Vier Pfoten hilft Kamelen - Keine Besucher im Tourismusland - Kamele, Pferde und Esel verhungern
Wien - Sie zählen zu den ägyptischen Touristenattraktionen und kämpfen derzeit mit dem Tod: Kamele, Pferde und Esel. Vier Pfoten hat eine Aktion gestartet, die den verhungernden und verletzten Tieren helfen soll. Seit vergangener Woche versorgt ein Team in Kairo die Tiere mit Futter und Medizin, wie Vier Pfoten in einer Aussendung am Donnerstag mitteilte.
Ein "morbides Bild" habe sich dem Team von Vier Pfoten in Kairo geboten: Tierkadaver seien auf den Straßen gelegen und jene Tiere, die bisher überlebt hätten, würden laut der Organisation mit Hunger und schmerzhaften Wunden kämpfen. "Unseren ersten Beobachtungen zufolge sind mehr als 800 Pferde, über 1.000 Kamele und eine unbekannte Zahl an Eseln betroffen", berichtete Amir Khalil, der Leiter des Hilfseinsatzes. Von staatlicher Seite gebe es keine Hilfe. Jedoch hätten sich junge Ägypter spontan bereiterklärt, das Team zu unterstützen, so Khalil.
Hunderttausende Menschen arbeiten nach Angaben von Vier Pfoten in Ägypten im Tourismus, Tausende von ihnen besitzen Tiere als Attraktionen für die Besucher der Pyramiden in Luxor oder in Kairo. Aufgrund der derzeitigen Umbruchsituation seien viele nicht imstande, ihre Tiere zu versorgen. Zudem leiden einige der Wüstentiere unter schlechten Haltungsbedingungen. Unzählige offene Wunden habe das Vier Pfoten-Team bereits mit Antibiotika und Entzündungshemmern behandelt. Zusätzlich haben die Tierschützer bisher insgesamt 12.500 Kilogramm Futter an die Kamelbesitzer ausgeteilt - eine "delikate Sache", wie Vier Pfoten die Verteilung beschrieb: "Die Leute wollen jeder so viel wie möglich für ihre eigenen Tiere bekommen und sehen die Gesamtsituation nicht." Eine "ausgeklügelte Organisation" soll die Futtervergabe regeln, den Besitzern werde eine Wochenration mitgegeben. Mehr als 400 Kamele in der Pyramidenregion habe Vier Pfoten bisher mit Nahrung versorgt. (APA)