Dietmar Ecker, Inhaber der Agentur Ecker und Partner, über sein neues Internet-TV-Projekt www.dada-dada.tv
STANDARD: Sie haben in dieser Woche mit dem Internet-TV-Projekt dada-dada.tv losgelegt. Namhafte Personen aus Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft beschäftigen sich da in alphabetischer Reihenfolge mit Worten. "Anfang" machte den Beginn. Was wollen Sie damit?
Ecker: Die Geschwindigkeit der tagesaktuellen Information hat ein Tempo erreicht, das die ursprüngliche Bedeutung von Wörtern in den Hintergrund verschwinden lässt und die kurzfristige Betroffenheit in den Vordergrund stellt. Das ist für die demokratische Entwicklung unserer Gesellschaft nicht gesund.
STANDARD: Ja, aber was hat ein Werber damit zu schaffen - außer in der Verantwortung, genau auch dafür zu stehen?
Ecker: Eben. Als Eigentümer einer der größten PR-Agenturen des Landes trage ich Mitverantwortung für diesen Prozess. Es gilt, eine neue Form der Auseinandersetzung zuzulassen, anzustoßen.
STANDARD: Welche Worte folgen auf "Anfang"?
Ecker: Solche, die wir täglich verwenden. Hass, Betrug, Dummheit, Macht oder ganz einfach Ich. Möglichst frei von Vorurteilen und machtpolitischen Imperativen soll diese Auseinandersetzung mit den Worten stattfinden.
STANDARD: Woher kommt das Geld für dada-dada.tv?
Ecker: Es ist von mir und meiner Agentur privat finanziert - daher auch werbefrei. Wir sind damit auch in keiner Weise Konkurrenten zu anderen Medien, wir beanspruchen kein "Stück vom Werbekuchen". Ein schlankes Team von drei Leuten mit Sitz in Brunn am Gebirge sorgt für den professionellen Ablauf und für die Gestaltung. (Karin Bauer/DER STANDARD; Printausgabe, 5./6.3.2011)