Nachlese

Tierschützerprozess: Richterin macht Schluss

3. März 2011, 18:00
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    foto: robert newald

    Richterin Sonja Arleth hat genug von Tierschützern. Ende April soll der Prozess am Wiener Neustädter Landesgericht ins Finale gehen, die Verteidiger hoffen auf einen Freispruch.

Im Tierschützerprozess sollten noch dutzende Zeugen der Verteidigung aussagen. Doch die Richterin will sie gar nicht mehr hören und kündigte ein Urteil für Ende April an. Alles deutet nun auf Freisprüche hin

Schon seit einem Jahr schleppt sich am Landesgericht Wiener Neustadt das monströse Verfahren gegen 13 Tierschützer wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation dahin. Rund 100 Zeugen - überwiegend der Anklage - wurden an den bisherigen Verhandlungstagen gehört. Eine Prognose, wann das Verfahren enden wird, wagte zuletzt niemand. Doch seit Donnerstag scheint ein Urteil in dem umstrittenen Prozess plötzlich in greifbare Nähe gerückt. Richterin Sonja Arleth kündigte am Donnerstag gleich zu Prozessbeginn an, das Verfahren rasch abschließen zu wollen. Weitere Zeugen sollen nicht mehr gehört werden, bereits Ende April soll es zur Urteilsverkündung kommen.

Für Rechtsanwalt Stefan Traxler, der im Prozess den Hauptangeklagten Martin Balluch und drei weitere Angeklagte vertritt, lässt diese überraschende Entwicklung nur einen Schluss zu: "Es deutete alles auf Freisprüche hin." Denn wenn nach rund 100 Zeugen der Anklage und nur fünf Zeugen der Verteidigung keine entlastenden Zeugen mehr gehört werden, könne das nur heißen, dass die Richterin die Entscheidung gefällt habe, dass die bisher vorgebrachten Indizien der Staatsanwaltschaft einfach zu schwach seien.

"Schlimm genug, dass das ein Jahr gedauert hat", so Traxler zum Standard. Andererseits habe die Richterin alle Zeugen der Anklage zu Wort kommen lassen müssen, weil sonst später womöglich ein Verfahrensmangel geltend gemacht worden wäre.

Verfahrensbeginn: 2. März 2010

Kommt es zu Freisprüchen, werden die Betroffenen jedenfalls finanzielle Ansprüche geltend machen, darunter Entschädigung für die Zeit in der U-Haft (35 Euro pro Tag) und Schmerzensgeld. Traxler: "Meine Mandanten haben psychisch und körperlich viel mitgemacht."

Den 13 Aktivisten, die teils vom Verein gegen Tierfabriken (VgT), teils von der Basisgruppe Tierrechte (BAT) stammen, wird vorgeworfen, eine kriminelle Organisation nach dem sogenannten Mafia-Paragrafen 278a StGB gebildet zu haben. Sechs davon, darunter der Erstangeklagte, VgT-Obmann Martin Balluch, der eine Führungsposition in der inkriminierten Organisation innehaben soll, sind rein nach 278a angeklagt. Sieben weiteren werden auch andere Delikte wie Nötigung, Sachbeschädigung und Tierquälerei zur Last gelegt. Sämtliche Vorwürfe wurden von den Betreffenden seit jeher zurückgewiesen.

Begonnen hatte das Hauptverfahren am 2. März 2010 unter großem medialem Interesse. Allein die Befragung Balluchs nahm über vier Tage in Anspruch, sämtliche Beschuldigteneinvernahmen waren erst am 13. Prozesstag abgeschlossen. Sämtliche Zeugenaussagen brachten bisher wenig Belastendes zutage.

Soko und "Danielle Durand"

Etliche Befragte, vor allem Angestellte der Firma Kleider Bauer, deren Inhaber mit einer Beschwerde beim Innenministerium die Gründung der "Soko Bekleidung" überhaupt erst veranlasst hatten, sagten lediglich über ihre Wahrnehmungen bei legalen Anti-Pelz-Demonstrationen aus. Auch die übrigen Befragten hatten keinen der Angeklagten bei einer strafrechtlich relevanten Tathandlung beobachtet. Entsprechend schlief auch das öffentliche Interesse mit der Zeit ein.

Frischer Wind kam erst im November auf, als bekannt wurde, dass es in der Tierschutzszene eine verdeckte Ermittlerin (VE) namens "Danielle Durand" gab. Die Beamtin war für 16 Monate eingeschleust worden. Sogar die Richterin hatte erst im Hauptverfahren von "Danielle Durand" erfahren. Doch selbst die VE belastete die Angeklagten nicht. (mro, simo DER STANDARD, Printausgabe, 4.3.2011)

Kommentar posten
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wolf_vienna
02
UNENDLICHKEIT

Angesichts dieses Prozesses verstehe ich jetzt das Wesen der Unendlichkeit und das Wesen der Ungerechtigkeit.

So ein Justiz-Kasperltheater habe ich noch nicht gesehen, geschweige denn in der freien Welt davon gehört.

Jeder Richter, Staatsanwalt und Konsorten müsste sich eigentlich in Grund und Boden schämen angesichts dieses Zirkus.

Jeder mit ein bißchen Achtung vor der Gerichtsbarkeit und/oder seiner eigenen Person darf daran gar nicht teilhaben.

Jeder, der daran teilhat, ist als Individuum untragbar!

Noah912
30
18.3.2011, 17:02
pogromstimmung gegen richterin, terroropfer und polizistinnen

die hetze gegen die von seeh so bezeichnete "sexagentin" und auch gegen die richterin und diverse zeuginnen hat nicht nur etwas zutiefst sexistisches sondern sehr viel auch von hexenjagd und auch schon von pogromstimmung...

balluch veröffentlicht sogar illegal ein foto von der ermittlerin durand auf seinem blog damit sie ins visier von ALF und anarcho-rowdys (in griechenland haben die sogar polizisten angezündet) kommt

und dieser tage ist 100 jahre frauentag-jubiläum...

|]3R |-|3RR |]1R3K70R
00

bedürfnis meinen kopf heftigst gegen die wand zu schlagen, im angesicht so einer äußerung

Noah912
30
18.3.2011, 16:57
Beweis im Internet von Balluch-Kriminalität Teil 2

Original-Zitat M. Balluch:

"Kleider Bauer Demos und Aktionen.
Erst jetzt wurde bekannt, dass am 22. Dezember zwei große Auslagenscheiben von Hämmerle in Wien Mariahilferstrasse mit Kieselsäure verätzt wurden.
Zusätzlich wurde am 24. Dezember frühmorgens Buttersäure in die Kleider Bauer Filiale in Wien Favoritenstrasse gesprüht. Am selben Tag verätzten Unbekannte auch 3 große Auslagenscheiben von Otto Graf in Wien Mariahilferstrasse aus Protest gegen den Pelzhandel bei Kleider Bauer.
Am 28. Dezember wurde vor Kleider Bauer Filialen in Salzburg, Wien Mariahilferstrasse und Innsbruck Museumstrasse gegen Pelz demonstriert.(...)"

JedeR kann sich auch im Web ein Bild von Balluchs Kriminalität machen!

kopernicus
01
Am selben Tag verätzten Unbekannte....

offensichtlich ihre Gedanken.
Herr Graf, höhrn's doch endlich auf mit den Schwachsinn.

Noah912
20
18.3.2011, 16:54
Brisant: Beweis im Internet von Balluch-Kriminalität

In seinen "Tierrechtsnachrichten" propagiert Balluch nach wie vor regelmäßig diverse kriminelle Aktivitäten im Bereich des Tierschutzextremismus. Balluch wird explizit als Lizenzhalter der Sendung und ihrer Inhalte genannt. Die Nachrichten verfasst er persönlich, im Rahmen der Sendungen gelesen werden sie von ihm selbst oder von einer seiner AssistentInnen.

Zum Beispiel seine Nachrichten vom 4.Jänner 2008

Siehe
http://o94.at/programs/... _id=630120

Schon der erste Punkt beweist, dass Balluch die illegalen Aktivitäten (hier Buttersäure- und Kieselsäureanschläge) und die legalen Aktivitäten (z.B. in Form von Demos) in einen untrennbaren Zusammenhang stellt.

Noah912
30
18.3.2011, 16:49
sexistische hetze gegen terroropfer, richterin, polizistinnen teil 2

Fortsetzung: Wie wäre es, wenn der Journalist irgendeines Konkurrenzblattes Herrn Seeh als "korrupten Journalisten" bezeichnen würde und bei jeder Gelegenheit schreiben würde: "Es wird behauptet, dass Seeh auf der Gehaltsliste der militanten Tierschützer stehen würde - er selbst bestreitet es aber".

Wäre das nicht eine Infamie?

Ja. Eine ähnliche Infamie wie die Berichterstattung über die von Seeh als "Sexagentin" diffamierten Frau.

Noah912
30
18.3.2011, 16:48
sexistische hetze gegen terroropfer, richterin, polizistinnen

Ist das eigentlich schon jemandem aufgefallen?
Manfred Seeh spricht von der verdeckten Ermittlerin immer als "Sexagentin". Warum eigentlich?

Weil irgendwer behauptet, sie hätte mit ihm geschlafen? Sie selbst sagt, das sei nicht wahr. Es steht also Aussage gegen Aussage. In dieser Situation sollte ein unparteiischer Kommentator vorsichtig sein (es sei denn, er wäre dabei gewesen - war er?).

Nicht so Manfred Seeh. Er nennt die Frau weiterhin eine "Sexagentin" und erinnert bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass sie ja mit irgendwem von den militanten Tierschützern geschlafen hätte - und fügt verschämt hinzu: "sie bestreitet dies aber".

Wie wäre es, wenn der Journalist irgendeines Konkurrenzblattes Herrn Seeh als "korrupten ...

kopernicus
01
na sie

sind aber ein ganz lustiger!

zhang sanfeng
00
18.3.2011, 18:39

fertig?

Edelstadt
133

die Linkspresse kampagnisiert gegen die Justiz und übt massiven Druck in Richtung Freisprüche aus...

Char Ming
26

ÖVP, Jäger, Pelzhändler machen massiven Druck um einen ungerechten Monsterprozess a la Kafka zu führen. Oder besser: Führen zu lassen.

kathi baum
24

und was tut die "rechtspresse"???
bitte um infos, da bin ich leider zu wenig up to date!

solidarität mit den unschuldig angeklagten!
FREISPRUCH SOFORT!

kathi b.

Edelstadt
32

>und was tut die "rechtspresse"???

das was sie immer tut: sich bei Linkspresse und Politik anbiedern. Man will ja auch mit Steuergeld finanzierte Anzeigen abbekommen.

blacksheep1
01
die

dreht si im kreis!

Trololo
25
Die plötzliche Kehrtwendung läßt eigentlich wie der bisherige Verlauf nur einen Schluß zu:

dieses Verfahren ist politisch motiviert und gesteuert.

1 anderer
12
Das Verfahren wird ständig nur von Ahnungslosen kommentiert.

Das ist das Problem. Ich hab schon immer gesagt, wartet ab, so wie die Arleth agiert, denkt sie garantiert nicht an Schuldspruch. Aber mir glaubt ja keiner.

Der zweitbeste Finanzminister :-)))
04

35 Euro für einen Tag Gefängnis. Das ist lächerlich.

Leck-o-mio
03

Wenn mich nicht alles täuscht, so wurde der Betrag erst vor kurzem gesenkt, wahrscheinlich damit dem Staat die steigenden Fehlurteile nicht zu teuer kommen. Und anstatt der Ursache auf den Grund zu gehen, wird der Sparstift auf dem Rücken Unschuldiger angesetzt. Bravo!

Team_Gleichklang.de
28
Dennoch ein Unrechts-Prozess

Selbst wenn es zu Freisprüchen kommt, ist dies ein Unrechtprozess gewesen, der die Menschenrechte der Angeklagte tiefgreifend verletzte. Ohne den geringsten auch nur Hinweis auf kriminelles Handeln wurden sie in ihrer bprivaten und beruflichen Entwicklung behindert, eingesperrt und dann zum Prozess kommandiert. Eine Verurteilung hat man vielleicht gar nicht gebraucht, das Einschüchterungs-Fanal wurde gesetzt. Eine Schade für Polizei, Staatsanwaltschaft und für das Gericht.

Verdad
01
17.3.2011, 22:04

Auf jeden Fall ..

BOYKOTT der Firma Kleider-Bauer !

guzo
03
18.3.2011, 05:39
Kleider Bauer boykottiere ich schon immer.

Aber vor allem wegen seines Warenangebots für 89Jährige....

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
22

Die verlorene Lebenszeit kann man jedenfalls nicht zurückgeben.
Ich drück den Angeklagten jedenfalls die Daumen, dass die Sache bald für sie ausgestanden ist.

mukl
13

das ist nicht nur lebenszeit. gesundheit, finanzen, und nicht zuletzt soziales umfeld, einfach alles wird dadurch schwer beeindrächtigt. so etwas ist nicht wieder gut zu machen.

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