfach in das Zentrum der Stadt
50 Kilometer westlich von Tripolis eingedrungen, mussten sich aber
wegen des Widerstands stets wieder zurückziehen.
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19:06 Uhr: Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat
UNHCR rechnet mit einem anhaltenden Flüchtlingsstrom aus Libyen nach
Tunesien. "Seit es auf der anderen Seite Kontrollen gibt, hat die
Zahl zwar abgenommen, aber das Ende der Flüchtlingswelle ist noch
lange nicht erreicht", sagte UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres
am Dienstag bei einem Besuch des libysch-tunesischen Grenzübergangs
nahe Ras Ajdir. "Wir müssen mit sehr viel mehr Gastarbeitern rechnen,
die Libyen verlassen, und auch mit libyschen Flüchtlingen", fügte er
hinzu.
Bisher habe höchstens ein Fünftel der Gastarbeiter Libyen
verlassen, sagte der Chef der Internationalen Organisation für
Migration (IOM), William Lacy Swing. Die Hilfsorganisationen bemühten
sich derzeit vor allem, die zahlreichen Flüchtlinge aus Bangladesch
in ihre Heimat zurückzubringen. Die Helfer bereiten sich zudem auf
die Ankunft von bis zu 30.000 Gastarbeitern von den Philippinen vor.
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18:12 Uhr: Der Handel mit libyschem Erdöl
ist nach Angaben von Händlern zum Erliegen gekommen. Der Grund
sei, dass Banken sich im Zuge der US-Sanktionen gegen Libyen
weigerten, den in Dollar abgerechneten Ölexport zu finanzieren,
sagte ein führender Händler einer europäischen Ölgesellschaft am
Dienstag. Die Banken wollten das System in Libyen nicht
finanzieren, daher erhalte im Moment niemand Geld für Öl, hieß
es. "Es gibt große Zahlungsprobleme." Vorausgegangen war die
Entscheidung führender US-Ölkonzerne, den Handel mit Libyen
einzustellen. In Europa kaufen vor allem die italienischen
Konzerne Eni
, ERG und Saras libysches Öl. Aus
Kreisen der großen europäischen Ölimporteure verlautete, die
Entscheidung der Banken habe praktisch alle Transaktionen zum
Erliegen gebracht. "Es bleibt da keine Wahl, denn es gibt ein
Embargo für Dollar-Zahlungen nach und von Libyen", hieß es in
den Kreisen. "Alle Überweisungen in US-Dollar sind blockiert."
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18:03 Uhr: Prominente österreichische
EU-Abgeordnete sprachen sich heute relativ offen für eine Militäraktion gegen Libyen aus -
"aber unter der Bedingung, dass es einen UN-Auftrag gibt und die libysche
Bevölkerung ebenso wie die Arabische Liga oder die Afrikanische Union
das befürworten, erklärten unisono die Grüne Ulrike Lunacek und
SP-Mandatar Hannes Swoboda", schreibt STANDARD-Korrespondent Thomas Mayer aus Straßburg.
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17:46 Uhr: Wer sich einen raschen Überblick über die Entwicklung des libyschen Aufstandes verschaffen will, ist bei der Wikipedia gut aufgehoben: "Aufstand in Libyen 2011"
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17:36 Uhr: Details zu den verschärften EU-Sanktionen:
Die Vertreter der 27 EU-Regierungen einigten
sich am Dienstag in Brüssel darauf, das Vermögen einer Reihe von
libyschen Finanzunternehmen einzufrieren. Nach Angaben von
EU-Diplomaten gehört auch der Staatsfonds "Libyan Investment
Authority" (LIA), der in mehreren EU-Staaten und in den USA an Firmen
beteiligt ist, zu den betroffenen Unternehmen.
Mit diesem Schritt werden die bisherigen EU-Sanktionen
erweitert.
Sie sehen Einreiseverbote gegen den libyschen Diktator Muammar
al-Gaddafi sowie 25 andere Führungsgestalten des Regimes ebenso vor
wie das Einfrieren von deren Vermögen in der EU. Die verschärften
Sanktionen sollen an diesem Freitag bei einem Sonder-Gipfeltreffen
der Staats- und Regierungschefs der EU offiziell beschlossen werden.
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17:27 Uhr: Die EU verschärft ihre Sanktionen gegen Libyen. Mehr dazu wird in Kürze erwartet.
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17:26 Uhr: "Alles, was man aus Zawiya hört, verheißt nichts Gutes", heißt es beim Twitteraccount von Korrespondent Peter Beaumont. Seine Quelle in Zawiya sei seit gestern nicht mehr erreichbar.
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17:17 Uhr: US-Vizepräsident Joe Biden reist nach Moskau. Dort wird er mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew auch über die Lage in Libyen sprechen, sagte Medwedews
Sprecherin Natalia Timakowa. Die UN-Vetomacht Russland kritisiert die Gewalt gegen die
Bevölkerung in dem nordafrikanischen Land scharf, lehnt aber eine
internationale Militäraktion dort ab. Moskau hatte in den vergangenen
Jahren mehrfach Waffen an Diktator Muammar al-Gaddafi geliefert.
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17:04 Uhr: In Zawiya toben die Kämpfe momentan am heftigsten, glaubt man Augenzeugenberichten. "Gaddafis Streitkräfte kämpfen mit Panzern, wir werden immer wieder aus der Luft angegriffen. Sie haben das Zentrum aber nicht erreicht. Die Rebellen haben es weiterhin unter Kontrolle", wird ein Bewohner von Reuters zitiert.
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17:02 Uhr: General James Amos, Chef der US-Marines, schätzt die Helikopter der libyschen Armee für gefährlicher ein als die Flugzeuge - dies könte einen Ausschlag für eine mögliche Entscheidung für bzw. gegen die Flugverbotszone geben.
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16:34 Uhr: Luxemburg hat die Konten der
libyschen Zentralbank und des Staatsfonds LIA eingefroren. Das
teilte der luxemburgische Finanzminister Luc Frieden am Dienstag
mit. Auf den Konten lägen weniger als eine Milliarde Euro,
ergänzte ein Sprecher des Finanzministeriums.
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16:31 Uhr: Neues aus Zawiya: Die Aufständischen hätten noch immer die Kontrolle über das Zentrum, berichteten Augenzeugen. "Sie haben die Einwohner per Lautsprecher aufgerufen, sie sollten helfen, ihre Stadt zu verteidigen", sagte ein aus Ghana stammender Mann, der am Vormittag aus Sawija nach Tunesien geflohen ist. "Die Rebellen haben noch die Kontrolle, aber die Schießereien gehen weiter." Ein Regierungssprecher widersprach: Reguläre Truppen hätten die Kontrolle über Sawija, auch wenn kleine Rebellen-Gruppen noch Widerstand leisteten.
Ein Libyer, der im Ausland im Exil lebt, berichtete, er habe mit einem Freund in Sawija sprechen können. "Er sagte, dass die Gaddafi-Truppen versuchen, die Stadt dem Erdboden gleichzumachen. Die Menschen kommen nicht weg. Es ist alles abgeriegelt. Sie können nicht fliehen. Wer kämpfen kann, kämpft."
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16:25 Uhr: Libyen will angeblich Beobachter der Vereinten
Nationen und der Europäischen Union ins Land lassen. "Wir werden sie
eskortieren, wir werden sie beschützten und sie werden die
Möglichkeit haben, überall hinzugehen", zitierte ein hochrangiger
EU-Diplomat am Dienstag einen Regierungsvertreter aus Tripolis. Die
libysche Staatsführung habe in Gesprächen zugesichert, dass eine
Untersuchungsmission sofort mit der Arbeit beginnen könne.
Die noch in Libyen verbliebenen Diplomaten aus EU-Staaten
betonten
nach Angaben aus Brüssel die Notwendigkeit von unabhängigen
Untersuchungen. "Wir wissen, dass es Menschenrechtsverletzungen gibt.
Aber wir sind nicht in der Lage zu sagen, wer dafür verantwortlich
ist", sagte der EU-Diplomat nach seiner Rückkehr aus Tripolis.
Derzeit lasse sich nach Einschätzung der Diplomaten nicht einmal
sagen, ob die Oppositionskräfte in Libyen demokratische Ziele
verfolgten. "Niemand hat ein klares Bild", sagte der EU-Diplomat.
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16:21 Uhr: Unterschiedliche Medien spekulieren über einen baldigen Auftritt Gaddafis vor Journalisten.
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16:17 Uhr:
Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) teilte mit, dass die österreichische
Bundesregierung eine halbe Million Euro
für die Versorgung von Flüchtlingen aus Libyen zur Verfügung stellen
werde. Entsprechende Mittel werden aus dem Katastrophenfonds zur
Verfügung gestellt. Die eine Hälfte der Summe geht an das
UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR, die andere an die IOM
(International Organization for Migration).
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15:53 Uhr: Die US-Regierung erteilte den Forderungen nach Waffenlieferungen
an die Gegner Gaddafis vorerst eine Absage. Das Weiße Haus in
Washington teilte mit, es diskutiere mit der libyschen Opposition auf
"verschiedenen Kanälen". Regierungssprecher Jay Carney sagte,
Waffenlieferungen an die Rebellen sei eine der Möglichkeiten, die
erwogen würden. Es wäre allerdings "verfrüht, einen Haufen Waffen an
ein Postfach im Osten Libyens zu schicken", fügte er hinzu.
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15:49 Uhr: Die EU soll sich nach einem Resolutionsentwurf
des Europäischen Parlaments für die Einrichtung einer Flugverbotszone
in Libyen bereithalten, um Zivilisten in dem nordafrikanischen Land
vor Angriffen von Regierungstruppen zu schützen. "Keine Option, die
in der UNO-Charter vorgesehen ist, ist auszuschließen", heißt es in
einem fraktionsübergreifenden Entwurf, über den das EU-Parlament am
Donnerstag abstimmen will.
Das EU-Parlament ruft die EU-Außenpolitikbeauftragte Catherine
Ashton und die EU-Mitgliedstaaten auf, "bereitzustehen für eine
Entscheidung im UNO-Sicherheitsrat über weitere Maßnahmen,
einschließlich der Möglichkeit einer Flugverbotszone mit dem Ziel,
das Regime davon abzuhalten, auf die Bevölkerung zu zielen". Alle
Schritte der EU und der EU-Staaten müssten im Übereinstimmung mit
einem UNO-Mandat erfolgen und bedürften der Koordinierung mit der
Arabischen Liga und der Afrikanischen Union (AU), heißt es in dem
Entwurf.
Am morgigen Mittwoch will Ashton in einer Debatte mit den
EU-Abgeordneten die Position der Europäischen Union zur Libyen-Krise
darlegen.
Alle Zeiten beziehen sich auf die Mitteleuropäische Zeitzone (MEZ). In Libyen ist es eine Stunde später als in Österreich.
Nicht alle Informationen in diesem Livebericht können aufgrund der
Lage in Libyen mit der gewohnten Gründlichkeit überprüft werden. Dies
gilt speziell für Informationen, die uns über Twitter, Facebook und
Augenzeugenberichten zugetragen wurden.
Links:
Live-Blog von Al Jazeera
Live-Blog des Guardian