Finanztricks im Burgenland erhöhen Staatsschulden

Andreas Schnauder , 7. März 2011, 17:28

400-Millionen-Darlehen falsch zugerechnet - Schulden steigen auf 80 Prozent des BIPs

Die Republik muss neuerlich ausgegliederte Verbindlichkeiten in die offizielle Staatsverschuldung aufnehmen. Wie der Standard in Erfahrung brachte, wurde der Verkauf von burgenländischen Wohnbaudarlehen nicht anerkannt. Der Grund: Die Forderungen gingen an eine Landesgesellschaft, die die Transaktion im Vorjahr über die Begebung zweier Anleihen finanzierte. Die Staatsschulden erhöhen sich dadurch um 400 Millionen Euro.

In Eisenstadt weiß man noch nichts vom Prüfergebnis der Statistiker. Die Transaktion wird verteidigt, weil sich das Burgenland im Unterschied zu Konstruktionen anderer Länder den Gestaltungsspielraum bei den Wohnbaudarlehen erhalten habe, heißt es aus der Landesregierung.

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Der Konsolidierungspfad der Republik verwuchert zusehends. Erst wurde bekannt, dass künftig die ausgegliederten Krankenanstalten im Schuldenstaat der Republik ausgewiesen werden müssten, dann wurde die drohende Eingemeindung von ÖBB-Schulden sowie Staatszuschüssen an die Bahn in die Defizitquote ruchbar. Nun kommen auch noch Wohnbaudarlehen hinzu.

Konkret geht es um die burgenländische Praxis: Dort wurden die Forderungen gegenüber Kreditnehmern nicht wie etwa in Niederösterreich an Banken verkauft, sondern an eine ausgegliederte Gesellschaft namens Wohnbau Burgenland. Sie überwies dem Land 400 Mio. Euro und finanzierte dies im Vorjahr über zwei Anleihen. Das Land haftet für die Rückzahlung der Darlehen an die Wohnbau Burgenland. Diese Verbindlichkeiten müssen nach einer Prüfung durch die Statistik Austria künftig dem öffentlichen Schuldenstand zugerechnet werden, erfuhr der Standard aus informierten Kreisen.

Wenngleich die Auswirkungen mit dem betroffenen Volumen von rund 0,15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschaubar sind, stellt sich doch die Frage nach weiteren verborgenen Leichen im Budgetkeller. Zudem bringen die Revisionen beinahe im Monatstakt die Staatsfinanzen ordentlich durcheinander. Der Schuldenstand dürfte anstatt der für 2014 geplanten 72,5 Prozent bei rund 80 Prozent liegen.

Fix ist bereits, dass 2,5 bis drei Milliarden Obligo der Krankenanstalten die Staatsschulden um in etwa einen Prozentpunkt nach oben drücken. Vor allem die Steiermark und Kärnten waren sehr kreativ: Sie haben die Spitäler nicht nur in eigene Gesellschaften ausgegliedert, diese Holdings haben mit Landeshaftung auch noch hohe Fremdmittel aufgenommen, um den Betrieb zu finanzieren. Die Rückzahlung der Verbindlichkeiten wird letztlich an den Ländern hängen bleiben. Allein in der Steiermark beträgt die Summe 1,2 Mrd. Euro. Ein ähnlich hohes Volumen hat Kärnten seiner Spitalsgesellschaft Kabeg umgehängt, das nun wieder ins Landesbudget umgebucht werden sollen.

Und dann wäre da noch die Bahn, die derzeit 14 Mrd. Euro an Schulden angehäuft hat. Die EU-Statistikbehörde Eurostat prüft derzeit, ob die Verbindlichkeiten dem Staat zugerechnet werden müssen. Zudem droht ein Anstieg der Neuverschuldung, weil laut Finanzministerium künftig bis zu 1,5 Mrd. Euro an jährlichen Zuschüssen für den Infrastrukturausbau defizitwirksam werden könnten. Unklar ist derzeit, ob damit eine Verschärfung des Sparkurses notwendig wird. Momentan wird der neue Budgetplan bis 2015 erstellt: Bei einem zusätzlichen Minus durch die Neuberechnung der Bahnzuschüsse müssten 0,5 Prozent des BIP zusätzlich eingespart werden oder durch anderweitige Einnahmen kompensiert werden. Finanzminister Josef Pröll will jedenfalls am Konsolidierungspfad festhalten, der im kommenden Jahr ein Unterschreiten der dreiprozentigen Defizitgrenze vorsieht.

Doch damit nicht genug: Eurostat verlangt die Einrechnung von Bad Banks, in denen giftige Wertpapiere gelagert werden, für die der Staat haftet. In Österreich ist das bei der notverstaatlichten Kommunalkredit ein Thema, deren KA Finanz AGauf rund zehn Mrd. Euro an riskanten Kreditderivaten sitzt. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.3.2011)

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das ist fix
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27.4.2011, 11:36

Hier war die SPÖ-geführte burgenländische Landesregierung sehr erfolgreich mit der medialen Vertuschung der 400.000.000,- Schulden.

Zwiebelbrot
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31.3.2011, 14:54

Ob Rot, ob Schwarz, ob Blau
alle bedienen sich dem täglichen Klau,
die Wählerinnen hätten es in der Hand,
doch diese sind anscheinend zu dumm,
und wählen diese Parteien noch,
also quasi selbst eingebrockt und damit
...selbst schuld.
Rot-Schwarz-Blau gehört abgewählt.

das jüngste Gerücht
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Asylanten sollte man auh nie wählen tun lassen mögen....

sis spitz
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Irgentwie bin ich zu Blöde

Reales, also existierendes Geld für meinr Zinsen kann mir nur jemand geben, der dafür arbeitet,
Aber er müßte die Arbeitsleistung ja über seine Arbeit hinaus erbringen / Ich sags ja - Zu blöde.
Warum Rechnet man die Pro-Kopf Verschuldung nicht pro Erwerbstätigen ?
Unsere Gesamtverschuldung beträgt etwa 199.953.680.000 .
Das entspricht ungefähr € 48.900 pro arbeitenden Menschen in Österreich Jährlich.
Die Zinsen belaufen sich derzeit auf etws € 7.794.836.000.-
Das entspricht ungefähr € 1.910.- pro arbeitenden Menschen in Österreich Jährlich.
Sehr geehrter Herr Seehofer, bitte nicht versuchen diese Zahlen zu lesen

g.h.o.s.t.
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Glück gehabt der Niessl

Er ist doch erst vor Kurzem von unserem Bundesheinzi und vom Kanzler für seine grandiosen Leistungen geehrt worden
http://www.spoe.at/ehrung-fu... iessl.html

Entropix
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wie gut,

dass es die EU gibt, damit wenigstens die unsere Staats-Schlawiner einbremst ;-)

nursohalt
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wo lernt man das

das sind doch gescheite Leute, die auf solche Ideen (auslagern usw..) kommen. Haben sich die Schulen in den letzten Jahren so verbessert oder hatte die Leute früher einfach keine Ideen?

Freie Welt
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Wir sollten Steve Jobs

als Bundeskanzler einsetzen.

Süffisant
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wozu?

glauben sie etwa, er könnte österreichs schulden dann als iphone-app auslagern?

asozialist.blogspot.com
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besser nicht!

der ist körperlich eh schon geschwächt, das würde ihm wohl den rest geben...

Neues Österreich
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Das hab ich in Paris gelernt,

war der Text eines alten Schlagers aus längst vergangenen Tagen. Schulden zu verstecken haben alle von Schüssel/Grasser Kurs gelernt. Darin sind ja alle Parteibrüder gelehrige Schüler, wenn's darum geht irgendwelche Gaunereien zu machen!

Andreas Sonnberger2
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Das Auslagern kannte man schon lange vor Schüssel und Grasser.
Privatisierungen sind Verkäufe, keine Auslagerungen, für die man weiter haftet.

waxel
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... und das ist garantiert kein Witz!

nie wieder
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sie führen eh wieder die .....

...getränkesteuer ein.

grenzneutral
02

öbb und asfinag: weit über 20 mrd zusätzlich, die zwar 'ausgegliedert' sind, wofür der staat natürlich auch haftet

österreich ist hochverschuldet
wir tun nur so als wüßten wir es nicht

MME
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plus 20 Mrd für die HAA

Zinnmo
 
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Dazu diverse Milliarden die auf landes- und Gemeindeebene in Sonderkonstruktionen, Wohnbaugesellchaften etc. versteckt wurden. Auch hier liegt die Haftung- und auch die Rückzahlung natürlich bei der betreffenden Gemeinde/dem betreffenden Land, also bei uns Steuerzahlern.

Rechnet man alles zusammen, reisst Österreich vermutlich die 100%-Marke bei den Staatsschulden.

Gehen die Zinsen nur ein wenig hoch, dann geht es uns wie Griechenland.

http://www.zpa.at
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über den Daumen sind es etwa 260 Mrd Schulden ( 90 % des BIP ) plus 150 Mrd Haftungen, - der Hut brennt, denn wenn das Zinsniveau in den nächsten Jahren nur 1 % höher liegt, dann kostet uns das jährlich 2,6 Mrd. mehr an Zinsen und Dividenden.

1 % = 2,6 Mrd
2 % = wieviel ?

Zinnmo
 
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Sie rechnen die Haftungen nicht ein. Das stimmt aber nur, wenn die Gesellschaften, an die die Schulden ausgelagert wurden, diese aus eigener Kraft zurückzahlen können. Steigen die Zinsen, ist das entweder nur mit steigenden Gebühren möglich (Asfinag) oder es geht gar nicht, dann werden die Haftungen geltend. Egal wo es herkommt, am Ende zahlt es der Bürger.

Wir reden hier nicht von "nur" >5 Mrd Zinsendienst. Realistisch gesehen sind es eher ~8 Mrd. Jährlich!

?und
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den kärtner ist die verschuldung vollkommen wurscht, warum auch nicht den burgenländern

bin für mehrsprachiche kontoauszüge - liest zwar eh keine, aber korrekt wär es allemal.

mikromalist
 
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Die politische Perfektionierung

von Pyramidenspielen. Verluste (Schulden) verschleiern, damit die Investionen (Steuern) ohne Returnchance nicht abreissen.

Geht nicht anders?

AT könnte in wenigen Jahren saniert werden, würden
- Alle Subventionen gestrichen
- Steuerbemessung von Lohn auf Erträge umgestellt
- Verwaltung halbiert (das ginge mit Verdopplung der Leistung)
- operative öffentliche Wirtschaft drastisch rationalisiert bzw verscherbelt

Vorher müssten wir allerdings die Laienspieler abwählen.

Wolfgang Pimminger
 
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In der Frage der Steuerbemessung bin ich nicht so optimistisch, ob eine Besteuerung der Erträge mehr bringt, als die Lohnbesteuerung (von der ich im Übrigen auch nichts halte).

Mir erscheint es vernünftig zu sein, zunächst mal Steuern dort zu erheben, wo ein Lenkungseffekt entsteht, also beispielsweise die Transaktionssteuer zur Eindämmung des Spekulationsrisikos.

Die entscheidenden Steuereinnahmen sollten allerdings rein aus Verbrauch und Vermögen stammen.

mikromalist
 
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Sorry, da war ich unpräzise.

Summer aller Erträge inkludierte Löhne.
Bei mir zB Einkommen+Gewinn+Kapitalertrag+Zinsertrag. Das gäbe in einer Progression einiges mehr.
Nach Sanierung wäre dann ein Grundkommen fällig.
Dazu wäre eine MWST Erhöhung notwendig.
Vermögenssteuer ist zu kompliziert. Die Feststellung kostete zu viel im Vergleich zu den Einnahmen.

Wolfgang Pimminger
 
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Den Zusammenhang zwischen Sanierung und Grundeinkommen kann ich nicht nachvollziehen. Ich denke vielmehr, dass ein Grundeinkommen einen erheblichen Beitrag zur Sanierung leisten kann, weil damit an der Basis, bei der Masse der Bevölkerung Kaufkraft entsteht.

Selbstverständlich ist bei Abschaffung der Besteuerung von Einkommen eine Erhöhung der Konsumsteuern notwendig. Die kann aber dann wirklich sozial gestaffelt erfolgen nach den Kriterien notwendig, nützlich, angenehm, luxuriös.

Ihr Argument hinsichtlich der Vermögenssteuer höre ich immer wieder von verschiedenen Seiten, ich halte das allerdings für eine Schutzbehauptung. Kapitalvermögen liegen bei den Banken auf und die relevanten Sachvermögen sind bei den Behörden erfasst.

mikromalist
 
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10.3.2011, 09:20
Bei Sanierung spielt auch Zeit

eine Rolle, es geht nicht alles auf einmal, weil GE zuerst kostet.
Wir hätten es vor 20 Jahren ....

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