Identitätsdiebstahl

Twitter-"Hack" zeigt Sicherheitsprobleme auf

Andreas Proschofsky, 3. März 2011, 10:59
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    screenshot: redaktion

    Die betreffenden Tweets in der aktuellen Timeline von Ashton Kutcher.

Account von Schauspieler Ashton Kutcher offenbar übernommen - Unverschlüsselte Verbindung lässt sich abgreifen

Zumindest auf Twitter gehört Schauspieler Ashton Kutcher zu den unumstrittenen Größen seiner Branche: Mit mehr als 6 Millionen Followers liegt er auf Platz 6 aller Accounts bei dem Microblogging-Service. Vielen ist wohl auch noch sein Wettstreit mit CNN um die Frage, welcher Account als erstes die 1-Million-Followers-Grenze durchbricht, in Erinnerung - den Kutcher letztendlich für sich entschied. Doch all die Popularität schützt offenbar auch den Schauspieler nicht vor Angriffen - ganz im Gegenteil, wie nun ein aktueller Vorfall zeigt.

Einbruch

Wie in der Timeline des Schauspielers nachgelesen werden kann, wurde der Account offenbar - zumindest kurzfristig - von Dritten übernommen. "Ashton, you've been Punk'd. This account is not secure. Dude, where's my SSL?" heißt es hier etwa in Anspielung auf eine ehemalige TV-Serie von Kutcher. Der Tweet ist denn auch gleich ein Hinweis darauf, wie die Attacke durchgeführt wurde - und eine eindringliche Warnung vor einem grundlegenden Problem bei Twitter.

Vorgehensweise

So scheint Kutcher die Verbindung zum Microblogging-Service in einem offenen WLAN unverschlüsselt aufgenommen zu haben, was es für Dritte leicht macht die Session-Cookies abzugreifen, und so als der Schauspieler zu posten oder auch dessen private Nachrichten durchzusehen. Der Vorfall dürfte sich im Rahmen der TED-Konferenz ereignet haben, die derzeit in Kalifornien stattfindet.

Grundlegendes Problem

Die Verantwortung für den Vorfall trägt allerdings weniger Kutcher sondern Twitter selbst, sind solche Attacken doch spätestens seit der Verfügbarkeit des darauf spezialisierten Tools "Firesheep" äußerst einfach durchzuführen. So bemüht man sich denn bei Twitter auch in einer raschen aber indirekten Reaktion zu betonen, dass die Nutzung von SSL über die URL https://twitter.com schon jetzt optional möglich ist, und dass man in Zukunft eine Einstellung anbieten wolle, um für den eigenen Account unverschlüsselte Verbindungen gar nicht mehr zuzulassen.

Mixed Content

Ganz so einfach ist es damit allerdings nicht getan, in der Vergangenheit hatten SicherheitsexpertInnen bereits betont, dass sich Twitter-Sessions auch auf anderem Weg abgreifen lassen, etwa über in andere Seiten integrierte Twitter-Widgets, die ebenfalls bei jedem Ansurfen das Cookie abfragen - und das meist unverschlüsselt. Insofern bleibt abzuwarten, ob der Microblogging-Service auch dafür eine Lösung findet. Schon vor einiger Zeit hat Google bei Gmail ausschließlich auf verschlüsselte Verbindungen umgestellt, in den letzten Monaten sind dann immer mehr Services - wie etwa Facebook - nachgezogen. Viele Service-Anbieter hatten sich lange gegen solch einen Wechsel gesperrt, da durchgehende Verschlüsselung auch die Last am Server erhöht. (red, derStandard.at, 03.03.11)

Roland Schweiger1
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was bitte ist ein Sicherheitsproblem bei Twitter?

Bei allen Platformen die so etwas wie ein "soziales Netzwerk" darstellen (was weiß ich, Facebook, StayFriends, NetLog, MySpace, Klassentreffen.xy, uboot ...) hat man doch nicht wirklich ein Anrecht auf Sicherheit? Die Nutzung der Services ist idR kostenfrei, es ist bekannt dass sich die Betreiber sowohl über Werbung, und sehr wohl auch über das Sammeln von Daten / Anlegen von Statistiken finanzieren. Und gerade wenn ich bei Twitter einen account anlege, muss ich von vornherein davon ausgehen dass Twitter ihn "auswertet" und dass sich die Programmierer kaum große Mühe geben werden zu verhindern dass die Accountdetails irgendwoanders auftauchen,ist irgendwo klar. Bei eMail Providern (etwa GMX) sieht das etwas anders aus mit dem Anrecht auf Pr

alex3772
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das sicherheitsproblem ist, dass andere leute die anmeldung aufzeichnen und damit ihr passwort haben und somit den account übernehmen und in ihrem namen nachrichten posten können

Roland Schweiger1
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auf alle Fälle

sollte man genau aus diesem Grund bei den "sozialen Netzwerken" Paswörter verwenden die 'wesentlich' anders sind als die der benutzten eMail Accounts, Homebanking usw. Ich jedenfalls (und ich habe keine Sicherheitsparanoya) aber ich gehe generell davon aus dass Twitter, FB und co. potentiell unsicher sind und dass alles was ich dort irgendwann mal eingetippt habe, in der Abendausgabe vom Revolverblattl erscheinen könnte ;-) Der scheinbar hohe Stellenwert gerade von Twitter und FB (die immer in einem Atemzuggenannt werden) stört mich sowieso. Aber es ist eben auch ein Hype, über den in einer Dekade niemand mehr redet ...

Strg-Alt-Entf
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Bin ich bloß zu deppert oder fehlt hier beim Standard eine solche Möglichkeit zur sicheren Anmeldung/Nutzung?

Benutzername und Passwort werden nämlich auch hier als Klartext in Formularfeldern übertragen, daher funktioniert der Identitätsdiebstahl durch einfaches Mitsniffen an öffentlichen WLAN-Hotspots ganz genau so. Gerade mal wieder ausprobiert, ist leider immer noch so. Und mit "https://" herrscht Schweigen im Walde.

opryde
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für safari gibt es eine extension die das erzwingt und alle modernen clients - zmnd. am mac und ios - laufen ebenfalls nur über https.

Strg-Alt-Entf
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Das setzt aber prinzipbedingt voraus, dass der Serverbetreiber auch tatsächlich HTTPS unterstützt. Hier ist das allem Anschein nach nicht der Fall, daher kann man es auch nicht erzwingen. Auf Port 443 tut sich jedenfalls gar nichts, da dürfte auch ein solches Plugin nicht viel ausrichten können.

Ansonsten ist das Plugin aber durchaus sinnvoll. Man kann nicht "vergessen", HTTPS zu verwenden, wenn es denn verfügbar ist. Für Firefox gibt es so etwas auch.

alex3772
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tja ja ^^

und nicht nur in öffentlichen wlan hotspots
es gibt sonst auch genug möglichkeiten

darum sollte mensch sich beim standard vor allem ein anderes passwort als bei allen anderen seiten verwenden(was man eigentlich von haus aus machen sollte)

lang lebe ipv6

Strg-Alt-Entf
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@Abhörmöglichkeiten: der wesentliche Unterschied ist, dass dieser Angriffsweg praktisch jedem N00b ohne jegliche Investition in Spezialequipment oder Know-How zur Verfügung steht. Die Gefahr, dass es einen dabei erwischt, ist also besonders hoch.

@Passwort: logisch, nur löst das das grundlegende Problem nicht. Es kann schon ein Posting über einen fremden Account reichen, damit dessen eigentlicher Inhaber Schwierigkeiten bekommt.

@IPv6: warten wir mal ab, wie die Anbieter ihre Systeme in Hinblick auf den letzten Satz des Artikels einrichten werden. Ich kenne noch nicht die Details, was bezüglich IPsec in IPv6 wirklich "mandatory" ist, aber ich kann mir gut vorstellen, dass man das auch einfach boykottieren kann.

alex3772
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ack

@Passwort: schon klar, geht nur um schadensbegrenzung^^

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