Rahul Sood: "Die meisten Menschen interessieren sich nicht für Spezifikatione. Es geht darum, was ihre Sinne anspricht"
Rahul Sood gründete Voodoo PC, war nach der Firmenübernahme Technologiechef bei HPs Spiele-PC-Sparte und ist nun leitender Manager Microsofts Xbox-Abteilung. Sood ist in der Branche auch für seine kontroversen Aktionen bekannt - so schnitt er in seiner Zeit bei HP etwa einmal eine Geburtstagstorte mit einem MacBook Air von Apple an.
Von HP ist er weg, doch seine Liebe zu den Notebooks mit Apfellogo scheint seine Unternehmensloyalität zu übersteigen. Über Twitter schickte der Microsoft-Manager kürzlich die Empfehlung aus: "Jeder Chef in der PC-Industrie sollte ein Apple-Notebook haben. Apple designt nicht nur Produkte, sie haben ihr Geschäftsmodell designt".
"Most people don't care about or pay attention to specs"
Damit drückt Sood nicht nur seine Anerkennung gegenüber den penibel durchdachten Apple-Produkten aus, sondern dürfte dabei vor allem Kritik an den PC-Herstellern üben, die es bislang nicht geschafft haben, Apples Erfolgskonzept zu kopieren. In der über Twitter und Facebook ausgelösten Diskussion betont Sood, dass viele Unternehmen den Fokus auf die falschen Produktaspekte legen würden. "Es gibt Wege die Kosten zu senken, ohne dabei das Konsumentenerlebnis zu beschneiden", so der Manager. "Es braucht Weitblick - und es gibt Gründe, weshalb Design bei vielen Firmen immer mehr in den Mittelpunkt rückt... Die meisten Menschen interessieren sich nicht für 'Spezifikationen'. Sie achten vielleicht auf den Arbeitsspeicher und die Festplatte, aber darüber hinaus geht es darum, was ihre Sinne anspricht... Dinge, wie Akkulaufzeit und Displaygröße, Farben, etc."
Kritik an HP
Im Speziellen drückt Sood auch seinen Ärger über nicht genutzte Chancen seines ehemaligen Arbeitgebers HP aus. "Wir hätten es schaffen können - es hätte nur ein paar Jahre Geduld und Investitionen in unsere Produktionsprozesse gebraucht. Wir hätten es wirklich schaffen können... besonders mit WebOS, welche eine Kombination das gewesen wäre." Demnach hätte HP eine reelle Chance gehabt, konkurrenzfähige Produkte zu Apples MacBook- und iPad-Serie zu erschaffen. Zwar verkauft HP in Summe mehr Notebooks und PCs, Apple verfahre mit einer vielfach kleineren, gewinnbringenderen Produktschiene aber deutlich effizienter. Nach dem Motto: Oft ist weniger mehr. (zw)
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