Schwere Gefechte um Stadt Az-Zawiya, mindestens fünfzig Tote
4. März 2011, 23:06
foto: reuters/tomasevic
Ein Rebellenkämpfer bei Ras Lanuf.
foto: reuters/chris helgren
Ein Teil der beschlagnahmten Tramadol-Lieferung
foto: epa/jim hollander
An der Grenze werden Lebensmittellieferungen zusammengezogen.
foto: reuters/zohra bensemra
Dieser Bangladescher an der libysch-tunesischen Grenze bittet seine Regierung dringend um Hilfe.
foto:kevin frayer/ap/dapd
Bei einem Begräbnis.
foto: ap
Dieser Rebell in Ajdabiya, Ostlibyen, ist bereit für den Kampf.
Auch lokaler Rebellenführer getötet - Rebellen nehmen Ras Lanuf ein, Regierung dementiert - Erneut heftige Gefechte um Ölhafen Brega - Interpol warnt vor Gaddafi-Familie
derStandard.at
berichtete am Freitag wieder live.
Unter dem
Livebericht steht wie immer ein Diskussionsforum bereit, um
Ihre Meinung zu den Ereignissen in Libyen aufzunehmen. Bitte diskutieren
Sie höflich und sachlich, klappt das nicht, wird Ihr Posting im Sinne
der Fairness gelöscht.
*****
22:35 Uhr: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights
Watch (HRW) hat nach eigenen Angaben keinen Hinweis auf den Einsatz
afrikanischer Söldner bei den Kämpfen in Libyen. Der für
Notfallsituationen zuständige Peter Bouckaert sagte am Freitag in
Bengasi, Informationen über in Libyen aktive Söldner könne er derzeit
nicht bestätigen. Wegen der entsprechenden Gerüchte seien aber schon
viele afrikanische Einwanderer in Libyen gewalttätig angegriffen
worden. So seien am Mittwoch in Brega, 200 Kilometer westlich von
Bengasi, fünf angebliche Söldner gefangen genommen und fast gelyncht
worden.
Im Süden des Landes gebe es viele Libyer mit dunkler Haut, die
Machthaber Muammar al-Gaddafi zu einem großen Teil positiv
gegenüberständen, weil er Maßnahmen gegen ihre Diskriminierung
gesetzt habe. Nach Angaben von Sicherheitsdiensten in Mali soll
Gaddafi rund 800 Tuareg-Kämpfer aus dem Niger, Mali, Algerien und
Burkina Faso rekrutiert haben, um mit ihrer Hilfe den Aufstand in
Libyen niederzuwerfen.
*****
21:10 Uhr: Immer mehr Funktionäre wenden sich von der Regierung ab.
Aus gut informierten Kreisen in der Hauptstadt Tripolis hieß es am
Freitagabend, inzwischen hätten sich die Sicherheitschefs der Städte
Misurata, Sebha, Ajdabiyah, Benghazi und Tripolis auf die Seite der
Aufständischen geschlagen.
Auch mehrere hochrangige Offiziere des Militärgeheimdienstes, der
Luftwaffe und diverser Polizei-Spezialeinheiten schlossen sich den
Aufständischen an, die den Sturz von Gaddafi fordern. In den ersten
Tagen nach Beginn des Aufstandes hatten zwei Minister, ein
Staatsminister und rund 20 Diplomaten ihre Ämter aus Protest gegen
den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten niedergelegt.
*****
20:58 Uhr:Die Regierung widerspricht der Darstellung der
Rebellen und erklärt, die Ölstadt Ras
Lanuf im Osten des Landes
werde von pro-Gaddafi-Kräften kontrolliert.
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20:25 Uhr: Das linke lateinamerikanische
Staatenbündnis ALBA ("Bolivarische Alternative für Lateinamerika und
die Karibik") hat am Freitag den Vorschlag des venezolanischen
Präsidenten Hugo Chávez zur Entsendung einer Friedenskommission nach
Libyen diskutiert. An dem außerordentlichen Treffen des 2004 auf
Initiative Venezuelas und Kubas gegründeten ALBA-Verbundes nahmen in
Caracas neben dem Gastgeber die Außenminister aus Ecuador, Nicaragua,
Bolivien und Kuba teil.
Libyen unterstütze den vorgeschlagenen Dialog, sagte der
venezolanische Außenminister Nicolás Maduro. "Sie (die Libyer) haben
uns bevollmächtigt, die Mitglieder (einer Kommission) auszusuchen und
die Teilnahme an diesem Dialog zu koordinieren", betonte Maduro unter
Hinweis auf ein Schreiben des libyschen Außenministeriums. Maduro
betonte: "Wir sind für die Einheit Libyens, die Diplomatie des
Friedens und gegen die kriegerische Version, die die NATO und die USA
dem libyschen Volk aufdrängen wollen." Chávez selbst hatte am
Donnerstag betont, dass Gaddafi
seinem Vorschlag für eine Vermittlungskommission zugestimmt habe.
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20:00 Uhr: Der Sender Al-Jazeera berichtete unter Berufung auf
Zeugen von über 50 Toten und 300 Verletzten nach dem Beschuss der Stadt Az-Zawiya.
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19:44 Uhr:Die Rebellen nehmen nach
eigener Darstellung die
Ölstadt Ras Lanuf ein.
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19:30 Uhr: Das libysche Staatsfernsehen hat am Freitag
Bilder der drei am Sonntag in Libyen gefangen genommenen
niederländischen Soldaten gezeigt. Demnach ist offenbar mindestens
eine Frau unter den Festgenommenen.
Die niederländische Regierung verweigert Informationen zur
Identität oder dem Geschlecht der Soldaten. Derzeit seien intensive
diplomatische Bemühungen im Gange, um die niederländischen
Staatsbürger wieder freizubekommen. Die drei waren bei einer
Evakuierungs-Mission samt ihrem Hubschrauber in die Hände von
Gaddafi-treuen Bewaffneten gefallen.
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17:40 Uhr: Bei dem Angriff libyscher Regierungstruppen in der westlich von
Tripolis gelegenen Stadt Az-Zawiya sind nach Berichten von Einwohnern
mindestens 30 Menschen getötet worden. "Das Krankenhaus war voll. Es
gab keinen Platz mehr für die Opfer", sagte ein Einwohner am Freitag
nach einem Besuch des Hospitals der Nachrichtenagentur Reuters am
Telefon. "Die Zahl der Opfer steigt." Ein anderer Einwohner sagte,
bei den Gefechten seien zwischen 40 und 50 Menschen ums Leben
gekommen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft
werden.
Ein Rebellensprecher sagte, bei den Kämpfen sei auch einer
ihrer
Anführer getötet worden. Die Aufständischen kontrollierten noch den
zentralen Platz in der Stadt. Die Gaddafi-Einheiten befänden sich
etwa vier bis fünf Kilometer entfernt.
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17:05 Uhr: Interpol hat sich in die Jagd auf Gaddafi eingeschaltet: Die internationale
Polizeiorganisation warnte ihre Mitgliedstaaten vor Gaddafi und 15
seiner Familienmitglieder und Anhänger, unter ihnen auch mehrere
Söhne und seine Tochter Aisha. Der sogenannte orangefarbene
Warnhinweis solle die Durchsetzung der UNO-Sanktionen und die
Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs erleichtern,
teilte Interpol am Freitag in Lyon mit.
Die 16 genannte Personen stünden unter Verdacht, Angriffe auf
Zivilisten geplant zu haben, teils auch Luftangriffe. Interpol habe
Informationen über die Gesuchten in seine Datenbanken aufgenommen.
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16:59 Uhr: Libyen hat nach Angaben aus
Regierungskreisen in Tripolis einen neuen Chefdelegierten bei den
Vereinten Nationen ernannt. Der ehemalige Außenminister Abdessalam
Ali Triki löse den bisherigen Amtsinhaber ab, der sich von Gaddafi losgesagt hatte, hieß es am Freitag in den
Kreisen. Der 72-Jährige war Außenminister Libyens von 1976 bis 1982
und von 1984 bis 1986 und mehrmals UNO-Botschafter. Außerdem
fungierte er mehrfach als Sonderberater Gaddafis insbesondere für
afrikanische Angelegenheiten.
*****
16:50 Uhr: Truppen Gaddafis haben nach Angaben des Staatsfernsehens die Stadt
Az-Zawiya westlich von Tripolis zurückerobert. Die
Einwohner der Stadt und die Chefs der Volkskomitees hätten die Stadt
aus der Hand "bewaffneter terroristischer Kräfte" befreit, meldete
das erste Programm am Freitag. Ein Rebellenführer, Hussein Darbuk,
und sein Stellvertreter seien getötet worden, weitere führende
Aufständische seien gefangen genommen worden.
Das zweite Programm des staatlichen Fernsehens berichtete,
Regierungstruppen hätten den Großteil der Stadt wieder unter ihrer
Kontrolle und Panzer, Fahrzeuge sowie Raketenwerfer der Rebellen
sichergestellt. Az-Zawiya befindet sich etwa 60 Kilometer westlich
von Tripolis.
*****
16:22
Uhr: Bei Kämpfen in der libyschen Küstenstadt Ras Lanuf sind nach
Angaben von
Aufständischen mindestens vier Menschen getötet worden. Truppen des
libyschen
Machthabers Muammar al-Gaddafi hätten Grad-Raketen abgefeuert, sagte
einer der
Rebellen: "Ich sah, wie vier Menschen vor mir getötet wurden. Sie wurden
von
einer Rakete getroffen", berichtete der Mann, der sich rund zehn
Kilometer
westlich von Ras Lanuf befand.
Zuvor hatte
ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP aus der Nähe der Stadt
berichtet, dass am Freitag intensive Bombardierungen und
Artillerieschüsse zu
hören waren. Ras Lanuf wurde bisher von Gaddafi ergebenen Truppen
kontrolliert,
jedoch fuhren Lastwagen mit bewaffneten Gaddafi-Gegnern in Richtung des
Gebiets.
Ras Lanuf ist ein strategisch wichtiger Öl-Hafen, der etwa 600 Kilometer
östlich
von Tripolis liegt.
***
16:21:
Die libysche Polizei hat am Donnerstag 37 Millionen Dosen
des Schmerzmittels Tramadol beschlagnahmt. Laut Angaben Mahmoud Alis,
des Chefs der Drogenbehörde, kam die Lieferung aus Dubai und war für
einen mit Al Kaida verbündeten Drogenhändler bestimmt, der sie unter
Jugendlichen verteilen wollte.
Tramadol ist
ein synthetisches Opiat, das auch in Österreich von polytoxikomanen
Drogensüchtigen konsumiert wird. Laut "Guardian" ist es unter jungen Männern im
Gazastreifen als Droge verwendet sehr populär.
***
16:15
Uhr: Die USA haben am Freitag Marineeinheiten auf dem
großen US-Militärstützpunkt von Souda auf der Westseite der
Mittelmeerinsel Kreta zusammengezogen. Am Vormittag lief der
Hubschrauberträger "USS Kearsarge" in der Bucht von Souda ein. An
Bord seien rund 1.200 Besatzungsmitglieder, darunter fast 800
Marineinfanteristen, berichtete der griechische Rundfunk. Das Schiff
eignet sich sowohl für Landungsunternehmen wie auch für
Evakuierungsaktionen.
Im
Stützpunkt wurde auch das amphibische Landungsschiff "USS
Ponce" erwartet. Auch dieses Schiff ist für ähnliche Aktionen
geeignet. Bereits am Vortag waren auf Kreta aus den USA rund 400
Soldaten eingetroffen, hieß es aus diplomatischen Quellen.
Die Bucht
und der Flughafen von Souda sind Teile eines der
größten
Marine- und Luftwaffenstützpunkte der NATO und der USA sowie der
griechischen Streikkräfte im Mittelmeer. Schiffe können von dort
binnen neun Stunden die libysche Küste erreichen.
***
16:07
Uhr: Die britische Marine hat ein Schiff mit
libyschen Banknoten im Wert von 100 Millionen Pfund (116,5 Mio. Euro)
an Bord gestoppt und in einen britischen Hafen zurückgeleitet. Das
Schiff habe am vergangenen Wochenende vergeblich versucht, den Hafen
von Libyens Hauptstadt Tripolis zu erreichen, teilte das
Innenministerium in London mit. Die britischen Behörden hätten das
Schiff ausfindig gemacht, abgefangen und in den Hafen von Harwich
geleitet. Einige der Container seien "an einen sicheren Ort" gebracht
worden.
Die
libysche Währung wird von einer Druckerei in Großbritannien
hergestellt. Im Rahmen der jüngsten UNO-Sanktionen darf die Währung
nicht mehr ausgeführt werden. Der Ausfuhrstopp gilt bis nächstes
Jahr. Ferner wurde Vermögen der libyschen Führung in einer
geschätzten Höhe von einer Milliarde Euro in Großbritannien
eingefroren.
***
16.06 Uhr:
CNN-Journalist Anderson Cooper spricht mit dem Journalisten Fadel
Al-Ameen Coooper und CNN-Korrespondenten Ben Wedeman in Libyen über die
Frage, wie organisiert die Opposition ist und aus wem sie besteht:
Quelle: CNN
***
15:28 Uhr:
Eine Ölanlage in Sueitina südlich von Bengasi
steht einem Bericht des TV-Senders Al-Jazeera zufolge in
Flammen.
***
15:25 Uhr:
Ausländer, die das Land in
Richtung Tunesien verlassen wollen, werden zunehmend von den
Regierungstruppen bedrängt. Eine Sprecherin des
UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sagte am Freitag in Genf: "An der
Grenze sind auf der libyschen Seite jetzt schwer bewaffnete
Regierungstruppen stationiert. Von denjenigen, denen es gelungen ist,
die Grenze zu überqueren, haben wir gehört, dass auf dem Weg
Mobiltelefone und Kameras konfisziert werden." Nachdem in den Tagen
zuvor täglich zwischen 10.000 und 15.000 Menschen über diese Grenze
geflohen waren, kamen in Tunesien am Donnerstag nur noch knapp 2.000
Flüchtlinge an. Auch am Freitag kamen deutlich weniger Ausländer.
Die
ägyptische Botschaft in Tunis erklärte, es kämen kaum noch
Ägypter über die Grenze - am Freitag waren es nur noch 243, nachdem
in den zwei Wochen zuvor insgesamt rund 43.600 Ägypter diese Grenze
passiert hatten. Der Botschafter, Ahmed Ismail, sagte: "Wir haben von
den Ägyptern, die es gestern noch geschafft haben, zu kommen,
widersprüchliche Angaben bekommen." Die ägyptische Botschaft in
Tripolis sei momentan nicht in der Lage, festzustellen, was sich in
der Grenzregion auf der libyschen Seite verändert habe. "Die
Situation in Tripolis ist sehr schwierig", fügte er hinzu.
UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming sagte, viele Flüchtlinge seien
verängstigt und nicht bereit, über ihre Erlebnisse zu sprechen.
15:00 Uhr:"Die
Situation im afrikanischen Mittelmeerraum geht alle etwas an" -
Bundespräsident Heinz Fischer bekräftigte am Freitag in einer
Aussendung, aber auch via Youtube und Facebook, dass Österreich sein
Bestes tue, um die Bevölkerung in Libyen bestmöglich zu unterstützen.
"Das ist wirklich eine dramatische Entwicklung, dort ist ein Diktator an
der Macht, der zum Äußersten entschlossen ist, auf seine Bevölkerung
keine Rücksicht nimmt. Und wir können nicht wegschauen, weil das
betrifft uns: nicht nur menschlich, sondern unter dem Gesichtspunkt
einer allfälligen Flüchtlingswelle, politisch und aus vielen anderen
Gründen."
***
14:55 Uhr:
In Tripolis ist
es zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern Gaddafis gekommen.
Vor einer Moschee in der
Innenstadt gingen nach dem Freitagsgebet
mehr als tausend Regimegegner und Gaddafi-Anhänger mit Fäusten
aufeinander los. Ob es Verletzte gab, blieb zunächst unklar. Die eine
Seite der Demonstranten rief: "Das Volk will den Sturz
des Oberst." Die andere Seite rief: "Das Volk will Muammar,
den Oberst." Gaddafi-treue Milizionäre, die grüne Armbinden trugen,
schossen nach Angaben von Augenzeugen in die Luft, um die
Regimegegner zu vertreiben. Die Stadtteile Tajura und Souk al-Jumaa, in
denen es ebenfalls
größere Anti-Regime-Proteste gab, wurden nach Berichten von
Augenzeugen inzwischen von Gaddafi-Truppen mit Panzern umstellt.
***
14.30 Uhr:
Saif Gaddafi tritt rhetorisch einmal mehr in die Fußstapfen seines
Vater. In einem Interview mit Al Jazeera beschuldigte er den Westen,
hinter dem libyschen Öl herzusein und warf den westlichen Medien wie
auch Al Jazeera selbst vor, die Vorgänge in Libyen unverhältnismäßig
aufzublasen. "Eine organisierte Medienkampagne gegen Libyen" nannter er
die Berichterstattung über sein Land, denn man wolle die Kontrolle über
das Land gewinnen.
Außerdem wies
er Berichte über im Ausland geparktes Geld von sich. "Wir kennen das
Spiel" und "Wenn du Macht hast, ist man hinter dir her", lautet seine
Antwort auf die Schritte, die gegen ihn und seine Familie unternommen
wurden. "Nato, EU, USA - Wir beachten sie gar nicht." Mehr hier:
13:26 Uhr:
Libysche Kampfjets haben am Freitag erneut Angriffe in der Umgebung der
Öl-Stadt Al-Brega geflogen.
Ein Arzt in der östlichen Stadt "Rebellen-Hauptstadt" Bengasi
sagte, in Al-Brega hätten die Truppen Gaddafis auch Panzer
und Hubschrauber eingesetzt. In der benachbarten Stadt Ajdabiya
hätten sie aus der Luft ein Munitionsdepot und einen Versammlungsort
von Aufständischen bombardiert. 18 Menschen seien getötet worden. Von
anderer Seite konnte dies zunächst nicht bestätigt werden.
***
12:58 Uhr:
Ex-Justizminister Mustafa Abdel Jalil, der Vorsitzende des
"Libyschen Nationalrats", schwört die Teilnehmer einer Kundgebung in der
ostlibyschen Stadt Al Badya auf weitere Kämpfe ein: "Wir geben nicht
auf. Sieg oder Tod. Wir werden nicht aufhören, bis das ganze Land
befreit ist ... die Zeit der Heuchelei ist vorbei." sagt er laut Reuters
zu der Menge, die mit "Libyen ist frei und Gaddafi muss gehen"
antwortete.
***
12:45 Uhr:
Der Flüchtlingsstrom aus Libyen reißt nicht ab. Nach Angaben
eines hochrangigen EU-Beamten passieren derzeit etwa 1.000 Menschen
pro Stunde die libysch-tunesische Grenze. Insgesamt hätten das Land
schon
180.000 Menschen seit Beginn der Unruhen verlassen, wobei die Zahl
der Flüchtlinge an den Grenzen zu Ägypten, Niger und Algerien
niedriger sei.
***
12:08 Uhr:
Sky News hat mit Saif Gaddafi eine Spazierfahrt durch Tripolis
unternommen. Der Sohn des Machthabers zeigt den Reporten den Stadtteil
Tayura, der laut Al Jazeera kürlich von der libyschen Luftwaffe
bombarbiert worden sein soll und weist darauf hin, dass keine Schäden zu
sehen sind.
12:05 Uhr:
Laut der niederländischen Tageszeitung Volkskrant werden
derzeit 130 ausländische Journalisten vor dem Freitagsgebet in der
Hauptstadt Tripolis an ihrer Arbeit gehindert. Sie dürfen ihr Hotel
demnach nicht mehr verlassen.
***
12.00 Uhr:
"It's real news!" - US-Außenministerin Hillary
Clinton hebt die federführende Rolle des arabischen Nachrichtensenders
Al Jazeeras im Informations-Krieg hervor. Die Nachrichten in den
Vereinigten Staaten hingegen gingen zwischen Werbung und politischen
Debatten allmählich verloren und seien nicht wirklich
informativ.
Quelle: ABC
News
***
11:46 Uhr:
Ein Brite libyscher Herkunft wurde nach Angaben des Guardian beim
Angriff der Gaddafitruppen auf Brega getötet. Er sei auf eigene Fast
über Ägypten in den Osten des Landes gereist, um seine Tochter abzuholen
und zurück nach Manchester zu bringen. Mehr hier.
***
11:30 Uhr:
Laut Reuters traf der Pilot des Kampfjets die Stellung der
Aufständischen nicht.
***
11:15 Uhr:
Al Jazeera meldet unbestätigte Berichte von einem erneuten
Luftangriff der gaddafitreuen libyschen Luftwaffe auf Rebellenstellungen
in der Stadt Ajdabiyah. Wie gesagt, noch gibt es keine Bestätigung
dafür.
***
11:08 Uhr:
Von den drei niederländischen Marinesoldaten, die gestern
am Sonntag bei einem Einsatz in Sirte gefangen genommen wurden,
tauchten nun erste Fernsehbilder auf. Der missglückte
Rettungsversuch für einen Niederländer wurde erst am gestrigen
Donnerstag bekannt. In niederländischen Medien wird darüber spekuliert,
die späte Veröffentlichung habe mit der Regionalwahl in den Niederlanden
am Mittwoch zu tun.
***
11:02 Uhr:
Gaddafi hat angesichts erwarteter Proteste nach dem Freitagsgebet
die Präsenz seiner Sicherheitskräfte in Tripolis erhöht. Die
Opposition hatte erneut zu Demonstrationen aufgerufen, wenige Stunden
vor den Freitagsgebeten waren die Strassen in Tripolis aber noch
ungewöhnlich leer. Internetdienste, seit dem Beginn der Proteste am
15. Februar ohnehin nur sehr eingeschränkt verfügbar, waren in
Tripolis und Bengasi komplett gestoppt.
***
10:55
Uhr: Libysche Oppositionsmedien meldeten am Freitag, Gaddafi biete
via Vermittler Bewohnern der von der Opposition kontrollierten Städte
Misrata, Nalut und Al-Sawiya viel Geld für ihre Loyalität an. Angeblich
lehnten die Vertreter der Aufständischen dieses Angebot alle ab. Die
Oppositions-Website "Al-Manara" meldete zudem, in Misrata
seien "Provokateure" mit Autos durch die Stadt gefahren und hätten
die Jugend der Stadt zum "Heiligen islamischen Krieg gegen Gaddafi"
aufgerufen. Die jungen Männer, die sich freiwillig gemeldet hätten,
seien anschließend verschleppt worden. Die arabische Tageszeitung
"Al-Sharq Al-Awsat" berichtete in ihrer
Freitagsausgabe, in der Stadt Al-Sawija hätten Gesandte Gaddafis
jeder Familie, die durch die Unruhen ein Familienmitglied verloren
hat, 250.000 Dinar (rund 145.000 Euro) angeboten. Alle anderen
Familien sollten 20.000 Dinar erhalten.
***
Zusammenfassung
der wichtigsten Meldungen der Nacht: ORF-Korrespondent Karim El-Gawhary rechnet
mit Großdemonstrationen nach dem Freitagsgebet. Kommt es heute nicht zu
entscheidenden Verschiebungen der Machtverhältnisse, könne sich die
derzeitige Situation noch lange hinziehen, sagte er dem ORF-Fernsehen.
Der Nachrichtensender Al Arabija meldet unterdessen Gefechte in der
Ölhafenstadt Brega. Gaddafitreue Truppen hätten die Stadt angegriffen,
die Agentur Reuters kann dies noch nicht bestätigen.
Der Strom
der Flüchtlinge wuchs währenddessen weiter an - nach
Angaben des UN-Hilfswerks UNHCR in Genf haben schon mehr als 180 000
Menschen das umkämpfte Land verlassen. Die Vereinten Nationen haben
sich bereiterklärt, die Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge zu
koordinieren. Gegen Gaddafi und seine Söhne wird jetzt beim
Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen schwerer Verbrechen
gegen die Menschlichkeit ermittelt.
Chavez:
Gaddafi nahm Angebot an
Diktator
Gaddafi hat nach Worten von Venezuelas Staatschef Hugo Chavez den
Vorschlag für eine internationale Vermittlungskommission akzeptiert.
Gaddafi habe zudem die Entsendung einer Delegation der Vereinten
Nationen nach Libyen befürwortet, sagte Chavez am Donnerstag bei einem
Treffen der venezolanischen Sozialistischen Einheitspartei (PSUV).
"Ich habe mit
Gaddafi gesprochen, und er hat mir gesagt, dass er die Kommission
akzeptiert und dass sie hoffentlich nicht nur aus Einzelstaaten, sondern
auch den Vereinten Nationen bestehe, damit sie (die UN) sehen, was
wirklich passiert, bevor sie verurteilen und daran denken, das libysche
Volk zu überfallen", sagte Chavez, der Anfang der Woche selbst den
Vorschlag einer "Friedenskommission" gemacht hatte.
"In Libyen
gibt es einen Bürgerkrieg"
Zugleich
bekräftigte er, dass Libyen derzeit einen Bürgerkrieg erlebe. Es sei
notwendig, einen friedlichen Ausweg zu finden. "In Libyen gibt es einen
Bürgerkrieg. Es ist nicht dasselbe wie in Ägypten und Tunesien." Er
forderte die USA und die Weltmächte auf, das libysche Volk zu
respektieren. "Nein zu einer imperialistischen Intervention. Nein zu
einem neuen imperialistischen Krieg, der das Öl über das Blut von
Unschuldigen sucht", zitierte Venezuelas staatliche Nachrichtenagentur
Agencia Venezolana de Noticias Chavez.
Der von
Venezuela vorgeschlagene Friedensplan für Libyen wird nach Angaben der
Arabischen Liga derzeit beraten. Der Sohn des libyschen Diktators
Gaddafi, Saif al-Islam, hatte zuvor den Vorschlag für eine ausländische
Vermittlung im Konflikt zurückgewiesen. Er kenne zwar den Vorstoß
Venezuelas nicht, sagte Gaddafis Sohn in einem Interview des TV-Senders
Sky News. Libyen könne seine Probleme aber alleine lösen.
(flon/bed/vos/Reuters/APA)
Rebellen nehmen Soldaten als Geiseln - NATO übernimmt Kommando zum Schutz des UNO-Flugverbots - VAE beteiligt sich an Libyen-Einsatz - Sarkozy droht arabischen Gewaltherrschern
Nato einigt sich doch noch auf Übernahme des Kommandos - AU will mit Regierung und Rebellen sprechen - Medwedew ruft Obama an - Rebellen: Zentrum von Misrata eingenommen - Franzosen schießen Kampfjet ab
USA erkennen Waffenstillstand nicht an - Erneut Luftangriffe in Tripolis - Gebäude in Gaddafis Residenz zerstört - Nato streitet über Einsatz - Arabische Liga kritisiert Angriffe
Gaddafi-Truppen drängen Rebellen zurück - USA kappen Beziehungen zu Gaddafi - EU-Parlament fordert Anerkennung des Rebellenrats - Frankreich hat Rat bereits anerkannt - Niederländische Soldaten sollen freikommen
US-Präsident kündigt Luftbrücke an - Internationaler Strafgerichtshof ermittelt gegen Gaddafi - Rebellen lehnen Gespräche mit Gaddafi ab - EU-Sanktionen offiziell in Kraft
Gegenregierung in Bengasi gebildet - Saif Gaddafi: Regimegegner sind Terroristen - Kairos Al-Azhar-Universität ruft Regierungssoldaten zur Befehlsverweigerung auf - London, Berlin, Rom und Ankara verständigen sich auf Maßnahmen
Erneuter TV-Auftritt Gaddafis - Ban fordert vom UN-Sicherheitsrat Maßnahmen - UN-Vizebotschafter: Tausende Tote bei Protesten - 200 Söldner von Aufständischen getötet - NATO will nicht eingreifen, auch Flugverbot "zu früh" - USA und EU verhängen Sanktionen
Zehntausende vor Racheakten auf der Flucht - Gaddafi klammert sich an seine Macht - Ex-Justizminister: Gaddafi gab Befehl für Lockerbie-Anschlag - Mindestens 640 Tote - EU bereitet Sanktionen vor
wenn unzufriedenene Österreicher Bundesheeranlagen angreifen und Polizeistationen anzünden würden u. ä. was ja von Seiten, derer die den Diktator GAd. los werden wollen, nach den Melödungen in org. Form geschehen ist?
Es gäbe genug Gründe, um mit dem gegenwärtigen (heisst im Prinzip seit JAhrzehnten) bestehenden System, wo die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer werden, wo der Staat den Staatsbesitz in Freundlerwirtschaft verschleudert hat(ZB BUWOG) das Geld das ihm nicht gehört, verwirtschaftet hat, (80% des Budgets werden nach den aktuellen Regelungen der EU wohl als Shculdentilgugn verwendet werden müssen), die öffentlichen Leistungen immer schlechter werden(Schulen, Gerichte, ÖBB usw.), die Lebenshaltungskosten bei sinkenden klei
wer die Rebellen sind, dass sie fremdgesteuert sind, und warum sie die bösen sind und Gaddafi der Gute, und dass die Medien sowieso nur einseitig berichten, all das erinnert mich an die kuriosen Verschwörungstheorien, wer aller am Tod Jörg Haiders schuld war ...
"Was es hier alles für absurde Theorien gibt, wer die Rebellen sind, dass sie fremdgesteuert sind, und warum sie die bösen sind und Gaddafi der Gute"
.
ist doch klar!
seit bekannt wurde, dass der größte presidente aller zeiten für seinen guten kumpel Gaddafi in die bresche springt, sind natürlich alle Chávez-fans hier (und das sind nicht wenige, wie man weiß) auf den "Gaddafi-ist-der-gute"-zug aufgesprungen ;o)
Ich halte es auch für seltsam, dass hier auf einmal eine mittlere Zahl an Inforwars-Sektierern auftaucht. Offenbar hat jemand zu viel Zeit und Sockenpuppen.
es gibt ja momentan nicht viel zu sagen. es gibt auch keine universal-theorie für gut und schlecht.
es gibt aber auch kein universal heilmittel, das alle schlechtigkeit dieser welt mit einem schlag in ein faires paradies verwandelt.
ich halte es für einen grundlegenden fehler, dass bürger mit kalaschnikows durch die gegend rennen. china, russland, iran nützen die geringe weltaufmerksamkeit, um innere repressionen zu verstärken. die usa kann man, so wie europa nicht geradlinig messen - wird aber derzeit wieder in dieses kalte kriegsschema gepresst. ein moment, auf den kriegstreiber gewartet haben - erklärt auch trollige poster.
innere repression gibt es nach wie vor auch in lybien, wie ai verlautet: http://www.amnesty.org/en/news-a... 2011-03-04
Es ist allenfalls beruhigend und auf keinen Fall eine aufputschende, halluzinogene Droge, die geeignet sein soll, die von Gaddafi angesprochenen Wirkungen zu haben.
In der Praxis wirkt Tramadol euphorisierend und angstlösend, als eigentlich unerwünschte Nebenwirkung des gewünschten schmerzstillenden Effekts.
Nicht zu unterschätzen ist ausserdem die sehr schnelle Bildung einer physischen und psychischen Abhängigkeit, mit sehr unangenehmen Entzugserscheinungen.
Bei einem Medikament wie diesem, welches sogar für das Preisgefüge in Europa teuer ist, kommt es zu einer Abhängigkeit demjenigen gegenüber, der das Mittel gratis oder überhaupt nur leistbar zu Verfügung stellt. Ein ideales Mittel, um Leute bei der Stange zu halten, die sich das Medikament nicht leisten können.
Es ist allenfalls beruhigend und auf keinen Fall eine aufputschende, halluzinogene Droge, die geeignet sein soll, die von Gaddafi angesprochenen Wirkungen zu haben.
Nochmals eine kleine Frage, die bisher noch niemand dem FS3 beantworten konnte: Wieso bemühte sich die UN-Botschafterin vom Obamarama, Fr.Rice denn so sehr darum…
…jene Söldnertruppen, die FÜR Ghaddafi kämpfen, von jeglicher nachträglichen Verfolgung durch den ICC zu *befreien*?
Genauer geht es um die UN-Vorlage der US vom 26.2., Paragraph 6.
Dies ist eine ähnlicher Vorgangsweise des Obamaramas, wie es bereits Prezl Bush bei der UN-Resulution bez. Bosnien im Jahre 2002 durchgezogen hatte!
In diesem Zusammenhang sei auch nochmals an die FS3-Eilmeldungen bei…
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass das FS3 von sich genauso in der Dritten Person schreibt wie Gaddafi in seinem Interview...
Und statt sich in neue Verschwörungstheorien zu verspinnen könnten Sie sich mal ein paar Gedanken zu den derzeit 16.000 Mann starekn Teil der libyschen Streitkräfte machen - den Tuareg. Gaddafi hat bereits in den 70-er und 80-er Jahren Männer aus Mali und Niger rekrutiert. Er hat diese Gruppen in deren Ländern militärisch und finanziell unterstützt. Die wahre Macht Gaddafis liegt bei seinen Milizen, die er über Jahre als Parallelmacht aufgebaut hat. Wie jeder Diktator traut er einem selbständigen Militär nicht, weil dieses selbst zum Machtfaktor zur Institution werden kann und seinen Herrschaftsanspruch streitig machen könnte. Sie mögen noch so krampfhaft versponnen Verschwörungstheorien rund um ihren Lieblingsfeind USA stricken. Von einem
schon recht interessant was der mann von HRW da zum viel zitierten söldnenereinsatz sagt. deckt sich irgendwie gar nicht mit den infos der letzten tage.
am ende sind die bösen gar nicht so böse und die guten alles andere als gut ?
(der vollständige Artikel ist übrigends sehr zu empfehlen)
"Ein Grund für die mediale Parteinahme zugunsten der monarchistisch geprägten Opposition dürfte darin liegen, dass sich ein Großteil der Medien in ihrer Berichterstattung auf Informationen der Exilgruppe National Front for the Salvation of Libya (NFSL) beziehen. Diese wurde und wird vom US-amerikanischen Geheimdienst CIA ausgebildet und finanziert und versuchte bereits 1984, das Gaddafi-Regime zu stürzen."
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