Prozess gegen Bruder von Kampusch-Ermittler erneut geplatzt

3. März 2011, 10:35

Grazer schickte nur SMS - noch kein neuer Termin

Der Prozess gegen den Bruder des durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Soko-Chefermittlers in der Causa Kampusch musste am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht sofort vertagt werden. Der Angeklagte war bereits zum zweiten Mal nicht erschienen, diesmal entschuldigte er sich per SMS. Dem 56-Jährigen wird schwerer Diebstahl und Urkundenunterdrückung vorgeworfen.

Der Grazer hatte vor drei Tagen ein SMS an seine Verteidiger geschickt, in dem er ihm mitteilte, dass er "unabkömmlich" sei und um eine Verschiebung der Verhandlung bitte. "Wir wissen leider auch nicht mehr", so die Anwältin. Richterin Elisabeth Juschitz eröffnete aber trotzdem das Verfahren, um gleich darauf zu protokollieren, dass der Angeklagte nicht erschienen sei. Seitens des Gerichts ließ man einige Male nachschauen, ob der Beschuldigte zu Hause sei, doch weder er noch sein Auto wurden gesichtet.

Beschuldigter von Mehrtäter-Theorie überzeugt

Dem 56-Jährigen wird vorgeworfen, Computer, Datenträger und Urkunden nach dem Tod seines Bruders an sich genommen zu haben, wobei er den Laptop später wieder zurückgegeben hat. Außerdem ist er wegen Vollstreckungsvereitelung angeklagt - als ehemaliger Inhaber eines Gartengestaltungsunternehmens soll er in einem Exekutionsverfahren gepfändete Lkw unterdrückt haben.

Brisant ist der Prozess im Hinblick auf die Rolle des Angeklagten im Zusammenhang mit medial kolportierten Zweifeln am Selbstmord seines 58-jährigen Bruders. Der Beschuldigte ist von der Mehrtäter-Theorie im Fall Kampusch überzeugt und vermutet, dass sein Bruder in seinen Ermittlungen möglichen Komplizen von Wolfgang Priklopil zu gefährlich geworden sein könnte.

Ein neuer Verhandlungstermin stand am Donnerstag noch nicht fest. (APA)

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17 Postings
peter rosenauer
13
Einiges faul-

Im Fall Kampusch ist einiges faul.
Gegen 5 Staatsanwälte wird wegen Amtsmissbrauch ermittelt.
Das die Justiz vertuscht, ist offensichtlich.

mounten
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ich nehme an, dass er versucht sich sein leben zu schützen.

1 anderer
02
Na sicher doch. Klar.

politflüchtling
00

wieso wird sowas in Graz verhandelt?

Wiener Neustadt wäre passender!

Samhain
01

Anklage wegen schweren Diebstahl? Der Computer war mehr als 3000 Euro wert?

So ein Unsinn.

1 anderer
00
Vielleicht

§ 128 Abs 1 Z 1 StGB (der Tote war wohl hilflos).

mounten
00

eine nicht mehr existenten rechtssubjekt kann gar nicht bestohlen werden, maximal der nachlass

mounten
01

wen hat er überhaupt bestohlen, die fiktive juristische person "nachlass"?

1 anderer
02
Weiss nicht, kenn ja die Anklage nicht.

Bestehlen kann man einen Nachlass aber selbstverständlich schon, und wehrlos ist er auch.

daydreamer07
19
the fugitive....

vorsicht! wer sich im falle kampusch gegen die dunklen mächte in der bananenrepublik erhebt der wird von der justiz niedergemacht...wann wird hier endlich einmal richtig durchgegriffen? diese ganze sache stinkt zum himmel...aber gewaltigst....wer bitte ist da verwickelt? irgendwas ist da gehörigst faul, aber wie.....

naihoit
24
Ich glaube, daß Sie sich unnötige Sorgen machen.

Der "Fall Kampusch" ist keine Verschwörung dunkler Mächte, sondern Ergebnis einer politischen Entscheidung.
Den Ermittlern sind Fehler unterlaufen. Gut, nicht wünschenswert, kann aber passieren.
Schlimm wurde es erst, als die damalige Frau Innenministerin angesichts einer bevorstehenden Wahl beschloß, zu verheimlichen, verdunkeln und vernebeln.

Angelika70
13

"keine Verschwörung dunkler Mächte, sondern Ergebnis einer politischen Entscheidung"

Sie sehen da einen Unterschied? ;-)

peloma
00

die einen sind die marionette der anderen

F.S.K
13

dass ein mädchen wegen der polizeifehler jahrelang gefangen war ist nicht schlimm?

naihoit
21
Dem 56-Jährigen wird vorgeworfen, Computer, Datenträger und Urkunden nach dem Tod seines Bruders an sich genommen zu haben, außerdem ist er wegen Vollstreckungsvereitelung angeklagt

Geht das alles gleich in einem Aufwaschen?
Höchst effizient, soll noch einmal jemand schlecht über unsere Justiz reden!

Dr. Lari and Mr. Fari
 
01
er soll also in getrennten Prozessen beamtshandelt werden,

muß im Verurteilungsfall so ungefähr die doppelten Gerichtsgebühren zahlen, die Anwaltskosten werden auch mehr etc. etc.

gehts eh noch??

1 anderer
01
Warum soll das nicht gehen ?

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