Attentäter laut Ermittlern ein Einzeltäter

4. März 2011, 13:21
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Keine Hinweise auf Mitgliedschaft zu terroristischer Vereinigung - Zwei US-Soldaten getötet, zwei in Lebensgefahr

Karlsruhe - Der Attentäter, der am Flughafen von Frankfurt am Main im deutschen Bundesland Hessen zwei amerikanische Soldaten tötete und zwei Schwerverletzte, hat seine Bluttat alleine geplant. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er einer terroristischen Vereinigung angehöre, sagte der stellvertretende deutsche Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum am Freitag in Karlsruhe. Allerdings sei der 21 Jahre alte Arid Uka von islamistischen Strömungen, vor allem im Internet, beeinflusst worden. Der im Kosovo geborene und in Deuschland aufgewachsene junge Mann hatte am Mittwoch zwei US-Soldaten aus nächster Nähe erschossen und zwei weitere schwer verletzt.

Als Auslöser für seine Tat nannte Arid Uka ein Video, dass er im Internet gesehen habe. Darin hatten angeblich US-Soldaten ein Haus in Afghanistan geplündert und ein Mädchen vergewaltigt. Solche Gräueltaten wollte er nach seinen Angaben verhindern.

Wenn sich dieses Motiv erhärte, sei es ein klarer Beleg, dass die Tat aus persönlichen Gefühlen entstanden sei - außerhalb terroristischer Strukturen, sagte Griesbaum. Allerdings zeige sich daran auch die Gefahr der islamistischen Propaganda im Internet, die gezielt junge Männer anspreche und zu solchen Taten bringe. Deshalb müsse der Kampf gegen diese Propaganda verstärkt werden.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hat sich die Tat folgendermaßen abgespielt: Arid Uka fuhr bewaffnet mit Pistole und zwei Messern zum Flughafen und schaute sich dort nach US-Soldaten um. Als er eine Gruppe erkannte, fragte er nach einer Zigarette, um sich zu vergewissern, dass die Soldaten auf dem Weg nach Afghanistan waren. Als ein Soldat dies bestätigte und sich in Richtung Bus verabschiedete, schoss ihm Arid Uka von hinten in den Kopf.

Dann betrat er den Bus, der die Soldaten zur Luftwaffenbasis Ramstein (Rheinland-Pfalz) bringen sollte, erläuterte die Bundesanwaltschaft weiter. Dort tötete er erst den 21 Jahre alten Busfahrer, dann ging er weiter und schoss auf einen 25-Jährigen und auf einen 21-Jährigen, die beide schwer verletzt überlebten.

Bei seinem fünften Opfer versagte die Pistole. Er hatte die Waffe direkt auf den Kopf des Opfers gerichtet und zweimal abgedrückt, schilderte Griesbaum den Vorgang. Die Kugeln lösten sich jedoch nicht, da eine Hülse im Lauf klemmte. Als der Attentäter flüchtete, nahm der Soldat die Verfolgung auf und stellte ihn wenige Meter später. Mehrere Polizisten kamen ihm zu Hilfe.

Bei seiner Vernehmung hatte Arid Uka die Tat gestanden, bei der Vorführung vor dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes habe er geschwiegen. Der Haftbefehl lautet auf dringenden Tatverdacht des zweifachen Mordes, des dreifachen Mordversuchs und der zweifachen schweren Körperverletzung. (APA)

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    Die Polizei patrouilliert nach dem Anschlag am Frankfurter Flughafen mit schusssicherer Weste und Maschinengewehr. Bundesweit soll es keine erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geben.

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    Spurensicherung am Flughafen Frankfurt

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