Renovierung birgt Gefahr für Kinder

  • Obwohl Blei heute in Anstrichen verboten ist, steckt es als "Erbe" 
früherer Baupraxis noch in vielen älteren Häusern.
Foto: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de
    foto: stephanie hofschlaeger/pixelio.de

    Obwohl Blei heute in Anstrichen verboten ist, steckt es als "Erbe" früherer Baupraxis noch in vielen älteren Häusern.

    Foto: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Das Gesundheitsrisiko durch Blei und Asbest ist für Kinder höher als für Erwachsene

Montreal - Lacke, Isolierungen oder andere Bestandteile älterer Häuser enthalten oft Giftstoffe wie Blei, Asbest oder Polychlorinierte Biphenyle.

Beim Renovieren oder bei der thermischen Sanierung ist besondere Vorsicht nötig, um Kinder nicht zu gefährden. Darauf macht die Canadian Environmental Law Association (CELA) aufmerksam. "Besonders unter Heimwerkern gibt es noch wenig Bewusstsein dafür, dass entweichender Feinstaub dieser Stoffe ein Risiko sind", warnt CELA-Sprecherin Kathleen Cooper.

200 Kilo Blei in alten Häusern

Obwohl Blei heute in Anstrichen verboten ist, steckt es als "Erbe" früherer Baupraxis noch in vielen älteren Häusern. In Häusern, die vor 1930 errichtet wurden, können in den Farben der Wände und Fenster bis zu 200 Kilo Blei enthalten sein, haben die Forscher ermittelt.

Bei der Sanierung gelangen derartige Altlasten leicht in den Hausstaub, sofern nicht auf ausreichende Abdeckung, Belüftung oder andere Vorsichtsmaßnahmen geachtet wird. "Besonders sind ärmere Familien betroffen, da sie am ehesten Sub-Standard-Wohnungen beziehen", so Cooper.

Kinder im Mutterleib besonders gefährdet

Das Risiko durch Umweltgifte im Haushalt ist für Kinder höher als für Erwachsene. Atemfrequenz und Stoffwechsel sind bei ihnen schneller, sie führen die Hand öfter zum Mund und ihre Organe - auch das Gehirn - sind weitaus verletzbarer, da sie sich erst entfalten.

Für noch ungeborene Kinder im Mutterleib trifft das noch umso mehr zu. Während Asbestfasern die Atemorgane angreifen, kann Blei bereits in geringsten Mengen Gehirnschäden bewirken und zu Lernproblemen, Hörverlust, Wachstumsschäden bis hin zu Hyperaktivität führen.

Staub und Böden sind Hauptquellen

Staub ist eine nicht zu unterschätzende Quelle von giftigem Blei, erklärt Bruce Lanphear von der Simon Fraser University. "Laut US-Daten geht die Bleibelastung bei Kindern zu jeweils 30 Prozent auf Hausstaub und auf verschmutzte Böden zurück, zu 20 Prozent auf das Trinkwasser, der Rest auf andere Quellen", so der Präventionsforscher. Nachdem bleihaltige Treibstoffe heute verboten sind, bleiben neben alten Lacken noch Verbindungsrohre in alten Wasserleitungen als relevante Gefahrenquellen. (pte) 

Share if you care
3 Postings

trotzdem fühlen sich viele im gemütlichen altbau wohl.

Ja, ich auch - trotzdem bin ich froh, daß keine Bleileitungen mehr da sind

Die Fenster sind auch rel. neu (Kunststoff), der weiße Lack an den Türen ist vermutlich nicht mehr original :-) und staubt oder bröselt vor allem nicht.
Also: Altbau: Ja, sicher :-) aber lieber bleifrei.

Jumpingjack/Altbau

Wohlfühlen und Gesundbleiben sind nicht zwangsläufig auf einer Ebene anzutreffen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.