Ljubljana misst mit zweierlei Maß

4. März 2011, 17:29

Möglichkeit eines Mercator-Verkaufs lässt slowenische Minister um ihre Industrie fürchten und die nationalistische Karte spielen

Sloweniens Wirtschaftsministerin Darja Radic und Agrarminister Dejan Zidan warnen vor einem Einstieg des kroatischen Lebensmittelkonzerns Agrokor bei der Handelskette Mercator. Eine Übernahme wäre für die slowenische Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft ein schwerer Schlag, weil 40 Prozent der slowenischen Nahrungsmittelproduktion über Mercator vertrieben würden, sagte Zidan laut einem Bericht der kroatischen Nachrichtenagentur Hina.

Anlassfall ist der Wunsch mehrerer Großaktionäre ihre Anteile an Mercator zu verkaufen. Zu nennen sind vor allem die slowenische Brauerei Lasko, die mit finanziellen Problemen kämpft und ihre 23-Prozent-Beteiligung verkaufen will, und mehrere slowenische Banken, die ihrerseits 25 Prozent an Mercator halten.

Gleichwohl ist Mercator selbst als fleissiger Übernehmer aufgefallen. Allein im letzten Jahr ging man mit Firmenkäufen in Montenegro und Serbien fleissig auf Einkaufstour. Im rund 670.000 Einwohner zählenden Montenegro liegt man laut eigenen Angaben damit bei 20 Prozent Marktanteil. In Serbien hat man mit der Übernahme der serbischen Handelskette Coka seine Position als Nummer zwei gefestigt.

Politik wünscht sich slowenische Investoren

Da verwundert es, wenn slowenische Spitzenpolitiker bei einheimischen Unternehmen so zimperlich sind. Aus ihrer Sicht sollen die Gläubigerbanken der Lasko-Brauerei Anteilseigner an Mercator werden, so Wirtschaftsministerin Radic. Zusätzlich zu dieser Umschuldung der Bankverbindlichkeiten von Lasko rief sie auch slowenische Unternehmen dazu auf, selbst Mercator-Aktien zu kaufen.

Unterdessen hat Mercator den Spieß umgedreht und will die Agrokor-Supermarkt-Kette "Konzum" kaufen. Agrokor-Eigentümer Ivica Todoric hat daraufhin Mercator-Chef Ziga Debeljak für nächste Woche zu einem Gespräch nach Zagreb eingeladen.

Agrokor und Mercator sind laut einem von der Beratungsfirma Deloitte angefertigten Ranking das größte bzw. drittgrößte Unternehmen des ehemaligen Jugoslawien. Agrokor macht rund 3,6, Mercator rund 2,8 Milliarden Euro Umsatz. (red/APA)

ich nicht
10
schlawiner kommt bekanntlich von slowener...

LPFe
12
standard standard ...

sehr enttäuschend; ein bisschen Recherche hätte hier wirklich nicht geschadet

Agrokor hat 2 Mrd Schulden, Unicredit & co finanzieren den Kauf von Mercator um slowenische Konkurrenz auszuschalten und so Agrocors Schulden zu bereinigen

Konzum's erste Aktion war slowenische Artikel aus dem Sortiment zu nehmen; umgekehrt sind bei Mercator seit jeher alle kroatischen Artikel erhältlich

KEIN PROBLEM, soll doch Todoric - wie Mercator es getan hat - seine Konzum Filialen in Slowenien aufstellen und investieren, aber diese "feindliche Übernahme" hat nur ein Ziel, nämlich die slowenische Industrie zu ruinieren - selbstverständlich mit Unterstützung einer österreichischen (bzw neuerdings italienischen) Bank ... alte Bande währen lange ...

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