Einfluss des Klimas der Nordhalbkugel auf die Antarktis überschätzt

2. März 2011, 19:05

Bohrkerne zeigen: Lokale Faktoren für langfristige Zyklen bedeutsamer als gedacht

Bremerhaven/London - Der Wechsel von Warm- und Kaltzeiten auf der Nordhalbkugel hat die Antarktis und insbesondere die dortige Eismenge möglicherweise weniger beeinflusst als gedacht. Langfristige Temperaturschwankungen in der Antarktis könnten auch durch lokale Klimaveränderungen auf der Südhalbkugel ausgelöst worden sein, schreiben drei Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) im britischen Fachjournal "Nature" nach der Analyse von Eisbohrkernen.

Bei ihrer neuen Beurteilung betrachteten die drei Wissenschafter erstmals den besonders starken Einfluss der Wintertemperaturen auf das Klimageschehen in der Antarktis. Dieser ist deutlich größer als jener der Sommertemperaturen in der Region. "Im Ergebnis ist zu sehen, dass dieser Einfluss genauso als Ursache angesehen werden kann wie der bis jetzt vermutete Zusammenhang zwischen Norden und Süden", sagte der Physiker Martin Werner. Und bevor's im Forum wieder rauscht: Die Klimaveränderungen, mit denen sich die Wissenschafter beschäftigten, vollzogen sich in einem Zyklus von zehntausenden oder sogar hunderttausenden Jahren. Mit dem aktuellen, wahrscheinlich vom Menschen verursachten, Klimawandel hätten diese Veränderungen nichts zu tun, betonte AWI-Sprecher Ralf Röchert.

Umdenken

Auf der Basis von Berechnungen des serbischen Mathematikers Milutin Mlankovic hatten die meisten Wissenschafter bisher vermutet, dass Veränderungen in der Sonneneinstrahlung im Norden nahezu parallel Klimaveränderungen im Süden auslösten. Dem Norden wurde der Erdkugel-umspannende Einfluss wegen seiner größeren Landmassen zugeschrieben. Zahlreiche Klimarekonstruktionen auf der Basis von Eisbohrkernen, Meeressedimenten und anderen "Klimaarchiven" schienen diese Theorie zu stützen.

Allerdings gab es bisher keine physikalische Erklärung, wie der Zusammenhang funktionieren könnte. Die neuen Erkenntnisse stellten die alten Ansichten zwar nicht völlig infrage. "Wir haben aber ein kräftiges Indiz gefunden, dass man früher einfach falsch gedacht hat", sagte Werner. (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 40
1 2
therapierefraktärer Normalo
12
"Wir haben aber ein kräftiges Indiz gefunden, dass man früher einfach falsch gedacht hat"

Wir haben noch immer keine Ahnung wie Klima funktioniert, das hält uns aber nicht davon ab, vorauszusagen, wie das Klima in 100 Jahren aussehen wird.

1000undeine8
11

eiszeiten treten nicht einfach so in unvorhersehbarer weise aus launen der natur auf. der nature-artikel, um den es hier geht, stellt diese erkenntnis nicht in frage. ganz im gegenteil: die "lokalen klimaveränderungen auf der südhalbkugel", von denen die rede ist, sind auch gemäß dieser arbeit die folge von änderungen von parametern der erdbahn um die sonne: präzession, exzentrizität, obliquität. wie sich diese in der zukunft ändern werden, ist für die nächsten paar millionen jahre bekannt.

http://www.aanda.org/index.php... Itemid=129

therapierefraktärer Normalo
00
Leider kann man halt

das Klima nicht so schön prognostizieren wie die Erdbahn um die Sonne. Das sieht man an den zahllosen in die Hosen gegangenen Klimaprognosen.

1000undeine8
00

1896: prognose von erwärmung (speziell in der arktis und über land), zunahme der spezifischen luftfeuchte, erwärmung der nächte vgl. mit den tagen
http://www.columbia.edu/~mhs119/T... _moreFigs/
http://www.ncdc.noaa.gov/bams-stat... s/humidity
http://hadobs.metoffice.com/hadex/Had... _paper.pdf

1967: prognose einer abkühlung der stratosphäre
http://www.ssmi.com/msu/msu_d... nd_map_tls

1992: prognose eines rückgangs arktischen meereises bei temporärer zunahme in der antarktis
http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryospher... arctic.png
http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryospher... arctic.png

therapierefraktärer Normalo
00
Wenn man sich nur diejenigen Prognosen rauspickt,

die halbwegs passen, kann man damit auch die Astrologie stützen.

Nüchtern betrachtet sieht das Ganze so aus:

http://docs.google.com/viewer?ur... lidity.pdf

1000undeine8
01

aus dem kapitel: "An appropriate benchmark model":

"Fig. 1 displays Antarctic temperature data from the ice-core record for 800,000 years up to 1950 [...]. The data show large irregular variations and no obvious trend. For such data, the no-change forecasting model is an appropriate benchmark".

grandios! glauben sie auch, dass die klimaschwankungen der letzten 8 eiszeiten ein adäquater "benchmark" für "policy decision making" sind?

therapierefraktärer Normalo
00
Jedenfalls sollte es einem zu Denken geben,

wenn eine simple Extrapolation bessere Ergebnisse liefert als Prognosen sündteurer Computermodelle.

1000undeine8
01

ihre autoren vergleichen ihren no-change-forecast aber gar nicht mit klimamodellen. sie haben lediglich die erwärmungsrate der letzten jahrzehnte genommen (ca. +0,03°C/jahr). dann haben sie angenommen, dass schon seit 1850 ein solcher linearer trend existieren müsste (entgegen den ergebnissen von allen klimamodellen). und schließlich kommen sie – wenig verwunderlich – zum schluss, dass ein solcher linearer trend seit 1850 die daten nicht gut beschreibt. na no na ned. ein blick auf die temperatur-kurve (abb. 2) hätte genügt.

unfassbarer schund.

therapierefraktärer Normalo
00
Alles, was nicht passt, ist unfassbarer Schund

Faktum ist halt, dass die Klimaprognosen im Durchschnitt so daneben sind, dass man genausgut gleich würfeln oder den Kaffeesud lesen kann.

Die "Prognosen" sind immer dann gut, wenn sie sich auf die Vergangenheit beziehen, nur sind das dann definitionsgemäß keine Prognosen mehr.

1000undeine8
00

nennen sie mir ein einziges klimamodell, dass seit 1850 einen linearen anstieg um 0,03°C pro jahr prognostiziert hätte. nennen sie mir eine einzige zeile in ihrer arbeit, die ein einziges klimamodell explizit nennen oder zitieren würde. nennen sie mir eine einzige zeile in irgendeinem IPCC-bericht, der einen solchen linearen trend seit 1850 nennen würde.

die grundannahmen dieser arbeit sind genau so falsch wie ihre schlussfolgerungen daraus.

F S 3
27
:) Desto kälter draußen das Wetter, desto tiefer sinkt die Leserzahl der PR-Site "Klimawandel" - und so ist es auch keine Überraschung, wenn jetzt bereits Artikel wie dieser hier erscheinen, die außerhalb der Seitenstruktur des Standard Interesse…

…generieren sollen. Tun sie aber nicht, weil immer mehr Leute dahinterkommen, daß die CO2-Menschgemacht-Posse immer unhaltbarer wird - wir aber dennoch alle dafür unter diversesten Titeln zur Kassa gebeten werden. Anbei v."malterwitty" übernommen…

"Wichtige Gesetze des Klimawandels"
1) Kaltes Wetter ist kein Klima
2) Die USA sind nur ein kleiner Teil d.Erdoberfläche
3) Heißes Wetter in Moskau ist repräsentativ f.d.gesamten Planten
4) Falls das gegenwärtige Wetter sich weigert wärmer z.werden,adjustiert es nach oben
5) Falls es z.Zt.nicht wärmer werden will,muß die Vergangenheit kälter werden
6) GISS kann immer noch extra 0,01°C Erwärmung produzieren,falls das Marketing danch verlangt
7) "Kälte" ist bloß eine andere Art von "Hitze"…

Adolf Kottan1
 
11
@F S 3

frage: was glaubst du, ist der grund dafür, daß deine follower an manchen tage um >20 anwachsen, und dann wieder eine woche gleich viel bleiben?

ps: hopp auf fs3, mehr multi-accounts anlegen, es gibt noch user mit mehr followern.

Al Borland
11

1) Warmes Wetter ist auch kein Klima.
2) Korrekt. Welche Einwände gibt es dagegen?
3) Falsch.
4) Falsch.
5) Falsch.
6) Falsch.
7) Falsch.

banks1
23
.

Haben die Herren und Frauen Wissenschaftler wieder mal was fallsch eingeschätzt. Aber vorher noch mal richtig Panik verbreiten.

Searles
 
13

Wo wurde konkret diese Panik verbreitet?

Dirty Sanchez
 
01
ist das jetzt gut oder schlecht?

Mathias
 
01
lassen wir uns einfach mal überraschen ;-)

Alex79
15
Bevors wieder rauscht

Haha, "bevors im Forum wieder rauscht", das ist echt Gold!

Die Standard Redakteure haben sicher einen Mordsspass mit den Streitereien hier. Ich bin schon neugierig wieviele Denialists trotzdem mit ihren "ich habs ja gleich gewusst, alles Schwindel und Verschwoerung" daher kommen.

modell t5
14
Es ist aber gut, wenn "es rauscht"

Hier ein intelligenter Artikel von einem intelligenten Menschen, der der Ansicht ist, dass Skeptizismus Bürgerpflicht ist.

http://www.edge.org/documents... tml#dysonf

Das sollte vielleicht auch der Hr. Taschwer lesen.

1000undeine8
31

ein "intelligenter artikel"? nö. unlogisches gewäsch.

"My first heresy says that all the fuss about global warming is grossly exaggerated."

ein paar zeilen weiter:

"The real world is muddy and messy and full of things that we do not yet understand."

ganz anders der "topsoil": "[...] the fact that the topsoil is unmeasurable does not mean that it is unimportant".

in anderen worten: wir verstehen zwar nichts vom klima, aber nachteiligen klimawandel wird's sicher keinen geben. vom oberboden verstehen wir noch viel weniger (da können wir angeblich nichts messen), aber der ist wahrscheinlich wichtig und wird unser leidiges CO2-problem lösen.

die liste der widersprüche ließe sich lange fortsetzen.

therapierefraktärer Normalo
11
Immerhin wurde Dyson

schon für den Nobelpreis vorgeschlagen, wohingegen 1008, der sich sehr schnell ein Urteil übere andere bildet, noch immer im Standard postet.

1000undeine8
00

ich fälle mein urteil über einen text anhand der argumente, die in ihm enthalten sind. ich glaube nicht, dass selbige durch die auszeichnungen und ehrungen des autors ersetzt werden können. wie sehen sie das?

therapierefraktärer Normalo
11
Ein wesentliches Argument,

das Sie entweder nicht wahrgenommen oder ignoriert haben, besteht darin, dass Skeptiker, die gegen den mainstream waren und bestenfalls als Sonderlinge wahrgenommen wurden, im Nachhinein oft recht hatten.

Das sollte zur Vorsicht im Umgang mit Skeptikern mahnen und das ist auch die wesentliche message in diesem Artikel.

1000undeine8
00

das paradebeispiel für ihren romantisch-verklärten sonderling ist ein herr arrhenius, der vor über 100 jahren postuliert hat, dass CO2 einen treibhausgas ist. seine hypothese wurde von seinen zeitgenossen verworfen und erst in den 50ern ernst genommen, als es genaue spektroskopische messungen der atmosphäre gab. seit damals gibt auch messungen der isotopen-signatur des kohlenstoffs, anhand deren man abschätzen kann, wieviel CO2 von ozeanen, vegetation und boden aufgenommen wird. dysons diesbezügliche hypothesen sind weder neu noch originell (nur er selbst scheint das nicht mitbekommen zu haben).

so nebenbei: arrhenius hat im gegensatz zu dyson tatsächlich einen nobelpreis bekommen (1903 für chemie).

yomellamo
00

"Skeptiker" ja... aber nicht selbsternannte Skeptiker die viel eher "Denialists" sind.

Die kennzeichen von ernstzunehmenden skeptikern in der wissenschaft generell, deren arbeiten den status quo der theorienwelt ändern und neue theorien ins stadium der orthodoxie führen sind IMMER wissenschaftler gewesen die über den aktuellen stand der wissenschaft ausgezeichnet bescheid wussten. Das ist bei den Klima-denialists überhaupt nicht der fall. Da kommen wirklich nur die abstrusesten argumente die qualitativ nur knapp neben den aussagen liegen die von der horoskoptante im mitternachtsfernsehen getätigt werden.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 40
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.